Wie man im Heimkino nicht ganz so schnell fett wird

Den Snack-Konsum unter Kontrolle halten

Wenn es dir auch nur ein bisschen so geht wie mir, dann ist ein Film im Heimkino gleich doppelt so schön, wenn man was zu knabbern dabei hat. Das Problem dabei ist nur, dass das ziemlich schnell auf die Hüften geht. Wer nicht das Glück hat, essen zu können, so viel er will, ohne dabei zuzunehmen, muss ein bisschen auf die Bremse treten.

Nachos mit Käsesoße

Ohne gleich zum Ernährungsberater werden zu wollen, habe ich ein paar Tipps gesammelt, wie man seinen Konsum von Popcorn, Chips, Nüssen und Schokolade in Grenzen hält. Das Beste wäre zwar immer noch, ganz darauf zu verzichten, aber … nun ja, das ist ja auch nicht Sinn der Sache, oder?

Den Süßigkeiten-Konsum in den Griff bekommen

Das wichigste ist, sich irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Wer sich täglich eine Tüte Chips rein schiebt, läuft bald rum, wie Dennis Nedry im Jurassic Park. Schuld sind meistens nur die eigenen Gewohnheiten. Mit den folgenden Tricks kannst du das ein paar Wochen bewusst durchhalten, bis es schließlich normal wird.

Keine Vorräte kaufen

Mein größtes Problem sind Vorräte. Wenn etwas zu Knabbern im Haus ist, wird es auch gegessen. Ich konnte mir die Dinge noch nie einteilen. Wenn 5 Tüten Chips im Haus sind, weiß ich, dass bei den nächsten 5 Filmen je eine davon dran glauben muss.

Deshalb bin ich dazu übergegangen, nichts mehr vorrätig zu halten. Mehr als zwei Tüten kaufe ich höchstens, wenn Besuch ansteht, dem ich eine kleine Auswahl bieten will.

Besser noch, wenn man Knabberkram nur bei akutem Bedarf kauft. So wird eine zusätzliche Hürde geschaffen, die uns bei Vernunft hält. Ist die Lust darauf wirklich groß genug, um den Umweg durch den Supermarkt in Kauf zu nehmen? Hoffentlich nicht.

Hintergrund dieser Idee ist, dass du dich nur für einen kurzen Moment unter Kontrolle halten musst: nämlich der Moment, wenn die Tüte im Einkaufswagen landen würde. Hast du diesen schwachen Supermarkt-Moment überwunden – als nichts gekauft – ist die Gefahr schon vorbei. Wer nichts kauft, kann nichts futtern.

Kleine Packungen kaufen

Von vielen Süßigkeiten gibt es unterschiedliche Packungsgrößen. Von der Kleinstpackung für unterwegs bis zum XXL-Jumbopack ist alles vertreten.

Bei den großen Packungen kann man zwar sparen, aber wie das eben so ist, kostet das dafür an anderer Stelle. Ist die Tüte erstmal offen, futtert man während dem Film gedankenlos vor sich hin, bis sie entweder leer ist oder einem schlecht wird. Ist ja aber auch so lecker!

Ich bin dazu übergegangen, nur noch Packungen in normaler Größe zu kaufen. Als jemand, für den wiederverschließbare Chipstüten eine überflüssige Erfindung sind, werde ich so automatisch gebremst, wenn es genug ist.

Die einzige Schwierigkeit besteht dann noch darin, sich nicht noch eine Tüte zu holen — aber dazu siehe oben und unten.

Gummibärchen

Salz statt Zucker

Der Dickmacher Nummer 1 ist Zucker. Natürlich können auch die anderen Inhaltsstoffe von Lebensmitteln dick machen. Letztendlich kommt es auch immer auf die Menge an. Aber Zucker sorgt eben dafür, dass andere Nährstoffe wie Fett erstmal nicht gebraucht werden. Und was macht der Körper mit überflüssigen Nährstoffen? Richtig, speichern.

Darüber hinaus bringt die direkte Zufuhr großer Mengen Zucker den Blutzuckerspiegel gehörig durcheinander. Die Folge sind unkontrollierte Fressattacken zu einem späteren Zeitpunkt.

Deshalb wäre es doch eine gute Idee, auf Knabberkram zu verzichten, der besonders viel Zucker enthält. Damit fallen m&m’s weg, so ziemlich alle Arten Gummibärchen, Schokolade und auch süßes Popcorn.

Salz hingegen ist kein so großes Problem für den Körper, wie viele glauben. Zumindest macht es nicht dick. Es ist nur wichtig, als Ausgleich viel zu trinken. Das sollte nicht so schwer sein — aus gutem Grund machen salzige Sachen durstig. Deshalb einfach mal salziges Mikrowellen-Popcorn probieren. Ich mag es mittlerweile sogar mehr als süßes.

