Über ein Heimkino mit 70 Plätzen und eine umgebaute Leiter

10 Fragen an Patrick Schappert

Wer auf der Suche nach der passenden Technik für sein Heimkino ist, stolpert früher oder später über GROBI TV. Nicht zuletzt durch unzählige Videos und Heimkino-Vorstellungen ist Patrick Schappert als Gründer und Geschäftsführer der Firma bekannt. Der 50-jährige gelernte Industriekaufmann kennt sich bestens in der Welt der Beamer, Leinwände und AV-Receiver aus.

Ich war mal neugierig und habe Patrick ein paar Fragen zu seinem Schaffen bei GROBI TV und seinen verrücktesten Erlebnissen in privaten Heimkinos gestellt.

Wie bist Du ursprünglich in die Heimkino-Welt hinein gestolpert?

Als Schüler habe ich mich bereits für TV- und Filmproduktion interessiert. Mit 13 Jahren habe ich dann meine erste Erfahrung mit Super 8 Kameras gesammelt und kleine Dokumentationen gedreht. Jahre später war ich dann 10 Jahre als Produktmanager für digitale Projektionssysteme zuständig. Eines Tages konnte ich dann die erste Projektion mittels Overheadprojektor und LC-Display testen. Da war mir klar, dass wir die Großbildprojektion in die eigenen vier Wände holen können.

Was macht für Dich ein Heimkino aus? Was muss mindestens gegeben sein, damit sich ein Heimkino so nennen darf?

Ein Surround-Lautsprechersystem sollte schon vorhanden sein. Das kann auch bereits eine hochwertige Soundbar sein. Besser sind natürlich 5 wirklich vorhandene Lautsprecher und der Subwoofer. Ein Heimkino muss nicht unbedingt immer erst durch einen Projektor und eine Leinwand definiert sein. Macht das ganze aber perfekt. 😉

Und wenn dann diese Technik in einen separaten Raum installiert werden kann, ist sicherlich das Ziel von einem echten Heimkino erreicht.

Welcher Teilaspekt Deiner Arbeit macht Dir bei Grobi TV am meisten Spaß?

Die Abwechslung und dass ich mein eigener Chef bin. Das ich mir den Luxus erlauben kann, dank auch meinem hervorragenden Team, mal spontan außer Haus Videos zu drehen, die auch manchmal mit unserem direkten Produktangebot nichts zu tun haben. Beispielsweise die „Blick hinter die Kulissen“ Videos. Dass ich viel mit Menschen zu tun habe und dass ich aktiv mit unseren Lieferanten die Märkte mitgestalten kann.

Welches Detail eines Heimkinos fasziniert Dich – gut umgesetzt – am meisten?

Schwer zu sagen. Faszinierend fand ich bei manchen besuchten Heimkinos die kreativen Lösungen der Steuerungen. Aber auch die Verwaltungsmöglichkeiten der eigenen Inhalte mit Cover und Informationen zu den Inhalten etc.

Schlußendlich ist ja das schöne an unserem Hobby, dass ein gutes Kino nicht wirklich immer vom finanziellen Aufwand abhängig ist.

Was war bisher die ausgefallenste Idee, die Du in einem Heimkino gesehen hast?

Unsere Kundin Ilona, die wir auch in einem Video mit ihrem Heimkino ausführlich vorgestellt haben, baute aus einer Aluleiter ein geniales, fahrbares Hifi-Rack. Und auch der ehemalige Gartenzaun, umgebaut in ein Disc-Regal, war irre gut gemacht.

Gibt es eine witzige Anekdote aus all den Jahren – zum Beispiel etwas, das Dir mit einem Kunden oder Heimkino-Besitzer passiert ist?

Mal abgesehen davon, dass ich mir Namen schlecht merken kann und diese auch manchmal „kreativ“ ausspreche — mein Klassiker ist hier Timo Schneckenburger — haben wir so manche lustige und skurrile Erlebnisse gehabt.

