Willkommen in der Zukunft

Freunde, es ist so weit: wir sind in der Zukunft angekommen! Genau in diesem Moment sollte Marty McFly im Hill Valley des Jahres 2015 angekommen sein. Vermutlich werdet Ihr schon von diversen Marty-McFly-Welcome-Parties in diesen Tagen gehört haben. Zu diesem Anlass fiel mir erstmal auf, wie komplex die verschiedenen Timelines der Trilogie Zurück in die Zukunft doch wirklich sind.

Zurück in die Zukunft II
Foto: themoviedb.org

Ich kenne diesen Filmklassiker erst seit grob geschätzt 15 Jahren, also die Hälfte der Zeit, die Marty in der Trilogie jeweils zurücklegt. Aber obwohl ich so ein Späteinsteiger bin, kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, die diese Filme schon existieren. Irgendwie sind 30 Jahre ja auch eine kleine Ewigkeit für einen Film.

Selbst zur Jahrtausendwende fanden wir es damals noch faszinierend, was die angebliche Zukunft des Jahres 2015 alles bereit halten könnte. Aber je näher wir dem Jahr 2015 kamen, desto mehr realisierte wohl jeder, dass diese Zukunft nicht mal annähernd so kommen würde — jedenfalls nicht so schnell. Leider gibt es Hoverboards und sich selbst in der Größe anpassende Kleidung bisher bestenfalls versuchsweise. Fliegende Autos habe ich noch keine gesehen und Pizza kommt nicht größer aus dem Ofen, als sie hinein getan wurde. Der Weiße Hai Teil 19 ist immer noch nicht abgedreht, und wenn, dann wohl auch nicht mit Hologramm-Technik sondern höchstens in 3D.

In den 80er-Jahren hat man der Zukunft offenbar mehr zugetraut, als sich dann tatsächlich einstellen wollte. Auch in den Jahren davor war das schon der Fall.

  • Die Klapperschlange (1981) zeigt das kaputte New York von 1997 — knapp daneben, würde ich sagen.
  • In 2001: Odyssee im Weltraum (1968) hätten wir in eben jenem Jahr 2001 schon ganz schön viel Weltraum-Zeug können müssen.
  • Bei 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (1984) hat man offenbar auch nicht sehr viel dazu gelernt. Oder waren wir 2010 schon beim Jupiter?
  • Blade Runner (1982) spielt im Jahr 2019. Das wird knapp, Los Angeles bis dahin noch so umzubauen.
  • Soylent Green (1973) (ich verweigere hier den idiotischen deutschen Titel) spielt immerhin im Jahr 2022. Da könnten wir die Kurve zur Überbevölkerung der Erde vielleicht gerade noch kriegen.
  • In Terminator (1984) ist die Zukunft immerhin das Jahr 2029. Auch hier bleibt uns also noch ein bisschen Zeit, diesen ganzen Laser-Roboter-Schnickschnack zu erfinden.
  • Avatar (2009) spielt im Jahr 2154. Das sollten wir locker hinkriegen, unsere Rohstoffe bis dahin aufzubrauchen.

Wie auch immer, diese Filme zeigen sehr schön, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Während wir uns heute schon 60 Jahre von Martys erstem Zeitreiseziel in den 50ern entfernt haben – während wir an genau dem Punkt in der Zukunft stecken, von dem wir nie geglaubt hätten, dass er kommen würde – wäre es eigentlich höchste Zeit für eine umfassende Sonderedition.

Bevor es hier aber zu philosophisch wird, zähle ich lieber ein paar andere sehr interessante zeitliche Verhältnisse aus dem Filmuniversum auf.

  • Zwischen der Veröffentlichung von Star Wars Episode VI (1983) und Episode I (1999) liegt inzwischen weniger Zeit, als zwischen der Veröffentlichung von Episode I und heute vergangen ist (16 Jahre)
  • In nur 2 Jahren wird es die Überarbeitete Fassung (1997) von Star Wars Episode IV (1977) schon genauso lange gegeben haben, wie den ursprünglichen Film bis zu seiner Überarbeitung.
  • Seit die um einige Szenen erweiterte und inzwischen wieder verworfene 20th Anniversary Edition von E.T. — der Außerirdische im Jahr 2002 erschien, sind schon wieder 13 weitere Jahre vergangen. In nur 7 Jahren wird es Zeit für die 40th Anniversary Edition dieses Klassikers.

Daran merkt man erstmal, wie die Zeit vergeht. Und wie alt seid Ihr so in „Filmjahren“ gerechnet? Ich bin ungefähr so alt wie E.T. (vielleicht nicht so alt wie die Idee, aber so alt wie der Film). Und welche Filme waren gerade aktuell in den Kinos, als Ihr angefangen habt, Euch diesem Hobby zu verschreiben?

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

4 Gedanken zu „Willkommen in der Zukunft

  1. Hallo leider unterliegen wir Deutschen dem Irrtum das er jetzt schon angekommen ist. Er landet in Kalifornien um 16:29 deren Zeit. Das ist aber von uns aus gesehen erst 8h später als jetzt.

    Und wird bei Terminator 1 nicht der Atomangriff der Maschinen 1997 gestartet?

    1. Da hast du natürlich ein bisschen Recht. Ich wollte aber, dass der Beitrag um 16:29 veröffentlicht wird. Das ist auch sehr passend, wenn man davon ausgeht, dass das Kino in die Zeitzone des Ortes wechselt, an dem der Film spielt. Abgesehen davon ist Kalifornien -8, wir aber (zur Sommerzeit) +2. Insofern ist der richtige Zeitpunkt 10 Stunden später, also am 21. Oktober 2015 um 26:29 Uhr. Blöd, oder?

      Das mit dem Terminator stimmt, ich meinte hier aber nicht die Zukunft, in der der Untergang beginnt. Die Zeit, von der aus der Terminator letztendlich zurückgeschickt wird, ist ja aber 2029.

  2. Hallo Bert,
    danke für die schönen Zusammenstellung !
    Aktuell zur meiner Zeit waren Filme wie: Das fliegende Auge (John Badham) oder The Day After – Der Tag danach (Nicholas Meyer).
    Ja, wie die Zeit vergeht.

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