Vorerst keine schwere Entscheidung

Auro-3D oder Dolby Atmos?

Bevor du dein Heimkino mit 3D-Sound ausstattest, musst du dir die alles entscheidende Frage stellen: Willst du Dolby Atmos oder Auro-3D? Die Frage ist deshalb so wichtig, weil beide Systeme ein völlig anderes Lautsprecher-Setup verwenden. Die Anordnung der Lautsprecher ist nicht kompatibel.

Silhouette eines Kopfes, ein roter Kopfhörer am linken Ohr, ein blauer am rechten.

In diesem Artikel erfährst du, was die Unterschiede zwischen Dolby Atmos und Auro-3D sind, und worauf du dich jeweils einlässt. Neben den technischen Aspekten werde ich hier aber auch ganz deutlich meine Meinung kundtun und mich auf eine Seite schlagen. Bitte bedenke das beim Lesen und bilde dir anschließend selbst eine Meinung. Gegendarstellungen sind sehr gerne in den Kommentaren gesehen.

Dolby Atmos oder Auro-3D – die Unterschiede

Der offensichtliche Unterschied zwischen Dolby Atmos und Auro-3D liegt zunächst im Lautsprecher-Setup und deren Aufstellung. Beide Systeme bauen auf dem klassischen 5.1- oder 7.1-Setup auf, entwickeln sich nach oben dann aber anders.

  • Dolby Atmos arbeitet mit 2 oder 4 Höhenlautsprechern, die alle an der Decke über dem Zuschauer hängen. Die Anzahl der Höhenlautsprecher bestimmt deren Position, entweder fast genau über der Hörposition oder im 45°-Winkel nach vorne und hinten versetzt.
  • Auro-3D arbeitet in der 9.1-Basiskonfiguration genau wie Dolby Atmos mit 5.1.4. Die Lautsprecher müssen aber an den Wänden ganz oben über den jeweiligen Lautsprechern der unteren Ebene hängen, um den geforderten Winkel von ca. 30° einzuhalten. Bei Auro-3D 10.1 kommt mittig über dem Hörplatz der „Voice of God“ hinzu. Bei 11.1 und 13.1 kommen weitere Kanäle hinzu, die im Heimkino aber erst in einer sehr hohen Preisklasse Relevanz haben.

Die unterschiedlichen Positionen machen eines deutlich: Entweder Dolby Atmos oder Auro-3D – beides gleichzeitig mit den selben Lautsprechern geht nicht oder endet in einem Kompromiss. Dabei stellt sich die Frage, ob es das wert ist, den Kompromiss einzugehen.

Kanalbasiert / objektbasiert

Der zweite wesentliche Unterschied ist die Art des Signals bzw. wie die Höhenkanäle mit Geräuschen bestückt werden.

Auro-3D geht hier den klassischen Weg. Jeder Lautsprecher hat seinen diskreten Kanal, der alles enthält, was von dort eben zu hören sein soll. Genau wie bei klassischem 5.1, nur eben mit noch mehr Kanälen für die Decke. Man spricht daher von einem kanalbasierten Tonformat.

Dolby Atmos ist hingegen ein objektbasiertes Tonformat. Jedes Geräusch ist ein Objekt mit einer Richtungsinformation – „so klingt es und von dort kommt es“. Der AV-Receiver berechnet daraus, über welche Lautsprecher das Geräusch wiedergegeben werden muss.

Des einen Vorteile sind des anderen Nachteile:

  • Das objektbasierte Format von Dolby Atmos ist erheblich flexibler, was Anzahl und Aufstellung der Lautsprecher angeht. Du kannst die Winkel nicht exakt einhalten? Kein Problem, der AV-Receiver berechnet das schon passend. Du hast nur Platz oder Geld für 2 Höhenlautsprecher? Schon in Ordnung. Auch wenn es sinnvoll ist, sich so nah wie möglich an die Vorgaben zu halten, ist dieses System „consumer-freundlich“.
  • Bei Auro argumentiert man sehr gut für das kanalbasierte Format. Ein Geräusch wird auf einer Tonspur nicht immer nur über eine Richtung abgebildet. Wenn jemand in einem Raum spricht, gibt es auch Reflexionen an den umgebenden Wänden, die über andere Kanäle abgebildet werden müssen. Eine kanalbasierte Tonmischung kann also wesentlich realistischer sein. Deshalb müssen die Winkel der Lautsprecher auch so genau wie möglich eingehalten werden.

