Vom stillen Untergang einer guten Idee

6.1 ist tot – Immer weniger AV-Receiver unterstützen einen Surround Back Center

Was längst zu erwarten war, hat sich nun durchgesetzt: Heimlich, still und leise haben die bekannten Hersteller von AV-Receivern damit begonnen, die Unterstützung für 6.1-Lautsprecher-Konfigurationen und damit den Surround Back Center einzustellen. Moment mal – was für ein Ding? Ja genau. Zeit für einen wehmütigen Rückblick und eine Lösung für die Zukunft.

Rückseite des Code Red Heimkinos mit einem einzelnen Surround-Back-Center.

Ich betreibe in meinen Heimkinos seit 2002 Lautsprecher-Setups mit 3 Surround-Lautsprechern: Links, Rechts und Center. Das heißt, ich betrieb es so. Bis ich vor Kurzem bei einem Update auf den Yamaha RX-A2080 (Generation 2018) etwas unsanft aus diesem Traum gerissen wurde. Denn einen Surround Back Center kann man hier nicht mehr auswählen: entweder zwei Lautsprecher oder gar keinen.

Das nehme ich heute zum Anlass, das Thema ein allerletztes Mal von hinten aufzurollen und so ein Kapitel in der Mehrkanal-Geschichte abzuschließen.

Was war nochmal 6.1 …

… und warum macht der Typ so ein Trara deswegen?

Mit Star Wars Episode I führte Dolby 1999 eine Erweiterung seines etablierten Tonformats Dolby Digital ein: Dolby Digital EX war geboren. Nur wenig später legt DTS mit dem Format DTS:ES nach. Beide Formate wurden um einen zusätzlichen, diskreten (d.h. separat codierten) Surround-Kanal erweitert, der sich hinten mittig befand: den Surround Back Center.

Wir erinnern uns alle an den erweiterten THX-Trailer “Tex EX”, in dem der kleine Roboter nicht nur links und rechts was im Kino repariert, sondern plötzlich auch genau hinter uns in der Mitte. Genau das war mit den neuen 6.1-Formaten möglich.

Und bei Licht betrachtet war es auch nur logisch: 3 Lautsprecher vorne, 3 hinten. Für seitliche Sitzplätze gab es nun nicht nur vorne eine akustische Mitte, sondern auch hinten. Die seitlichen Surround-Lautsprecher traten etwas in den Hintergrund, waren weniger penetrant, wenn man seitlich direkt daneben sitzen musste.

Bis weit in die 2000er Jahre hinein wurden viele Filme in den 6.1-Formaten produziert – darunter die Herr-der-Ringe-Trilogie oder Die Monster AG. Selbst nur knapp ältere Filme haben nachträglich eine 6.1-Tonspur erhalten, wie etwa die Remastered Deluxe Edition von Das fünfte Element (das es seit 2017 inzwischen auch mit Dolby Atmos gibt).

Rückseite der Blu-ray-Hüllen der Herr-der-Ringe-Trilogie mit der Kennzeichnung als DTS-ES 6.1 Ton.
Heute noch in 6.1 auf Blu-ray: Der Herr der Ringe

Aber das Beste daran war: das brachte auch was bei 5.1-Sound. Durch die “Matrix”-Schaltung der beiden Surround-Kanäle einer 5.1-Tonspur wurde ein Signal für den Surround Back Center errechnet. Das funktionierte so ähnlich, wie auch von klassischem Dolby Surround ein Front-Center aus einem Stereo-Signal errechnet wurde: Was im linken und rechten Kanal gleich war, wurde in die Mitte gelegt – Unterschiede verblieben hingegen im jeweiligen Ursprungskanal.

Mit der Blu-ray und den HD-Tonformaten kam dann auch der 7.1-Sound mit zwei Surround-Back-Lautsprechern auf. Fortan wurden Filme genauso oft oder selten in 7.1 abgemischt, wie zuvor in 6.1 – der Surround Back Center wanderte ziemlich unspektakulär auf’s Abstellgleis. Dabei wurden wesentliche Vorteile einfach so vergessen, verschenkt, verschwendet.

