Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D

Dolby Atmos & Co. – Status quo der 3D-Tonformate

Seit einiger Zeit haben sich die neuen 3D-Tonformate im Heimkino etabliert. Das bekannteste Tonformat der neuen Generation, Dolby Atmos, ist inzwischen auch im Filmregal keine Seltenheit mehr. Die zusätzlichen Lautsprecher sind vielleicht nicht für jedes Wohnzimmer geeignet, aber doch zumindest für die etwas ambitionierteren Heimkinos.

Foto: Nubert electronic GmbH

Zusammenfassung für schnelle Leser

Neben Dolby Atmos kämpft sich auch das Format DTS:X langsam nach oben. Nachdem DTS auf der Blu-ray mit wenig Vorsprung die Führung eingenommen hatte (auf der DVD war Dolby Digital das führende Format und DTS nur ein gelegentlicher Bonus), hat es bei der Einführung seines 3D-Formats nur gerade so die Kurve gekriegt.

Ganz nebenbei arbeitet sich Auro 3D nach oben, das vielleicht interessanteste Konzept von allen. Höchste Zeit, einen Blick auf den Stand der Dinge zu werfen.

Allen 3D-Tonformaten ist gemein, dass sie abwärtskompatibel sind. Hat man keinen Dolby-Atmos-fähigen AV-Receiver, gibt damit aber eine Atmos-Tonspur wieder, bekommt man die gewohnten 5.1- oder 7.1-Bestandteile zu hören. Es gibt also keinen Grund, die Anschaffung von Filmmaterial in Dolby Atmos zu scheuen. Wenn Ihr es nicht sofort wiedergeben könnt, dann vielleicht irgendwann.

Neue AV-Receiver auf dem Vormarsch

Wer auf 3D-Sound umsteigen will, braucht einen AV-Receiver, der in der Lage ist, die Tonspuren zu dekodieren. Mittlerweile haben alle Hersteller die meisten ihrer aktuellen Modelle mit Unterstützung für Dolby Atmos und DTS:X ausgestattet. Auro 3D wird bisher grundsätzlich nur von Denon und Marantz unterstützt und kostet meist noch einen Aufpreis.

Die 3D-Tonformate sind dabei längst nicht mehr nur Modellen der höheren Preisklasse vorbehalten. Allerdings benötigen die zusätzlichen Lautsprecher auch entsprechend viele Verstärker-Endstufen, und die sind nun mal nicht in den Einsteigermodellen enthalten. Die kleineren Geräte haben oft nur 7 Endstufen an Bord und unterstützen so bestenfalls 5.1.2-Sound, also Dolby Atmos mit 2 Deckenlautsprechern. Wer 7.1.2 / 5.1.4 oder gar 7.1.4 hören will, muss schon tiefer in die Tasche greifen.

Doch man kann beruhigt sagen, dass Dolby Atmos und DTS:X in der Welt der AV-Receiver angekommen und kein teures Bonus-Feature mehr ist.

Lautsprecher an der Decke

Sinn aller 3D-Tonformate ist es, eine zusätzliche Höhenebene in den Sound zu bringen. Wie es immer so schön heißt: damit man noch mehr eingehüllt wird. Letztendlich lassen sich damit aber vor allem auch Effekte von oben realisieren, zum Beispiel Flugzeuge und Helikopter.

Dafür werden mindestens zwei, besser vier zusätzliche Lautsprecher an der Decke benötigt. Hinzu kommt bei Auro 3D — wenn man es denn ganz durchziehen will — ein weiterer Lautsprecher direkt über dem Hörplatz, der sogenannte(n) „Voice of God“.

Das kann ein ganz ordentlicher Installationsaufwand werden, besonders wenn man die Kabelführung bedenkt. Die Einbußen für die Optik des Raums ist auch nicht zu vernachlässigen. Schließlich sollte man hier nicht auf billige Decken-Einbau-Lautsprecher aus dem Baumarkt setzen. Zwar müssen es keine besonders großen Lautsprecher sein, allerdings sollte ein homogenes Klangbild zusammen mit der unteren Ebene entstehen.

Als Alternative gibt es aber auch Aufsatz-Lautsprecher für einen indirekten Sound von der Decke. Diese werden einfach vorne und hinten auf die vorhandenen Lautsprecher aufgesetzt und strahlen schräg nach oben ab. Was immer sie ausgeben, wird von der Decke reflektiert und gelangt so über einen Umweg zum Hörer.

Die Installation wird dadurch wesentlich einfacher und wohnzimmertauglicher. Allerdings handelt es sich dann auch nur um indirekten Sound und keine echte Tonquelle an der Decke. Den Unterschied kann man durchaus heraushören. In meinen Augen ist das nur ein mäßiger Kompromiss, wenn Lautsprecher an der Decke beim besten Willen nicht möglich sind. Mit einem Deckensegel zur Verbesserung der Akustik ist das natürlich auch nicht vereinbar.

Filme in Dolby Atmos

Wer Dolby Atmos hören will, braucht auch entsprechendes Quellmaterial. Wie bei allen neuen Techniken ist das nicht gerade im Überfluss vorhanden. Als Ende der 90er die DVD ihren Durchbruch hatte, wurden nicht sehr viele DVDs produziert, weil kaum jemand einen DVD-Player hatte. Umgekehrt hatte kaum jemand einen DVD-Player, weil es keine DVDs dafür gab. Bei der Einführung der Blu-ray war das nicht viel anders.

Angebot und Nachfrage steigen bei der Einführung neuer Bild- und Tonformate sehr langsam. Das ist komisch, wenn man bedenkt, wie schnell ein neues Smartphone oder eine Spielekonsole für Unsummen gekauft wird. Aber bei DVDs und Blu-rays gibt es eben viele verschiedene Anbieter und technische Standards. Da will niemand so richtig der erste sein.

