Echtes Breitbildformat mit voller Auflösung und Helligkeit

Projektion auf eine 21:9-Leinwand: Cinemascope

Seit Jahren hat sich das Seitenverhältnis 16:9 bei Fernsehern und Projektoren durchgesetzt. Man kann es mit Recht als den Standard seit etwa 20 Jahren bezeichnen. Schließlich ist es äußerst praktisch und ein guter Kompromiss für alle Anwendungsfälle. Alte Videos im Format 4:3 lassen sich darauf ebenso gut wiedergeben wie Kinofilme im Cinemascope-Format. Willst du dir ein Heimkino einrichten, das hauptsächlich für die Wiedergabe von Filmen vorgesehen ist, solltest du über eine Leinwand im 21:9-Format nachdenken.

Cinemascope-Leinwand
Foto: Markus Greilinger

Ich will hier einmal die Vor- und Nachteile des Cinemascope-Formats gegenüberstellen und aufzeigen, welche Möglichkeiten du hast, um Filme auf einer echten 21:9-Leinwand genießen zu können. Auf Fernseher gehe ich nicht weiter ein, da die meisten der nachfolgend genannten Probleme dafür nicht relevant sind und es schlicht und einfach nur ein paar wenige TV-Geräte im Format 21:9 auf dem Markt gibt.

Rund 70% aller Kinofilme werden seit Jahrzehnten im Cinemascope-Format gedreht. Auf einem 16:9-Bildschirm siehst du alle diese Filme mit schwarzen Balken oben und unten. Bei Projektion fallen diese Balken je nach Schwarzwert des Projektors sogar mehr oder weniger negativ auf und sollten mittels einer Maskierung beseitigt werden.

Chaos in den Bildformaten

Das Cinemascope-Format hat einen ganz wesentlichen Vorteil: Es ist das, was wir heutzutage als das echte Kinoformat kennen. Gerade in einem Heimkino wirkt dieses Bildformat gleich nochmal ganz anders. Kinofilme sind einfach für große, breite Leinwände gemacht – da beißt die Maus keinen Faden ab.

Dabei hat das umgangssprachlich genutzte „21:9“ eigentlich gar nicht unbedingt etwas mit Cinemascope zu tun, wie du aus der folgenden Tabelle entnehmen kannst.

SeitenverhältnisName / Beschreibung
1,33:1= 4:3 / altes TV-Format
1,36:1IMAX
1,78:1= 16:9 / modernes TV-Format
1,85:1 / 2:1VistaVision
2,33:1= 21:9 / modernes Breitbildformat
2,35:1 – 2,4:1CinemaScope
2,685:1Cinerama
2,76:1Ultra Panavision 70

Das eigentliche Cinemascope-Format bewegt sich im Bereich 2,35:1 bis 2,4:1 – Formate, in denen sehr viele Filme heute auf Blu-ray vorliegen. 21:9 ist hingegen etwas weniger breit und damit in der Praxis eigentlich gar nicht mal so relevant. Der Einfachheit halber sehen wir 21:9 und Cinemascope in diesem Artikel als ein und dasselbe Format an.

Übrigens: Einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Bildformate im Kino findest du in diesem kurzweiligen Video.

Die Schwierigkeiten von Cinemascope

Um auf eine 21:9-Leinwand zu projizieren musst du dich allerdings in jeder Hinsicht anpassen, denn sämtliche technischen Bestandteile eines Heimkinos sind auf das 16:9-Format getrimmt – vom Filmmaterial bis zum Projektor. Die derzeit üblichen Auflösungen von 1920×1080 Pixeln (Full-HD) und 3840×2160 Pixeln (Ultra-HD) sind genau auf dieses Seitenverhältnis zugeschnitten.

Das Hauptproblem ist die unterschiedliche Herangehensweise von Kino und Fernsehen an das jeweils andere Format.

  • Beim üblichen 16:9-Fernsehbild ist die Bildbreite die Konstante. Das 21:9-Kinoformat wird mit schwarzen Balken oben und unten versehen.
  • Kinos gehen meistens den umgekehrten Weg: Hier ist die Bildhöhe die Konstante. Die 21:9-Leinwand wird links und rechts mit schwarzen Balken maskiert, wenn ausnahmsweise mal ein 16:9-Film gezeigt wird.

Zwei völlig unterschiedliche Ansätze also, die es erschweren, ein echtes Kino zuhause nachzubauen.

