Nachhall reduzieren: Warum Vorhänge und Teppich nur bedingt geeignet sind

Leider machen sich zu wenige Heimkino-Begeisterte Gedanken über bessere Akustik. Dabei ist die Raumakustik neben anderen Faktoren derjenige Bereich, mit dem man mit Abstand die größte Verbesserung des Klangs erreichen kann — eine deutlich größere Verbesserung, als mit neuen Lautsprechern. Als einfache Möglichkeit, den Nachhall zu verbessern, werden oft einige typische Hausmittel genannt, die aber ohne zusätzliche Maßnahmen nur bedingt geeignet sind.

Ein Teppich ist das einfachste Mittel, um den Nachhall zu vermindern

Zusammenfassung für schnelle Leser

Wir sehen uns heute ein paar typische Möglichkeiten zur Verbesserung des Nachhalls an, die auch im Wohnzimmer-Kino den häuslichen Frieden nicht weiter stören. Weiterhin erläutere ich, warum diese Mittel allein zwar eine hörbare Verbesserung bringen, aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Doch zunächst gehe ich zum besseren Verständnis nochmal auf die Grundlagen der Akustik ein.

Grundlagen der Akustik

Erinnert Ihr Euch noch an den Physik-Unterricht? Damals hätte niemand gedacht, dass er das mal braucht. Schall besteht aus Wellen (weshalb es nicht weiter verwunderlich ist, dass man sie auch Schallwellen nennt). Genauer gesagt geraten Luftpartikel in Bewegung und stoßen die nächsten Luftpartikel an, und so weiter — viele Male pro Sekunde, von der Schallquelle bis zum Ohr.

Je kleiner bzw. kürzer die Schallwellen sind, desto höher ist der Ton, den unsere Ohren dabei wahrnehmen. Man spricht dabei von der Frequenz, die in Hertz (Hz) angegeben wird. Das menschliche Gehör kann Töne von 20 Hertz bis 20000 Hertz (20 kHz) wahrnehmen. Das entspricht Wellenlängen von einigen Metern bis zu wenigen Zentimetern. Lautsprecher erzeugen Schallwellen, indem die Membran die davor befindliche Luft unterschiedlich schnell in Schwingung versetzt.

Reflexion

Nun ist es so, dass Schallwellen an Wänden und Gegenständen reflektiert werden. Eintrittswinkel ist gleich Austrittswinkel — wie Licht in einem Spiegel. Diesen Grundsatz hat jeder schon einmal gehört.

Mit jeder Reflexion verliert der Schall an Klarheit (man könnte auch sagen, an Qualität), weil die Wellen abhängig von der Oberfläche, auf die sie treffen, unterschiedlich zurückgeworfen werden. Eine Glasfläche reflektiert den Schall nahezu perfekt, weil sie keine Unebenheiten hat, genauso wie ein Spiegel das Licht perfekt reflektiert.

Eine raue Ziegelmauer hingegen sorgt für diffus reflektierten Schall, weil die vielen kleinen Unebenheiten die Wellen in die unterschiedlichsten Richtungen verteilen. Ebenso könntet Ihr Euer Spiegelbild in einem matten Metallgegenstand zwar erkennen, aber keine Details ausmachen, weil die Oberfläche nicht glatt genug ist.

Nachhall und Nachhallzeit

Wenn Schallwellen von einer Schallquelle ausgestrahlt werden, treffen sie früher oder später auf eine Wand. Von dieser werden sie größtenteils reflektiert, durchqueren den Raum erneut und treffen auf die nächste Wand oder einen Gegenstand. Das geht so lange weiter, bis die Wellen so oft reflektiert wurden, dass praktisch nichts mehr davon übrig ist. Zudem nimmt der Schall mit zunehmender Entfernung zur Quelle ab. Bis nichts mehr davon zu hören ist, haben die Schallwellen den Raum einige Male durchquert.

Wenn Ihr Euch in diesem Raum befindet, sind die Schallwellen dabei auch immer wieder an Eure Ohren gelangt. Diesen Effekt nennt man den Nachhall. Je mehr schallharte Flächen ein Raum hat, desto öfter werden die Wellen reflektiert und desto länger gelangen sie immer wieder an unsere Ohren.

Wie lange man den Nachhall hören kann, gibt die Nachhallzeit an. Üblicherweise will man die Nachhallzeit im Heimkino relativ kurz halten. Sie sollte ungefähr 200 bis 300 Millisekunden (0,2 bis 0,3 Sekunden) betragen. Modern, mit wenigen Möbeln eingerichtete Wohnräumen haben Nachhallzeiten um die 700 Millisekunden, was dafür zu viel ist.

