Absorber, Resonatoren und Diffusoren

Der einfachste Weg, im Heimkino für eine spürbare Klangverbesserung zu sorgen, ist es, den Nachhall zu reduzieren. Die teuersten Lautsprecher bringen nichts, wenn der Raum hallt wie eine Garage.

Natürliche Einrichtungsgegenstände wie Sofas, Vorhänge und Teppiche tragen schon ordentlich dazu bei. Wer viele freie Wände oder große Fenster hat, kommt aber oft nicht um zusätzliche Maßnahmen herum. Welche Möglichkeiten es gibt und wofür sie geeignet sind, soll dieser Artikel zeigen.

Dekorative Plattenabsorber an den Wänden

Das Thema Raumakustik ist sehr komplex. Deshalb kann ich hier nur einen groben Überblick geben, welche Möglichkeiten Ihr habt. Aber auch die Anregungen, die ich hier gebe, sind noch längst nicht alles. Wenn Ihr genug Zeit und ein entsprechendes Budget habt, lest Euch weiter in das Thema ein oder nehmt Kontakt zu einem Akustiker auf. Es kann sich lohnen.

Absorber

Wäre es nicht praktisch, unerwünschten Nachhall einfach mit einem Schwamm aufsaugen zu können? Genau das machen poröse Absorber.

Absorber-Schaumstoff aus der NäheEs gibt verschiedene Materialien, aus denen Absorber gemacht werden. Die bekanntesten sind Basotect, Aixfoam, Steinwolle und Polyestervlies. Keines dieser Materialien hat etwas mit gewöhnlichem Schaumstoff zu tun — womit auch gleich die Frage beantwortet wäre, ob normaler Schaumstoff nicht auch etwas bringt. Die Materialien unterscheiden sich in ihrer Formstabilität, der Einfachheit bei der Verarbeitung und möglichen Gesundheitlichen Risiken; außerdem in ihrer Ansehnlichkeit im Rohzustand und natürlich im Preis.

Schallwellen, die auf den Absorber treffen, dringen durch die Poren in diesen ein und laufen sich im Inneren zu Tode. Die Schallenergie wird gebremst und in Wärme umgewandelt (allerdings keine Wärme, die man messen könnte).

Welche Frequenzen der Schaumstoff absorbiert, hängt neben seinem Material auch maßgeblich von seinem Volumen ab. Je dicker, desto tiefer, könnte man sagen, obwohl das im Detail meist deutlich komplizierter ist. Am besten wirken also richtig große Würfel. Im Idealfall würden diese überall im Raum verteilt, aber das ist in den meisten Räumen und gerade in einem Kino ja irgendwie unpraktisch. Aus diesem Grund gibt es zwei wesentliche Anwendungsfälle für Akustik-Schaumstoff: an den Wänden und in den Ecken.

Absorber sind in ihrem Rohzustand im Allgemeinen nicht besonders hübsch anzusehen. Zwar gibt es sehr hochwertige Produkte, die an sich schon ansehnlich sind, allerdings kosten diese auch eine ordentliche Stange Geld. Ich empfehle daher eher, zu günstigen Angeboten zu greifen, die in einem schlichten Grau zu haben sind, und nicht immer ganz perfekte Oberflächen aufweisen. Im Folgenden beschreibe ich auch, wie sich Absorber gut kaschieren lassen.

Plattenabsorber

Basotect-Platten in der Größe von meist 100 × 50 Zentimetern eignen sich hervorragend zur Wandmontage. Verschiedene Materialstärken von zum Beispiel 5 oder 10 Zentimetern erlauben es, den richtigen Kompromiss zwischen dem absorbierten Frequenzumfang und der Ansehnlichkeit im Raum zu finden.

Dekorative Plattenabsorber an den WändenUm den Nachhall in einem Raum weiter zu reduzieren, genügen 5 Zentimeter dicke Platten. Ab einer Oberfläche von zwei Quadratmetern stellt sich bereits eine wahrnehmbare Verbesserung ein. Besser geht es mit 10 Zentimeter starkem Material.

Damit die Absorber ihre volle Wirkung entfalten können, sollten sie da platziert werden, wo der Schall die größte Geschwindigkeit aufweist. Das ist nicht etwa direkt an der Wand, sondern ein paar Zentimeter davor (abhängig von der Frequenz). Als grobe Daumenregel sollte der Abstand von der Wand etwa die Hälfte der Materialstärke des Absorbers betragen. Einen 5 Zentimeter starken Absorber würde man also mit 2,5 Zentimetern Abstand von der Wand aufhängen.