Zunächst einmal ist die Leinwand selbst nicht das Problem. Leinwände im Format 21:9 gibt es in allen möglichen Größen fertig zu kaufen – oder du baust dir eben selbst eine.

Projiziert der Projektor nun einen Kinofilm, das heißt ein 16:9-Bild mit schwarzen Balken oben und unten, zoomst du das Bild einfach so weit auf, dass nur der tatsächliche Bildbereich die Leinwand komplett füllt. Eigentlich leuchtet der Projektor dabei oben und unten über die Leinwand hinaus. Aber weil die Balken komplett schwarz sind, macht das erstmal nicht allzu viel aus – außer es wird eine weiße Wand hinter der Leinwand angestrahlt.

Vergleich der Bildformate 16:9 und 21:9 auf einer 16:9-Leinwand und einer 21:9-Cinemascope-Leinwand
Vergleich der Bildformate 16:9 und 21:9 auf einer 16:9-Leinwand und einer 21:9-Cinemascope-Leinwand

Hier ein paar grundlegende Probleme oder Nachteile dieses Ansatzes:

  1. Wenn doch mal ein Film im 16:9-Format eingelegt wird (oder man sich im Menü befindet), ist das Bild oben und unten abgeschnitten bzw. läuft über die Leinwand hinaus. Man muss also mit dem Zoom des Projektors auf 16:9 umstellen, wenn die Quelle ein anderes Format hat.
  2. Man hat zwar ein breiteres, größeres Bild, aber die mögliche Auflösung wird trotzdem nicht voll genutzt. Nur etwa 74% der möglichen vertikalen Auflösung landen tatsächlich auf der Leinwand, der Rest geht für die schwarzen Balken drauf.
  3. Dadurch, dass ein großer Teil der Bildfläche über die Leinwand hinaus projiziert wird, reduziert sich auch der genutzte Anteil der von der Lampe abgegebenen Lichtleistung. Auch hier treffen nur rund 74% des Lichts tatsächlich auf der Leinwand auf.

Es gibt noch einige weitere kleine Probleme, auf die ich weiter unten zu sprechen komme.

Die richtige Lösung für Cinemascope-Projektion

Aber sehen wir uns erstmal an, wie sich die genannten Probleme richtig lösen lassen. Denn es wäre falsch, die Idee einer 21:9-Leinwand an dieser Stelle einfach abzuwürgen.

Motorisierter Zoom

Das erste Problem –

  1. Was tun mit 16:9-Bildquellen?

– kannst du mit der Wahl des richtigen Projektors lösen. Der Wechsel zwischen 21:9- und 16:9-Bildmaterial durch den Zoom des Projektors ist einfach nur mühsam. Ich würde niemandem empfehlen, das manuell zu machen.

Es gibt viele Projektoren, deren Zoom mit einem Motor automatisch gesteuert wird. Meistens nennt sich die Funktion „Lens Memory“. Du speicherst dabei die exakten Zoom-Einstellungen für beide Formate im Projektor und kannst diese fortan per Knopfdruck wieder abrufen. So ist der Wechsel schnell, komfortabel und ohne große Fummelei möglich. Eine automatische Erkennung der schwarzen Balken und daraufhin automatische Zoom-Anpassung wäre wünschenswert, bleibt aber ein Traum.

Gleichzeitig ist es erforderlich, dass Lens Shift und Fokus ebenfalls per Motor zu verstellen gehen und zusammen mit dem Zoom gespeichert werden. Bei unterschiedlichen Zoom-Einstellungen ändert sich zwangsläufig auch der Fokus (Schärfe) und manchmal auch der Lens Shift (vertikale Verschiebung des Bilds).

Meiner Meinung nach sind motorisierter Zoom und Fokus ein absolutes Muss, wenn du eine 21:9-Leinwand dein Eigen nennst. Der Nachteil daran: Projektoren mit Motor-Zoom liegen fast immer in einer deutlich höheren Preisklasse. Aber auch dazu später mehr.

Anamorphe Projektion

Das zweite und dritte Problem –

  1. Verlust der Auflösung
  2. geringere Lichtausbeute

– lassen sich durch einen sogenannten Anamorphoten lösen. Das ist ein zusätzliches Objektiv, das vor den Projektor geschraubt wird.