Beides hat seine Berechtigung und muss ernst genommen werden. Was mir die Entscheidung leicht macht, sind eher praktische Gründe.

Der Versuch einer logischen Schlussfolgerung

Betrachten wir einmal ganz nüchtern die Fakten zu Dolby Atmos und Auro-3D, kann das eigentlich nur in eine Richtung laufen.

  • Für Dolby Atmos gibt es haufenweise Material. Moment – du findest, dass rund 50 Filme auf dem deutschen Markt (Stand Mitte 2018) alles andere als „haufenweise“ ist? Na schön, aber immer noch besser als die 2 Filme mit Auro-3D-Tonspur.
  • Wenn du Auro-3D willst, bist du auf AV-Receiver von Denon oder Marantz eingeschränkt. Die Entscheidung für oder gegen ein Modell eines bestimmten Herstellers sollte aber nicht alleine davon abhängen müssen. Es kommt viel mehr auf die übrigen Qualitäten an: Klang, Einmesssystem, Bedienkonzept, Verarbeitung – ja selbst so unscheinbare Dinge wie Hitzeentwicklung und Häufigkeit von Defekten. Diese Sachen sind es, die dir langfristig das Leben schwer oder leicht machen.
  • Du kannst ein sauberes 5.1.4-System umsetzen und brauchst dafür noch nicht mal einen AV-Receiver aus der obersten Preisklasse. Für Auro-3D 10.1 – darunter sollte man eigentlich gar nicht anfangen, dazu gleich mehr – musst du tiefer in die Tasche greifen und u.U. sogar einen externen Verstärker für den „Voice of God“ anschaffen.
  • Du willst 3D-Sound kannst aber keine Lautsprecher an die Decke hängen? Mit Dolby Atmos via Deckenreflexion kein Problem. Mit Auro-3D – Fehlanzeige, ganz oder gar nicht. Das ist immerhin konsequent, zumal Deckenreflexion ja ein paar nicht ganz unerhebliche Nachteile hat.

Der Voice of God ist eine gute Idee. Ich bin ein großer Fan von Center-Lautsprechern und mag zum Beispiel auch die selten gewordene 6.1-Konfiguration. Der mittige Deckenlautsprecher über dem Zuschauer ist auch bitter nötig, denn ohne hat Auro-3D keine richtige geschlossene Abdeckung im oberen Bereich.

Für eine halbwegs geschlossene Höhenebene ohne Voice of God hängen die Lautsprecher der oberen Ebene mit 30° einfach zu tief. Das ist ohnehin ein Problem: die Unterscheidung zwischen unten und oben fällt viel schwerer. Die beiden Ebenen vermatschen viel zu leicht, gerade in akustisch suboptimalen Wohnräumen.

Aber die Upmixer!

Ja, aber Auro-3D hat doch mit Auro-Matic® den viel besseren Upmixer! Wenn das alle sagen, muss es ja stimmen.

Fakt ist: Du kaufst dir ein System mit Höhenlautsprechern nicht wegen irgendwelchen Upmixern. Du willst diskrete, ortbare Effekte von oben. Dafür brauchst du native Tonspuren. Ein Upmixer produziert keine Effekte. Er wendet nur einen unbedarften Algorithmus auf die Signale der unteren Ebene an, so dass der Sound nach oben hin voluminöser wirkt. Du erreichst einen ähnlichen Effekt, wenn du die Zimmerdecke reflektierend gestaltest, Diffusoren installierst oder die Surround-Lautsprecher höher hängst.

