Nützliche Makros für die Universalfernbedienung

Vor kurzem habe ich die wichtigsten Funktionen einer Universalfernbedienung zur Steuerung eines Heimkinos aufgezählt. Heute will ich etwas mehr auf Makros eingehen und deren Nutzen anhand einiger Beispiele verdeutlichen.

Als Heimkinos noch aus Röhrenfernsehern und Videorekordern bestanden, gab es so gut wie keine Universalfernbedienungen. Jedes Geräte hatte seine eigene Fernbedienung und nur diese konnte man benutzen. Als die ersten Universalfernbedienungen aufkamen, wurde es zumindest möglich, alle Geräte über eine Fernbedienung zu steuern. Dennoch war das Umschalten zwischen den Geräten meistens umständlich gelöst, sodass es viele Tasten erforderte, um zum Beispiel von Musik auf Film zu wechseln.

Zum Glück ist das alles etwas einfacher, seit Universalfernbedienungen bezahlbar geworden sind. Bei den besseren Modellen sind Makros – oder zumindest eine ähnliche Funktionalität – inzwischen Standard. Somit lassen sich umständliche Tastenkombinationen automatisieren und mit einem einzigen Befehl ausführen. Das sorgt für entspannte Filmvorführungen und somit auch für mehr Kino-Atmosphäre.

Die wichtigsten Makros

Fangen wir zunächst mit den beiden wichtigsten Makros an, die in keinem Kino fehlen dürfen. Sie kommen in den Momenten zum Einsatz, in denen nichts schief gehen darf: beim Starten und Beenden des Films. Alles andere darf ruhig etwas umständlicher zu handhaben sein, aber der Start und möglichst auch das Ende müssen sitzen.

Natürlich sind die folgenden Makros nur einfache Beispiele, die jeder seiner individuellen Umgebung und seinen Gewohnheiten anpassen muss.

Filmstart

Wenn alles vorbereitet ist, steht der Film am Anfang auf Pause. Der Fernseher oder Projektor läuft und zeigt demnach ein schwarzes Bild. Im Hintergrund läuft Pausenmusik von CD oder einem anderen Medium.

Das Filmstart-Makro führt dann folgende Befehle nacheinander aus:

  • Receiver: Eingang auf Blu-ray Player stellen
  • Blu-ray Player: Film abspielen (Play)
  • 5 Sekunden warten
  • CD-Player: Stop

Auffällig hierbei sind die 5 Sekunden Pause, bevor der CD-Player gestoppt wird. Die sind natürlich nicht notwendig, in meinem Fall erfüllen sie aber einen Zweck: mein CD-Player hat ein relativ lautes Laufwerksgeräusch, sodass man das Stoppen der CD hört (daran, dass man nichts mehr hört). Deshalb wird das um 5 Sekunden verzögert, weil bei vielen Filmen bis dahin das Intro der Produktionsfirma alles übertönt.

Wer die Möglichkeit hat, das Licht über die Fernbedienung zu steuern (zum Beispiel mit dem Light-Manager), kann den entsprechenden Befehl noch voranstellen, damit während dieser ganzen Prozedur das Licht gedimmt wird.

Filmende

Zum Ende des Abspanns, bevor wieder das Menü erscheint, muss im richtigen Moment das Filmende-Makro aktiviert werden. Es ist meist etwas knifflig, den richtigen Moment zu treffen, damit es einen sauberen Übergang zurück zur Pausenmusik gibt, ohne dass noch was vom Menü zu sehen oder zu hören ist.

  • Receiver: Eingang auf CD stellen
  • Projektor: ausschalten
  • 1 Sekunde warten
  • Projektor: ausschalten bestätigen
  • CD-Player: Zufallswiedergabe

Die meisten Projektoren müssen durch zweimaliges betätigen der entsprechenden Taste ausgeschaltet werden. Hier ist die Verzögerung von einer Sekunde unbezahlbar. Ton und Bild abschalten hat oberste Priorität, damit nicht noch irgendwas vom Menü kurz aufblitzt. Mit der Zufallswiedergabe der CD wird diese bei einem zufälligen Titel gestartet, was etwas Abwechslung in die Pausenmusik bringt.

