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Wirksame Maßnahmen gegen Raummoden

Den Bass in den Griff bekommen

Nachdem ich bereits das Thema Absorber aufgegriffen habe, möchte ich heute den Bass etwas mehr beleuchten. Ihr denkt vielleicht, das hätte sich zusammen mit den anderen Maßnahmen zur Reduktion des Nachhalls schon erledigt. Aber Schall ist nicht gleich Schall. Der Tiefbass benötigt besondere Aufmerksamkeit, weil er sich völlig anders verhält, als das übrige Klangspektrum.

Sorgt für unkontrollierten Bass: der Subwoofer

Wenn ich von Bass spreche, meine ich Frequenzen von 20 bis 200 Hz. Hier haben wir es mit Wellenlängen im Bereich von Metern zu tun. Vergesst alles, was Ihr über das Reduzieren des Nachhalls gelernt habt. Der Bass unterliegt seinen eigenen Gesetzen. Vorhänge, Teppichboden, Polstermöbel — durch all das geht der Bass mit einem müden Lächeln ungehindert hindurch. Das einzige, was ihn stoppen kann, sind massive Wände: Beton und schwere Ziegel. An solchen sogenannten schallharten Wänden wird der Bass wie auch der übrige Schall reflektiert. Und wie auch der Nachhall bei höheren Frequenzen, durchquert der Bass den Raum immer und immer wieder, bis er sich totgelaufen hat.

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Was ist ausschlaggebend für gute Klangqualität?

Es gibt gewisse Filme, die klingen einfach besser. Daraus werden schnell Referenzfilme, die überall empfohlen werden, um Heimkinos zu testen — zu zeigen, was man raus holen kann. Genauso verhält es sich bei Musik. So mancher hat schon seine Lieblingsmusik mit der neuen Anlage aufgelegt und war enttäuscht, weil irgendwie der Dampf fehlte. Andere Aufnahmen hingegen weisen eine umwerfende Klangqualität auf.

Marty McFly und Doc Brown mit einem Haufen Technik
Bild: themoviedb.org

Woran liegt das eigentlich? Warum hört sich das geliebte AC/DC-Album an wie Matsche, während bei Daft Punk richtig die Post abgeht? Ich betrachte das Thema mal aus den Augen eines Film- und Musikfans. Ich beschreibe meine Beobachtungen aus den letzten 20 Jahren und versuche, halbwegs fundierte Erklärungen zu finden — ohne jeglichen Anspruch auf technische und physikalische Korrektheit. Das macht es mir einfacher, diesen Artikel zu schreiben und dürfte Euch wahrscheinlich mehr nützen.

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Den Nachbarn zuliebe: Schallisolierung

Die Verbesserung der Raumakustik dient im Heimkino üblicherweise dem Klang im Inneren. Wenn das alles gut klingt, können wir zuletzt an die lieben Nachbarn denken. Zuletzt? Das ist ja nicht sehr nett. Macht aber nichts, denn die Nachbarn haben sowieso schon verloren. Die Schallisolierung eines Heimkinos in einem gewöhnlichen Wohnhaus nach außen hin ist unter normalen Umständen praktisch nicht möglich.

Schallisolierung
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Immer wieder hört man Geschichten von Eierkartons an den Wänden oder Schallschutztüren. Das vergesst Ihr besser gleich wieder. Besonders Schallwellen im tiefen Frequenzbereich gehen gerne mal durch Wände. Hohe Töne dagegen lassen sich leicht im Raum einsperren, weil die Wände sich von den Frequenzen nicht zum Mitschwingen anregen lassen. Deshalb klingen Geräusche aus der Nachbarwohnung dumpf.

Die Höhen sind also nicht das Problem, solange Ihr keine Lautstärke einstellt, die nahe der Schmerzgrenze ist. Nachbarn freuen sich stattdessen über den Bass. Der breitet sich nämlich ungehindert im Haus aus, weil er von Wänden, Decken und Böden bestens übertragen wird.

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Vorhang auf – Kino-Vorhänge finden und aufhängen

Der Moment, wenn sich der Vorhang öffnet, war wohl schon immer der spannendste im Kino: das Zeichen, dass es endlich los geht. Kino und Vorhang gehören einfach zusammen. Insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass raumhohe Vorhänge eine ganze Menge zur Kino-Atmosphäre beitragen — nicht nur zuhause. Heute soll es aber nicht um motorisierte Vorhänge gehen, die sich automatisch vor der Leinwand öffnen. Das wäre nochmal ein Kapitel für sich.

Vorhang aus 150 g/m² Molton-Stoff

Vorhänge tragen maßgeblich zu einer angenehmen Atmosphäre und Raumakustik bei, weil sie den Schall schlucken wie kein anderer gewöhnlicher Einrichtungsgegenstand. Im Heimkino sind sie deshalb ein willkommenes, wenn nicht sogar unverzichtbares Accessoire.

Dabei müssen sie weder sündhaft teuer noch kompliziert aufzuhängen sein. Ihr müsst auch nicht nähen können, falls Ihr das befürchtet hattet. Alles, was Ihr braucht, ist ein Plan mit möglichst genauen Maßen Eures Raums, einen Taschenrechner und — je nach Länge — ein paar Euro im unteren dreistelligen Bereich.

Etwas Vorsicht ist im Hinblick auf die Akustik geboten: zu viele Vorhänge dämpfen den Hochton zu stark. Im Mittel- und Tiefton bewirken sie nichts. So entsteht ein unausgewogenes Klangbild. Andererseits lassen sich hinter Vorhängen sehr gut Absorber verstecken, besonders die breitbandig absorbierenden Kantenabsorber.

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Absorber, Resonatoren und Diffusoren

Der einfachste Weg, im Heimkino für eine spürbare Klangverbesserung zu sorgen, ist es, den Nachhall zu reduzieren. Die teuersten Lautsprecher bringen nichts, wenn der Raum hallt wie eine Garage.

Natürliche Einrichtungsgegenstände wie Sofas, Vorhänge und Teppiche tragen schon ordentlich dazu bei. Wer viele freie Wände oder große Fenster hat, kommt aber oft nicht um zusätzliche Maßnahmen herum. Welche Möglichkeiten es gibt und wofür sie geeignet sind, soll dieser Artikel zeigen.

Dekorative Plattenabsorber an den Wänden

Das Thema Raumakustik ist sehr komplex. Deshalb kann ich hier nur einen groben Überblick geben, welche Möglichkeiten Ihr habt. Aber auch die Anregungen, die ich hier gebe, sind noch längst nicht alles. Wenn Ihr genug Zeit und ein entsprechendes Budget habt, lest Euch weiter in das Thema ein oder nehmt Kontakt zu einem Akustiker auf. Es kann sich lohnen.

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