Hinzu kommt, dass Dolby willens ist, seine Lizenz einzuschränken, so dass du Dolby-Tonspuren nicht mehr mit dem Auro-Upmixer laufen lassen kannst. Zwar wurde diese Einschränkung für aktuelle AVR-Generationen dementiert, aber der Wunsch danach ist ja bei Dolby offenbar vorhanden. Man weiß nie, was das nächste Update bringt. Es kann also sein, dass ganz schnell Schluss ist mit der Auro-Matic®. Zugegeben, nett wäre das nicht. Aber es wäre ein schlauer Schachzug von Dolby, um dem Konkurrenten das Wasser abzugraben.

Was ich damit aber nur verdeutlichen will: Es ist derzeit ein wenig unsicher, sich auf dem Terrain von Auro-3D zu bewegen. Das wird sich auch nicht ändern, so lange es nicht mehr native Tonspuren in diesem Format gibt. Mit einem für Auro-3D optimierten Setup wirst du am Ende doch immer dazu genötigt (oder zumindest geneigt) sein, Dolby-Atmos-Tonspuren wiederzugeben – nur eben mit einer dafür ungünstigen Aufstellung. Und bitte – es kann mir keiner erzählen, er würde allen Ernstes auf die Effekte einer verfügbaren Dolby-Atmos-Tonspur verzichten und nur den 7.1-Kern wiedergeben, um diesen mit der Auro-Matic® hochrechnen zu lassen.

Was ist eigentlich mit DTS:X?

Wo bleibt eigentlich DTS:X bei der ganzen Sache? Sucht man nach einer offiziellen Empfehlung zur Lautsprecher-Aufstellung für DTS:X, findet man nur folgende Aussage:

Because DTS:X doesn’t require any specific speaker layout, you can arrange your home theater system however you want. dts.com

Das ist sehr freundlich von DTS, dass sie uns nicht noch mehr Probleme machen. Viel mehr ist aber auch das ist ein schlauer Schachzug – der Schachzug des letzten, der aus den Startlöchern kam. Weil DTS sein 3D-Tonformat als letzter Anbieter zum Laufen bekam, mussten sie sich etwas einfallen lassen, diesen Rückstand wieder aufzuholen.

DTS:X wird einfach zu „kompatibel mit allen anderen Setups“ erklärt. Es ist ein objektbasiertes Tonformat und lebt – wie Dolby Atmos – von den Winkeln, die hoffentlich für alle Lautsprecher im AV-Receiver korrekt angegeben wurden.

Somit lässt es sich sowohl mit einem Dolby-Atmos-Setup mit 2 oder 4 Höhenlautsprechern wiedergeben, als auch mit einem Auro-3D-Setup. Letzteres könnte man natürlich auch mit einer Dolby-Atmos-Tonspur machen, aber das beseitigt ja nicht die anderen Probleme mit dieser Aufstellung.


Wichtig ist am Ende nur eines: Du solltest dich für eines der Systeme entscheiden und das dann richtig umsetzen. Beide Systeme kannst du nicht kompromisslos mit den selben Lautsprechern vereinen.

Ebenso ist es nicht sinnvoll, beide Setups durch zusätzliche Lautsprecher im selben Raum zu vereinen. Das endet nur in einer Materialschlacht.

Meiner Meinung nach kann hier nur Dolby Digital das Rennen machen, weil es flexibler ist und das für Wohnräume günstigere Grundsetup hat. Die Verfügbarkeit nativer Tonspuren ist ebenfalls schwer weg zu argumentieren. Dass diese oft qualitativ unterirdisch sind, ist ein ganz anderes Problem.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

18 Gedanken zu „Auro-3D oder Dolby Atmos?

  1. Hallo Bert,

    Toller Bericht, allerdings muss ich jetzt etwas Kritik üben.

    Also meiner Meinung find ich es sehr schwierig Dolby Atmos, Auro 3D, DTS:X zu empfehlen, bzw. zu bewerten wenn man in seinem eigenen Heimkino keine dieser Konstallationen installiert hat, wie das bei dir der Fall ist. Und somit keine wirklich praktischen Erfahrungen gemacht hat?

