Gladiator (2001) – Ultra-HD-Fassung mit DTS:X-Sound

Als im Jahre 2009 die erste Blu-ray-Disc von Gladiator auf den Markt kam, musste ich diese natürlich sofort ordern. Kurz darauf lag sie auch schon in meinem Player. Klar, war es damals ein Fortschritt gegenüber der DVD. Jedoch gab es einiges an Kritik, sodass man das Mastertape noch einmal überarbeitete und als 10th-Anniversary-Fassung erneut auf den Markt brachte. Hier legte der Film in dieser überarbeiteten Fassung noch einmal in allen Belangen zu. Der Stand der Technik war damals erreicht.

Ausschnitt aus Gladiator (2001) mit Russell Crowe im Split-Screen: links die UHD, rechts die BD.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures

Seit kurzem ist Gladiator auch im 4k-Zeitalter angekommen. Daher führte für mich natürlich kein Weg daran vorbei, mir diesen Blockbuster für die Ewigkeit auch in dieser Fassung zu Hause in mein Regal zu stellen. Mit dem Erwerb zweier UHD Player von Sony sowie zumindest schon einmal einem 4k-LCD-TV ebenfalls von Sony, musste ich da zugreifen. Und so habe ich mir den Film sowohl auf meinem 55″-4k-LCD-TV mit HDR 10 und auch über meinen Optoma HD 33 angesehen. Bei letzterem muss ich mich zwar noch mit FullHD zufrieden geben, jedoch entschädigt er mich dafür mit einem 131″-Bild.

Gladiator (2001) endlich als UHD

Über den Film selbst braucht man ja eigentlich nichts mehr zu sagen. Nur so viel vielleicht: Gladiator war für mich als Sandalenfilm-Fan schon im Kino ein Must-see gewesen. Um so mehr schmerzte es mich, dass ich es damals einfach nicht schaffte, mir den Film in einem Kinosaal anzusehen. Ich tröstete mich damit, dass der Film zum Einen nicht soo gut gewesen sein sollte und zum Anderen ja auch irgendwann für die Heimkinoauswertung zur Verfügung stehen sollte.

Von wegen nicht gut. Der Film war und ist heute immer noch ein Hammerfilm, der alles beinhaltet, was einen großen Blockbuster ausmacht und fast so zeitlos ist, wie klassische Musik. Gladiator ist mit fünf Oscars prämiert und spielte weltweit ca. 457 Millionen US-Dollar ein. In Verbindung mit dem grandiosen Soundtrack von Hans Zimmer ist Gladiator trotz x-facher Sichtung für mich immer noch ein emotionales Highlight. Es geht um Verrat, Intrigen und Hass eines Narzissten.

Die erste BD kam im Jahre 2009 zu mir nach Hause. Auf 100 Zoll ordnete ich das Bild als sensationell ein. Dann kam die 10th-Anniversary-Edition auf den Markt. Diese war wirklich atemberaubend und man konnte sich eigentlich nicht vorstellen, dass es noch Steigerungsmöglichkeiten gab. Nun, mit der UHD Fassung, ist das Bild endlich so, wie es sich der Regisseur vorgestellt hatte, hoffentlich!

Nun lag er vor kurzem in meinem Sony UHD-Player und durfte zeigen, was er drauf hat. Und er hat es drauf. Bereits die Anfangssequenz mit der Germania-Schlacht ist im Gegensatz zu der BD-Fassung authentischer, da etwas dunkler, aber dennoch so kontrastiert, dass nichts wirklich versumpft. So kommt die Morgenstunde besser rüber und zeigt schon da, wo es hingeht. Die Farben sind ebenfalls realistischer. Nur die Hauttöne sind vielleicht manchmal noch etwas zu orange gehalten. Jedoch passt das zu Rom ganz gut. Insgesamt ist das Bild der UHD neutraler gehalten. Man hat hier nicht einfach eine wie auch immer geartete HDR- oder Dolby-Vision-Automatik drüber laufen lassen, sondern sich die einzelnen Themen genau angesehen und an das Kino-Original angepasst.

