Bildwiederholfrequenz bei TVs – Was hat es damit auf sich?

Fernseher gibt es in vielen Größen und Varianten. Legt Ihr Euch ein neues Gerät zu, sind in erster Linie die Größe und die Bildqualität wichtig. Es gibt einige Faktoren, die gerade die Qualität enorm beeinflussen. Die Bildwiederholfrequenz ist einer davon.

Modern eingerichtetes Wohnzimmer mit großem TV auf einem Sideboard.
Foto: manbob86 / pixabay.com

Zusammenfassung für schnelle Leser

Das macht sie zu einer der wichtigsten Kaufkriterien bei Fernsehern. Deshalb ist  es außerordentlich wichtig zu wissen, worum es sich dabei genau handelt und wann Ihr welche Frequenz benötigt. Im folgenden Artikel möchte ich Euch alles zu diesem Thema erzählen, damit Ihr später beim Kauf eines neuen Gerätes das gelernte Wissen anwenden könnt.

Was ist die Bildwiederholfrequenz?

Die Bildwiederholfrequenz ist die Menge der Bilder, die ein Fernseher pro Sekunde hintereinander darstellen kann. Aus einer höheren Frequenz folgen mehr Bilder. Die Einheit in der die Bildfrequenz angegeben wird, nennt sich Hertz (Hz). In manchen Fällen ist ebenfalls von frames-per-second (fps) die Rede. Ein Fernseher mit 50 Hertz wird 50 Bilder pro Sekunde darstellen können und einer mit 100 Hertz eben 100.

Warum ist die Bildrate bei Medienproduktionen begrenzt?

Beim Film werden Einzelbilder schnell hintereinander abgespielt, um eine zusammenhängende Sequenz zu erschaffen. Damit das menschliche Gehirn das Ganze als bewegte Szene wahrnehmen kann, braucht es mindestens 14–16 Bilder in der Sekunde. Die Bilder sind dann so schnell, dass das Gehirn diese nicht mehr als einzelne Einheiten wahrnehmen kann.

Normale Kinofilme besitzen eine Bildrate von 24 Hertz. Bei aufwendigen Filmen sind ebenfalls 48 Hertz möglich. Die Übertragung beim Fernsehen, bei Blu-ray-Playern und bei Spielekonsolen liegt bei 50–60 Hertz.

Mehr Bilder pro Sekunde macht das Bild klarer, schärfer und detailreicher. Das ist vor allem sehr wichtig für Dokumentationen, bei denen kleine Details sichtbar sein sollen. Hohe Bildraten geben Ihnen des weiteren die Möglichkeit, faszinierende Zeitlupenaufnahmen zu erstellen.

Warum also sollte man die Bildrate begrenzen? Das liegt an einigen Nachteilen, die sie mit sich bringt. Gerade bei längeren Filmen spielt der Speicherplatz eine wichtige Rolle. Eine niedrigere Framerate, kann die Größe von Aufnahmen stark reduzieren. Immerhin müssen alle Aufnahmen später gesichert werden und der Film ebenfalls auf einen Datenträger passen.

Bei einigen Kameras leidet die Auflösung bei hoher Bildrate. Eine spätere Verarbeitung der einzelnen Aufnahmen wird bei einer größeren Framerate ebenfalls länger dauern. Die Belichtungszeit bei höherer fps ist geringerer, deshalb muss der ISO erhöht oder eine externe Belichtung bereitgestellt werden. Bei der Erhöhung des ISOs leidet des weiteren die Qualität. Aufgrund dieser Nachteile hat es durchaus einen Sinn, die Bildrate zu senken.

Das generieren von Zwischenbildern

Fernseher mit 100 Hertz und mehr generieren bei der Darstellung von Filmen oder dem Fernsehprogramm sogenannte Zwischenbilder. Dies tun sie, weil ihnen meist nur 50 Bilder pro Sekunde geliefert werden. Um also auf die 100 Bilder zu kommen, erstellen sie zu jeweils zwei erhaltenen Bildern ein Zwischenbild. Dadurch wird eine flüssige Darstellung garantiert.

Welche Bildwiederholfrequenzen kann ein TV haben?

Viele Fernseher-Modelle zeigen noch 50 Bilder pro Sekunde an. Viele Fernseherhersteller rüsten jedoch auf. So gibt es ebenfalls 100-, 200- oder sogar 600-Hertz-Fernseher. Die Werte sind regional unterschiedlich. Aufgrund der verschiedenen Stromfrequenzen gibt es in Teilen Asiens und in Nord-, Mittel- und Südamerika Fernseher mit 60, 120 und 240 Hertz.

Lohnt sich die Anschaffung eines Fernsehers mit hoher Hertz-Rate?

In der Regel gilt: Je größer der Fernseher ist, desto höher sollte die Bildwiederholungsrate sein. Eine zu geringe Hertz-Zahl führt bei diesen Geräten zu Unschärfe. Bei kleineren TVs lohnt sich eine hohe Bildwiederholfrequenz nicht wirklich, da die Qualität auch mit 50 oder 100 Hertz gut genug ist. Schaut Ihr nur Filme und Serien auf einem kleinen Gerät, dann reichen 50 Hertz vollkommen aus.

