Mit Geduld und Spucke

Wie du dein Heimkino effizient putzt

Ein Heimkino will nicht nur gebaut, sondern auch gepflegt werden. Staub wischen und Flecken vom Bildschirm entfernen sind nur zwei alltägliche Dinge, bei denen der sonst nicht so talentierte Hausmann plötzlich freiwillig zur Reinigungsfachkraft wird. Gerade auf schwarzen Oberflächen und Lautsprechern fällt es dann doch schnell auf, wenn mal eine Woche nicht geputzt wurde.

Ein Straußenfeder-Staubwedel staubt einen Lautsprecher ab.

Mit diesem Beitrag sammle ich die häufigsten Tipps rund um das Thema Putzen. Wie so oft kommt es vor allem auf das richtige Werkzeug an. Mit Reinigungsmitteln ist dagegen Vorsicht geboten. Wie so oft werden auch in diesem Bereich sehr viele Spezialreiniger und Wundermittel angeboten. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns aber auf die Grundlagen, mit denen du fast alles abdecken kannst.

Staub wischen

Der regelmäßigste Dreck von allen ist Staub. Der kommt jede Woche vorbei, pünktlich wie die Maurer. Und zugleich ist Staub meist auch der erste Dreck, den man sieht.

Gut sichtbarer Staub auf der matt-schwarzen Oberfläche eines Lautsprechers.
Dauergast in jedem Raum: Staub

Um Staub im Griff zu haben, ist es wichtig, ihn aus dem Raum zu schaffen. Einfach nur alles von A nach B zu wedeln sorgt nur dafür, dass schneller wieder neuer Staub auftaucht (genau genommen ist es ja auch der alte). Je regelmäßiger du also wischst und saugst, desto weniger sammelt sich wieder an.

Der Trick hierbei ist, im Wechsel Staub zu wischen und zu saugen. Wichtig ist, beides nicht direkt nacheinander zu machen. Beim Staubwischen (oder -wedeln) gelangt ein großer Teil davon in die Luft. Das dauert eine ganze Weile, bis sich alles irgendwo gesetzt hat. Erst dann solltest du den Boden und die Sitzpolster absaugen – also zum Beispiel am nächsten Tag.

Antistatik-Tuch

Nun sind Staubwedel aller Art ja gut und schön, aber den groben Dreck bekommst du immer noch mit einem Lappen am besten weg. Ein Staubwedel verliert zu viel von dem eingesammelten Dreck, noch bevor du ihn draußen ausschütteln kannst. Dabei ist es ziemlich egal, wie „staubmagnetisch“ der Fussel ist.

Alle größeren und wenig empfindlichen Oberflächen wischst du deshalb erstmal mit einem Lappen trocken ab. Im Grunde geht dafür fast jeder Lappen. Aber wenn es besonders gründlich werden soll, nimmst du ein Antistatiktuch dafür.

Wichtiger Tipp für diejenigen, die in Physik nicht aufgepasst haben: Ein Antistatik-Tuch nicht nass machen – sonst ist es danach nur noch ein Tuch.

Swiffer Staubmagnet

Danach kannst du an die Feinheiten gehen:

  • Lautsprecher und andere schwarze Oberflächen
  • Hifi-Geräte, insbesondere Displays
  • Ecken, die mit einem Lappen schwer zu erreichen sind

Besonders unter, neben und zwischen den Geräten sammelt sich viel an. Hier brauchst du ein Hilfsmittel, mit dem du überall dazwischen kommst, und an dem der Staub gut haften bleibt.

Produktabbildung: Swiffer Duster Staubmagnet
Der Swiffer Staubmagnet – klein, leicht, unscheinbar, aber so nützlich!

Ideal finde ich dafür den Swiffer Staubmagnet. Eigentlich tut es aber auch jedes andere Produkt dieser Art. Es muss nicht die teuerste Marke sein. Halte Ausschau im Supermarkt deiner Wahl – hier gibt es gelegentlich sehr günstige Angebote aus dem Sortiment der Eigenmarken.

Damit kommst du bequem in alle Zwischenräume und gelangst fast automatisch zwischen die vielen kleinen Knöpfe und Schalter. Der Staub wird größtenteils nicht einfach weggewedelt, sondern bleibt tatsächlich in dem fusseligen Material hängen. Zuletzt einfach draußen ausschütten und weg ist der Dreck.