Will man als Verbraucher einer der ersten sein, der eine neue Technik wie Dolby Atmos in seinem Kino einsetzt, endet das zwangsläufig in der folgenden Situation:

  • Man kauft Filme, die man eigentlich gar nicht so gut findet, nur weil sie eine Tonspur in Dolby Atmos haben.
  • Man sieht sich diese Filme überdurchschnittlich oft an, weil man ja sein schönes, neues und cooles Dolby-Atmos-Kino auch als solches nutzen will.

Ich finde keine dieser beiden Tatsachen erstrebenswert. Doch zum Glück steht die Produktion nicht still und es gibt inzwischen eine beträchtliche Auswahl an Filmen in Dolby Atmos. Auch DTS:X ist inzwischen gelegentlich vertreten. Und obwohl man kaum damit rechnen durfte, sind sogar schon ein paar wenige Filme in Auro 3D aufgetaucht.

Die Qualität ist teilweise mangelhaft

Dennoch gibt es nach wie vor gewisse Probleme mit der Durchsetzung von Dolby Atmos. Wie das immer so ist, wird der deutsche Markt etwas vernachlässigt. Häufig bekommt nur der englische Originalton eine Dolby-Atmos-Tonspur spendiert, während die synchronisierte Fassung mit 5.1 auskommen muss. Wenn wir Glück haben, bekommen wir wenigstens DTS-HD Master Audio.

Weitaus gravierender finde ich aber, dass die Dolby-Atmos-Abmischungen oft nicht viel taugen. Die zusätzlichen Höhenkanäle werden häufig nicht richtig genutzt. Effekte, die eindeutig nach oben gehören, bleiben an der unteren Ebene kleben, während von der Decke bestenfalls allgemeine Hintergrundgeräusche zu hören sind. Es gibt gute und schlecht abgemischte Filme — aber die Zahl der letzten Gruppe ist verhältnismäßig groß. Das ist schon ein Armutszeugnis für die neue Technik.

Als wunderbare Quelle für Bewertungen der aktuellen Filme mit 3D-Tonformaten möchte ich Euch an dieser Stelle blu-ray-rezensionen.net empfehlen. Hier findet Ihr sehr ausführliche Rezensionen der neuesten Filme, sowohl was den 3D-Ton angeht, als auch UHD-Scheiben. Das hilft ungemein bei der Kaufentscheidung.

Upmixer: 3D-Sound für alle Filme

Von einem Mangel an Quellmaterial mit Dolby Atmos kann man also nicht mehr sprechen. Aber auch für ältere Filme und neues Material in klassischem 5.1 haben die vielen Lautsprecher einen Nutzen. AV-Receiver nutzen die zusätzlichen Kanäle, um auch alle bisherigen Tonquellen nach oben zu erweitern.

Surround-Decoder und DSP-Programme sorgen schon seit Jahren dafür, dass Stereo-Quellen auch auf mehr als zwei Lautsprechern wiedergegeben werden können.

Bei Surround-Decodern werden tatsächlich Signale aus den vorhandenen Kanälen herausgefiltert und auf zusätzliche Kanäle verteilt. Bei den DSP-Programmen findet hingehen eine Manipulation der vorhandenen Klanginformationen statt, zum Beispiel durch das Hinzufügen von minimalen Echos oder Verzögerungen, um so bestimmte räumliche Gegebenheiten zu simulieren.

Beides kommt in erweiterter Form auch bei den neuen 3D-Tonformaten zum Einsatz. Man könnte sagen, es wird jetzt nur nicht mehr von Stereo zu Surround erweitert, sondern von Surround nach oben.

Allen voran muss man hier Auro 3D erwähnen, das mit Auro-Matic® einen sehr leistungsfähigen und für alle Quellen interessanten Upmixer mitbringt — angefangen bei alten Mono-Aufnahmen. Das funktioniert nicht nur für Filme, sondern auch für Musik ausgesprochen gut.

Man braucht also nicht zwingend Quellen in Dolby Atmos oder Auro 3D, um etwas von oben zu hören. Aktuelle AV-Receiver sorgen dafür, dass die Deckenlautsprecher nie ungenutzt herumhängen.

Upmixer vollbringen keine Wunder

Eine weit verbreitete Fehlannahme ist dabei allerdings, die Geräte könnten aus herkömmlichen 5.1-Quellen tatsächlich Geräusche extrahieren und an der Decke wiedergeben, wenn sie sinngemäß dort hin gehörten. Flugzeuge kommen aber noch lange nicht von oben, nur weil ein Upmixer aktiv ist. Die herkömmlichen Tonformate enthalten keinerlei Informationen darüber, aus welcher Höhe ein Geräusch kommt, noch können sie wissen, was ein Geräusch ist. Es sind einfach nur fertig gemixte Kanäle.

Daher kann ein Upmixer nicht entscheiden, ob es sich bei irgend einem Ton um ein Flugzeug handelt und — selbst wenn er das könnte — ob sich dieses tatsächlich gerade im Überflug befindet oder frontal auf der Leinwand. Dahingehende Versuche würden in zu vielen Fehlinterpretationen enden.

Besonders gut wirken Upmixer hingegen bei Konzerten und musiklastigen Filmen. Hier gewinnt der Klang erheblich an Räumlichkeit. Konzertsäle und Hallen wirken so viel realistischer. Teilweise gewinnen Upmixer hier sogar deutlich gegenüber nativen Dolby-Atmos-Tonspuren.

Ist es Zeit für Dolby Atmos im Heimkino?

Mittlerweile kann man sagen, dass Dolby Atmos und DTS:X eine gute Aufwertung für viele Heimkinos darstellen. Die Wogen haben sich geglättet und technisch ist alles weitestgehend in die richtige Spur gebracht. Ein guter Zeitpunkt, um mit den 3D-Tonformaten durchzustarten.

Ob sich die Anschaffung oder Aufrüstung lohnt, hängt im Wesentlichen vom verfügbaren Raum ab. Gerade viele Heimkino-Einsteiger haben noch nicht mal die Möglichkeit, ein 5.1-System richtig aufzustellen. In so einem Fall gibt es günstigere und wichtigere Maßnahmen, eine Verbesserung zu erzielen.