Die Vorteile von 6.1

Ganz unabhängig davon, was inzwischen mit Dolby Atmos & Co. an der Decke passiert – auf der unteren Ebene kannst du immer noch 5.1, 6.1 oder 7.1 installieren. Im großen Kino, wo 10 oder mehr Lautsprecher um den ganzen Saal herum verteilt sind, kommt es darauf nicht so sehr an. Im Heimkino hingegen brachte 6.1 oft erhebliche Vorteile …

… sowohl gegenüber 5.1 …

  • Das akustische “Loch” im hinteren Bereich wurde geschlossen.
  • Der Sound bekam mehr Tiefe nach hinten.
  • Seitliche Sitzplätze wurden besser eingebunden und bekamen eine weniger links- oder rechtslastige Klangkulisse.

… als auch gegenüber 7.1 …

  • Heimkino-Räume sind häufig relativ schmal, so dass sich 4 Lautsprecher hinten aufgrund zu geringer Abstände nicht lohnen oder einfach kein Platz dafür ist. Ein einzelner Lautsprecher passt hingegen immer noch irgendwie hin.
  • Im Gegensatz zu 2 Surround-Back-Lautsprechern gibt es mit nur einem eine exakte, ortbare Mitte relativ zur gesamten Aufstellung. Bei 7.1 gibt es diese Mitte wieder nur für einen exakt mittigen Sitzplatz. Ansonsten verschiebt sich diese Mitte wieder zu der Seite, auf der man sitzt.

Der letzte Punkt ist meiner Meinung nach essenziell, wie er es auch an der Front ist. Niemand käme ernsthaft auf die Idee, an der Front zwei Center aufzustellen, die nach links und rechts versetzt sind. Um das richtig zu verstehen, schau dir den Abspann von Super 8 an, wo von hinten ein alter Filmprojektor zu hören ist. Wo soll der bitte stehen, wenn nicht genau in der Mitte des Raums?

Der Untergang von 6.1 ist eingeläutet

Doch nun wird es langsam ungleich schwerer, eine 6.1-Aufstellung zu betreiben. Einige der großen Hersteller von AV-Receivern haben mit ihren aktuellen Modellen von 2018 erstmals die Unterstützung eines einzelnen Surround-Back-Lautsprechers entfernt. Aktuell scheinen das nur noch Denon und Marantz zu unterstützen, aber auch da ist fraglich, wie lange noch.

Hier ein Vergleich der Vorgänger-Modelle aus den Jahren 2017 (oder evtl. früher) und deren Nachfolgern aus 2018. Ja und nein geben an, ob der Surround-Back-Center noch unterstützt wird.

Hersteller20172018
YamahaRX-A2070 ✓RX-A2080 ✘
DenonAVC-X6400H ✓AVC-X6500H ✓
MarantzSR7012 ✓SR7013 ✓
OnkyoTX-RZ900 ✘TX-RZ1100 ✘
PioneerSC-LX89 ✓SC-LX801 ✘

Ich habe nicht alle Modelle und Serien einzeln geprüft, aber es ist davon auszugehen, dass Geräte aus der selben Generation über die gleichen Features verfügen. Bei Onkyo und Pioneer ist man sich offenbar bei der Vergabe von Nummern nicht so sicher, weshalb es dort schwierig ist, alte und neue Modelle miteinander zu vergleichen.

Auf den ersten Blick ersichtlich wird das entfallene Feature bei Yamaha: Hier war es bisher üblich, einen der Surround-Back-Anschlüsse zusätzlich mit “Single” zu beschriften, um kenntlich zu machen, wo ein einzelner Lautsprecher angeschlossen werden sollte. Beim RX-A2080 fehlt diese Beschriftung.

Vergleich der Surround-Back-Anschlüsse am Yamaha RX-A2070 und RX-A2080. Beim älteren Modell ist ein Anschluss als "Single" gekennzeichnet, beim neueren Modell nicht mehr.
Finde den Unterschied: Yamaha RX-A2070 (links) vs. RX-A2080 (rechts)
Fotos: © Yamaha Corporation

Die Bedienungsanleitung bestätigt das. Auch ein Blick in die Lautsprecher-Konfiguration macht deutlich: Surround Back lässt sich nicht mehr auf einen einzelnen Lautsprecher einschränken. Spätestens wenn man das automatische Einmesssystem laufen lässt, meckert dieses schnell: Surround Back Rechts wurde nicht erkannt, du hast da wohl ein Kabel vergessen!

Damit keine Missverständnisse aufkommen: 6.1-Tonformate wie Dolby Digital EX und DTS:ES werden weiterhin erkannt, decodiert und sinnvoll auf 5.1, 7.1 oder mehr Lautsprecher verteilt. Die Unterstützung der Formate ist weiterhin gegeben. Nur das klassische 6.1-Lautsprecher-Setup kann so nicht mehr befeuert werden.

