Aktuelle Sound-Referenz:

Deepwater Horizon (2016)

Es ist ja immer so eine Sache mit amerikanischen Heldenfilmen. Deepwater Horizon macht mich nur insofern nachdenklich, als dass ich mich frage, warum kein Heldenfilm über die Leute gedreht wird, die tausende Tiere vom Öl befreit haben. Wahrscheinlich, weil das keiner sehen will. Und mal ehrlich: als Dokumentation, die den Geschehnissen würdig gewesen wäre, hätte Deepwater Horizon wohl nicht funktioniert.

Sound-Referenz: Deepwater Horizon

Wie auch immer, Regisseur Peter Berg hat es hier irgendwie geschafft, ein Drehbuch äußerst spannend zu inszenieren, das jedem, der 2010 ab und zu die Nachrichten eingeschaltet hat, von vorneherein bekannt sein dürfte. Zwar tropft zwischen dem ganzen Bohrschlamm ab und an auch viel Heldenschmalz aus den Rohren — aber trotzdem ist das wohl der beste Bohrinsel-Film, der je gedreht wurde.

Sehr positiv möchte ich erwähnen, auf welche Weise zu Beginn erklärt wird, was die Damen und Herren auf der Plattform eigentlich genau machen. Das nenne ich mal solides Filmhandwerk.

Aber kommen wir zum wichtigsten Teil: nämlich was der ansonsten wenig überraschende Katastrophenfilm tonal zu bieten hat. Glücklicherweise wurde sowohl die englische als auch die deutsche Tonspur in Dolby Atmos auf die Blu-ray gepresst. Was dabei heraus kam, kann locker als aktuelle Referenz in Sachen Ton herhalten — auch für 5.1-Systeme, die nur den Kern in Dolby True HD wiedergeben.

Der Film ist ein einziges Bassgewitter, wie ich es zuletzt bei Battleship (2012) erlebt habe. Allerdings muss man Deepwater Horizon zugute halten, dass der präsente Bass hier nie aufdringlich oder deplatziert wirkt.

Viel wichtiger ist aber, was auf den anderen Kanälen los ist. Es blubbert, knallt und biegt sich Stahl um den Zuschauer herum, dass es eine wahre Freude ist. Bei Deepwater Horizon wird jeder einzelne Kanal beansprucht, wie es sich gehört. Ihr sucht einen Film, mit dem Ihr den Sound Eures Heimkinos demonstrieren könnt? Dann liegt Ihr mit Deepwater Horizon genau richtig.

Das Bild ist eher guter Durchschnitt. Weite Teile des Films bestehen aus Dunkelheit und Feuer, das macht es jetzt nicht gerade einfach. Achtet mal direkt am Anfang darauf, was passiert, wenn der schwarze Hintergrund in die tiefblaue Unterwasseraufnahme übergeht. Da fallen die Farbabstufungen im Verlauf sehr deutlich auf, wie es sonst nur auf stark komprimiertem Videomaterial der Fall ist. Das ist ein klassisches Beispiel, wo HDR Abhilfe bringen dürfte.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

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