Die Maske (grau) und das Gesicht (ohne Gelbstich) wird authentischer herausgearbeitet.
Die Maske (grau) und das Gesicht (ohne Gelbstich) wird authentischer herausgearbeitet.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Auch hier kann man an den feinen Details der Robe erkennen, dass die UHD-Disc etwas besser auflöst.
Auch hier kann man an den feinen Details der Robe erkennen, dass die UHD-Disc etwas besser auflöst.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Auch ist die Farbgebung wesentlich authentischer und zeigt das Gesicht (dunkler) des Gladiators in seinen authentischen Farben.
Auch ist die Farbgebung wesentlich authentischer und zeigt das Gesicht (dunkler) des Gladiators in seinen authentischen Farben.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
HDR geht teilweise an seine Grenzen und präsentiert ein sehr kontrastiertes aber dennoch besseres Gesamtbild.
HDR geht teilweise an seine Grenzen und präsentiert ein sehr kontrastiertes aber dennoch besseres Gesamtbild.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Hier ist der HDR-Vorteil sofort erkennbar.
Hier ist der HDR-Vorteil sofort erkennbar.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Hier ist der HDR-Vorteil ebenfalls kaum zu übersehen.
Hier ist der HDR-Vorteil ebenfalls kaum zu übersehen.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Obwohl die Szene im Hintergrund etwas dunkler ausfällt, ist das Farbspektrum differenzierter.
Obwohl die Szene im Hintergrund etwas dunkler ausfällt, ist das Farbspektrum differenzierter.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Die Schatten sind im HDR Modus wirklich als Schatten erkennbar und bringen die Abendstimmung sehr gut rüber.
Die Schatten sind im HDR Modus wirklich als Schatten erkennbar und bringen die Abendstimmung sehr gut rüber.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Auch hier zeigt sich die Farbgebung harmonischer und die gekalkten Körper sind auch als solche durchgängig erkennbar.
Auch hier zeigt sich die Farbgebung harmonischer und die gekalkten Körper sind auch als solche durchgängig erkennbar.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Die Marmorplatten und der Arenasand werden authentischer herausgearbeitet.
Die Marmorplatten und der Arenasand werden authentischer herausgearbeitet.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures

Die Bildschärfe wurde aufgrund des teilweise bis 6k reichenden Masters ebenfalls etwas besser, obwohl die BD ja schon sehr gut ist und man schon schauen muss, wo das Bild noch wirklich besser wird. Auf dem 55 Zoll Display fällt das schon schwer und auf meiner großen Leinwand ebenfalls. Ich habe in meinem Kino im Moment leider nur FullHD. Dennoch wirkt gerade dadurch das Bild in Teilen etwas schärfer, zumindest in Close-ups. Zudem kann hier der Darbee-Prozessor sogar eine weitere subjektive Schärfeerhöhung bewirken, so dass man sich fragt, geht es überhaupt visuell noch schärfer bei diesem Film?

Trotz fehlendem 4k-Beamer kann ich die Bildschärfe an meinem 55" Sony XE 8505 sehr gut analysieren.
Trotz fehlendem 4k-Beamer kann ich die Bildschärfe an meinem 55″ Sony XE 8505 sehr gut analysieren.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Oben BD auf FHD Display (28 Zoll 3D FHD PC Monitor von LG), Mitte BD auf UHD Display (55 Zoll UHD Sony KD-XE 8505), Unten UHD auf UHD Display (55 Zoll UHD Sony KD-XE 8505)
Oben BD auf FHD Display (28 Zoll 3D FHD PC Monitor von LG)
Mitte BD auf UHD Display (55 Zoll UHD Sony KD-XE 8505)
Unten UHD auf UHD Display (55 Zoll UHD Sony KD-XE 8505)
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures

Selbst auf der Leinwand ist der Qualitästunterschied erkennbar.

Oben UHD, die Farben passen zur Kerzenbeleuchtung. Unten BD, diese ist zwar etwas heller, jedoch passt es eigentlich nicht zur Abendstimmung im Zelt des Cäsar.
Oben UHD, die Farben passen zur Kerzenbeleuchtung.
Unten BD, diese ist zwar etwas heller, jedoch passt es eigentlich nicht zur Abendstimmung im Zelt des Cäsar.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures
Die Wandstrukturen oberhalb der Brücke werden bei der UHD noch etwas besser herausgearbeitet.
Die Wandstrukturen oberhalb der Brücke werden bei der UHD noch etwas besser herausgearbeitet.
Bild: Gladiator (2001) · DreamWorks Pictures, Scott Free Productions, Universal Pictures

Insgesamt ist der Bildschärfezuwachs zwar nicht so groß, dass sich hierfür ein Wechsel wirklich lohnen würde. Jedoch ist es das HDR und die natürliche Farbabstimmung, die den Film in einem anderen Licht erscheinen lässt, sodass man sich fragt, ob man damals den Film im Kino überhaupt in einer solchen Qualität sehen konnte.