    Ich habe ein 7.2.4 System installiert mit 4 HEIGH Lautsprecher (keine Deckenlautsprecher). Dieses wird genutzt für Dolby Atmos (nativ) Dolby Upmixer (Dolby Surround) und DTSX bzw. DTS neural X.

    Der 3D Effekt bzw. das Raumgefühl kommt durch die Heigh Lautsprecher vieeel besser zur Geltung als über die zuvor installierten Deckenlautsprecher. Die gesamte Bühne wird viel größer.

    Und zudem verrichten die Upmixer einen derart guten Dienst das die nativen Atmos Spuren bei mir selten zum Einsatz kommen. Der Algorithmus der bei dir ja öfters eher belächelt wird, ist unglaublich präzise und errechnet den Surround Sound für die Heigh Boxen teilweise besser als fast jede native Spur.

    Viele Grüße Jonas

    1. Hi Jonas,

      danke für deine Kritik. Du hast Recht, ich setze Atmos selbst noch nicht ein. Aber wer sagt denn, dass ich nicht schon diverse Atmos- und Auro-Installationen in anderen Kinos gehört habe? 😉

      Mir geht es hier ja auch gar nicht um die Praxis – jedes System ist für sich genommen toll und klingt ganz und gar prima (richtig aufgebaut zumindest). Ich wollte eigentlich nur rüberbringen, dass es so gut wie keinen rationalen Grund gibt, auf Auro-3D zu setzen.

      Das hast du ja scheinbar auch nicht getan. Nicht so ganz jedenfalls. Du scheinst zufrieden zu sein – das ist gut. Aber ich würde mich schon mal fragen, weshalb die eigentlich korrekte Atmos-Aufstellung mit Deckenlautsprechern und eine native Tonspur schlechter klingt.

      Ich bin übrigens kein Gegner von Upmixern. Ich bin nur nicht dafür, Upmixer einer nativen Tonspur grundsätzlich vorzuziehen (was man bei Auro-3D mangels Quellmaterial praktisch immer tun muss).

      1. Hallo Bert,

        Ja, in der Tat habe ich keinen Auro3D dekoder in meinem Receiver. („nur“ Atmos und DTSx). Allerdings sind die Spuren bzw. Die Upmixer von Auro 3D / DTSX ziemlich ähnlich in der Aufstellung, Konvertierung etc.

        Ich habe ein ziemlich konkretes Beispiel weshalb gaaanz viele native Atmos Spuren die in der letzten Zeit erschienen sind, die einfach nicht das tun was sie tun sollen. Nämlich Höheninformationen dann zu liefern wenn es Sinn macht.

        Bei der aktuellen Blu-ray von Tomb Raider (2018) diese in nativer Tonspur auf der Scheibe ist, gibt es dermaßen viele direktvergleiche mit der nativen Atmos Spur zu den Upmixern. Es stürzten in einer Szene Flugzeugteile von OBEN auf den Zuschauer. Bei der Atmos Spur bleiben in der Szene die Höheninformatiomen einfach stumm(!!).
        Sobald man aber die Upmixer aktiviert, fliegen die Teile plötzlich von oben. Und das in sehr guter Präzision, Auflösung ohne irgendwelche Einschränkungen durch das upmixing was durchaus vorstellbar wäre.

        Andere Szene anderer Film. In Transformers, Teil 4 fliegt in einer Anfangszene ein Flugzeug an einem Zuschauer vorbei. Von Rechts hinten nach rechts vorne. Und es fliegt eindeutig ÜBER dem Zuschauer. Die native Atmos Spur bleibt in den Höheninformationen tatsächlich STUMM. Die Upmixer bringen den Sound exakt von rechts hinten oben nach vorne rechts OBEN.

        Das sind wirklich erschreckende Beispiele die es leider viel zu oft gibt. Ich könnte hier noch über viele andere Beispiele berichten.