Zunächst einmal lässt du den Projektor das Bild verzerren: Er zieht es nach oben und unten in die Länge und schneidet die schwarzen Balken dabei ab. Dadurch wird wieder die volle Auflösung des Panels genutzt. Das ändert zwar nichts daran, dass das Quellmaterial trotzdem nur ungefähr 1600 Pixel (Ultra-HD) bzw. 800 Pixel (Full-HD) an genutzter Bildhöhe zur Verfügung stellt, aber durch das Hochrechnen der Bildinformationen in der Vertikalen werden einzelne Pixel trotzdem nicht so schnell sichtbar. Wenn der Projektor die anamorphe Verzerrung nicht unterstützt, kannst du einen sogenannten Scaler per HDMI vor das Eingangssignal schalten.

Das verzerrte Bild wird von dem Anamorphoten, also der Vorsatz-Linse, dann wieder optisch entzerrt – das heißt, in die Breite gezogen. Der Vorteil dieser Variante ist, dass das gesamte Panel des Projektors genutzt wird, also auch das gesamte Licht der Lampe durch das Objektiv auf die Leinwand wandert. Es wird nicht mehr über die Leinwand hinaus projiziert. Zwar geht ein bisschen Licht durch den Anamorphoten verloren, aber das kann man verschmerzen.

Verzerrung und Abschneiden der schwarzen Balken durch den Projektor oder einen separaten Scaler – anschließend Entzerrung durch einen Anamorphoten
Verzerrung und Abschneiden der schwarzen Balken durch den Projektor oder einen separaten Scaler – anschließend Entzerrung durch einen Anamorphoten

Leider bringt diese eigentlich sehr gute Lösung weitere Nachteile mit sich:

  • Ein Anamorphot kostet schnell mal so viel wie ein kleinerer Projektor. Wenn du ihn gebraucht kaufst! Die Objektive sind sehr schwer zu einem vernünftigen Preis zu finden, da die Nachfrage sehr gering ist und entsprechend nur geringe Stückzahlen hergestellt werden.
  • Die Einrichtung ist recht „fummelig“, weil nicht nur der Projektor sondern auch der Anamorphot richtig ausgerichtet werden wollen. Hier ist viel Zeit und Geduld gefragt.
  • Um 16:9-Bildmaterial darzustellen genügt das Verstellen des Zooms nicht mehr, ob motorisiert oder nicht. Entweder muss der Anamorphot abgeschraubt, nach oben geklappt oder mittels einer Mechanik zur Seite geschoben werden (was wiederum umständlich ist). Oder der Projektor verkleinert das Bild innerhalb des Panels, das heißt er fügt künstlich schwarze Balken links und rechts ein – das geht auf Kosten der genutzten Auflösung.
Ein Anamorphot, der zusammen mit dem Projektor an der Decke befestigt wurde. Die Ausrichtung ist äußerst knifflig.
Ein Anamorphot, der zusammen mit dem Projektor an der Decke befestigt wurde. Die Ausrichtung ist äußerst knifflig und erfordert viel Zeit und Fingerspitzengefühl.
Foto: Markus Greilinger

Es sieht ein wenig danach aus, dass man sich mit dem 21:9-Format verheiraten muss und bei 16:9 dann eben Nachteile in Kauf nimmt. Deshalb ist das echte Kinoformat auch nur was für Heimkinos, in denen Fernsehen, Spiele und anderes Bildmaterial keine Rolle spielen.

Viele weitere Informationen zu Anamorphoten findest du in diesem sehr interessanten Artikel.

Die kleinen Details von 21:9

Weitere Nachteile oder Probleme ergeben sich oft erst nach längeren Überlegungen. Hier noch ein paar Punkte, über die du gründlich nachdenken solltest, bevor du die Entscheidung für eine 21:9-Leinwand fällst.

Ein Anamorphot macht keinen Spaß

Durch einen Anamorphoten entsteht eine Kissenverzerrung im Bild. Das heißt, die Ecken werden leicht nach außen gezogen. Außerdem wird das Bild zu den Ecken hin unscharf. Diesen Effekt beseitigt man, indem man auf eine curved Leinwand projiziert. (In diesem Fall ist curved richtig sinnvoll und ein Muss, im Gegensatz zu diesen neumodischen gebogenen Fernsehern.)

Die Ausrichtung des Projektors und des Anamorphoten ist sehr knifflig und kann viele Stunden in Anspruch nehmen. Das Bild wird meistens nicht perfekt auf die Leinwand passen, wie es bei normaler 16:9-Projektion der Fall wäre. Man lässt es ein wenig überstehen („überziehen“) – ein mehr oder weniger breiter Rand wird abgeschnitten, damit die Leinwand voll ausgefüllt wird und das Bild so ordentlich abgegrenzt ist.

