Argumente finden: Wie Ihr Eure bessere Hälfte von einem Heimkino überzeugt

Heute gehen wir einer ganz einfachen Frage nach: Wie erklärt Ihr Eurer Frau, dass Ihr einen mindestens vierstelligen Betrag aus der Haushaltskasse nehmen und aus dem Fenster werfen möchtet? Ein paar Argumente solltet Ihr da schon parat haben.

Gut, vielleicht habt Ihr das Zepter in der Hand, seid Alleinverdiener, müsst nicht fragen, wie Ihr über das gemeinsame Geld verfügt. Schön für Euch, lest was anderes. Aber bitte bleibt fair. Was finanziell nicht geht, das geht eben nicht. Erwartet keine bedingungslose Kapitulation, wenn es um Geld geht. Auch wenn Ihr der Finanzminister seid, müsst Ihr im gemeinsamen Interesse handeln.

Übrigens: Ihr werdet in diesem Blog gelegentlich bemerken, dass ich von der Annahme ausgehe, Ihr seid der männliche Part in einer Lebensgemeinschaft. Entweder seid Ihr alleine und müsst keine Rücksicht nehmen, oder die Chancen stehen sehr gut, dass ich Recht habe. Falls ich in Eurem Fall daneben liege, nehmt mir meine einseitigen Formulierungen bitte nicht übel.

Finanzielle Hürden

Ihr habt ein Hobby, nämlich Euch gute Filme anzusehen. Auch wenn Ihr Filme nicht kauft, ist das teilweise ein Sammel-Hobby. Ihr sammelt (gesehene) Filme. Dafür wendet Ihr Freizeit auf. Wenn Ihr Freizeit für etwas aufwenden, dann soll es auch Spaß machen. Ihr wollt es richtig machen. Ganz oder gar nicht. Ein Hobby ist nun mal ein Hobby, eine Passion, das könnt Ihr nicht einfach abschalten. Der Wunsch braucht ein gewisses Maß an Genugtuung. Deshalb — ob Ihr nun ein Heimkino baut oder nicht — werdet Ihr für Euer Hobby Geld ausgeben. Da Ihr die Kasse also ohnehin belastet, stellt sich nur die Frage, wie Ihr das möglichst nutzbringend bewerkstelligt.

Hier sind ein paar Punkte, die Ihr zur Überzeugung oder zumindest zur Kompromissfindung anbringen könnt:

  • Ihr könnt aufhören, so oft in öffentliche Kinos zu gehen. Die meisten Filme gibt es nicht mal vier Monate später im Verleih. Während ein Kinobesuch mit allem Drum und Dran mindestens 30 € kostet (Karten für zwei, Popcorn und Cola, Anfahrt, Parkgebühren — rechnet mal nach), kommt Ihr zuhause im Schnitt mit 3 € davon.
  • Ein Film im öffentlichen Kino kostet auch Zeit. Hin- und Rückfahrt, Wartezeit, Werbung — da sind 4 Stunden schnell weg. Zuhause seid Ihr nach 2 Stunden definitiv fertig und habt viel Zeit für andere schöne Dinge übrig.
  • Hört auf, so viele Filme zu kaufen. Der Kauf einer einfachen Blu-ray rechnet sich nur, wenn Ihr den Film mindestens 6 Mal ansehen werdet. Ihr könnt auf eine Videothek ausweichen und bezahlt dort für einen Film leicht weniger als 2 €.
  • Zuhause könnt Ihr den Film unterbrechen, wenn Ihr zur Toilette müsst oder müde seid. Wenn Euch (oder eher ihr) kalt ist, könnt Ihr Euch und sie in eine Decke einpacken und niemand wird blöd gucken. Auch wird hinter Euch niemand rascheln, neben Euch niemand quatschen und vor Euch wird kein zwei Meter großer Typ die Sicht versperren.

Kino-EintrittskartenVerhandelt notfalls, indem Ihr noch etwas anderes aufgebt, was Euch nicht so wichtig ist, aber Geld kostet. Geht nicht mehr ins Stadion oder zu Konzerten — schließlich geht das im Heimkino auch ganz gut.