Das ist nun wirklich schade, aber ich kann diesen Schritt einiger Hersteller durchaus verstehen. Bei der Fülle an Formaten, Decodern, Upmixern, Klangprogrammen und sonstigem Schnickschnack, den ein AV-Receiver heute zu bewältigen hat, musste früher oder später etwas wegfallen. Aus Sicht eines Informatikers bin ich mir sehr sicher, dass ein einzelner Lautsprecher hinten, wo sonst alles paarweise aus 2 Kanälen kommt, den Algorithmen die meisten Ausnahmeregeln eingebrockt hat. Das passiert also nicht aus purer Gemeinheit gegenüber den Kunden, sondern als reine Vorsichtsmaßnahme, um die Stabilität nicht durch etwas zu gefährden, das nicht mal 10% der Anwender nutzen.

Alternativen: 6.1 weiterhin betreiben

Welche Möglichkeiten hast du nun, wenn du 6.1 weiterhin nutzen willst oder du zumindest die Vorteile sehr lieb gewonnen hast?

Als das Einmesssystem meckerte, musste ich mir natürlich sofort einen schnellen Workaround einfallen lassen:

  1. den einzelnen Surround Back Center abklemmen, damit es nichts mehr zu meckern gibt
  2. nach dem Einmessen den Lautsprecher wieder anschließen und die automatisch ermittelte Konfiguration von 5 auf 7 Kanäle umstellen
  3. den Equalizer auf manuell umstellen und die Einstellungen von einem baugleichen Surround-Lautsprecher kopieren, um keine Klangverfärbung im System zu haben

Damit lief das erstmal, womit wir bei Lösung Nummer 1 wären.

1. Den fehlenden Lautsprecher einfach ignorieren

Das hört sich jetzt stümperhaft an, aber es ist tatsächlich eine Lösung. Ich habe den vorhandenen Surround Back Center mit den Signalen von Surround Back Left betrieben, während die Signale von Surround Back Right einfach im Nirvana verpufften (da kein Lautsprecher angeschlossen war).

Kann man machen – und es fällt dir frühestens dann zum ersten Mal auf, wenn du den Dolby-Atmos-Trailer anhörst und der verdammte Vogel um dich rum fliegt. Dann wundert man sich schon, warum der hinten rechts plötzlich mal weg ist.

Im normalen Filmbetrieb oder bei Musik fällt das so gut wie gar nicht auf. Denn erstens weißt du hier nicht, dass du etwas vielleicht nicht hörst, und zweitens geht alles in der allgemeinen Klangkulisse unter. Schön ist das dennoch nicht, weshalb ich es nicht als Dauerlösung vorschlagen möchte.

2. Zwei Lautsprecher übereinander montieren

Ich hatte noch einen älteren Lautsprecher rumstehen und überlegte mir kurzzeitig, diesen einfach über oder unter dem Surround-Back-Lautsprecher zu befestigen. Damit wären beide Kanäle an der selben horizontalen Position zu hören, während der vertikale Unterschied kaum wahrzunehmen wäre.

So geht zumindest nichts verloren. Wichtig wäre es natürlich trotzdem, dass hierfür dauerhaft zwei identische Lautsprecher zum Einsatz kommen.

Trotzdem: allein aus optischen Gründen würde ich diese Lösung nicht in Betracht ziehen – zumal Kosten und Stromverbrauch identisch zu einem ordentlich aufgestellten 7.1-Setup sind.

3. Stereo zu Mono konvertieren

Kommen wir zu einer ernsthaften Lösung. Wir greifen das Signal für die Surround-Back-Kanäle vom Pre-Out des AV-Receivers ab und speisen damit einen Stereo/Mono-Konverter. Dessen Ausgangssignal füttern wir einer externen Endstufe, an der einzig und allein der Surround Back Center hängt.

Damit werden die beiden Surround-Back-Kanäle sauber zu einem einzelnen zusammengefasst – nichts bleibt auf der Strecke. Sicher, die Matrix-Schaltung wäre nicht so flexibel, wie es der AV-Receiver machen könnte, aber das würde schon in Ordnung gehen.

Nachteil dieser Lösung: etwa 30 € für den Konverter und ein noch größerer Betrag für eine externe Endstufe. Außerdem eine etwas komplexere Einrichtung des Systems und die Gefahr, dass du vergisst, die Endstufe einzuschalten und der Kanal dadurch stumm bleibt.