Straußenfeder-Staubwedel

Dem Staubmagnet wird hier und da nachgesagt, dass er feine Kratzer in den Displays verursachen würde. Ich konnte das bisher aber noch nicht nachvollziehen. Man darf natürlich nicht mit dem Kunststoffgriff über die Geräte wetzen. Im selben Atemzug wird aber meist diese Alternative genannt:

Produktabbildung: Straußenfeder-Staubwedel
Staubwedel aus Straußenfedern

Straußenfedern sind extrem weich und fangen den Staub ebenfalls sehr gut ein. Kein Wunder, dass daraus erstklassige Staubwedel gemacht werden. Obwohl es ein Naturprodukt ist – vielleicht das Verkaufsargument überhaupt – riechen sie nicht nach Stall.

Das Beste daran ist, wie leicht der Staub auszuschütteln geht. Während beim Staubmagnet schon mal der Überzug vom Griff fliegt, rollt man den Straußenfederwedel einfach schnell zwischen den Händen hin und her.

Was ich nicht bestätigen kann ist, dass man damit ein Regal voller kleiner Figuren abstauben kann, ohne dass etwas umfällt. Der Federschaft ist auch beim Strauß immer noch sehr störrisch und wirft alle leichten Hindernisse um. Was Feinmotorik angeht, bevorzuge ich daher den Staubmagnet.

Fingerabdrücke

Bei kleinen Korrekturen an der Aufstellung und Neigung der Lautsprecher bleiben sie nicht aus: Fingerabdrücke auf matten und glänzenden Oberflächen. Spätestens wenn Gäste ihre neugierigen Fettfinger nicht bei sich behalten können, ist eine Putzaktion vorprogrammiert.

Mikrofaser- / Baumwoll-Handschuhe

Das klingt jetzt erstmal nicht wie ein Putztipp: Wenn du Baumwollhandschuhe bzw. Mikrofaser-Handschuhe trägst, um deine Lautsprecher zu verrücken, kannst du Fingerabdrücke vermeiden oder zumindest stark reduzieren. Vielen Lautsprechern ab der mittleren Preisklasse liegt schon ein Paar bei.

Dennoch wirst du schnell feststellen, dass man leichte Flecken mit Baumwollhandschuhen effizient wegputzen kann – mit den selben Fingern, die sie zuvor dreckig gemacht haben, sozusagen.

Spiritus + Lappen

Gehen hartnäckige Fettflecken hilft Spiritus. Es muss nicht der hochkonzentrierte Spiritus für extreme Anwendungsfälle sein. Ein milder Reinigungsspiritus genügt vollkommen. Der mit dem Frosch ist eigentlich ziemlich bekannt und fast überall erhältlich.

Als Lappen bietet sich alles an, was garantiert nicht kratzt. Die typischen Einwegtücher (zur Umgangssprache gewordener Markenname: Zewa) sind nur für grobe Flächen geeignet. Besser sind simple Einweg-Staubtücher. Die wirfst du sowieso weg, bevor sich durch zu häufigen Gebrauch Schmutzpartikel darin sammeln, die dann den Lack zerkratzen können.

Mit dieser Kombination bekommst du matten Lack erstklassig sauber. Hochglanz- und Klavierlack würde ich hingegen eher wie einen Bildschirm behandeln.

Bildschirm reinigen

Gerade für Bildschirme werden allerhand Wundermittel verkauft. Da es aber nicht den einen Bildschirm gibt, können scharfe Reinigungsmittel hier unter Umständen sogar die Oberfläche angreifen und Flecken hinterlassen, die garantiert nicht mehr weg gehen. Dabei ist das gar nicht notwendig.

Ob TV, Computer-Bildschirm, Notebook, Tablet oder Smartphone – du brauchst eigentlich nur zwei Dinge, um das sauber zu kriegen:

  1. etwas Wasser mit Spülmittel
  2. ein Brillenputztuch

Wasser und Spülmittel auf einem weichen Tuch genügt vollkommen, um Fettflecken, Staub und sonstigen Dreck weg zu bekommen. Zurück bleiben meistens nur leichte Schlieren.

Ganz wichtig: Immer den Lappen feucht machen (nicht nass) und dann damit putzen – niemals Wasser oder Reinigungsmittel direkt auf den Bildschirm spritzen oder sprühen. Wenn Feuchtigkeit hinter den Rand des Displays läuft, kann das zum Ausfall größerer Bereiche führen, was sich nicht rückgängig machen lässt.