Langlebige Snacks auswählen

Eis am Stiel

Mit langlebig meine ich nicht, dass die Snacks besonders lange haltbar sein sollten. Vielmehr geht es um die Zeit, die man benötigt, um eine Packung von etwas zu vernichten.

Schokoriegel oder Eis zum Beispiel sind innerhalb weniger Minuten weg. Dabei sind sie aber fast genauso gehaltvoll wie eine Tüte Knabberzeug, mit der man mindestens eine halbe Stunde beschäftigt ist.

Das Verhältnis von Essdauer zu Kalorien sollte einfach stimmen. Dann kommst du auch nicht gleich in Versuchung, noch mehr zu holen. Denn genau das kannst du dir als weitere wichtige Grundregel setzen:

Nur ein Snack pro Film

Die Versuchung ist groß, gleich mehrere Snacks mitzunehmen. Ein bisschen Abwechslung schadet nicht — man muss ja nicht alles leer machen.

Genau das ist aber ein beliebter Fehler: Wenn man mehr dabei hat, isst man unterbewusst auch mehr. Deshalb lautet meine wichtigste Regel: Es wird nur eine Packung geöffnet, niemals mehr.

Snacks mit weniger Kalorien

Wenn du zum Spaß mal Kalorien vergleichst, wirst du eines feststellen: Knabberkram mit wenig Kalorien gibt es nicht. Selbst bei Gemüsechips schaffen die es irgendwie, die Dinger mit 400–550 kcal/100 g vollzupumpen.

Es gibt aber Snacks mit weniger Kalorien. Dazu gehören:

  • Salzstangen und vergleichbares Trockengebäck
  • ungesüßtes Popcorn
  • Schaumküsse (oder wie auch immer die Dinger jetzt korrekt heißen)

Diese Sachen liegen meist bei unter 400 kcal/100 g, was immer noch viel ist, aber kein Vergleich zu denn 550 kcal und mehr, die Süßigkeiten sonst haben.

Salzgebäck hat im Grunde nur das oben erwähnte Salz-Problem – also viel trinken, dann ist das schon mal okay. Schaumküsse haben den Vorteil des geringen Gewichts – selbst wenn du da eine Packung vernichtest, ist das kein Vergleich zu einer Tüte Gummibärchen. Letztere liegen kalorientechnisch übrigens auch gut im Rennen (vom hohen Zuckeranteil mal abgesehen), haben aber das Problem des hohen Gewichts: In einer Tüte sind schnell mal 300 g drin, wohingegen nur 100 g davon gefühlt nicht mehr als eine Hand voll sind.

Popcorn solltest du dir auch nicht jeden Tag rein kippen, aber in einer Heißluftmaschine ohne Öl und Fett gepoppt könnte man fast schon von einem gesunden Snack sprechen. Der fehlende Geschmack sei mal dahingesellt – aber gesalzen ist es kaum gehaltvoller, während gesüßt der Zucker oben drauf kommt. Der Hauptvorteil ist auch hier das Gewicht: nur 100 g Popcorn füllen schon einen kompletten Eimer. Das reicht für einen Film.

Bei anderen Gelegenheiten verzichten

Nicht zuletzt kannst du bei anderen Gelegenheiten auf Süßigkeiten und Snacks verzichten. Vielleicht trinkst du einfach mal Wasser statt Cola, Limo, Bier oder Saft. Wenn du dir für den Heimkino-Abend ausdrücklich etwas Süßes zugestehst, kannst du dafür bewusst den ganzen Tag über zu allem nein sagen.

Eine schlechte Idee ist es hingegen, sich bei den Hauptmahlzeiten zurückzunehmen oder sie ganz auszulassen. Snacks und Süßigkeiten ersetzen kein richtiges Essen.


Letztendlich muss einfach nur die Vernunft siegen. Dazu gehört ein wenig Willenskraft und Ausdauer. Vielleicht legst du auch weitere Regeln fest. So könntest du dir zum Beispiel nur einmal pro Woche einen Snack zugestehen.

Alternativen können ebenso helfen: probiert es doch mal mit Obst und Gemüse. Klar, das passt nicht unbedingt ins Kino. Aber wenn es nur darum geht, den inneren Schweinehund zu überlisten, der unbedingt auf etwas herum nagen will, ist jedes Mittel recht.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

2 Gedanken zu „Den Snack-Konsum unter Kontrolle halten

  1. Es ist nicht immer einfach seinen Konsum unter Kontrolle zu bekommen, besonders bei Serien finde ich. Ich denke es ist auch eine Frage der Häufigkeit. Wenn man ein Mal über die Grenzen schlägt wirkt sich das langfristig nicht so aus wie wenn man es jeden Tag macht. Danke für den Beitrag!

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