        Deshalb bleibt schon die Frage, weshalb man auf Deckenlautsprecher bzw. natives Dolby Atmos setzen sollte, obwohl der Anbieter dafür sehr oft schlechtere Ergebnisse liefert als die Konkurenz von DTS oder Auro durch deren Upmixer…

        Ob Dolby tatsächlich die Upmixer mit anderen Formaten für die zukünftigen AV Receivern einschränkt ist noch nicht wirklich Spruchreif.

        Deshalb finde ich sollte man mit solchen Empfehlungen für ein bestimmtes Format sehr vorsichtig sein.

        Gruß Jonas

        1. Bedingt durch das Prinzip von Upmixern ist es immer noch reiner Zufall, wenn Effekte damit von oben kommen, die dort hin gehören (beim Upmixing von Atmos-Spuren vielleicht weniger als bei 5.1-Spuren, aber dennoch reine Glückssache). Ist doch klar, dass dann die Effekte, wo das gerade mal perfekt funktioniert, als die ultimativen Beispiele herangezogen und überall aufgelistet werden.

          Die Tatsache, dass ein Großteil aller Atmos-Tonspuren nichts hergibt, ist ja nicht der Technik zuzuschreiben, sondern den Tonstudios. So war das sicher nicht gedacht und so sollte das nicht auf Dauer sein. Ich halte es für falsch, auf das Pferd zu setzen, das jetzt in diesem Augenblick schneller reitet. Stattdessen sollte man objektiv beurteilen, welcher Gaul am besten gebaut ist und so langfristig durchhält.

          Man muss halt aufpassen, dass man sich nicht ein Holzbein als das perfekte Gerät zum Gehen schön redet. Upmixer helfen nur über die Enttäuschung hinweg, dass das investierte Geld falsch angelegt wurde. Klingt hart, aber denk mal in Ruhe darüber nach.

    2. Hallo Jonas und Bert

      Die von Bert beschriebene (sehr wahrscheinlich auch zukünftige) Dominanz von Dolby Atmos (gegenüber Auro und DTS:X; aus den bekannten Gründen), ist sicher richtig und nicht zu bestreiten.

      Richtig ist aber leider auch die Aussage von Jonas zu der tatsächlichen Qualität der Atmos Tonspuren. Dies wurde auf diversen Fachseiten schon eindrücklich belegt und es kann sich auch jeder ein eigenes „Bild“ davon machen, wenn er die nativen Atmos-Spuren zu Hause mal abspielt und speziell auf die Höhen/deckenlautsprecher achtet bzw. diese einfach mal alleine einschaltet … Es werden einigen die Augen bzw. vielmehr Ohren aufgehen …

      Das ist sicher nicht die Schuld des Codec bzw. von Dolby selber; vielmehr ist es schlicht der Geiz der vermarktenden Publisher (die auf eine richtig gute Atmosspur schlicht aus ökonomischen Gründen verzichten) oder der Tonmeister in den Studios, die den Ton (aus welchen Gründen auch immer …) magelhaft abmischen.
      Das war aber auch beim Wechsel von 5.1 auf 7.1 so; seeehr wenige native (deutsche) Tonspuren in diesem Format und noch weniger richtig gut abgemischte darunter …

      Insofern ist der Verweis auf die Wichtigkeit der Upmixer (evtl. auch der DSP des AVR, die ich der Vollständigkeit hier auch noch erwähnen möchte) seitens Jonas völlig richtig!

      Wenn ich mich in der heimischen Sammlung so umschaue (wie viele native Atmos-Spuren in deutsch sind wirklich dabei?; von der Qualität mal ganz zu schweigen …), dann bin ich froh und glaube nicht, damit einen Fehler gemacht zu haben, dass ich ebenfalls auf Höhenlautsprecheran den Vorder- bzw. Rückwänden gesetzt zu haben (auch wenn der von einigen fast schon als heilig gesprochene Elevationswinkel damit relativ flach bleibt).