Ist Dolby Atmos in meinem Heimkino sinnvoll oder rausgeschmissenes Geld?
die individuelle Beratung von Heimkino Praxis hilft weiter


In vielen Fällen werden 2 Deckenlautsprecher genügen müssen. Für eine volle Konfiguration mit 4 Deckenlautsprechern braucht man schon richtig Platz. Ich persönlich würde an der Decke nicht auf 4 Lautsprecher aufstocken, bevor in der unteren Ebene nicht alle 7 Kanäle abgedeckt sind. Man muss bedenken, dass es reichlich ältere Filme mit 7.1- oder 6.1-Sound gibt, die die Surround-Back-Kanäle nativ bespielen können, während für die Höhenkanäle nicht so viel Material verfügbar ist.

Relativ schwierig — und daher oft wenig lohnend — ist Dolby Atmos in Räumen mit Dachschräge. Wenn wenigstens zwei Deckenlautsprecher gut platziert werden können, kann das bestens funktionieren. Vier Höhenkanäle werden aber in den seltensten Fällen möglich sein. Auch und gerade die als so einfach beworbenen Aufsatz-Lautsprecher liefern hier oft kein brauchbares Ergebnis, da die Dachschrägen die Reflexionen in völlig falsche Richtungen leiten.

Aber wenn diese Einschränkungen bei Euch nicht zutreffen, steht einem kleinen Update des Heimkinos nichts im Weg. Dolby Atmos wird längst nicht mehr stiefmütterlich behandelt. Wir sind auf einem guten Weg für eine noch breitere Unterstützung in naher Zukunft.

Kurz zusammengefasst

  • Die neuen 3D-Tonformate Dolby Atmos und DTS:X sind im Heimkino angekommen. Auro 3D bleibt vorerst ein schöner Bonus für besondere Wünsche.
  • Mittlerweile bieten alle AV-Receiver ab dem mittleren Preissegment Unterstützung für die beiden wichtigsten Formate. Die gewünschte Lautsprecher-Konfiguration sollte wohl überlegt sein, damit der Receiver über genug Endstufen verfügt.
  • Die meisten Hersteller bieten mittlerweile spezielle Lautsprecher für die Deckenmontage oder kompatible Modelle an. Auch Aufsatz-Lautsprecher für Deckenreflexion sind keine Seltenheit, der Effekt ist jedoch zweitklassig.
  • Filme in Dolby-Atmos-Abmischung sind mittlerweile ausreichend verfügbar. Leider gibt es oft keine deutsche Tonspur oder die Abmischung ist mangelhaft.
  • Die in den AV-Receivern integrierten Upmixer stellen eine gute Aufwertung für Filme mit klassischem 5.1 Ton dar, aber auch für Musik und Konzerte.
  • Eine Erweiterung des eigenen Heimkinos auf Dolby Atmos kann man bedenkenlos empfehlen. Eine sinnvolle Anordnung der Lautsprecher ist jedoch unbedingt erforderlich.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

50 Gedanken zu „Dolby Atmos & Co. – Status quo der 3D-Tonformate

  1. So weit ich weiß bringen die 3D Formate ja auch Vorteile für vorhandene 5.1 und 7.1 System (wenn man den Receiver austauscht). Zumindest theoretisch könnte ich mir vorstellen das ein Receiver mit den Positionsdaten eines Geräuschs und den setupspezifischen Informationen die er über das außmessen per Mikrofon hat ein besseres Ergebnis liefern kann als ohne.

    Bei DTS:X, wo angeblich eine spezielle Dialogspur existiert, hätte man tatsächlich einen Vorteil weil man die Dialoge unabhängig lauter und leiser machen kann.

    Allerdings sehe ich im Moment auch noch nicht den Drang mir deshalb einen neuen Receiver zuzulegen.

  2. Mir sind bereits Berichte untergekommen, in denen beschrieben steht, daß gerade DTS:X auch über ein Atmossetup vernünftig laufen wird.

    Auf DTS:X baut Auro zukünftig auf.

    Wer also ein Atmossetup an die Decke nagelt, macht mit D&M Receivern, die alle 3 Formate beherrschen, nichts falsch.

    Den/die Artikel suche ich gerne nochmal raus.

    Die älteren Receiver sind daher die falsche Wahl, die aktuelle Generation sollte alles meistern können (Marantz SR7010 und höher, Denon AVR-X6200 und höher)

    Solange die Receiver alle 3 Formate beherrschen, sollte nichts schief gehen, sofern die Artikel nicht gelogen haben. Und DAS wage ich zu bezweifeln.

    VG

    Marcel Kuhn

  3. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie der Großteil von Leuten sagten “ wer braucht schon so große Fernseher bei sich zu Hause “ Das ist noch gar nicht so lange her. Mittlerweile ist 55″ schon fast Standard.
    Bei den Soundformaten ist es ähnlich, nur es braucht mehr Zeit. Erst wenn die kostengünstigeren AVR’s serienmäßig mit Atmos und Co. ausgeliefert werden, steigt die Nachfrage nach dem entsprechenden Tonmaterial. Das war damals bei der Einführung von Dolby Surround auch so. Anfangs wollte sich auch niemand Lautsprecher in die „Ecke“ stellen : )
    Für mich ist es auf jeden Fall eine Bereicherung, obwohl ich bis jetzt nur Atmos nutzen kann, da mein AuroUpdate erst im März kommt.
    Wer jetzt gerade dabei ist, ein Heimkino zu planen, sollte zumindest Deckenlautsprecher ( bzw. die Verkabelung dafür ) in seine Planung mit aufnehmen.
    Gruß, Uwe

  4. Moin in die Runde,
    mein Denon AVR-X7200WA hat heute das DTS-X Update bekommen.
    Somit stehen mir jetzt Dolby Atmosphäre, DTS-X und Auro3D zur Verfügung.
    Ich muss sagen, dass der Dolby Sound mit passender Spur gut ist.
    DTS-X mit passender Spur ist auch gut.
    Auro3D über zeigt jedoch am stärksten.
    Die Upmixer von DD und DTS sind okay, wobei mir bei DTS-Neural:X der Bass fehlt.
    Auch hier Punktet Auro3D immens und ich nutze nur noch Auro3D.
    Es ist eine super Erfahrung und man möchte diesen Sound nicht mehr missen.