Als wäre das nicht genug, wirst du wahrscheinlich niemanden finden, der dir dabei helfen kann oder will. Mit einem Anamorphoten bist du meistens auf dich allein gestellt.

Untertitel

Weil alles in der Technik-Kette auf 16:9 getrimmt ist, wird der Blu-ray-Player zunächst annehmen, dass er das volle Bildformat zur Verfügung hat. Deshalb stellt er Untertitel oft innerhalb der schwarzen Balken dar. Das ist von Film zu Film unterschiedlich.

Leider kann man manchmal auf Untertitel nicht verzichten, oder sie lassen sich gar nicht abschalten. Damit sie nicht abgeschnitten werden, muss der verwendete Player eine Option anbieten, mit der sich Untertitel nach oben „shiften“ lassen – also oben im Bild dargestellt werden, innerhalb des tatsächlichen 21:9-Formats.

Die meisten günstigen Player haben diese Funktion nicht. Untertitel verschieben ist nicht zwangsläufig teuren Modellen vorbehalten, wohl aber dort häufiger zu finden. Die beliebten (wenn auch leider im Abverkauf befindlichen) Player von Oppo können das. Bestätigen kann ich es außerdem vom Panasonic DP-UB9004. Du solltest also unbedingt die Bedienungsanleitung vor dem Kauf lesen.

Wechselndes Bildformat

Einige Filme haben ein wechselndes Bildformat, wenn einzelne Szenen im sogenannten IMAX-Format aufgenommen wurden. Häufig ist auch nur eine Laune die künstlerische Freiheit des Regisseurs dafür verantwortlich. Teile des Films haben dann schwarze Balken, andere Szenen nutzen das volle 16:9-Format aus oder bewegen sich sogar in Richtung 4:3.

Es gibt keine brauchbaren technischen Lösungen für dieses Problem! Unter anderem deshalb sind diese Filme vor allem bei Besitzern einer 21:9-Leinwand äußerst unbeliebt.

Die Lösung besteht üblicherweise darin, den Film ganz normal über die volle 21:9-Leinwand anzusehen. Der Beamer muss dann von sich aus auf dieses Format maskieren (Teile des Panels also schwarz lassen). So werden die übergroßen Szenen eben auch auf 21:9 eingestampft, was meistens kein allzu großer Verlust ist.

Platzprobleme in jeder Dimension

Ein 21:9-Bild benötigt Platz! Das Bild in der Höhe zu verkleinern ist keine Kunst — Ziel einer 21:9-Leinwand ist es ja aber eher, es in der Breite zu vergrößern. Das setzt voraus, dass der Projektor genug Abstand zur Leinwand hat, um das Bild groß genug zu zoomen. Ein Anamorphot erleichtert das erheblich, weil er das Bild tatsächlich in die Breite zerrt und so einen Bonus zum Weitwinkel des Beamers liefert.

Genügend Sitzabstand ist ebenfalls erforderlich, nicht zuletzt, wenn das Bild noch vollständig durch eine 3D-Brille zu sehen sein soll. In kleineren Räumen kann das sehr schnell zu einem Problem werden.

Auch die Lautsprecher wollen noch irgendwo untergebracht werden. Trotz der breiten Leinwand muss also links und rechts noch genug Platz für die Lautsprecher bleiben. Aus Gründen der Akustik sollten diese auch nicht direkt an der Wand oder in den Raumecken stehen. Der Raum muss also breit genug sein.

Aus gutem Grund kommen 21:9-Leinwände häufig in Verbindung mit einem akustisch transparenten Leinwandtuch zum Einsatz. Denn dann – und nur dann – kannst du die Lautsprecher hinter der Leinwand aufstellen. Das bringt auch gleich im Hinblick auf den Center einen sehr großen Vorteil, weil so die Stimmen wirklich aus der Leinwand kommen, nicht von weiter unten.

