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CinemaVision: Kodis Ladestatus ausblenden

Immer wenn Kodi eine Ressource lädt, die etwas länger braucht, erscheint kurz der Ladestatus im Bild. Meistens wird das durch den typischen, sich drehenden Kringel und einen kurzen Text kenntlich gemacht — das kann je nach Skin anders aussehen. Leider erscheint der Ladestatus auch zwischen den einzelnen Blöcken unseres CinemaVision-Programms, wenn diese nicht schnell genug geladen werden können.

Ladestatus während einem CinemaVision-Programm ausblenden

Bei lokalen Ressourcen mag das nicht der Fall sein, spätestens bei Trailern von YouTube ist es aber unumgänglich. Das stört das CinemaVision-Vorprogramm ziemlich, schließlich sieht man das im Kino ja auch nicht. Um das zu verhindern, könnt Ihr eine Datei Eures verwendeten Skins anpassen. Das „Fenster“, das den Ladestatus anzeigt, wird dabei einfach ausgeblendet. Es ist dann nach wie vor noch vorhanden, Ihr seht es aber nicht mehr.

Im Skin herum hacken

Die Anpassung erfordert zwei Schritte, die mehr oder weniger trivial sind:

  1. Das Skin-Verzeichnis und die entsprechende Datei finden — da Kodi auf jedem System anders installiert ist, kann die Suche etwas langwierig sein. Bemüht Google, um herauszufinden, wo das Kodi-Verzeichnis unter Windows, OSMC oder einem anderen System liegt.
  2. Die Datei editieren — was unter Windows mit einem beliebigen Texteditor ganz einfach sein kann, ist auf einem Linux-System möglicherweise eine kleine Herausforderung, wenn man sich nicht mit vi auskennt.

Ich kann hier leider nicht für jedes denkbare System, auf dem Kodi läuft, eine genaue Anleitung geben. Deshalb müsst Ihr Euch da selbst ein wenig durchfuchsen. Die Suchmaschine Eures Vertrauens hilft weiter. Nachfolgend also nur ein Beispiel für OSMC.

Das Verzeichnis finden

Auf OSMC müsst Ihr beispielsweise per SSH zugreifen. Dort findet man alle Kodi-Erweiterungen, wenn man in das folgende Verzeichnis wechselt:

cd /home/osmc/.kodi/addons

Skins liegen dort in Verzeichnissen, die mit skin.* beginnen. Habt Ihr das Verzeichnis gefunden — in meinem Fall zum Beispiel skin.aeon.nox.5, weil ich Aeon Nox 5 verwende — sucht Ihr darin nach einer Datei mit dem Namen DialogBusy.xml. Die müsst Ihr bearbeiten.

Einige Skins halten alle Dateien mehrfach vor. Sie liegen in unterschiedlichen Unterverzeichnissen, die nach Bildschirmauflösungen benannt sind. So kann ein Skin sein Layout zum Beispiel für 1080i und für 720p anbieten. Hier müsst Ihr ggf. ausprobieren, was bei Euch eingesetzt wird. Im Zweifelsfall bearbeitet Ihr einfach alle Dateien mit dem oben genannten Namen.

Die Datei anpassen

Wenn Ihr die Datei gefunden habt, bearbeitet Ihr sie in einem Texteditor, zum Beispiel Notepad++ unter Windows. Unter Linux geht das über die Konsole ganz einfach mit vi.

Ihr solltet Euch im passenden Verzeichnis befinden und könnt die Datei dann mit dem folgenden Befehl zur Bearbeitung öffnen:

sudo vi DialogBusy.xml

Mit den Pfeiltasten bewegt Ihr Euch durch die Datei, mit Einf wechselt Ihr in den Textbearbeitungsmodus.

Gleich am Anfang solltet Ihr die folgende Zeile finden:

<window>

Darunter müsst Ihr eine neue Zeile einfügen (Enter am Zeilenende drücken).

Laut offiziellen Anleitungen solltet Ihr nun die folgende Anweisung einfügen, um den Ladestatus nur dann auszublenden, wenn CinemaVision gerade ausgeführt wird:

<visible>IsEmpty(Window(Home).Property(script.cinemavision.running))</visible>

Die darin enthaltene Bedingung hat bei mir jedoch nicht funktioniert. Vielleicht liegt das am Skin oder etwas anderem in meiner Kodi-Umgebung. Deshalb habe ich das stattdessen mit der vereinfachten Variante gelöst:

<visible>false</visible>

Das hat zwar den Nachteil, dass der Ladestatus grundsätzlich ausgeblendet wird, aber es funktioniert wenigstens. Offen gesagt brauche ich die Anzeige auch nicht, da niemals etwas länger als ein paar Sekunden lädt.

Mit ESC wechselt Ihr in den Befehlsmodus von vi zurück. Jetzt könnt Ihr mit :wq die Änderung speichern und den Editor verlassen. Unter Windows speichert Ihr einfach nur die Datei und fertig.

Jetzt ist nur noch ein Neustart von Kodi nötig, damit es die Skin-Dateien neu einliest. Unter OSMC ist das das selbe wie ein Systemneustart, der am schnellsten mit dem folgenden Befehl ausgeführt wird:

init 6

Überschreiben verhindern

Bei einem späteren Update Eures Kodi-Systems, speziell des Skins, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Eure Änderung wieder überschrieben wird. Das merkt Ihr aber schnell, wenn der Ladestatus plötzlich wieder erscheint.

Das ist einer dieser Gründe, warum man an heruntergeladenen Komponenten eigentlich nichts ändern sollte. Leider bietet Kodi aber auch keine andere Möglichkeit, die Anpassung unabhängig vom Skin vorzunehmen. In den Dateien herumzuhacken ist die einzige Möglichkeit.

Falls das nach einem Update passiert, müsst Ihr die Änderung eben einfach nochmal ausführen. Ein guter Grund, sich aufzuschreiben, was Ihr geändert habt und wo Ihr die Datei findet.

Alternativ könnt Ihr noch versuchen, dem System die Schreibrechte auf diese Datei zu entziehen. Wenn Ihr die Schreibrechte entzieht, kann die Datei bei einem Update nicht mehr überschrieben werden. Das kann zu zwei möglichen Effekten führen:

  1. Bei einem Update kann das System diese Datei nicht mehr überschreiben und Eure Änderung bleibt erhalten — prima!
  2. Das System meckert beim Update, dass es die Datei nicht überschreiben kann. Entweder könnt Ihr den Fehler einfach ignorieren, oder das Update schlägt dadurch fehl. Im letzten Fall stellt Ihr die Schreibrechte besser wieder her.

Wenn Ihr Euch ausreichend mit Linux oder Windows auskennt, um die Rechte zu ändern, wisst Ihr bereits, was Ihr dafür tun müsst — anderenfalls ist es besser, wenn Ihr die Finger davon lasst.


Den lästigen Ladekringel bekommt man also ganz gut weg, auch wenn die Lösung nicht unbedingt elegant ist. Wer auf eine saubere Filmvorführung Wert legt — und davon gehe ich aus, wenn Ihr Euch mit CinemaVision beschäftigt — nimmt das gerne in Kauf.

Damit schließe ich diese kleine Serie über CinemaVision-Besonderheiten ab. Ich hoffe, das eine oder andere Thema hat ein paar Unklarheiten beseitigt oder Euch auf neue Ideen gebracht.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

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