Spätestens jetzt merkt Ihr sicher, dass 10 Zentimeter starke Plattenabsorber nach dieser Regel einen Aufbau von 15 Zentimetern auf die Wand bedeuten würden. Zwar muss man nicht die gesamte Wand damit zupflastern, aber auch als einzelne dekorative Elemente nehmen sie entsprechend Platz weg und sehen mit zunehmender Dicke weniger gut aus. Hier ist ein Kompromiss aus bestmöglicher Wirkung und erträglicher Optik gefragt. Ich tendiere dazu, lieber 10 Zentimeter starke Platten zu verwenden, und diese mit nur einem oder zwei Zentimetern Abstand von der Wand aufzuhängen. Der Anblick ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, geht dann aber doch ganz in Ordnung.

Es empfiehlt sich, eine gewisse Verteilung der Absorber im Raum anzustreben und die vom Schall stark frequentierten Flächen damit abzudecken. Gerade in einem Wohnraum hängt man sie dann aber doch eher dort hin, wo noch Platz ist. Da Plattenabsorber eine gute Wahl zum beseitigen der Erstreflexionen sind, leisten sie an den Seitenwänden sehr gute Dienste, insbesondere vor den Front-Lautsprechern. Die optimale Position ermittelt man mit der Spiegelmethode: Ein Absorber sollte dort hängen, wo man einen Spiegel hinhängen müsste, damit man darin von der Hörposition aus die Front-Lautsprecher erkennen kann. Aus Gründen des Aussehens und der Wirkung rate ich zudem dazu, stets mehrere Absorber nebeneinander aufzuhängen, vielleicht nach oben und unten etwas versetzt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Aufhängung an der Decke. Entsprechend verarbeitet kann das sehr unauffällig und doch wirkungsvoll sein. Man spricht dann von einem Deckensegel. Sehr attraktiv an dieser Lösung ist, dass man gleich indirekte Beleuchtung mit verbauen kann.

Wenn Ihr weniger ansehnliche Absorber erwerben möchtet, könnt Ihr diese mit relativ wenig Aufwand kaschieren, indem Ihr sie mit farbigem Stoff bespannt. Der Stoff sollte möglichst schalldurchlässig sein, denn Ihr wollt ja nicht, dass die Schallwellen an ihm abprallen und gar nicht erst zum Absorber gelangen. Mit etwas handwerklicher Begabung könnt Ihr einen Rahmen aus dünnem Holz bauen, der den Absorber einfasst. Die Breite des Rahmens sollte ungefähr die Materialstärke des Absorbers plus Wandabstand sein. Auf diese Weise könnt Ihr den Absorber mit zwei einfachen Nägeln an der Wand befestigen und gleichzeitig auf Abstand halten. Der Rahmen vermindert die Wirkung kaum — im Gegenteil, er funktioniert sogar wie ein einfacher Diffusor. Das Ergebnis sieht aus wie ein modernes Designelement, das sich auch gehäuft an der Wand gut sehen lässt.

Kantenabsorber

Den tieferen Tonlagen können auch Unmengen der Schaumstoffplatten nichts anhaben. Aber wie schon beschrieben bestimmt das Volumen, bis zu welchen unteren Frequenzen ein Absorber Wirkung zeigt. Deshalb sind Kantenabsorber eine sehr gute Anschaffung für ein Heimkino. Sie dämpfen vor allem den mittleren Frequenzbereich sehr gut und verbessern den Bass leicht.

KantenabsorberKantenabsorber haben die Grundfläche eines rechtwinkligen Dreiecks und sind üblicherweise etwa einen Meter hoch. Die beiden kurzen Seiten des Dreiecks sind je nach Produkt 20 bis 50 cm lang. Je größer, desto besser, denn mehr Volumen schluckt mehr Schall. Darüber hinaus zeigen aber die verwendeten Materialien meist keine Wirkung mehr.

Der Name Kantenabsorber rührt daher, weil man sie an den Kanten eines Raums platziert — sprich: in den Ecken. Die Ecken eines Raums sind im Bezug auf die Akustik allgemein sehr problematisch. Dort, wo zwei Wände aufeinander treffen, wird der Schall innerhalb kürzester Zeit zweimal nacheinander reflektiert. Deshalb hört man auch alles etwas lauter, wenn man selbst in einer Ecke steht. Auch beim Tiefbass sind die Ecken sehr kritisch — dort dröhnt es am meisten. Somit sind die Ecken der ideale Ort, um Schall zu absorbieren. Ganz nebenbei sind die voluminösen Kantenabsorber dort nicht im Weg.