21:9-Projektion ist teuer

Letztendlich läuft die Frage, ob du dich für eine 21:9-Leinwand entscheiden solltest, neben dem dafür benötigten Platz nur auf eine Sache hinaus: Kannst du es dir leisten? Ich liste hier der Vollständigkeit halber nochmal alle Punkte auf, die bei 21:9-Projektion auf den Geldbeutel drücken – geordnet nach den jeweiligen Komponenten der Wiedergabekette:

  • Leinwand
    • Eine größere Leinwand – das Ziel, das man hierbei meist verfolgt – kostet grundsätzlich mehr Geld als eine kleinere.
    • Wenn die Lautsprecher aus Platzgründen hinter der Leinwand verschwinden sollen, muss es eine akustisch transparente Leinwand sein.
    • Wenn ein Anamorphot eingesetzt wird, muss die Leinwand gebogen sein.
  • Beamer
    • Um ein größeres Bild projizieren zu können, zum Beispiel 3 Meter breit, ist erheblich mehr Lichtleistung erforderlich. Günstige Beamer sind dafür in der Regel nicht zu gebrauchen.
    • Um das Bild auf 21:9 überziehen zu können, ist ebenfalls erheblich mehr Lichtleistung von Nöten, da nur 74% davon auf der Leinwand ankommen.
    • Wenn 16:9 ohne abgeschnittene Köpfe erwünscht ist, wird ein Beamer mit motorisiertem Objektiv („Lens Memory“) benötigt, was es ebenfalls nicht im Einsteigerbereich gibt.
    • Wenn ein Anamorphot eingesetzt wird, kostet der eine erhebliche Stange Geld (und Nerven).
    • Mehr Lichtleistung heißt, dass du die Beamer-Lampe nicht im Eco-Modus schonen kannst. Dadurch wird die Lampe nur ungefähr halb so lange halten; ein Ersatz wird früher fällig.
    • Ohne Eco-Modus wird der Lüfter des Beamers unerträglich laut sein. Wenn er nicht gerade im Nebenraum stehen und durch die Wand projizieren kann, wirst du wahrscheinlich eine Hushbox bauen müssen.
  • Player
    • Der Blu-ray-Player muss in der Lage sein, die Untertitel-Postion in den 21:9-Bereich zu rücken, unabhängig davon, was die Disc vorgibt.

Das ist in der Summe nicht ganz unerheblich. So kostet die gesamte Projektionskette in der Summe schnell mal das Doppelte oder sogar noch viel mehr.

Wie du siehst, gibt es bei der Entscheidung für 21:9 also einiges mehr zu bedenken, als die bloße Auswahl einer anderen Leinwand. Ich habe hier vor allem Probleme aufgelistet und gezeigt, dass die Lösungen dazu weder trivial noch günstig sind.

Obwohl das alles nicht sehr ermutigend klingt, möchte ich dir dieses Vorhaben nicht ausreden. Eine 21:9-Leinwand hebt ein Heimkino nochmal in eine ganz andere Dimension. Bei einem Großteil der Filme ist das Bild einfach viel beeindruckender.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

21 Gedanken zu „Projektion auf eine 21:9-Leinwand: Cinemascope

  1. Danke für diesen Artikel
    Ich möchte mir auch in den nächsten Jahren eine entsprechende Technik 21:9 Beamer und Leinwand zulegen.
    Aber die Leinwand sollte curved sein, weil das bei diesem Format und einer entsprechenden Größer der Leinwand sehr gut zur Geltung kommt.
    (etwa so ähnlich wie beim cinerama Verfahren)
    Leider steht hierzu nichts im Artikel!

    1. Oh, na dann lies nochmal genau nach. 😉 Ich schreibe da ziemlich eindeutig, dass man eine Curved-Leinwand benötigt, um die Kissenverzerrung zu beseitigen, die durch den Anamorphoten entsteht. Das Problem ist eher, wo man eine bekommt. Wie auch beim Anamorphoten muss man da ein wenig Glück haben.

  2. Guten Tag Herr Kößler.
    Ich habe ein Heimkino : 360 / 200 cm und möchte eine Curved Leinwand mit 5% Biegung installieren. Brauche ich dann einen Anamorphoten ? Wenn ja, da gibt es bei E-Bay für 2-300 Euro einige. Würden diese den Zweckerfüllen Oder ? MFG. N. Tillo

    1. Hallo Herr Tillo,

      puh, 2 Meter Breite? Das ist aber ganz schön knapp! Ganz ehrlich? Vergessen Sie das schnell wieder.