Sobald der Bildschirm trocken ist, reibst du sämtliche verbleibenden Schlieren und Flecken mit einem Brillenputztuch (Mikrofasertuch, Empfehlung siehe unten) mit kreisenden Bewegungen weg.

Flecken auf der Leinwand

Bei einer Leinwand musst du besonders vorsichtig sein. Wenn etwas weißes einmal dreckig wird, bekommst du es unter Umständen nie wieder sauber. Spezielle Beschichtungen sind zudem gerne mal besonders anfällig und kommen mit Reinigungsmitteln nicht klar. Das Risiko ist sehr groß, dass sichtbare Flecken bleiben.

Beachte zuerst immer die Pflegehinweise des Herstellers. Gehe immer nur mit einem weichen, sauberen und möglichst neuen Tuch an die Leinwand.

Auf Reinigungsmittel solltest du so lange wie möglich verzichten. Warmes Wasser sollte das Maximum sein, womit eine Leinwand in Berührung kommt. Bei hartnäckigen Flecken hilft möglicherweise tatsächlich „Geduld und Spucke“: Mit Spucke gehen wirklich einige Sachen weg, die normalem Wasser trotzen können.

Am besten ist es aber, wenn die Leinwand gar nicht erst dreckig wird.

Brillen

Als Brillenträger bist du einiges gewöhnt, was die Behinderung des Sichtfelds angeht. Aber auch wenn du Adleraugen hast, liegt vielleicht ab und zu eine 3D-Brille auf deiner Nase.

Ein Brillenputztuch mit dem Aufdruck eines Fernseh-Testbilds und dem Schriftzug "Bildstörung".

Für Brillen gilt im Grunde das selbe wie für Bildschirme: Wasser mit Spülmittel für hartnäckige Fälle, dann mit einem Mikrofasertuch hinterher wischen. Im Normalfall genügt aber das Brillenputztuch, das an jedem Sitzplatz vorhanden sein sollte.

Ich empfehle hier immer gerne – passend zum Heimkino – das Brillenputztuch „Bildstörung“. Treffender geht es eigentlich nicht.

Klebereste

Zuletzt ein Tipp für alle Fälle, wo etwas klebt, das nicht mehr kleben sollte: Reste von doppelseitigem Klebeband, Aufkleber, Preisschilder – die Liste ist endlos.

Während bei Fettflecken Spiritus oder Spülmittel die erste Wahl sind, hilft gegen Klebereste am besten Waschbenzin.

Gegen fast jede Verunreinigung gibt es ein spezielles Mittel, und wenn es klebt, ist das eben Waschbenzin (auch Leichtbenzin genannt – aber Achtung: nicht „Reinigungsbenzin“). Das bekommst du zum Beispiel im Baumarkt. So mancher hat schon sein Glück mit schärferen Mitteln wie Aceton oder sogar Nagellackentferner probiert. Die haben aber fast garantiert Nebenwirkungen: Sie greifen viele Oberflächen an, so dass sie nicht mehr zu retten sind. Bei Waschbenzin hält sich die Liste dieser Materialien stark in Grenzen. Vorsichtig solltest du grundsätzlich bei „Hartplastik“ sein (etwa klassische CD-Hüllen).

Die Devise lautet also: Immer schön vorsichtig und langsam voran gehen! Probiere immer zuerst die Mittel aus, die garantiert keine bleibenden Schäden hinterlassen. Bevor du härtere Geschütze auffährst, wäge erst ab, ob ein Fleck wirklich so schlimm ist, dass sich das Risiko lohnt, ihn mit einer missglückten Reinigungsmaßnahme noch größer zu machen.

Der Swiffer Duster Staubmagnet auf einem Lautsprecher.

Zumindest die wöchentliche Befreiung des Heimkinos vom Staub sollte aber keine große Hürde darstellen und darf mit den richtigen Werkzeugen auch Spaß machen. Immerhin soll das Heimkino ja angeblich der einzige Raum sein, wo Mann freiwillig putzt.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

4 Gedanken zu „Wie du dein Heimkino effizient putzt

  1. Toll, dass du auch zu diesem Thema berichtest. Vielen Dank für die Tipps Ich habe oft mit den Hinterlassenschaften eines „Ich muss alles angrabschen“-Gastes zu kämpfen

  2. Wasser und Spülmittel in einen Eimer und mit dem Bildstörung Tuch das Display vorsichtig wischen und mit einem anderen Bildstörung Tuch trocken wischen?

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