    Gruß aus Hamburg
    Dennis

    1. Mein Update für Auro 3D waren leider knappe 150 fehlinvestierte Euro.

      Ich nutze den Marantz SR 7010 und Auro schaufelte mir nein zunächst eingestelltes Setup durcheinander.

      Nach neuer Einmessung waren die Rearkanäle zu leise.

      Also Auro wieder stumpf deaktiviert, neue Einmessung und alles Klingt wieder wie vorher.

      Mein Fazit: DTS:X arbeitet besser als Atmos, macht Auro aber auch komplett überflüssig.

      Musik gehört weiterhin in Stereo gespielt, da konnte auch das ach so gute Auro nix dran ändern.

      Zukünftig werden die Tonspüren zeigen, wer es besser daufhat.

      Beim Upmix gewinnt definitiv DTS.

  5. Ich bin auf Hilfe angewiesen… Ich wohne in einem denkmalgeschütztem Haus und somit verbieten sich Deckenlautsprecher. Derzeit habe ich einen AR Denon 1912, den blu-ray Cambridge azur 752 und von Teufel die Theaterboxen. Jetzt möchte ich die Boxen alle rausschmeißen und mir die YSP-5600 von Yamaha holen. Ich habe sie schon probehören können und es passt hervorragend. Nun weiß ich aber nicht, ob ich noch meinen AV benötige. Der YSP hat ja alles was ein AV auch hat inkl. Atmos und dts:x. Was ist wenn die Frau einfach nur mal Radio hören will. Ist es wirklich so einfach YSP-TV-Zuspieler aus , das war´s? LG Torsten

    1. Das ist so einfach, ja. 🙂

      Ob der YSP-5600 allerdings normale Radiosender empfangen kann, ist jetzt auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Am besten lädst Du Dir bei Yamaha mal die Bedienungsanleitung runter und schaust nach, wie (und ob) man Radio empfangen kann.

  6. Hallo Zusammen,

    ich habe letzten Sommer auf anraten eines Media Markt Mitarbeiters den Pioneer VSX 831 und ein Canton Movie 60 5.1 Set gekauft . Nun habe ich festgestellt, dass der Receiver wahrscheinlich nie ein Update auf Dolby Atmos, DTS X oder Auro 3D erhalten wird. Mein Wohnzimmer ist ca. 12qm groß. Ich bin am überlegen auf einen VSX 1131 oder den Denon 2300 umzusteigen. Lohnt sich das bei der Wohnzimmer größe? Ist die neue Technik Zukunftssicher? Oder lieber behalten und Tee trinken.

    1. So lange Du nicht wirklich auf Dolby Atmos & Co. erweitern willst, ist es überflüssig, einen anderen Receiver zu kaufen. Bis es wirklich so weit ist, gibt es schon wieder andere Technik. Hinzu kommt auch, dass Atmos bei 12 m² wirklich schon grenzwertig ist. Zwei Deckenlautsprecher sind da eigentlich schon das höchste der Gefühle — und das auch nur, wenn die restlichen Lautsprecher sehr gut aufgestellt sind.

  7. Hallo Bert,

    Frohes Neues fürs erste und danke für die schnelle Antwort.

    Die Lautsprecher sind eben nicht 100% aufgestellt, sondern eher so wie es passt. Die Bücherschränke von meiner Freundin sind da im Weg und lässt sich nicht ändern.

  8. Hallo zusammen,
    habe in den letzten Tagen meine komplette Heimkinoanlage auf 4K und Dolby Atmos umgestellt.
    Fire TV 4K, Panasonic 900 UHD-Player, Technisat UHD SAT-Receiver und Onkyo 3100 AV Receiver, Samsung 70“ 4K TV. Software ist ja noch sehr teuer bzw. habe schon mehrere Fehlkäufe gehabt weil die Beschreibung bei amazon oder auf der 4K Hülle leider nicht stimmt.
    Jetzt meine Frage: Youtube in 4 K der Hammer und absolut kein Problem – aber was mache ich mit dem Dolby Atmos Ton der leider nicht kommt. Weder auf dem UHD-Player Panasonic und Technisat noch auf dem 4K Fire TV.

    Hat jemand einen Vorschlag?

    Herzliche audiophile Grüße

      1. Hier mal ein Link von Youtube in 4 K und Dolby Atmos:

        https://www.youtube.com/watch?v=qJA2U-YMvkk&list=PLyPxhxOqfFsW6mLBnpIX9dcAbgQred9bR&index=3

        Es wird aber egal von welchem Gerät abgespielt am Onkyo 3100 nur 2 Kanal Surround angezeigt.

        PS: Natürlich ist der Ton toll – aber noch nicht Dolby Atmos!!!
        Youtube und dann 4 K einfach mal stöbern – genial!

        Bleibe weiter am Ball und freuen mich auf Gleichgesinnte.

        Herzliche audiophile Grüße und vielen Dank für die schnelle Antwort

        1. Um das mal aufzuklären: YouTube wird Dir niemals Dolby Atmos ausgeben. Nur weil in diesem (offiziellen) Demo-Trailer „Atmos“ zu lesen ist, heißt das ja nicht, dass der Ton so codiert ist. Von YouTube kann immer nur Stereo kommen. Das hat technische Hintergründe und liegt zuallererst daran, dass noch kein Browser Tonformate größer als Stereo unterstützt.