      Der Mehrwert der größeren Räumlichkeit (auch oder insbesondere in der 3. Ebene!) durch Einsatz der Upmixer und noch mehr der DSP, ist dem einer Hoffnung auf einen nativen Höheneffekt in den nächsten Monaten mal erleben zu dürfen, deutlich überlegen.

      Diesem Marketing-Geschwurbel seitens Dolby und der Filmindustrie kann und sollte man einfach nicht glauben! Das lehrt die (auch jetzt wieder mal) gemachte Erfahrung.

      Man ist besser beraten, sich einer seinem Raum angemessenen Beschallung aus AVR und entsprechendem Setup zu widmen. Die Fähigkeiten der einzelnen Algoritmen/DSP der AVR sind wichtiger als das Tonformat. Leider.

      Wenn ich mich dabei ertappe, mal von DSP auf nativ umzuschalten, bin ich jedes mal erschrocken; ähnlich wie bei der Qualität der Atmosspuren …

      Ist meine Meinung bzw. meine Erfahrung.

      Tipp:
      https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/feature-dolby-atmos-am-beispiel-kraftwerk-erklaert.html

      oder hier:

      https://www.mobilefidelity-magazin.de/interview-tom-ammermann-mit-kraftwerk-in-die-atmos-sphaere

      Hier kann man erfahren/lesen, wie es wirklich sein könnte in den Tonstudios, wenn der Ingenieur Atmos umsetzen darf und auch möchte …
      Am besten dann noch sebst anhören. Diese Atmos-Spur lohnt sich wirklich (auch oder insbesondere) nativ!

      1. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

        Was die Kraftwerk-Scheibe angeht: die ist genau so ein schönes Beispiel wie diverse Demo-Discs, u.a. auch die von Auro-3D. Diese gut gemischten Aufnahmen klingen auch schon ohne Höhenlautsprecher und DSP sehr räumlich und beeindruckend. Das zeigt sehr gut, wie gering der Mehrwert der zusätzlichen Hardware u.U. sein kann.

  2. Hallo, ich kann um beide Formate ordentlich abspielen zu können folgende Kombination von Deckenlautsprechern empfehlen, da sie bei mir so in Verwendung sind und ich sehr zufrieden bin, auch wenn mir der Vergleich zu anderen Konfigurationen fehlt:
    Vorne Front Heights a la AURO3D und hinten Dolby enabled speaker, die auf den vorhandenen Surround Lautsprechern stehen und an die Decke strahlen. Diese Kombination ist deshalb so zu empfehlen, da nur der AURO3D Upmixer super für Stereo also den Großteil von Musik zu gebrauchen ist (und für mich besser als reines Stereo WE räumlicher). Sowohl AURO3D als auch Atmos funktioniert auf diesem Setup mit meinem Denon 4400h mit allen 10 Lautsprechern (5.1.4.)

    1. Hallo Elia,

      Das hängt sehr stark von den räumlichen Gegebenheiten ab.

      Es kann durch gute Raumakustik oder in einem eher kleineren Raum auch nur mit 2 Deckenlautsprechern gut klingen.

