Wie alt sind eigentlich Heimkino-Besitzer?

Kürzlich wurde in einer Facebook-Gruppe eine Umfrage nach dem Alter der anwesenden Heimkino-Besitzer durchgeführt. Ich fand das Ergebnis ganz interessant, nicht nur für mich als Betreiber dieses Blogs. Deshalb möchte ich es Euch hier kurz vorstellen.

Diagramm: Heimkino-Besitzer nach Altersgruppen. Die Gruppe 30–35 ist am stärksten besetzt. Danach folgen etwa gleich die Altersgruppen 25–30, 35–40 und 40–45. Alle anderen Gruppen fallen stark ab.
Quelle: Facebook-Umfrage (benötigt Facebook-Account und Gruppenmitgliedschaft)

Der überwältigende Teil der Gruppenmitglieder ist im Alter zwischen 30 und 35 Jahren. Da zähle auch ich mich gerade so noch dazu. Oberhalb und unterhalb laufen die Zahlen relativ gleichmäßig aus. Man erkennt gut, dass der Einstieg in die Heimkino-Welt offenbar selten vor dem 20. Lebensjahr stattfindet.

Man darf annehmen, dass der Altersschnitt tatsächlich leicht nach oben korrigiert werden müsste. Das ist nur meine Vermutung, weil die Umfrage ausschließlich unter Facebook-Mitgliedern erfolgte. Facebook wird hauptsächlich von jüngeren Menschen genutzt, während die alten Heimkino-Hasen bevorzugt auf klassische Foren zurückgreifen dürften.

Die „Generation Heimkino“

Warum scheint Heimkino vor allem bei den 30-jährigen so beliebt zu sein? Es ist ja nicht so, dass es nicht schon viel früher gute Filme oder Kinotechnik für zuhause gegeben hätte. Ebenso ist die Beliebtheit von Kinofilmen nach wie vor ungebrochen.

Ein wenig mag das vielleicht an den fehlenden finanziellen Mitteln liegen. Mit Anfang bis Mitte 20 oder sogar noch früher hat man eben weder Geld noch Platz für ein richtiges Heimkino.

Viel mehr möchte ich aber gerne glauben, dass die heute 30- bis 40-jährigen eine ganz spezielle Beziehung zu Kinofilmen aufgebaut haben.

Wir „Kinder der 80er“ durften das Kino auf eine ganz besondere Art kennen lernen. Auf eine Art, wie es heute, so glaube ich, nicht mehr möglich ist. Filme wie E. T. — der Außerirdische oder Die unendliche Geschichte (in der unverstümmelten deutschen Originalfassung) lehrten uns, wie Filme echte Emotionen hervorrufen können. Wir wollten und durften diese Filme immer wieder sehen, und das, obwohl (oder gerade weil) wir sie — wenn wir mal ganz ehrlich sind — mehr zum Gruseln als zum Träumen fanden. Sie waren und sind etwas ganz besonderes.

Auch die 90er versprühen ihren ganz eigenen Charme. Wir durften den großen Dinosaurier-Hype um Jurassic Park mitmachen. Wir waren die jüngste Generation, die das Aufkommen von CGI-Effekten miterlebt hat. Aus unserer Zeit stammen viele große Klassiker, die bis heute unübertroffen sind. In den 90ern ist Hollywood auf eine ganz spezielle Art neu aufgeblüht.


Ich hoffe inständig, dass es auch in Zukunft junge Heimkino-Fans geben wird. Dennoch vermute ich, dass es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu einer Verschiebung des Durchschnittsalters nach oben kommt. Qualitativ hochwertige Filme sind zuhause einfach nicht mehr so gefragt, denn mit Streaming-Diensten ist es ja so viel bequemer. Zudem dürften jüngere Generationen künftig verstärkt auf Techniken wie Virtual Reality als Heimkino-Ersatz ausweichen, wenn sie diese ohnehin nutzen.

Ich dachte, diese kleine Statistik interessiert Euch vielleicht. Was denkt Ihr, wohin es mit dem klassischen Heimkino in den nächsten 10 oder 20 Jahren gehen wird?

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

4 Gedanken zu „Wie alt sind eigentlich Heimkino-Besitzer?

  1. Ich bin 68, und habe seit 2009 eine Blu-ray 5.1 Anlage, mittlerweile habe ich auf 7.1 erweitert.
    Bei mir laufen nur Musikvideos und Musik (dts-hd)

  2. Hallo Bert, ihr Blog zum Thema Heimkino inspiriert mich immer wieder auf’s Neue.
    Inzwischen bin ich 61 Jahre alt, und habe über Super8 Filmen , VHS Video Kassetten, sowie später dann DVD Scheiben über den im Wohnzimmer befindlichen Fernseher geschaut.
    Vor einigen Jahren hat meine Frau im Verkaufsfernsehen ein Denon 6.1 Lautsprechersystem “ abgeschossen.“ ( Nicht die aktuellen Brüllwürfel)Nun, da ich wenig Ahnung hatte, stellte ich fest, das man ja noch einen Verstärker ( AV Reciever ) benötigt. Nun wurde im Fachhandel der Denon 1706 angeschafft, welcher immer noch gute Dienste leistet.
    Inzwischen habe ich diese Anlage auf 7.1 erweitert und vor 3 Jahren in einem anderen Raum ( ca. 30 m2) aufgestellt. Dort habe ich nun den Benq TH 681 mit einer Leinwand von 2,5 mtr. Breite. Die Projektion erfolgt mittels Deckenmontage. ( Ich benötige keine Keystone Korrektur) . Als Abspieler fungiert der Panasonic BDT 700 , bei Bedarf mit 3d Shutterbrillen. Es macht riesigen Spass.
    Die von Ihnen beschriebenen Ikea Sessel leisten den notwendigen Komfort.
    Mein Sohn “ zockt“ mit der PS4 ( Kopfhörer / alles vernetzt) mit Freunden gegen Mitspieler, die wer weiß wo sitzen. Es reizt mich, das Ganze mal mit dem Denon 4400h zu erweitern. Ich hatte einmal das Vergnügen, einen Auro Upmixer im GROBI TV Demonstrationskino zu erleben. – Inspiriert natürlich gewaltig. Na ja; das Budget. Ich Danke Ihnen für Inspirationen.

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