Den Center anwinkeln – Vorteile und Umsetzung

Wer sich für den Einsatz eines Centers entscheidet — und das dürften mindestens 95% der Heimkinobesitzer sein — muss diesen richtig aufstellen. Manchmal ist es schon nicht ganz leicht, einen Platz für den Center zu finden. Da es aber der wichtigste Lautsprecher in einem Mehrkanalsystem ist, verbiegt man sich ja gerne mal, bis es perfekt passt.

Leicht nach oben angewinkelter Center-Lautsprecher an der Front eines Heimkinos

Und dann? Legt man den Center einfach auf das Lowboard oder was auch immer man als Grundlage gefunden hat? Nicht, wenn es besser geht.

Lautsprecherfüße

Da eine der wichtigsten Regeln für den Center ist, dass er nichts auf dem Boden verloren hat, wird er immer auf irgend etwas stehen. Hierbei besteht die Gefahr, dass er seinen Untergrund zum Mitschwingen anregt. Gerade bei Möbeln geht das recht schnell und wirkt sich unter Umständen auf den Klang aus.

Wie für alle Lautsprecher, die nicht auf dem Boden stehen oder an der Wand hängen, gilt daher besonders für den Center: Füße drunter!

Das müssen keine besonders teuren oder speziellen Füße sein, sondern nur etwas stabiles aber weiches, das ausreichend vom Untergrund entkoppelt. Ich bin mit den beliebten Oehlbach Pucks bisher immer sehr gut gefahren. Das ist die Grundausstattung zur Aufstellung jedes Regallautsprechers.

Was ich nicht empfehlen kann sind dünne Gummifüße, wie man sie manchmal von Möbeln übrig hat, oder Filzgleiter. Das ist zwar alles besser als nichts, aber für ein paar Euro mehr kann man eben leicht etwas besseres haben.

Den Center anwinkeln

Von allen Lautsprechern ist es beim Center am wichtigsten, dass man ihn möglichst genau auf Kopfhöhe anwinkelt. Der Center strahlt geradeaus nach vorn ab, sofern vom Hersteller nicht anders angegeben. Das wird in der Horizontalen zusätzlich durch die Bündelung des Schalls der beiden Membranen unterstützt.

Zwar kann das Ergebnis gerade bei seitlichen Sitzplätzen niemals perfekt sein, dennoch ist es ja die Aufgabe des Centers, gerade diese Plätze zu unterstützen. Sonst könnte man ja gleich bei einem Phantom-Center bleiben.

4 Türstopper in Keilform
Türstopper in Keilform sind eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten, den Center anzuwinkeln

Gerade deshalb ist es wichtig, den vertikalen Abstrahlwinkel so weit wie möglich zu minimieren. Steht der Center also unterhalb der Kopfhöhe — wie in den meisten Heimkinos — sollte er unbedingt vorne angehoben werden.

Was Ihr darunter legt, um ihn zu kippen, ist relativ egal — so lange es weiterhin dazu beiträgt, den Center vom Untergrund zu entkoppeln. Eine beliebte und günstige Lösung sind Türstopper in Keilform. Die haben schon genau die richtige Form, sind stabil und weich genug und in schwarz, grau und manchmal weiß erhältlich.

Eine Center Base einsetzen

Wer es vor allem optisch perfekt haben möchte, sieht sich nach einer Center Base um. Das ist nichts weiter als ein großer, nahezu vollflächiger Standfuß zwischen Möbelstück und Center.

Center Bases sind oft ein typisches Objekt für den Selbstbau. Das erleichtert es, den exakten Winkel einzuhalten, der für die Ausrichtung auf Kopfhöhe erforderlich ist. Fertige Produkte können dagegen oft mit einem verstellbaren Winkel aufwarten.

Letztendlich ist eine Center Base aber wirklich eine optische Entscheidung. Sie sieht eben deutlich ansprechender aus als Türstopper oder eine andere Behelfslösung.


Wie auch immer Ihr es erreicht — den Center solltet Ihr wenn irgendwie möglich anwinkeln und so auf Kopfhöhe ausrichten. Dass das keine Unsummen kosten muss, habe ich hier gezeigt. Denkt aber bitte vorher daran, in den Unterlagen zu Eurem Center nachzulesen, wie dessen Abstrahlverhalten von Haus aus ist.

Das Ergebnis für diese minimale Anpassung sind etwas klarere Stimmen, feinere Höhen und bessere Ortbarkeit. Ob und wie deutlich man den Unterschied hört, ist natürlich fraglich und hängt neben der persönlichen audiophilen Veranlagung auch stark vom Modell des Centers ab.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

6 Gedanken zu „Den Center anwinkeln – Vorteile und Umsetzung

  1. Hallo Bert,

    in meinem Fall handelt es sich auch um Selbstbau. Ich habe Tischbeine in 30 cm Länge aus dem Baumarkt mit zugeschnittenen und beschichteten Brettern kombiniert (alles in schwarz – Reflexionen wollen ja vermieden werden :-)). Das ganze auf zwei Etagen, so kann ich in der unteren noch etwas Deko unterbringen. Diese Tischbeine haben ein Gewinde im unteren Bereich, dadurch konnte ich das Niveau wie gewünscht durch schraubbare Möbelfüße ausgleichen und habe diese entsprechend hinten weiter eingeschraubt, was zu einem guten Winkel auf den Hörplatz führt – und dabei absolut flexibel ist. Selbstredend sind noch Gummifüße unterm Center und er steht auch ganz vorne an der Kante 😉 Vorher hatte ich ihn kurzfristig auf dem Boden stehen, auch angewinkelt, aber es war ein Unterschied wie Tag und Nacht als er endlich höher stand. Hat sich auf jeden Fall gelohnt! Und war obendrein vergleichsweise günstig.

    Gruß,
    Marco

    1. Selbstbau ist immer eine gute Lösung — wenn man es kann. In Deinem Fall: wenn Du die Tischbeine durch ein Gewinde verstellen kannst, steht dann nicht das gesamte Gestell schief?

      1. Richtig, das ganze Gestell steht dadurch etwas schief. Durch die Möbelfüße mit Gewinde sind die Beine vorne etwas länger als hinten, aber das ganze ist trotzdem stabil, weil die Auflagefläche relativ groß ist. Ich schick Dir mal ein Bild.

  2. Hi , grüße euch , ich nutze eine Center Base von DynAudio diese ist qualitativ sehr hochwertig verarbeitet und aus Holz gefertigt inklusive Adapter zum anwinkeln und Spikes 🙂

    Kostenpunkt: 115 €

    ich bin leider nicht so der Selbstbauer 😉

    1. Hi David,

      das ist schwer zu zeigen. Auf dem Bild im Artikel oben liegen Türstopper unterm Center. Nur ist das im Idealfall ja so gemacht, dass man es nicht sieht. Daher — sieht man’s nicht. 🙂

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