Der Ton liegt in DTS:X auf der Scheibe und muss bei mir leider noch mangels Decoder im AV-Receiver mit 7.1 HD MA abgespielt werden. Aber auch hier bekommt man schon einen Surround-Sound geliefert, der sich gegenüber der Blu-ray-Disc wirklich abzuheben versteht. Der DTS-Kern liegt zumindest in 7.1 vor und erweitert so den Raum in vielen Szenen hörbar nach hinten. Gerade die Eröffnungssequenz profitiert hier von den zwei zusätzlichen Kanälen und bringt das Kampfgeschehen und die Pfeilschussgeräusche wirklich furchteinflößend im Raum unter. Auch die Gladiatorenkämpfe in den Arenen werden durch die zwei zusätzlichen Surroundkanäle authentischer und weiter reichend abgebildet.

Trotz der fehlenden 3D Ebene passt das bei mir aufgrund der etwas höher liegenden Surroundebene sehr gut und man bekommt auch so ein gutes Höhengefühl. Die Tonbalance ist noch einmal besser als schon bei der Blu-ray-Fassung.

Leider kann ich hier speziell zu den oberen Tonkanälen nichts beitragen, denn diese werden bei mir ja auf die anderen Kanäle gemischt. Aber ist das tragisch? In anderen Tests konnte man lesen, dass öfter Tonsignale auf die Hights gemischt werden, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Welche Tonsignale sind es, die bei Gladiator vornehmlich dort hin gehören? Die Zuschauer in den Arenen natürlich. Diese werden beim HD Master zwar sehr gut raumgreifend untergebracht, jedoch leider nicht von oben hörbar. Wer aber, so wie ich, die Rears etwas oberhalb der Köpfe angesiedelt hat, der kommt durchaus auch in den Genuss einer gestaffelten Höhe und man denkt teilweise sogar, man säße mitten in der Arena. Umher schwingende Schwerter oder sonstiges Kampfgerät schwingt einmal rund herum in meinem Kino und dank der tonal gleichen Lautsprecher auch sehr homogen. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sinnvoll es ist, in gleiche Chassis zu investieren.

Insgesamt macht der Surround-Sound auch „nur“ in 7.1 DTS HD MA enorm viel Spaß und die Pferdegespanne und Schwerter rocken den Raum so sehr, dass man unweigerlich den Kopf einzieht oder erschreckt, wenn es den Raum vibrieren lässt.
Da der 3D-Ton noch relativ neu ist, werden zudem viele ein normales Surround-Setup besitzten, sodass ich hier trotz der fehlenden 3D-Ebene ein Upgrade auf DTS:X mit dem 7.1 HD Master Kern empfehlen kann.

Fazit

Gladiator ist sicher in der UHD-Fassung die beste Filmauswertung, die man bekommen kann. Mehr wird nicht mehr gehen, egal mit welcher Technik zukünftig gearbeitet wird.

Macht der Erwerb Sinn, wenn man die 10th-Anniversary-Fassung im Regal stehen hat? Ja, es macht Sinn, denn man bekommt bessere Farben, marginal bessere Schärfe und insgesamt ein wesentlich homogeneres, authentischeres Bild, das die Cäsarenzeit direkt ins Wohnzimmer oder ins Heimkino holt.

Ab einem UHD Bild von 55 Zoll kann man auch die Unterschiede bei optimalem Bildabstand gut erkennen. Der Schärfezuwachs ist überschaubar und wird erst auf eine große Leinwand projiziert gut erkennbar. Daher braucht der Heimkinobesitzter diese Fassung unbedingt, wenn er Fan des Films ist und über einen UHD-Player verfügt. Die UHD-Fassung ist zudem limitiert, sodass es diese vermutlich nicht so lange in dieser Form am Markt geben wird.

Die Tonfehler sind immer noch hörbar. Das ist natürlich etwas Schade, vielleicht ging es aber auch nicht anders.

Von mir gibt’s für die Scheibe 4 von 5 Daumen und somit eine klare Kaufempfehlung.

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