      Curved Leinwände sind nicht gerade günstig oder leicht zu bekommen. Wenn Sie eine haben, brauchen Sie unbedingt einen Anamorphoten. Für 300 € kann das eigentlich noch nichts vernünftiges sein. Selbst wenn Sie das investieren, haben Sie keinen so großen Vorteil, weil sie bei höchstens 2 Metern Raumbreite kein großes Bild projizieren können. Wenn es eine 21:9-Leinwand sein soll, dann kaufen Sie sich einfach eine normale und überziehen Sie die schwarzen Balken oben und unten, wie hier im Artikel beschrieben. Der Verlust an Lichtleistung sollte bei so einem „kleinen“ Bild zu verschmerzen sein. Durch den relativ langen Raum sollten Sie mit dem Beamer weit genug weg können, um die 2 Meter auszuleuchten.

      Das gesparte Geld würde ich in eine akustisch transparente Leinwand stecken und dann alle Front-Lautsprecher dahinter verstecken. Dann können Sie die Raumbreite fast komplett für das Bild ausnutzen und müssen nicht noch Abstand für die Lautsprecher lassen und diese an die Wand quetschen.

  3. Benötige ich zur Anamorph-Projektion nicht zuerst einen Beamer, der die Anamorph-Ausgabe des Bildes unterstützt? Ich finde bei kaum einen Gerät hierfür eine Einstellung. Gibt es irgendwo eine Liste, welcher Beamer das unterstützt?

    1. Das können eigentlich alle Beamer ab der mittleren Preisklasse. Drunter würde ich mit einem Anamorphoten auch gar nicht anfangen. Die Einstellung heißt nur überall anders. Von daher, erstmal den passenden Beamer raussuchen und dann prüfen, ob es die Funktion gibt. Die Chancen stehen gut — und so tust Du Dich wesentlich leichter.

  4. Hallo,
    zuerst Gratulation zu dem sehr interessanten Artikel. Ich selber besitze eine 261cm Breite Tension 21:9 Leinwand. Mein Traum ist jedoch noch immer eine 2,89:1 (Das war der Wilde Westen) Leinwand, mit seitlicher Maskierung bis 1,33:1. Das wäre in meinen Augen das Nonplusultra.
    Vielleicht reicht es mal irgendwann zu einer Stewart Motorleinwand mit dem neuen Hochkontrast „Phantom“ Tuch. Wo ich dann als Kompromiss, das 2,55:1 (Die Brücke am Kwai) Format wählen würde.
    Viele Grüße aus Bad Saulgau

    1. Hallo Richard!
      Du hast recht. Eine 2,89:1-Leinwand ist in der Tat das Nonplusultra. Ich habe seit ein paar Jahren eine mit 4,60m in meinem Kino (fast volle Raumbreite).
      Alle Inhalte in gleicher Bildhöhe ist einfach ein Traum, auch wenn es nur wenige Filme in voller Breite gibt. Einfach echtes Kinofeeling.

  5. Sehr geehrter Herr Kößler,
    ich bin im Besitz eines Heimkinos, das mit einer Leinwand mit einer Größe von 135″ im Format 16:9 ausgestattet ist. Diese wird überwiegend im Heimkino Bereich genutzt, teilweise auch für Konsolenspiele.

    Meine Frage: Zu welcher Leinwand würden Sie mir eher raten: 21:9/138″ oder 16:9/150″?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    PS: Beamer Sony VPL 520
    Mfg Thorsten Schaaf

  6. Hallo,
    Ich bin auch auf der suche nach einer Leinwand im 21:9 Format. Ich finde aber nur Rahmen oder Motorleinwände in diesem Format, ich suche aber eine Stativ- oder besser noch eine Kofferleinwand.
    Haben Sie eventuell einen Tip wo man die bekommt?

    1. Hallo Torsten,

      da wirst du kein Glück haben. Stativ- und Kofferleinwände sind für den mobilen Einsatz gedacht. Daher sind sie in der Breite zwangsläufig sehr eingeschränkt, alleine schon wegen der Stabilität. Daher sind die eher im 4:3-Format zu finden, für den Dia-Abend. Vielleicht hast du Glück und findest eine, die sich stufenweise aufziehen lässt, so dass du ein 21:9-Format erreichst, wenn du sie nicht ganz ausgefahren hast.

      Aber letztendlich ist das alles nicht sinnvoll. Mobile Leinwände haben mit Heimkino rein gar nichts zu tun.

  7. Hallo , eine Frage hätte ich dazu ! Ich besitze den Beamer Vivitek H1188 und wollte wissen obn ich diesen nutzen kann mit einer 21:9 Motorleinwand ? denn es gibt ja 16:9 Leinwände & 21:9 Leinwände. Kann man den Beamer bei einer 21:9 Leinwand so ausrichten damit man auch mit dem Beamer (Vivitek H1188) oder andere Beamer dieses Format schauen kann ?

    oder braucht man da noch was anderes dafür ?!