4. Auf 7.1 aufrüsten

Manchmal ist Angriff die beste Verteidigung. Also blicken wir in die Zukunft und akzeptieren wir, dass zwei Surround-Back-Kanäle nun mal der Standard sind. Dafür habe ich mich letztendlich auch entschieden, weil ich halbgare und komplizierte Lösungen wie die vorgenannten nicht mag.

Bleibt das Problem der fehlenden akustischen Mitte. Um das möglichst in Grenzen zu halten, habe ich nicht nur auf gleiche Abstände zwischen den 4 Surround-Lautsprechern geachtet, sondern mich auch an meinen 3 Sitzplätzen orientiert. Die beiden Lautsprecher befinden sich ziemlich genau hinter den beiden seitlichen Plätzen. Auf dem mittleren Platz hört man damit die Stereo-Mitte beider Kanäle, was einer perfekten Mittelposition bei gleichem Signal auf beiden Kanälen entspricht. Auf den seitlichen Plätzen hört man den Lautsprecher hinter sich natürlich wesentlich lauter, was bei gleichen Signalen ganz gut ein “Hinter-mir-Gefühl” erzeugt.

Rückseite des Code Red Heimkinos mit 4 Surround-Lautsprechern.

Damit kann ich leben, auch wenn das vielleicht ein wenig nach Lautsprecher-Overkill aussieht.


Damit verabschiede ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der Ära des Surround Back Centers. Schön war’s, du wirst mir fehlen. Ich denke an dich zurück, wenn Tex seinen Hammer schwingt und ich werde dich nicht vermissen, wenn der olle Flattervogel so weich wie noch nie um mich herum fliegt.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

14 Gedanken zu „6.1 ist tot – Immer weniger AV-Receiver unterstützen einen Surround Back Center

  1. Hallo Bert,

    schöner Abschiedsartikel 😀

    6.1 habe ich nie wirklich genutzt, daher kann ich da nicht so viel zu sagen. Bei mir erfolgte der Wechsel tatsächlich von 5.1 auf 7.1. Die Vorteile, die Du aufzeigst, leuchten aber ein 🙂 Und ich bin auch sehr für Deine letztendliche Lösung, denn mit halbgaren Lösungen habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht 😉

    Dein letztes Bild lässt mich allerdings etwas stutzen. Denn meine beiden Surround back sind deutlich mehr außen als Deine, während meine Surround links und rechts in einem 90° Winkel zu den Sitzplätzen stehen, also daneben. Bei Dir sind sie dahinter – ist das bei Dir aus Platzgründen so gewählt? Die beiden Surround Back etwas mehr in die Mitte zu verschieben, könnte bei mir Sinn machen, wenn ich so drüber nachdenke. Im Moment sind sie auf einer Linie mit den Fronts und hängen über Ohrhöhe. Und verwaschen etwas mit den Surrounds. Könnte nur mit der 2. Sitzreihe etwas ins Gehege kommen, die Lautsprecher bauen nämlich tiefer als Deine (Teufel Ultima 20). Oder wirken Deine XTZ nur so flach?

    Viele Grüße – und ein frohes, gesundes und kinoreiches neues Jahr 🙂

    Marco

    1. Hi Marco,

      die Spirit 6 haben auch so 14 cm Tiefe, wenn ich es gerade richtig weiß. Meine Surrounds hängen etwas zu weit hinten, weil sie noch auf 6.1 abgestimmt sind und ich sie aufgrund der vorhandenen Kabelauslässe nicht weiter vor hängen kann. Außerdem haben sie so noch Sichtkontakt zu allen Sitzplätzen und sie brüllen einem nicht so penetrant ins Ohr.

      Surround Back ist normal so weit hinten, gleiche Abstände auf einem imaginären Kreis. 🙂

  2. In einem THX Surround Sound Speaker Set-Up werden für die SBL+SBR ja nicht grundlos zwei identische direktstrahlende Lautsprecher exakt in der Raummitte der Rückwand “Seite an Seite” positioniert …

      1. Hallo Bert!

        Die Lösung mit den Vorverstärkerausgängen hat funkioniert.

        Bislang habe ich die Höhenkanäle nur mit zwei mittigen LS gefahren. Gestern habe ich zwei Front- und zwei Back Höhenlautsprecher angeschlossen, da der Backsurround ja über einen externen Amp läuft.