      Gruß Jonas

    2. Ich habe 2 kleinere Lautsprecher an die ca 50 cm hinter dem Fernseher/Frontlautsprechern befindliche Rückwand über den Front-Lautsprechern knapp unter die Decke gehängt (3m Raumhöhe) im von AURO3D empfohlenen 30 Grad Winkel zum Hörplatz, der sich ca 2,4m vor Fernseher bzw. Stereoachse befindet (sonst sieht man von 4k eh nichts mehr). Dolby Atmos akzeptiert diese sogenannten Front Height Lautsprecher (so auch im Setup im Denon eingestellt) zumindest beim Denon 4400 vollwertig und steuert diese mit den Atmos Signalen an. Bei Atmos Filmen oder dolby upmix von 5.1 Material ist es doch ziemlich egal ob der Hubschrauber von 30 Grad oder 45 Grad von der Decke kommt. Beides ist sehr geil und der Übergang zu den hinteren, eh etwas diffuseren Dolby enabled speaker ist wunderbar und das System kann auch wunderbar direkt von der Mitte der Decke z. B. Durchsagen im Flughafen etc. wiedergeben. Auch die Atmos-Metallica und die Roger Waters Bluray klingen sehr gut ortbar und schlüssig. Insofern empfinde ich es als überhaupt gar nicht negativ, sondern schätze diese Lösung sogar besser ein (ohne es zu Wissen) als vorne auch dolby enabled zu haben (diffuser).
      Bei Musik hingegen bin ich so begeistert von AURO3D, dass ich mit dieser Konfiguration auch sämtliches Stereo Material höre. Der Dolby Upmix ist da überhaupt nicht zu gebrauchen, da kommt viel zu viel über den Center. Bei AURO3D Upmix wird beispielsweise ein zentraler Sänger leicht oberhalb des Centers positioniert (als würde der Künstler vor einem stehen, nicht sitzen) und dabei nimmt die Stimme vertikal wie horizontal mehr Raum ein, wirkt damit für mich natürlicher und ist nicht so extrem zentral zwischen den Boxen eingepfercht, wie bei vielen Stereo-Aufnahmen.
      Ein weiterer Vorteil dieser Konfiguration ist natürlich auch noch, dass die Decke nicht abgehängt bzw. etwas von der Decke hängt (woman acceptance factor!).

  3. Sehe es einerseits wie Bert: Wieso ein Setup schaffen um Upmixer einer nativen Quelle vorzuziehen.

    Aber, die Abmischungen sind leider noch recht schlecht, Deckenkanäle werden entweder gar nicht genutzt, oder sogar falsch. Da macht vielleicht mal ein Upmixer Sinn damit überhaupt was rauskommt, aber meistens wird ja nur das was aus den Surround Speakern kommt an die Decke geklont (je nachdem ob Dolby und DTS), und das ist dann meist zu dominant gegenüber den Front SP.

    Referenzen für gute Atmos Abmischung gibt es aber bereits, und wer mal hören will wie es nativ klingen SOLL, seien folgende Titel ans Herz gelegt:

    – A Quiet Place
    – Ready Player One
    – Blade Runner 2049

    Gerade a Quiet Place ist Hammer, da schaust du intuitiv nach oben wenn Aliens über dich weg laufen :). Auch bei den anderen Filmen werden die oberen Kanäle auch dramaturgisch sehr gut eingesetzt.

    Wo aus meiner Erfahrung heraus ein Upmixer wieder Sinn macht, mit teilweise überraschenden Ergebnissen, ist beim Gaming auf der PS4.
    Hier wird ja kein direkter 3D Sound kodiert ausgegeben, die Spiele selbst (zum Beispiel Uncharted 4) können dies allerdings. Und mit Upmixer funktioniert das echt gut, Schüsse von oben oder auch Stimmen und andere Effekt, passend zur Kamera. Auch beim aktuellen GoW teilweise sehr gut gemacht.

  4. Hallo Bert, hallo Mitleser,
    habe schon einige Interviews von van Baelen und seinem Auro-3D gesehen und mir auch den ausführlichen Auro-3D-Setup-Guide durchgelesen. Man nimmt ihm schon ab, dass er es Ernst meint und hinter seinem Produkt steht. Den Mehrwert in Bezug auf das Musikhören, gerade in Wohn-Heimkinos, finde ich auch super. Und auch der angeblich sehr gute Upmixer sehe ich als super Pluspunkt, da ich zu einem großen Teil nicht brandaktuelle Filme sehe (lieber gute Filme statt neue Filme), bei denen ich von der 3D-Soundtechnik profitieren möchte. Die werden ja auch nicht flächendeckend von Auro-3D unterstützt.