    Diese Frage bezieht sich darauf da ich als Übergang mir eine Motorleinwand kaufen möchte um schon mal Filme anschauen zu können.Ich habe zwar ein komplettes Heimkino (7.1) derzeit aber noch 5.1 da im Wohnzimmer.

    Bei der Rahmenleinwand (16:9) weiß ich das man sich selbst eine 21:9 Maskierung bauen kann was ich auch natürlich machen werde.

    Danke & Grüße

    1. Hi Oliver,

      du kannst grundsätzlich mit jedem Beamer auf jede 21:9-Leinwand projizieren. Da i.d.R. kein Anamorphot zum Einsatz kommt, wird das Bild eben einfach überzogen, d.h. die schwarzen Balken oben und unten werden über die Leinwand hinaus gestrahlt, was aber nicht übermäßig auffällt, da sie ja schwarz sind (naja, außer manchmal bei Untertiteln). Voraussetzung dafür ist nur, dass der Beamer genug Abstand zur Leinwand hat, um das Bild in der Breite auch füllen zu können.

      Einige Modelle bieten darüber hinaus ein, das Bild auf 21:9 zu maskieren. Damit sorgt der Beamer von sich aus dafür, dass die Balken auf jeden Fall schwarz bleiben – auch wenn die Blu-ray an dieser Stelle Untertitel enthält oder der Film sein Format wechselt. Damit ist sichergestellt, dass nichts über die Leinwand hinaus strahlt. Dennoch gibt es ein minimales Restlicht, weil das Panel dadurch ja nicht kleiner wird und die Lampe halt das schwärzeste Schwarz des Beamers über die Leinwand hinaus wirft.

      Bei Rolloleinwänden gibt es oft ja auch die Möglichkeit, eine Zwischenposition zu speichern. So kannst du eine 16:9-Leinwand auch so weit reinfahren, dass nur noch ein 21:9-Bild übrig bleibt. Das ist zunächst praktisch, Problem dabei: Du musst den Beamer neu ausrichten, weil auf der Leinwand die Oberkante gleich bleibt. Der Beamer sollte also idealerweise motorisierten vertikalen Lens Shift haben, um das Bild mit nach oben schieben zu können.

      Bei maskierbaren Rolloleinwänden ist das oft einfacher gelöst: Hier wird die Leinwand nur um die Höhe des unteren Balkens eingefahren und von oben eine Maskierung in der Höhe des oberen Balkens ausgefahren. Dadurch kann das 21:9-Bild in der Mitte verbleiben.

      Wenn du eine feste 21:9-Leinwand hast, wird es noch interessant, ein volles 16:9-Bild zu projizieren. Viele Beamer haben hier eine Einstellung, mit der das volle 16:9-Bild auf den 21:9-Bereich des Panels verkleinert wird, so dass es eben mittig auf eine 21:9-Leinwand passt, ohne die Optik zu verstellen. Das führt dummerweise natürlich dazu, dass nur noch ein sehr kleiner Bereich des Panels für das 16:9-Bild genutzt wird, obwohl eine viel größere Auflösung zur Verfügung stehen würde. Abhilfe schafft ein Beamer mit motorisiertem Zoom, der das Bild bei Bedarf auf der 21:9-Leinwand wirklich runter zoomt und so das volle Panel nutzen kann (inklusive voller Lichtleistung). Das schränkt natürlich die Flexibilität bei der Aufhängung ein.

  8. Einen Punkt verstehe ich nicht: „Dadurch, dass ein großer Teil der Bildfläche über die Leinwand hinaus projiziert wird, reduziert sich auch die Lichtleistung der Lampe. Es treffen nur rund 74% des Lichts tatsächlich auf der Leinwand auf.“

    Wenn ich ein 21:9-Bild auf eine 16:9 Leinwand projiziere, die ich dann oben und unten maskiere, dann hab ich doch auch nicht mehr Lichtausbeute, sprich es werden genauso 26% des Lichts von der Maskierung „verschluckt“, wie wenn ich das Bild auf 21:9 aufzoome? Also ist das doch ein generelles Problem bei 21:9 Filmen und nicht spezifisch bei einer 21:9 Leinwand, oder übersehe ich was?