          Der gezeigte Trailer ist die offizielle, ausführliche Dolby Atmos Demo und kann bei Demo World heruntergeladen werden. Dort hat der Film wirklich Atmos-Ton. Du benötigst dann aber immer noch einen Player, der diesen auch erkennt und unverändert an den Receiver weiter gibt. Am besten auf einen USB-Stick ziehen und direkt in den Blu-ray Player stecken, das hat die meiste Aussicht auf Erfolg.

          1. Vielen Dank für die Auskunft – hätte mich sonst noch Stunden mit dem Thema beschäftigt!!!

            Herzliche audiophile Grüße

  9. Hab mal eine Frage zu Auro.

    Ich habe folgende Höhenlautsprecher 4x S2 XTZ

    Diese sind von der Form her asymmetrisch.
    Der Abstrahlwinkel beträgt bei Hight Montage vorn etwa 30° nach unten und 10° nach innen.
    Vorne ist es optimal.

    Für hinten habe ich mir für die Deckenmontage entschieden. (wegen Dachschräge)
    Wobei diesmal auch wieder die konstruktionsbedingte Neigung zum tragen kommt.

    Meine Frage nun.
    Hat jemand Erfahrung mit einer solchen Konfiguration?
    Lohnt ein Auro 3D Update?

    Dolby Atmos und DTS X fand ich bisher sehr gut, obwohl ich mich nicht an die Vorgabe gehalten habe.

    Gruß
    Marius

    1. Hallo Marius,

      dieser Artikel ist inzwischen zwar schon etwas älter, aber eine Sache hat sich nach wie vor nicht geändert: Es gibt keinen einzigen nennenswerten Film mit echtem Auro-3D-Ton. Wenn Du durch ein Auro-Update allerdings den Auromatic-Upmixer bekommen würdest, kann das durchaus eine große Verbesserung sein — der soll nämlich nach wie vor einer der besten Upmixer für die Höhenkanäle sein.

      Die „echten“ Vorgaben für Auro 3D einzuhalten, ist ohnehin sehr schwierig. Auro ist nur bedingt mit Dolby Atmos und DTS:X kompatibel. Außerdem sind „nur“ 4 Deckenlautsprecher für Auro eigentlich auch zu wenig (bzw. absolutes Minimum). Letztendlich ist es doch so: Willst Du Dich an ein System anpassen, für das es keinen nativen Content in Form von Filmen gibt, oder lieber an zwei Systeme, für die es aktuell schon einiges zu kaufen gibt? Also mir würde die Wahl da nicht schwer fallen.

      Ich vermute nach wie vor, dass Auro 3D ein Nischendasein fristen wird und eher mal im Bereich von Natur-Dokumentationen und Musikveröffentlichungen eine Rollen spielen könnte. Und auch das nur für Leute, die zu viel Geld für Lautsprecher übrig haben.

      1. Ja es ging mir Hauptsächlich um den Upmixer. Es gibt einfach kein Vergleich zwischen DTS neutral X und Auromatic. Immer nur zwischen Atmos und Auro. Der Unterschied ist natürlich gewaltig.

  10. Hallo Bert,
    ich bin dabei, mir ein Atmos System zusammenzustellen. Vorhanden ist der Denon X3300 als FS Die Elac FS-127 und ein XTZ Sub 12.17.

    Eine Raumskizze kann ich dir gerne zukommenlassen.
    Ich hätte gern eine Empfehlung für Rear LS, Center und welche für die Deckenmontage (können nicht IN die Decke montiert werden).
    Im Blick waren bisher die XTZ S2 oder die Canton GLE 416 (beide für die Decke).

    Mit freundlichen Grüßen
    Nico

  11. Hallo Bert!

    Eine Anmerkung zum Thema Abwärtskompatibilität: Auf der Bluray von Mission Impossible: Rogue Nation ist die englische Atmos-Tonspur enthalten. Ich bin vor einiger Zeit dazu übergangen, Filme möglichst in der Originalsprache anzusehen, sofern ich die verstehe 😉 Daher habe ich den mit meinem (damals noch) 5.1-Setup angeschaut und es gab da regelmäßige Unterbrechungen, was ich auf die Atmos-Spur zurückführe, weil das in der deutschen 5.1-Tonspur keine Probleme machte.

    Da mein Anfang 2016 erworbener Receiver Atmos und DTS:X kann, liebäugele ich mit der neuen Technik, warte aber noch auf was brauchbares vom Berliner Hersteller meiner anderen Boxen. Da sind bisher nur die Reflektionsversionen erhältlich, was für mich nicht in Frage kommt wegen Akustikmaßnahmen an der Decke.

    Danke auf jeden Fall wieder für den informativen Artikel 🙂

    Gruß,
    Marco

    1. Hallo Marco,

      das Problem mit den Tonaussetzern kommt möglicherweise vom HDMI-Kabel.

      Alternativ kannst Du mal schauen, ob der Player die Bitrate herunter rechnen kann. Da könnte es irgend eine Einstellung geben, wo Du zwischen 48 / 96 / 192 kbit/s wählen kannst. Ist keine Garantie, aber einen Versuch ist es wert.

      1. Nabend Bert!

        Kabel habe ich heute ausgetauscht, auch mit den Bitraten habe ich getestet. Leider immer noch das gleiche Problem. Hm. Ich könnte noch einen anderen Eingang am Receiver versuchen, aber ansonsten fällt mir da nicht mehr viel ein. Höchstens noch bei LG und Denon nachzufragen, ob denen das schon mal untergekommen ist.

        Viele Grüße,
        Marco

        1. Ja, das ist dann wohl der letzte Ausweg. Als dritten „Verdächtigen“ kannst Du noch die Blu-ray beschuldigen. Manchmal sind die auch grottig codiert, so dass manche Player nicht mehr damit klar kommen.

          1. Habe das jetzt auch noch mit „San Andreas“ ausprobiert, liegt also zumindest nicht nur an der Mission Impossible Scheibe. Naja, ich werd das die Tage noch mal umstellen um den Eingang auszuschließen. Mal sehen, ob es was bringt, aber große Hoffnung habe ich nicht.