Für Fans von Spielekonsolen und Videospielen braucht der Fernseher mindestens 100 Hertz, da sonst nicht die volle Framerate von 60 fps ausgenutzt werden kann. Das gleiche gilt für schnelle Sportarten, wie dem Fußball. Die Unschärfe bei Bewegungen, wird sonst zu sehr auffallen. Ab 200 Hertz kommt der Mensch an seine Grenzen und nimmt kaum noch Unterschiede war. Ein Fernseher mit mehr als dieser Zahl, ist also nicht wirklich nötig.

Die 3D-Filmtechnologie ist noch einmal ein besonderer Fall. Hier werden die Bilder nacheinander jeweils für das linke und das rechte Auge angepasst und angezeigt. Dadurch halbiert sich die Bildwiederholfrequenz. Jedes Auge bekommt bei einem 100 Hertz Fernseher so nur noch 50 Bilder pro Sekunde zu sehen.

Ein TV mit nur 50 Hertz kommt deshalb schon mal nicht in Frage. Das Optimum holt Ihr aus dieser sogenannten 3D-Shutter-Technik, mit einem 200 Hertz Fernseher heraus. Alles, was unter dieser Zahl liegt, ist nicht zu empfehlen. So kann man 3D-Filme ohne Ruckler und mit guter Qualität genießen.

Der Seifenoper-Effekt

Werden sehr viele Zwischenbilder berechnet, wirkt das Bild oft sehr künstlich. So sticht der Vordergrund meist viel mehr heraus, als der Hintergrund. Das nennt man auch den Seifenoper-Effekt. In einer Seifenoper gibt es einen eher unscheinbaren Hintergrund, vor dem die Schauspieler klar herausstechen.

Ein weiteres Problem bei der Zwischenbildberechnung ist, dass bei sehr hellen Hintergründen unerwünschte, helle Konturen entstehen können. In manchen Fällen kann durch die Zwischenbildberechnung deshalb die Qualität eher verschlechtert als verbessert werden. Eine hohe Hertz-Zahl ist also nicht unbedingt immer besser.

Die Angaben von Herstellern stimmen meist nicht

Anstatt der üblichen Angabe in Hertz, haben viele Hersteller ihre ganz eigene Art die Bildwiederholfrequenz darzustellen. Bei Samsung heißt der Wert dann PQI, bei LG ist es PMI. Auf einmal liegen die Werte anstatt bei 50–200 schon bei über 1000. Es ist keine Seltenheit, etwas wie 3100 PQI zu lesen.

Das hört sich jetzt beeindruckend an, jedoch hat das meist nicht viel mit der Bildwiederholrate zu tun. Das ist eine eigene Bezeichnung für die Bildqualität. Was genau diese Zahlen beinhalten ist oft nicht ausreichend geklärt. Man weiß jedoch, dass Werte wie die Bildwiederholrate, Backlight-Blinking, die Dimmung oder der Kontrast bei der Berechnung eine Rolle spielen.

Da jeder Hersteller eine eigene Bezeichnung und eine andere Formel dafür hat, sind die Werte sehr schwer vergleichbar. Das macht sie in den meisten Fällen unbrauchbar. Allgemein gilt, dass die Herz-Anzahl bei diesen Fernsehern meist trotzdem nur bei 100–200 liegt. Lasst Euch also nicht von der hohen Zahl beeindrucken. Um herauszufinden, ob die Bildqualität wirklich gut ist, sollte man sich vorher Tests der Geräte durchlesen.

Das Wichtigste zur Bildwiederholfrequenz

  • Die Bildwiederholfrequenz sorgt dafür, dass das Bild flüssig ist und nicht ruckelt. Vor allem bei Fernsehern, die eine hohe Herz-Anzahl haben ist sie sehr wichtig.
  • Das Gerät generiert Zwischenbilder, damit 100 Bilder pro Sekunde dargestellt werden können.
  • Es gibt Fernseher mit einer Hertz-Anzahl bis zu 600.
  • Für Personen die gerne Serien schauen reicht ein Fernseher mit 50 Hertz. Für viele Sportarten und Videospiele ist 100 Hertz zu empfehlen. Ein 3D-Fernseher benötigt 200 Hertz.
  • Eine hohe Bildwiederholrate ist nicht immer gut, so kann manchmal der Seifenoper-Effekt auftreten.
  • Viele Hersteller rechnen Faktoren in eine Bildqualitäts-Rate zusammen. Diese hat mit der eigentlichen Hertz-Anzahl wenig zu tun. Informiert Euch vorher deshalb gut über das Gerät.

Insgesamt liegt es an Euren Bedürfnissen, welche Bildwiederholrate Ihr benötigt. Beachtet Ihr dabei, was in diesem Artikel steht, sollte dies Euch helfen den passenden Fernseher zu finden.

Über Martina Schmidt

Martina Schmidt ist Online-Redakteurin beim Verbraucher-Magazin Kaufberater.io und interessiert sich besonders für die Themenbereiche Elektronik und HiFi. Neben dem Schreiben ist Sie oft in der Natur und fotografiert leidenschaftlich gerne.

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