Die dreieckige Grundform eines Kantenabsorbers legt den Schluss nahe, dass dieser mit der Spitze in die Raumecke aufgestellt werden müsste. Dem ist nicht so. Die Wirkung ist erheblich größer, wenn die Spitze wie ein Pfeil in den Raum zeigt, sodass hinter dem Absorber ein ebenfalls dreieckiger Hohlraum entsteht.

Kantenabsorber Aufstellung

In welchen Ecken man Kantenabsorber aufstellt, ist zunächst zweitrangig. Ich würde bevorzugt mit den hinteren Ecken beginnen, weil der Hauptschall hier zum ersten Mal den Raum durchquert hat, und damit „zum Aufsaugen freigegeben“ ist. Im Idealfall stellt man alle vier Ecken raumhoch mit Absorbern voll.

Da Kantenabsorber auch nicht gerade hübsch anzusehen sind, könnt Ihr sie hinter einem Vorhang verbergen. Ein Vorhang hat keine negativen Auswirkungen auf die Funktionsweise des Absorbers: Hohe Frequenzen schluckt der Vorhang bereits selbst, während tiefere, die hindurch gehen, vom Absorber gefangen werden. Mit entsprechend gebogenen Vorhangschienen könnt Ihr die Ecken umfahren. Alternativ trennt Ihr mit einem durchgehenden Vorhang einen kompletten halben Meter des Raums ab. Dahinter haben dann nicht nur die Absorber Platz, sondern bei Bedarf auch technisches Zubehör, zu dem man keinen Zugang benötigt.

Resonatoren

Da Absorber bei tiefen Frequenzen nicht allzu viel ausrichten, könnt Ihr mit Resonatoren gegen den Bass vorrücken. Resonatoren sind im Allgemeinen Objekte, die mit den auftreffenden Schallwellen mitschwingen, sie dann aber nicht wieder abgeben, sondern ersticken.

Wie schon bei den Absorbern kann man Resonatoren entweder geschickt als Designelemente an den Wänden unterbringen, oder im Raum verstecken. Am besten sind sie dort aufgehoben, wo der Schall am dicksten aufträgt. Beim Bass sind das meistens die Raumecken.

Der Bau sollte auf die räumlichen und akustischen Bedürfnisse abgestimmt werden. Die Größe und das Volumen sind entscheidend für die Frequenzen, die der Resonator schluckt.

Schmalbandige Resonatoren eliminieren nur wenige Frequenzen, sind dabei aber sehr effizient; breitbandige Resonatoren reagieren auf ein größeres Frequenzspektrum, ihr Wirkungsgrad ist aber schwächer.

Plattenresonatoren

Ein Plattenresonator ist ein stabiler Rahmen an einer Wand, dessen Vorderseite aus einer Platte besteht, die beim Auftreffen von Schallwellen mitschwingen kann. Der Resonator muss dabei luftdicht verschlossen sein, damit kein Druckausgleich erfolgen kann.

Treffen Schallwellen auf der Platte auf, versetzen diese sie in Schwingung. Im Inneren des Resonators wird die Schallenergie durch Verdichtung der Luft in Wärme umgewandelt.

Plattenresonatoren sind in entsprechender Anzahl sehr effizient und können an den Wänden geschickt in die Raumgestaltung integriert werden. Der Bau ist mit etwas handwerklichem Geschick nicht übermäßig kompliziert.

Problematischer ist dagegen die Abstimmung auf die entsprechenden Frequenzen, die geschluckt werden sollen. Bei näherer Betrachtung steckt in Plattenresonatoren relativ viel Materialaufwand. Ob sie am Ende wirklich die gewünschte Wirkung erzielen, ist auch ein wenig vom Glück abhängig. Meist sind Absorber in gleicher Größe und Stückzahl die bessere Investition und bringen nebenbei eine Erfolgsgarantie mit.

Helmholtz-Resonatoren

Helmholtz-Resonatoren werden eingesetzt, um bestimmte problematische Frequenzen im Bass-Bereich zu eliminieren. Sie werden auf diejenigen Frequenzen abgestimmt, die aufgrund der Raummoden sehr stark dröhnen oder ausgelöscht werden.

Bei einem Helmholtz-Resonator handelt es sich um einen geschlossenen Kasten, bei dem an einer Seite ein Rohr ins Innere führt — in etwa wie ein Lautsprecher mit Bassreflexrohr. Das Volumen des Kastens und der Durchmesser des Rohrs bestimmt die Frequenz, die absorbiert wird.