  12. Hallo,

    ich benötige dringend Hilfe, komme einfach nicht mehr klar!+

    Also:

    Ich habe ein AV Receiver „Marantz 6011“

    Lautsprecher: Klipsch R 15 M (Gesamt 6 Stück) / Center Klipsch R 25 C / 2 mal Subwoofer Klipsch R 10 SW

    dazu noch 2 Dolby Atmos Lautsprecher von Onkyo SKH 410

    GESAMT eine 7.2.2 Heimkinoanlage

    4 K Player ist von Samsung UBD K8500/EN

    HDMI Kabel sind :KabelDirekt 1,5m HDMI Kabel / kompatibel mit HDMI 2.0a/b, 2.0, 1.4a (Ultra HD, 4K, 3D, Full HD, 1080p, HDR, ARC, Highspeed mit Ethernet)

    So jetzt mein Problem:

    Laut 4 k player kann ich Dolby Atmos hören / schauen.

    Aber es erkennt nur

    Stereo / Dolby Digital / Dolby Digital + Dolby Surround / Dolby Digital + Neural:X / Multi Ch Stereo / Virtual

    von Dolby Atmos und DTS:X fehlt jede Spur.

    Woran kann das liegen, bitte dringend um Rat.

    Vielen Dank im vorraus!

    Liebe Grüße aus Hamburg

    1. Hallo Azad,

      welchen Film legst Du denn ein, um Dolby Atmos zu hören?

      Bei Filmen, die nur normalen 5.1-Sound haben, musst Du meines Wissens nach „Dolby Digital + Dolby Surround“ oder „Dolby Digital + Neural:X“ einstellen, damit die Deckenlautsprecher mit genutzt werden. Dazu sollte Dir aber die Bedienungsanleitung mehr Infos geben können.

  13. Hallo, wenn man einen Av Receiver mit Dolby Atmos hat, aber nur ein 7.1 Lautstprechersystem hat, kann der Receiver das Dolby Atmos Signal auf den vorhandenen Lautsprecher wiedergeben ? Was passiert mit den Tönen die aus den Deckenlautsprechern kommen sind diese weg oder werden diese über die anderen Lautsprecher wiedergegeben ? Sollte bei wiedergabe von Blue rays dann beim Av Receiver Dolby Atmos gewählt werden oder zb Dolby HD ? Was klingt besser ?

    1. Hallo Ralf,

      der Receiver regelt das, dass nichts verloren geht. Wenn alles richtig eingestellt ist, mischt er die Deckenkanäle mit unter die tatsächlich vorhandenen Lautsprecher.

      Bezüglich den Tonformaten auf der Blu-ray musst Du Dir keine Gedanken machen, weil bis auf wenige Ausnahmen jede Sprache sowieso nur in einem Format vorliegt. Wenn Du gerne O-Ton hörst, bist Du damit aber sehr oft besser beraten.

  14. Eine Frage was ist der Unterschied zwischen neutral x und dsp Standard ?

    1. Was genau macht neutral x nicht mehr was dsp Standard macht oder umgekehrt.

    2. Die Frage bezieht sich darauf den besten Ton aus meiner 5.1.2 Anlage zu bekommen bei Blu Ray schauen bei denen verschiedene Tonspur drauf sein kann , einmal 5.1 Dolby digital , einmal 7.1 Dolby digital , einmal dts , dts hd, Atmos , usw..

    3. Welche dsp Einstellung ist wo zu bevorzugen? Stimmt es das neutral x besser bei den Atmos Lautsprechern ist ?
    Würde mich freuen wenn mir jemand die 3 fragen dazu beantworten könnte . Besonders die Nummer 1 , dann könnte ich mir selber einen Reim darauf machen .
    Danke

    In der Bedienungsanleitung steht folgendes .

    Standard :
    Dieses Programm erzeugt ein Schallfeld , das den Surround Effekt hervorhebt ,ohne die ursprüngliche akustische Ausrichtung von Mehrkanal Audiosystemen wie Dolby digital und dts zu beeinflussen . Es wurde nach dem Vorbild eines idealen Kinosaals konzipiert, in dem für die Zuhörer von links , von rechts und von hinten ein beeindruckender Nachhall entsteht .

    Neutral X :
    Verwendet den für alle Quellen geeigneten Dolby Surround dekoder .es entsteht ein echter akustischer Raum ( sogar über Kopf) insbesondere bei der Wiedergabe von objektbasiertem Audio ( wie Dolby Atmos Inhalten )
    Darunter steht aber bei neutral x in Ausrufezeichen :
    Bei gewählten Neutral X Dekoder ist die virtuelle Surround Verarbeitung ( wie Virtual Cinema Front) ,YPAO Volume,dialogpegel, extra Bass,oder Compressor Music enhancer nicht aktiv.

    Bitte nicht sagen jetzt es steht doch alles drin , es geht mir um die Antwort die nicht drin steht , und zwar ich verstehe nicht genau was damit gemeint ist , ist bei Virtual Cinema Front damit gemeint meine komplette einmessung über YPAO wird ignoriert oder wird meine 5.1.2 anlange nicht mehr Virtual auf 7.1.2 aufgerechnet also simuliert. Wenn ich recht habe auf was würdet ihr dann eher verzichten?
    Ich hoffe ich habe meine problematisch Situation erklärt.
    Und bedient dsp Standard überhaupt meine Atmos Aufsatzlautsprecher richtig oder macht das nur neutral x ?

    1. Hallo Markus,

      das ist nicht ganz einfach zu erklären, weil das Thema sehr vielschichtig ist. Ich versuch’s mal.

      Grundsätzlich wird Deine YPAO-Einmessung niemals ignoriert, außer Du aktivierst Pure Direct. Die gemessenen Werte werden ansonsten immer berücksichtigt, und zwar am Ende der Kette digitaler Überarbeitungen des Sounds.