        Leider habe ich keine Einstellung gefunden, in der der 2080 alle Boxen ansteuert. Bei “Surround Decoder” wird ein Backsurround Setup gewählt, bei “Surround AI” nur die Höhenkanäle. Backsurround ist ausgegraut. Aber beim YPAO werden alle Boxen angesteuert.
        Kann ich die Endstufen anders zuweisen?

        Beste Grüße
        Michael

        1. Hallo Michael,

          das liegt daran, dass der RX-A2080 ein 9.2-Receiver ist. Mehr als 7.2.2 oder 5.2.4 wird der nicht ausgeben, auch nicht wenn du mehr Lautsprecher über eine externe Endstufe anschließt. Du brauchst den 3080 dafür.

  3. Hallo Bert,
    Bin gerade erst auf das Problem mit 6.1 gestoßen.
    Habe mich länger nicht mit Surround beschäftigt, vor Jahren dafür umso mehr – war bei Philips für Audio-Processing zuständig. Mein letzter Receiver DFR9000 hatte noch 6.1, da war ich für Dolby und DTS zuständig. Zuhause nutzte ich auch 6.1 da die Sitzbank knapp vor dem Fenster steht liegt einen schmaler Back Center auf der Fensterbank.
    Wollte nun nach 15 Jahren wieder neuen Pepp in meine Anlage bringen, habe Denon AVR-X4500H gekauft da der single Backcenter unterstützt.
    Leider habe ich dann im praktischen Einsatz gemerkt dass von hinten nix kommt da dieser Receiver zwar prinzipiell 6.1 unterstützt, aber nicht mit Dolby, nur mit DTS.
    Für 2 SB Lautsprecher habe ich gar keinen Platz. Da der Back Center unmittelbar hinter dem Hörplatz ist und deshalb nur wenig Pegel braucht werde ich die 2 Back Surround Ausgänge passiv über Widerstände mischen (jeweils ca. 3 – 4 Ohm zu den Verstärkerausgängen). Das ergibt dann zwar 1,5 – 2 Ohm Ausgangswiderstand, was abhängig von der Lautsprecherimpedanz zu Verfälschungen im Frequenzgang führt, das sollte aber vom Audyssey Einmesssystem korrigiert werden können. Das ganze funktioniert natürlich nur bei kleinen Lautsprechern die nahe beim Hörer sind und unter 150Hz abgeschnitten sind – große Boxen würde ich so nicht betreiben.
    Melde mich nochmals wenns klappt!
    LG,
    Robert

    1. Hallo Robert,

      wenn Surround Back ohnehin direkt hinter der Hörposition stehen muss, kann ich nur davon abraten, es überhaupt zu versuchen. Das macht mehr kaputt, als es hilft, wenn der Lautsprecher schlecht platziert ist. Solche Experimente an den teuren Geräten würde ich nicht riskieren, wenn von vorneherein klar ist, dass nur eine halbgare Lösung dabei herauskommen kann.

      Aber du scheinst zu wissen, was du tust – von daher: lass krachen. 🙂 Mehr als abschalten kann er ja nicht.

      1. Hallo Bert,

        Funktioniert perfekt, wie erwartet, bin sehr zufrieden.
        Auch wenn der Back Center sehr knapp hinter der Hörposition ist – endlich gute “hinten” Ortung, zwischen Surround li/re war sonst immer ein akustisches Loch.

        Von beiden Back Surround Verstärkerausgängen je 4 Ohm Leistungswiderstande gemeinsamen zum 4 Ohm Back Center.
        Der Verstärker sieht bei genau gegenphasigen Signalen 4 Ohm Last, bei gleichphasigen Signalen 12 Ohm Last und bei Signal nur auf einem Ausgang 6 Ohm. Der Lautsprecher sieht 2 Ohm Quellimpedanz, also nur schlechter Dämpfungsfaktor von 2. Alle Werte natürlich nur ca. da der Lautsprecher keine ohmsche Last ist.

        Da der reale Impedanzverlauf des Lautsprechers stark schwankt hat dies mit 2 Ohm Quellimpedanz natürlich auch Auswirkung auf den Frequenzgang. Am Lautsprecher kommt auch nur ein Teil der Ausgangsspannung bzw. Leistung an.

        Das Ganze ist also nur für sehr nahe und eher kleine Boxen sinnvoll, Einmesssystem kann Frequenzgangverfälschungen kompensieren.

        LG,
        Robert

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