Sie gehören zu den schmalbandigen Resonatoren und werden deshalb gebaut, um bestimmte problematische Frequenzen zu eliminieren. Das Volumen muss exakt berechnet werden, um die genaue Frequenz zu treffen. Der Effekt kann etwas breitbandiger gemacht werden, indem man das Innere mit Dämmwolle füllt oder kleinere Löcher in die Wände bohrt.

Nicht zuletzt aufgrund des Aufwands und des benötigten Stellraums sind Helmholtz-Resonatoren eine Maßnahme, die nur bei sehr hohen Ansprüchen empfehlenswert ist. Die Berechnung der Größe muss sehr exakt erfolgen und setzt etwas Erfahrung voraus. Anderenfalls läuft man Gefahr, die gewünschte Frequenz zu verfehlen und den Klang so nur zu verschlechtern.

Diffusoren

Bücherregal
Bücherregale, aber natürlich auch DVD-Regale, wirken wie natürliche Diffusoren
(Bild: Rosel Eckstein / pixelio.de)

Diffusoren werden wie Absorber und Resonatoren ebenfalls an den Wänden oder der Decke befestigt. Es gibt sie in verschiedenen Ausprägungen, von denen zwei jedoch am häufigsten anzutreffen sind.

Ein Bücherregal, in dem alle Bücher mit unterschiedlichem Abstand zur Vorderkante einsortiert sind, ist ein alltägliches Beispiel für einen 1D-Diffusor. Für den zweiten Typ stellt Ihr Euch eine Großstadt mit vielen Wolkenkratzern vor, die alle die gleiche Grundfläche haben, aber unterschiedlich hoch sind. Wenn man ein Modell dieser Skyline an die Decke hängt, hat man einen erstklassigen 2D-Diffusor.

Die Aufgabe eines Diffusors ist es, dafür zu sorgen, dass eintreffender Schall nicht einfach hart an der Wand reflektiert wird. Stattdessen lässt er die Schallwellen unterschiedliche Wege nehmen und wirft sie in alle möglichen Richtungen zurück. Der Schall wird also gestreut und klingt entsprechend diffus.

In Wohnräumen gibt es häufig natürliche Diffusoren, zum Beispiel offene Möbel, Bücherregale und Pflanzen. Derartiges wirkt sich für gewöhnlich positiv auf die Akustik aus. Über die Anschaffung oder den Eigenbau von Diffusoren solltet Ihr nachdenken, wenn Ihr den Klang im Raum lebendig halten wollt. Das ist meist erwünscht, wenn man viel Musik hört.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

22 Gedanken zu „Absorber, Resonatoren und Diffusoren

  1. Hallo, bin gerade am Heimkino/Hobby Raum ausbauen und habe bisher einen Teppichboden und auch Baumwollputz an meinen Betonwänden. Jetzt ist der Raum aber noch sehr sehr hallig. Hoffe die Absorber für Ecken und Wände bringen eine deutliche Besserung. Welche Absorber haben Sie in ihrem Heimkino? Mir gefällt der schwarze Rahmen. Schau mich gerade bei aixofarm und Design-Heimkino um. Oder Marke Eigenbau?

    1. Ich habe mir zweimal das Paket vom Schaumstoff-Discounter geholt. Darin sind jeweils 4 Kantenabsorber und diverse Platten in 5 und 10 cm Stärke.

      Die Wandabsorber sind Marke Eigenbau. Ein Holzrahmen zusammengeleimt und dunkel gestrichen. Die Schaumstoffplatten mit Stoff bespannt (von hinten mit Stecknadeln befestigt). Dann werden die einfach in den Rahmen geklemmt und damit aufgehängt. Es kommt einzig auf die genauen Maße des Rahmens an. Die Innenmaße sollten je 2 mm größer sein als der Absorber. Als Holz hab ich Pappel genommen und zusägen lassen — wegen dem geringen Gewicht.

        1. Ja, das Zeug war als Akustikstoff ausgeschrieben. Was auch immer das genau zu bedeuten hat. Im Prinzip ist das nicht so wichtig, weil der Stoff sowieso kein Volumen hat, das auf die Akustik einwirken könnte. Er sollte nur nicht besonders glatt sein, damit er weder Licht noch sehr hohe Frequenzen reflektiert.