      Man muss zunächst zwischen Decodern und DSP-Programmen unterscheiden:

      • Decoder entnehmen aus einem Signal Informationen, die man sonst nicht hören könnte, und erzeugen daraus ein erweitertes Signal. Hierzu gehören Dolby Surround und Dolby ProLogic um aus 2 Kanälen 4 bzw. 5 zu machen, aber zum Beispiel auch Dolby Digital EX zur Berechnung eines Back-Centers aus 2 Surround-Kanälen.
      • DSP-Programme verwenden die Original-Quelle oder ein decodiertes Signal und erweitern dieses mit Hilfe von bestimmten Filtern. Die Stärke der Filter und insbesondere die Verzögerungszeiten können meistens angepasst und der Effekt so verstärkt werden. DSP-Programme simulieren damit den Klang in bestimmten Umgebungen, zum Beispiel Konzertsälen oder Clubs

      Jeder Hersteller geht dabei etwas anders vor. Alle können ihre DSP-Programme grundsätzlich auf ein 5.1-Setup anwenden. Viele Hersteller ermöglichen aber auch eine Verbesserung des Effekts durch zusätzliche Lautsprecher, die von den ursprünglichen Tonformaten gar nicht vorgesehen sind. Bei Yamaha heißen die zum Beispiel Front Precense, bei anderen Front Height oder Front Wide. Mit AVRs, die Dolby Atmos und DTS:X unterstützen, sind diese Lautsprecher weitestgehend überflüssig geworden. Sie nutzen für die DSP-Programme einfach die Höhenlautsprecher für Atmos & Co. mit, 2 oder 4 an der Zahl. Damit können sie ihre erweiterten Klangfelder genauso gut erzeugen.

      Wenn Du jetzt eine 5.1- oder 7.1-Quelle abspielst, solltest Du auch aus den Deckenlautsprechern (bzw. Aufsatzlautsprechern) etwas hören, sofern ein DSP-Programm aktiv ist (zum Beispiel Adventure). Wenn Du hingegen Standard, Straight oder Surround Decoder einstellst, dürfte da nichts oder zumindest nicht viel raus kommen. Was da genau passiert, ist alles nur Spekulation, da die Algorithmen nicht offen liegen und die Beschreibungen in der Anleitung sehr blumig sind.

      Die seit der Einführung von 3D-Sound häufig zitierten „Upmixer“ sind im Endeffekt auch nichts anderes als DSP-Programme. Dazu gehört DTS Neural X oder auch das beliebte AuroMatic für Auro-3D-fähige AVRs. Diese DSPs sind voll darauf ausgelegt, die zusätzlichen Höhenlautsprecher trotz älterer Tonformate sehr präsent zu nutzen, damit man auch was hat von seinen 7 oder mehr Lautsprechern.

      Für Quellen mit 3D-Sound heißt das: zuerst springt der Decoder an und holt die tatsächlichen Klänge für die Deckenkanäle raus. Je nach Einstellung rennt dann noch ein DSP-Programm drüber und lässt das wie im Batcave klingen.

      Für klassische 5.1-Quellen bedeutet es: entweder wird alles weitestgehend unverändert ausgegeben, oder ein DSP ist aktiv und macht unter zusätzlicher Verwendung der Deckenlautsprecher eine Batcave draus. So können natürlich keine Effekte von oben zustande kommen, weil die Information „das hier bitte von oben“ fehlt. Aber ein künstlich errechneter Nachhall und meist weitaus kompliziertere Algorithmen platzieren nach bestem Wissen und Gewissen einige Klänge verstärkt nach oben.

      Jetzt willst Du wissen, was die beste Einstellung für Dich ist. Das ist ganz einfach: diejenige, die Dir am besten gefällt! Manche bevorzugen puren Klang und wollen nur das hören, was das jeweilige Tonformat tatsächlich bietet. Also stellen sie alles auf Standard und bekommen dann eben 5.1 oder 7.1 zu hören und die Höhenkanäle laufen nur mit, wenn wirklich eine Atmos-Quelle anliegt. Andere wollen so oft wie möglich komplett vom Sound eingehüllt sein und aktivieren daher einen Upmixer bzw. ein DSP-Programm, das ihnen gefällt. So laufen die teuren Deckenlautsprecher in jedem Fall mit.

      Mit aktiviertem DSP besteht aber auch die Möglichkeit, eine ziemliche Klang-Matsche zu bekommen. Das ist der Kritikpunkt der Puristen. Weniger ist manchmal mehr. Wo tatsächlich was raus kommt, siehst Du ja am AVR an der Anzeige der aktiven Lautsprecher.

      Ich persönlich habe so ein kleines Problem mit den DSP-Programmen, weil sie eine dritte Rauminformation in den Klang einbringen: 1. ist der Film selbst mit einem gewissen Hall versehen, um einen Raum zu simulieren, 2. trägt die Akustik in meinem Kinoraum noch etwas auf, und jetzt soll 3. das DSP noch einen völlig anderen Raum darin simulieren. Das ist ein bisschen viel des Guten. Andererseits würde ich meine Deckenlautsprecher auch möglichst oft mitlaufen lassen wollen. Deshalb würde ich mich immer für einen möglichst neutralen Upmixer entscheiden, der zwar Informationen sinnvoll nach oben rechnet (und damit mehr wie ein Decoder arbeitet als wie ein DSP), aber keinen unnötigen Hall produziert, der nur das Klangbild verwäscht. Und da solltest Du mit DTS Neural X gut beraten sein. Probier’s aus.

  15. Bis zu welcher Raumgröße macht ein 5.1.2 System Sinn. Überlege meine Canton GLE mit 2 AR 500 als Auflageboxen zu erweitern. Frage ist ob das für den Wow-Effekt reicht. Der Raum ist 25qm groß.