    1. Hallo Stefan,

      ja, im Grunde macht das keinen Unterschied, wenn du zwischen 16:9 und 21:9 keine Größenänderung vornimmst. Allerdings legt man sich eine 21:9-Leinwand üblicherweise zu, damit diese erheblich größer ausfallen kann, als eine 16:9-Leinwand. Es legt sich ja keiner eine oben und unten beschnittene Leinwand zu, wenn er in der selben Breite ein viel größeres 16:9-Bild haben könnte. Letztendlich wären also beide Varianten ungefähr gleich hoch, wodurch die 21:9-Leinwand erheblich mehr Breite und auch erheblich mehr Fläche aufweist. Und je größer das Bild wird, desto mehr fehlt dir das Licht, das sinnlos über die Leinwand hinaus geht (oder in die Maskierung hinein).

  9. Hallo Bert,

    wir hatten das glaub ich schonmal bei einem anderen Artikel, der ganz entscheidende Faktor ist hier der Sitzabstand (1,0 x Bildbreite bei Cinemascope und 1,5 x Bildbreite bei 16:9). Wer 5 m von seiner 2.60 m Leinwand weg sitzt, der hat bei Cinemascope Formaten ein dickes Erlebnisproblem, weil die Bildhöhe einfach zu niedrig ist.

    Lars Mette hat das diese Woche gut zusammengefasst: Die Perfekte Lösung ist eine seitlich maskierbare Cinemascope Leinwand mit einem Sitzabstand von 1,0 x Bildbreite. denn bei 16:9 Inhalten sinkt dann der Faktor automatisch auf 1,3 x Bildbreite. Man sitzt immer im perfekten Abstand.

    Wenn man das nicht kann, empfehle ich eine 16:9 Leinwand. Dabei bei der Verwendung von Kodi und dessen x-y Skalierfunktion jedes Cinemascope Bild mit einem horizontalen Stauchungsfaktor von 0,93 und einem vertikalen von ca. 1,34 auf 16:9 transformieren. Bild ist vollkommen unauffällig seitlich gestaucht und ein kleiner Teil des Bildes links und rechts abgeschnitten. Ich kann nur jedem empfehlen, das mal auszuprobieren. Nie wieder schwarze Balken und immer max. Bildhöhe. Macht sehr viel Freude!

    Gruss, Holger

    1. Hallo Holger,

      dazu gibt es so viele verschiedene Meinungen wie Lösungen. Die einzig wahre Leinwandgröße und das einzig wahre Format gibt es nicht. Das hängt schon alleine von der Nutzung ab.

      Unabhängig davon hat das auch rein gar nichts mit der technischen Realisierbarkeit und damit verbundenen Kosten und Einbußen zu tun.

      Viele Grüße
      Bert

    2. Ein Abstand-Breite-Verhältnis von 1:1 ist doch auch beim 16:9-Format sehr gut. Wenn man dabei anschließend bei Bedarf oben und unten maskiert, hat man nichts im Vergleich zur Lösung in Holgers Ausführungen eingebüßt.
      Wenn man stattdessen den umgekehrten Weg geht und für 16:9 an den Seiten maskiert, zahlt man doch nur drauf und hat ein kleineres 16:9-Bild. Oder verstehe ich da etwas nicht?

      1. Genau so, alles richtig verstanden! Wie ich auch oben schrieb: Im Heimkino ist aus praktischen Gründen immer die Bildbreite die Konstante und die Höhe ist variabel. Jeder Versuch, diesen Fakt umgehen zu wollen, wird immer zu höherem Aufwand führen (z. B. Bedarf an Motorzoom).

  10. Ja, da habt Ihr bei genauerem Hinsehen definitiv Recht. Ob 16:9 oder Cinemascope hängt von mehrere Parametern ab, die man sich gut überlegen muss. Und es gibt mehrere Ansätze, sowohl mit 16:9 als auch Cinemascope Format, variabel beide Formate mittels Maskierung und demselben Sitzabstand darzustellen.

    Was mir aber wichtig ist: Wenn ein Sitzabstand (z.B. in einem Wohnzimmer) gegeben ist, fällt Cinemascope u.U. weg. Und zwar nicht, weil die Balken zu „grau“ sind, sondern weil die Bildhöhe viel zu niedrig ist. Um das zu vermeiden, halte ich eine Bewertung des Abstand / Breite Verhältnisses für äusserst wichtig bevor man investiert.

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