    Was mich leider in Bezug auf die Heimkino-Nutzung skeptisch macht, ist die Aufstellung zu Hause im Zusammenhang mit der begrenzten Raumhöhe. Ausgehend von einer Ohrhöhe von 1,00m, einer Deckenhöhe von 2,50m und einer Erhöhung der Height-Lautsprecher in einem idealen 30°-Winkel zum darunter befindlichen Lautsprecher auf 1,00m Höhe, entsteht ein Abstand zum Hörer von gerade mal etwa 2,60m. Da kommt doch kein Kino-Feeling auf! Beim nicht mehr ganz idealen Mindestwinkel von 22° käme man immerhin auf eine Distanz von etwa 3,70m, was dem einen oder anderen reichen könnte. Aber ideal ist das dann nunmal auch nicht.

    Eure Gedanken und Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.

    Grüße, Jens

    1. Hallo Jens,

      ich finde, Kino-Feeling kommt auch schon mit 5.1 auf. 🙂

      Das eigentliche Problem an den kleinen Winkeln ist doch, dass damit auch der Unterschied zur unteren Ebene geringer wird, und somit auch der Mehrwert gegenüber einem reinen 5.1-System.

      1. Ja, stimmt wohl, dass Kinofeeling auch mit 5.1 aufkommt. Man muss da wohl auch zwischen Qualität und Quantität abwägen wie du auch schon an anderer Stelle geschrieben hast.

        Die Macher von Auro-3D begründen den relativ flachen Winkel damit, dass die meisten Klänge in der Natur nicht von so steilen Winkeln kämen und unser Gehör dafür auch entsprechend unempfindlich sei. Außerdem seien für Schallereignisse von oben oftmals deren Reflektionen wichtig, für welche man wiederum die etwas niedriger gelegenen Lautpsrecher benötige. Als Laie neige ich dazu denen das abzukaufen.

        Den Ausführungen hier von Jonas, Bernhard und Etlah nach zu urteilen, scheint ein Auro-3D-Setup ja auch für das Abspielen von Dolby-Atmos nicht so verkehrt zu sein. Und DTS:X kann ja angeblich eh jedes Layout/ muss jedes Layout können. Diese Flexibilität ist im Gegensatz zu Auro-3D wohl dem Umstand zu verdanken, dass sie nicht nur kanalbasiert arbeiten, sondern auch objektbasiert.

        1. Hallo Jens

          Also einen direkten Vergleich mit Auro 3D kann ich nicht machen, da ich einen Yamaha-AVR nutze. Aber nach meinen bisherigen Recherchen scheint die Auromatic ein sehr guter Upmixer zu sein; insbesondere auch beim Abspielen von (Stereo)-Musik …

          Was das Lautsprecher-Setup angeht, nutze ich die Front- bzw. Back Presencelautsprecher u.a. auch für die Atmos-Wiedergabe. Auch hier habe ich (noch) keinen direkten Vergleich mit Deckenlautsprechern angestellt. Ich würde es durchaus mal ausprobieren wollen, um besser bei Vergleichsdiskussionen mitreden zu können; leider weiß ich aber nicht, wie ich die Lautsprecher (zumindest vorübergehend; ohne neue Löcher in die Decke bohren zu müssen …) dort anbringen oder aufhängen kann …
          Meine bisherigen Erfahrungen in der (Wohnzimmer-)Akustik lassen jedoch erahnen, dass ein direkter Klang von Oben sicher der dritten Hörebene eher entgegenkommt. Vielleicht verlier ich ja mal die Nerven und hol‘ den Bohrhammer trotzdem raus …

          Allerdings bringt die (von einigen als antiquiert abgestufte) Präsenzanordnung schon ein sehr gutes 3D-Gefühl, was den Klang anbelangt. Durch die 4 Präsenzlautsprecher ergibt sich ein für mich durchaus sehr schönes Klangbild; übrigens auch beim Musikhören entsprechender Musik …
          Da diese Anordnung den Yamaha-DSP sehr entgegen kommt und diese (für mein Empfinden) einen schöneren Raumeffekt erzielen als die DSU bzw. DTS Neural Upmixer, habe ich bisher von Veränderungen abgesehen.
          Also eine geeigente Alternative zum evtl. unschönen Deckenaufbau ist die Präsenz- bzw. Höhenanordnung durchaus. Erst recht mit einem Yamaha AVR.

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