Weitere nützliche Makros

Weitere Makros können sinnvoll sein, um immer wiederkehrende Tätigkeiten im Heimkino zu automatisieren. Hier ein paar Beispiele.

Vorbereitung

Ich verwende ein Makro, um einen Film so weit vorzubereiten, dass es losgehen kann. Dabei wird hauptsächlich der Projektor eingeschaltet. Weiterhin könnten aber die richtigen Eingänge an allen Geräten gewählt und die Musik mit einem zufälligen Titel gestartet werden.

Bei meiner Logitech Harmony, welche Makros in Form von Aktivitäten anbietet, ist die Tastenbelegung anschließend so gewählt, dass ich alle möglichen Einstellungen an den Geräten vornehmen kann. Hauptsächlich muss das Menü bedienbar sein. Einige Einstellungen müssen am Receiver vorgenommen werden.

Filmpause

Ein Makro für eine Filmpause könnte das selbe machen, wie jenes für das Filmende – mit einem Unterschied: der Projektor wird nicht ausgeschaltet. Was sich zuerst so anhört, als wäre es für eine kurze Filmunterbrechung gedacht, hat eigentlich einen anderen Sinn: Ich nutze dieses Makro zum Ende eines Films, wenn ich danach noch einen weiteren Film sehen will. So spare ich mir das überflüssige Ausschalten des Projektors, was nur über dessen Lampe gehen würde.

Außerdem ist dieses Makro sehr praktisch bei jenen Filmen, die auf zwei Scheiben verteilt sind (wie etwa die Extended Editions von Der Herr der Ringe).

Unterbrechung

Das ist eine nützliche Sache, wenn man die Möglichkeit hat, das Licht zu steuern. Man stellt den Blu-ray Player auf Pause und schaltet gleichzeitig ein passendes Licht an. Jetzt kann jemand zur Toilette gehen, ohne gleich im Dunkeln irgendwo hängen zu bleiben. Ein weiteres Makro sorgt genau für den umgekehrten Fall, wenn es weiter geht.

Geräte-Einstellungen vornehmen

Bei manchen Geräten sind einige Funktionen sehr umständlich aufzurufen. Bei meinem Projektor ist zum Beispiel die Umstellung auf 3D-Wiedergabe recht tief in einem Menü versteckt, wenn man zusätzliche Optionen dafür benötigt.

Für derartige Fälle können Makros angelegt werden, die selbstständig das Menü durchblättern, bis der richtige Eintrag ausgewählt ist, und dort die Einstellungen vornehmen. Das richtige Timing dafür erfordert ein paar Versuche. Einerseits müssen die Abstände zwischen den einzelnen Befehlen groß genug sein, damit man sicher am richtigen Menüpunkt ankommt. Andererseits sollte die Ausführung des Makros nicht allzu lange dauern.

Natürlich muss während dem Ablauf eines Makros die Fernbedienung die ganze Zeit auf die Geräte gerichtet sein. Fest installierte Infrarot-Sender, durch die das nicht mehr notwendig ist, machen sich hier also bezahlt.

Improvisation

Was tun, wenn man keine Makro-Funktion hat? Da gibt es eine einfache Lösung, die sehr gut funktionieren kann. Die meisten Fernbedienungen haben irgendwo mehrere gleichartige Tasten in einer Reihe. Ich verwende dazu gerne die Farbtasten (rot, grün, gelb, blau). Jeder Befehl, den man eigentlich in ein Makro packen würde, wird nun auf eine dieser Tasten gelegt.

Somit kann man die Tasten einfach nacheinander drücken und die Befehle werden ausgeführt. Für den zeitlichen Versatz ist man selbst verantwortlich, aber es muss nicht mehr nach der richtigen Taste gesucht werden. Zudem kann man das mit etwas Übung auch im Dunkeln oder ohne hinzusehen machen.

Alles was die Universalfernbedienung dazu können muss, ist, die Befehle mehrerer Geräte auf dem selben Tastenlayout zur Verfügung zu stellen. Wenn man grundsätzlich zwischen den Geräten umschalten muss, hilft es vielleicht, eine Art virtuelles Gerät anzulegen (ein Gerät, das die Fernbedienung von sich aus nicht kennt), und dann alle Befehle über die Lernfunktion von verschiedenen Fernbedienungen einzulesen.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

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