  2. Hallo, vielen Dank für den interessanten Artikel!
    Es wird ja immer auf Probleme bei der Aufstellung von z.B. Nahfeldmonitoren in Wandecken hingewiesen. Sind diese Probleme gleichrangig zu sehen mit der Aufstellung direkt in den Ecken von Bücherregalen aus Holz (z.B. Billy Regale von Ikea)?
    Mein Nahfeldmonitor links vom Schreibtisch steht derzeit aus Platzgründen in einem angrenzenden offenen Regalfach eines Bücherregals. Monitore sind Eve Audio SC205 mit Bassreflexöffnung nach hinten. Wird in diesem „Regalwürfel“ der Bass nun eher verstärkt oder trifft dies hier weniger zu?
    Vielen Dank für die Hilfe!

    1. Bei der Aufstellung in einem Regal ist das Problem meist ein anderes (außer wenn das Regal auch noch in einer Raumecke steht). Hier bringt der Bass eher das Regal zum Mitschwingen, was manche Frequenzen unschön verstärkt. Zudem treten zusätzliche Reflexionen im Hoch- und Mittelton auf. Alles Sachen, die man lieber nicht haben will. Wenn es nicht anders geht, helfen zwei Dinge:

      • Gegen den Bass hilft eine Socke in der Bassreflexöffnung — das schwächt ihn so weit ab, dass das Regal nicht so schnell vibriert.
      • Den Lautsprecher so weit wie möglich nach vorne ziehen bzw. aus dem Regal hinaus ragen lassen — die Membran sollte möglichst außerhalb des Regals sein.
  3. Hallo Bert. Sehr tolle Seite, viele interessante Infos! Ich hätte eine Frage bezüglich des Molton-Stoffes: Kann ich den Raumteiler benutzen? Ich wollte einen circa 35 m2 großen Raum mit einem Vorhang aus Molton abgrenzen. Diese „Vorhang-Seite“ wird rechts, wenn man auf die Leinwand schaut, vorbeilaufen. Kommt das der Akkustik zugute? Oder kann ich diese Seite genauso gut offenstehen lassen, wenn da ja sws. keine Mauer dahinter ist?

    Vielen Dank,
    Jan

    1. Hallo Jan,

      wenn Du auf der linken Seite eine Wand hast, wird sie sich akustisch in jedem Fall von der rechten Seite unterscheiden. Ob Du das bewusst wahrnimmst, ist die andere Frage.

      Ein Molton-Vorhang wird auf jeden Fall rechts die Höhen stark dämpfen. Das führt zu einem Ungleichgewicht zwischen links und rechts, das man durchaus hören kann. Deshalb kann ich das nicht empfehlen. Der offene Raum wäre deutlich besser. Wenn Du gerne einen Vorhang hättest — zur Verdunkelung, Abgrenzung, aus optischen Gründen — dann nimm doch einen aus einem leichteren Stoff. Eventuell etwas dünneres mit glatter Oberfläche. Das dämpft zwar auch mehr als eine nackte Wand, aber nicht so extrem, dass es gleich negativ auffällt.

      1. Hallo Bert,

        Vielen Dank für Deine Antwort. Un wenn ich vor die Wand links auch einen Vorhang aus Molton hängen würde? Oder ist das zu viel des Guten?

        1. Dann wäre es zwar gleichmäßig, aber wahrscheinlich wirklich etwas zu viel. Du machst Dir damit halt die Höhen kaputt. Und es dämpft ja auch wirklich nur die Höhen, d. h. der Vorhang alleine ist keine akustische Lösung.

  4. Hallo Bert bin gerade mit der Akustik in meinem Heimkino zugange , du machst nicht zufällig Beratung vor Ort würde mir gerne Professionellen Rat holen wollen.

    1. Hi Denis, direkt Beratung vor Ort biete ich nicht an, aber wie so oft im Leben: kommt darauf an. Am besten schickst Du mir mal eine E-Mail und schilderst kurz Deine Situation. Eventuell hab ich dann auch noch den einen oder anderen Berater in Deiner Nähe als Empfehlung parat.

  5. Hallo Leute,

    da ich handwerklich ein wenig begabt bin, würde ich mir gerne Plattenabsorber selber bauen.

    Dazu habe ich mir bereits in einem IKEA den Stoff „DITTE“ besorgt. Dieser wird allem Anschein nach sehr oft für solche Zwecke „missbraucht“ 😉

    Als Füllstoff soll Steinwolle (z.B. Sonorock von Rockwool)in 10cm Dicke fungieren, eingefasst in einen dünnen Holzrahmen. Dieser wird dann mit dem Stoff bezogen.