    1. Die Frage müsste eher heißen: „Ab welcher Raumgröße ist 5.1.2 sinnvoll?“ Je größer der Raum, desto mehr Kanäle sind sinnvoll. Kleine Räume sind eine Einschränkung. Bei weniger als 3 Metern Breite wird zum Beispiel eine 7.1-Aufstellung zunehmend überflüssig. Der Grund dafür ist der, dass die Lautsprecher in kleineren Räumen immer näher zusammen rücken und so fast schon aufeinander kleben. Wenn man zwar zwei verschiedene Kanäle hat, diese aber mit nur einem halben Meter Abstand oder so fast aus der selben Richtung kommen, kann man sich je einen davon auch sparen. Der Zugewinn rechtfertigt nicht mehr die zusätzlichen Lautsprecher, Kabel und Endstufen.

      Bei 5.1.2 ist es so, dass ja eine zusätzliche Klangebene eröffnet wird. Daher ist hier wieder ein erheblicher Zugewinn zu verzeichnen, egal wie groß der Raum ist. Wichtig bei Aufsatzlautsprechern ist nur, dass die Decke gerade ist (keine Dachschräge) und ausreichend reflektiert (kein Deckensegel bzw. Absorber). Anders sieht es erst aus, wenn es darum geht, ob 5.1.2 oder 5.1.4 installiert werden soll. Für 5.1.4 muss der Raum schon eine ordentliche Größe aufweisen, damit eine Unterscheidung zwischen 4 Deckenlautsprechern möglich ist.

        1. Naja Alternativen gibt es immer, aber das muss ja nicht besser sein. Verschiedene Serien oder gar Hersteller zu mischen ist keine so gute Idee. Dann lieber die gleichen Lautsprecher wie für den Surround-Bereich verwenden.

  16. Hallo
    Ich hab 5.1.2 mit Atmos Deckenlautsprechern.
    Am Denon 4100 W ist 5.1.2 Atmos mit 2 Deckenlautsprechern als Endstufenzuweisung hinterlegt. Es gibt aber noch die Einstellung 7.1 mit Top Middle, ich weiss , ich hab kein 7.1, was macht der Receiver mit den 2 Kanälen die er nicht wiedergibt, werden die auf das 5.1. System umgelegt ?
    Mal so nebenbei, es hört sich etwas voller oder mächtiger an, kann das schlecht erklären, als wenn da wirklich Material an Informationen umgelegt wird. Die beiden Deckenlautsprechern sind auch als Top Middle angeschlossen und leicht vor der Sitzposition angebracht. Aber es ging ja noch mal darum, kann ich ein 5.1 auch als 7.1 wiedergeben lassen ?
    Gruss und Danke im Voraus

    1. Ich verstehe Deine Frage leider nicht ganz. „7.1 mit Top Middle“ wäre ja dann 7.1.2, oder wie ist das gemeint?

      Grundsätzlich werden Kanäle, für die Du keine Lautsprecher hast, auf andere Lautsprecher verteilt — niemals verschluckt. Umgekehrt kannst Du so ziemlich jede Quelle, darunter auch 5.1, auf Dein vorhandenes Lautsprecher-Setup hochrechnen lassen, also auch auf 7.1 oder 5.1.2.

        1. Auf technischer Seite musst Du zwischen den Kanälen unterscheiden, die ein AVR verarbeiten kann, und seinen internen Verstärker-Endstufen.

          Beispiel: ein 9.2-Receiver mit 7 Endstufen kann Entweder 7.1 oder 5.1.2 selbst wiedergeben. Will man 7.1.2 oder 5.1.4 haben, kann er das zwar bereitstellen, hat aber trotzdem nur für 7 der 9 Kanäle Endstufen zur Verfügung. Die beiden fehlenden Endstufen musst Du über einen externen Verstärker versorgen.

          1. Ja verstehe, wenn ich vorne noch 2 Atmos Lautsprecher machen würde, mit einem kleinen Verstärker zusätzlich müsste ich dann arbeiten.
            der Denon 4100W kann nur 5.1.2.

            Dann ist das auch Quatsch auf 7.1.2 zu stellen.

            Danke noch mal

    1. Hallo Jonas,

      bei mir ist das kompliziert. 😀 Mein Setup ist als 6.2.2 für Atmos vorbereitet. Aber da ich mich noch nicht von meinem AVR trennen will, läuft es noch nicht als Atmos, sondern entweder als 6.2.0 oder mit Front Presence als 5.2.2.

  17. Hallo Bert,

    Angefangen habe ich mit einem Wohnzimmer-Heimkino auf einem Sony ProLogic System im Jahre 1999.

    Ich habe mir vor zwei Jahren ein Kellerkino eingerichtet, was natürlich eine Dauerbaustelle bleibt Ich wohne in der Nähe von Tübingen.

    Letztes Jahr bin ich dann von einem Yamaha 1400 auf einen Marantz SR 6011 umgestiegen mit 11.2 Installation. (Atmos / DTSx)

    Zu meinem Canton Ergo System habe ich mir über EBay Kleinanzeigen noch
    4 Heigh-Lautsprecher gegönnt. (Lautsprecher habe ich mir in den ganzen Jahren immer gebraucht gekauft, viel Geld gespart und nie bereut).

    Ich muss sagen mit der richtigen Raumakustik und der richtigen Aufstellung der Lautsprecher möchte ich das System in dieser Form nicht mehr missen.

    Der Mehrwert durch die Upmixer ist enorm.

    Es ist unglaublich wie detailliert dieser Algorithmus arbeitet.
    Bis jetzt gibt es mir keine bekannten nativen Atmos- bzw. DTSx Filme die das „3D Raumgefühl“ so gut abliefern wie die Upmixer.

    Wenn es dich interessiert kann ich dir auch gerne Fotos schicken von meinem Kellerkino im Bau

          1. Oki, danke für den Typ.

            Schlechter als die aktuellen Deutschen Tonspuren von Disney (Black Panther, Star Wars 8) können Sie bestimmt nicht sein.

            Gruß Jonas

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