Vielleicht fallen Euch noch mehr Dinge ein, die Ihr als „Gegenleistung“ anbieten könnt. Gönnt Euch ruhig mal eine Stunde mit dem Taschenrechner. Ich könnte Euch hier viel vorrechnen, aber wenn Ihr Eure persönlichen Zahlen verwendet, habt Ihr verlässlichere Ergebnisse. Rechnet Euch mal aus, nach wie vielen Filmen im Heimkino sich dieses bereits amortisiert hätte. Wie viele Filme dürftet Ihr nicht kaufen (sondern stattdessen ausleihen), um Eure geplante Investition in ein Kino tätigen zu können?

Wünsche wecken

Nicht jeder Mitbewohner lässt sich rein mit finanziellen Argumenten breit schlagen. Offen gesagt gibt es davon ja auch nicht viele, denn wenn Ihr meinen Vorschlag mit dem Taschenrechner befolgt habt, konntet Ihr Euch ausrechnen, wie oft Ihr in ein öffentliches Kino gehen könntet, bis die Kosten eines Heimkinos erreicht wären. Ziemlich oft.

Wie auch immer, ein Heimkino ist eben auch ein Stück Luxus. Ganz unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten kann man sowas haben, oder auch nicht. „Wozu brauchen wir das?“ ist eine berechtigte Frage, schließlich kann man Filme doch auch mittels eines normalen Fernsehers anschauen. Ein Heimkino ist eigentlich nichts anderes, als Filme ansehen auf hohem Niveau.

Wenn derartige Bedenken im Raum stehen, sucht Euch jemanden in Eurem Bekanntenkreis, der bereits ein Heimkino hat. Schnappt Euch Eure Partnerin und geht dort mal auf einen Film vorbei. Wenn Worte nicht überzeugen können, muss sie es vielleicht am eigenen Leib erfahren.

Wählt den Film mit Bedacht. Es muss etwas sein, was ihr in jedem Fall gefallen wird. Wenn sie nicht gerade ein Fan von Action ist, versuchen Sie nicht, mit Bassgewittern zu überzeugen. Das zieht nicht, sondern weckt eher Befürchtungen im Bezug auf die häusliche Ruhe. Sucht stattdessen einen bildgewaltigen aber emotionalen Film heraus.

Vorteile für die Einrichtung

Eventuell habt Ihr schon festgestellt, dass die meisten Frauen keine Lautsprecher sehen möchten. Sie finden die großen Kisten hässlich. Dieses ganze Zeug gehört nicht in ein Wohnzimmer. Auch Musik sollte am besten einfach aus der Luft kommen. Richtig: hier geht es um den Woman Acceptance Factor.

Argumente für neue Lautsprecher sind nicht immer leicht zu findenDas ist Euer Argument für einen eigenen Kinoraum. Wenn Ihr ein Kino im Keller bekommt, verschwindet dieser ganze Technikkram aus dem Wohnzimmer. Es muss nie wieder Uneinigkeit wegen der Lautstärke herrschen. Zudem gibt es auch keinen Streit mehr um das Fernsehprogramm.

Neben den Lautsprechern verschwinden auch die ganzen Kabel, die in allen Ecken herum liegen. Die anderen Geräte sind ohnehin nur lästige Staubfänger und wollen jede Woche abgewischt werden. Wozu braucht man das alles überhaupt? Raus damit! Im Kellerkino werdet Ihr das in Zukunft alles selbst putzen. Ist ja schließlich Euer Kino. Mal ehrlich, damit kann Mann doch leben, oder?


Ich hoffe Ihr konntet hier die eine oder andere Idee finden, die Ihr noch nicht ausprobiert habt. Fallen Euch noch andere Argumente ein? Ab in die Kommentare damit.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

2 Gedanken zu „Argumente finden: Wie Ihr Eure bessere Hälfte von einem Heimkino überzeugt

  1. Es geht auch anders rum 🙂
    Bin weiblich und schon seit langem Filmfan der auch technikbegeistert ist. Habe auch ein recht anständiges Wohnzimmer-Heimkino. Jetzt mit dem Neubau soll ein Heimkino im Keller mit separatem Raum für meine Filmsammlung (ca. 3500 Stück) her. Aber mittlerweile hab ich meine bessere Hälfte schon recht breit geschlagen, er sagt nur noch „du zahlst es“ 🙂 Es gibt also durchaus auch einen MAF (Man Acceptance Factor).
    Viele Grüße
    Kat
    P.S. du hast eine richtig tolle Seite, die mir bei der Heimkinoplanung schon gute Tipps gegeben hat!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.