    Die Absorber haben dann eine Größe von ca. 100x65x10cm. So weit, so gut.

    Es ist mir auch bewusst (dank dieses Artikels), wo ich diverse Absorber anbringen muss. Was mir allerdings nicht so ganz bewusst ist, in welche Höhe ich sie anbringen soll. Mittig zwischen Boden und Decke oder doch eher weiter oben oder weiter unten?

    Über Tipps würde ich mich freuen 🙂

    Gruß, Andreas

    1. Hallo Andreas,

      der Plan ist so perfekt! Im Idealfall befinden sich Lautsprecher, Ohren und Absorber alle auf der selben Höhe. So fangen sie frühe Reflexionen und Flatterechos perfekt ab. Abwägen muss man dann natürlich noch die Optik für den Raum. Bei einem Meter Höhe hat man da aber auch genug Spielraum, um ein wenig nach oben zu rutschen.

  6. Hallo Bert,

    ersteinmal:
    Danke für diese tolle Seite!!!
    endlich kann einem mal gebündelt, leicht verständlich & wie ich glaube, ohne Verkaufs-Voodoo die Raumakustik-Thematik erklärt werden.
    Das ist denke ich auch absolut notwendig!… dieses Thema ist denke ich alles andere als „kommerziell“ – sei es finanziell oder der Thematik an & für sich.

    Ich habe mich jetzt wirklich durch alle Thematiken durch gearbeitet.
    & trotzdem:
    Es bleibt wie bisher das Gefühl bzw. die Angst, keine optimalen Produkte aus zu wählen & vermutlich doch wieder viel Geld raus zu werfen für wenig Erfolg – wie es mir bisher leider schon erging.

    Eine Frage:
    Kann man sie gegebenenfalls für eine Vor-Ort Bewertung buchen?
    Oder aber:
    Kennen sie jmd der im Berliner Raum womöglich ohne uptopische Summen zu verlangen oder entsprechende Voodoo Produkte verkaufen zu wollen adäquat helfen könnte?

    Demnächst (im Juli) wird meine Eigentumswohnung fertig gestellt werden.
    Dort möchte ich dieses mal ein letztes mal den Versuch starten, meine Raumakustik auf ein akzeptables Niveau zu hieven. Ohne Hilfe werde ich wohl auch dieses mal wieder scheiteren, so befürchte ich.

    Noch könnte ich sogar auf gewisse bautechnische Aspekte Einfluss nehmen.

    Vllt können sie mir ja helfen? 🙂

    1. Hi Christoph,

      ich biete zwar keine Vor-Ort-Beratung an, aber vieles kann man vorab anhand eines Bauplans per Mail klären. Siehe hier ganz am Ende. Viele Maßnahmen kann man vorab schon einleiten. Das Feintuning kann ohnehin erst erfolgen, wenn der Raum existiert und halbwegs eingerichtet ist.

      1. Aber grade um dieses „Feintuning“ mache ich mir ja Sorgen.
        Genau da bräuchte ich wohl leider Hilfe.

        Wissen sie womöglich an wen man sich am besten wenden kann wenn man, in Berlin wohnhaft, Hilfe benötigt?

  7. Hallo Bert,

    auch von mir ein ein großes Dankeschön für diese Seite.

    Ich plane derzeit mein entstehendes Keller-Heimkino akustisch abzusichern. Dazu plane ich mir Absorber zur Erstellung von 4 Deckensegeln bei dem von Dir genannten Anbieter zu bestellen. Allerdings zögere ich derzeit noch mit der Bestellung, da ich mir unsicher bin, was die notwendige Stärke angeht. Ich hatte da an die Maße 1000x500x100mm gedacht. Da die Raumhöhe aber nur 2,10 m beträgt, bin ich mir nicht sicher, ob eine Stärke von 100 mm nicht doch zu viel des Guten ist, da die Deckensegel ja im Idealfall mit etwas Abstand zur Decke aufgehängt werden sollten. Dann besteht aber im ungünstigsten Fall die Gefahr, dass die Absorber schon sehr nahe in den Bereich des Blickfeldes zur Leinwand kämen. Wäre daher eher eine Stärke von 500 mm sinnvoll, oder noch weniger?

    LG André

    1. Hallo André,

      bei dieser Deckenhöhe würde ich auch auf 5 cm starke Platten mit 2,5 cm Abstand ausweichen. Das drückt sonst zu sehr von oben. Dünner sollte es nicht werden, sonst bringt es kaum noch was.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.