Eine besondere Anekdote war die mit einem Kunden aus Hamburg. Er rief bei mir an und bat um einen Besuch vor Ort. Sein 10 Jahre altes Heimkino würde eine technische Auffrischung benötigen. Natürlich fragte ich, wie groß das Kino wäre und für wie viele Personen Platz wäre. Als Antwort kam „ca. 70 Personen“. Da war ich dann doch platt.

Im Zuge der Vorbereitung zum Termin habe ich mir dann bei Google Maps die Adresse angeschaut und festgestellt, dass dort ein „normales“ Haus mit großem Garten sichtbar war. Da habe ich mich dann doch gefragt, wo das Kino wohl steckte. Vor Ort sind wir dann in den Keller gegangen und hinter eine großen Doppeltür war dann ein Raum mit ca. 18 m Länge und 12 m Höhe. Das ganze Kino war unter dem Garten „versteckt“. Damit hatten wir natürlich gar nicht gerechnet. Am Ende haben wir dann einen Sharp DLP Projektor gegen einen SONY 4K Beamer getauscht, der dort auf eine 5 m breite Leinwand projiziert.

Betreibst Du privat auch ein Heimkino?

Ich habe in meinem Wohnzimmer eine 244 cm Multiformat, einen 55 Zoll Oled TV dahinter und einen Denon Verstärker mit Auro 3D. Die Lautsprecher sind von Dali (Fazon 5 und Sat) im Auro 3D Lautsprecherlayout. Oppo, Technisat und Apple TV als Quelle. Das ganze in einem Spectral Möbel versteckt. Gesteuert mit der Logitech Fernbedienung.

Einen separaten Raum habe ich nicht für das Heimkino reserviert. Seit dem wir unser GROBIKINO mit 8 komfortablen Ledersesseln haben, fahre ich auch häufiger mit Familie und Freunden nach Feierabend ins Studio. Ich wohne nur 5 Minuten von der Firma entfernt.

Wo siehst Du das Hobby Heimkino in 10 Jahren?

Der Wunsch des Menschen nach einem großen Bild und gutem Ton wird immer bestehen. Allerdings wird es neue Lösungen geben. Beispielsweise Fernseher, die aus Kacheln zusammengesteckt werden und so dann direkt an der Wand befestigt werden. Größen von bis zu 3 Meter sind damit ohne Probleme möglich. Samsung und Sony haben solche Lösungen für die professionellen Kinos bereits vorgestellt. Vermutlich werden wir dann auch viele Kinofilme zum Kinostart oder kurz danach zu Hause über Internet abrufen können.

Welchen allgemein eher unbekannten Film gibt es, den Du als Deinen persönlichen Geheimtipp weitergeben würdest?

Puh, ich glaube die Filme, die ich mag, sind alle nicht unbekannt. 😉

Inception ist ein Film, den ich immer wieder sehen kann. Was selten bei mir und Filmen ist. Bei Serien mag ich derzeit sehr Vikings und Peaky Blinders sowie Sons of Anarchy.

Was sind die wichtigsten Tipps, die Du Heimkino-Einsteigern mit auf den Weg geben würdest?

Ein wenig im Internet vorab informieren und dann zum Fachhändler und sich selbst einen Eindruck verschaffen. Sehen, hören und fühlen und mit seinen Maßstäben die Geräte beurteilen. Wir begleiten den Kunden dabei und können aufgrund der breiten Auswahl für jeden Wunsch und Geldbeutel eine Lösung anbieten.

Und es ist kein Drama, wenn man langsam anfängt und die Technik sowie den Raum nach und nach optimiert. Heimkino ist selten ein abgeschlossenes Projekt. Aber zum Schluss sollte man beim Filme schauen entspannen und nicht dauernd an der Technik schrauben.


Vielen Dank, Patrick, für den interessanten Blick hinter die Kulissen Deiner Arbeit!

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

Ein Gedanke zu „10 Fragen an Patrick Schappert

  1. Über Grobi TV bin ich witzigerweise auch vor kurzem erst gestolpert, weil ich jemanden gesucht habe, der bei mir mal professionell einmessen kann, wenn ich soweit bin – und Kaarst ist quasi um die Ecke. Sehr schöne Seite, tolles Vorführkino. Eines Tages sehen wir uns 😉

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