Flatterechos

Parallele Wände verstärken den Effekt zusätzlich, weil die Schallwellen ungehindert immer wieder geradeaus den Raum durchqueren können und nicht abgelenkt werden. Wenn die Wellen dabei sehr steil auf eine Wand auftreffen, vielleicht sogar in einem 90°-Winkel, werden sie auch fast in die selbe Richtung zurückgeworfen, und durchqueren den Raum so immer und immer wieder. Bei sehr kurzen Tönen ist ein deutliches, schnelles Echo zu vernehmen. Man spricht dann von einem Flatterecho.

Den Nachhall im Allgemeinen und ein Flatterecho im Speziellen könnt Ihr sehr einfach selbst testen. In die Hände zu klatschen ist die einfachste Variante. Versucht es auch mal mit folgenden Methoden:

  • Nehmt eine DVD-Hülle, die Ihr zweifellos griffbereit habt, und verursacht ein lautes Klicken, indem Ihr sie schließt.
  • Haltet eine große, leere Kunststoffflasche am Verschluss fest und schlagt damit gegen die andere Hand.

Beide Varianten erzeugen einen kurzen, kräftigen, hohen Ton, dessen Nachhall deutlich wahrgenommen wird. Zwischen zwei parallelen Wänden stehend dürftet Ihr auch ein schönes Flatterecho hören.

Nachhall reduzieren mit Hausmitteln

Ganz gleich, ob ein Wohnzimmer oder ein Kinoraum eingerichtet werden soll, wirken zur Reduktion des Nachhalls die selben Mittel. Die üblichen Hausmittel sind sehr ansehnliche Dinge, die Ihr ohne Probleme auch in einem Wohnzimmer unterbringen könnt:

  • Teppichboden, je langfloriger (flauschiger) desto besser
  • schwere Vorhänge aus dickem Stoff, zum Beispiel Molton
  • Polstermöbel wie etwa ein Sofa
  • raue statt glatte Wände und Decke

Ein dicker Vorhang aus Molton-Stoff schluckt den Nachhall im Hochtonbereich Sowohl in einem Wohnzimmer als auch in einem Kinoraum werdet Ihr die meisten dieser Dinge haben wollen. Vermeidet grundsätzlich glatte Oberflächen. Im Übrigen absorbieren auch Menschen den Schall sehr gut.

Wie viele Maßnahmen Ihr ergreift, hängt davon ab, wie stark Ihr den Raum dämpfen wollt. Um den hörbaren Nachhall in einem nur mit dem Nötigsten eingerichteten Kinoraum weitestgehend zu eliminieren, werdet Ihr aber in der Regel alles auffahren müssen, was Ihr zur Verfügung habt.

Die Probleme der Hausmittel

Es wäre wirklich schön, wenn es so einfach wäre! In einem Wohnzimmer-Kino werdet Ihr oft gar nicht weiter gehen können (Stichwort WAF) und müsst Euch mit diesen Maßnahmen zufrieden geben. Aber sobald Ihr das Hobby etwas akribischer betreibt oder in einen separaten Kinoraum wechseln könnt, werdet Ihr schnell merken, dass Teppich und Vorhänge keine wirklich gute Lösung sind.

Überdämpfung: zu viel des Guten

Ein häufig angesprochenes Problem ist, dass ein Raum überdämpft werden kann. Der Nachhall wird dabei so stark eliminiert, dass das akustische Empfinden nicht mehr zur tatsächlichen Größe des Raums passt. Das bringt unser Gehirn völlig durcheinander. Viele Menschen fühlen sich dann unwohl. Treibt man das auf die Spitze, würde man den Raum als „schalltot“ bezeichnen.

Aber Überdämpfung ist zunächst mal kein wirkliches Problem. Mit gewöhnlichen Hausmitteln wie Teppich und Vorhängen werdet Ihr einen Raum keinesfalls überdämpfen! Dafür müsst Ihr weitaus größere Geschütze auffahren.

Einseitige Bedämpfung

Das eigentliche Problem entsteht durch die viel zu einseitige Dämpfung des Nachhalls. Die meisten der oben genannten Hausmittel dämpfen ausschließlich den Hochton. Ein Sofa hat aufgrund seiner Masse noch die besten Chancen, auch den Mittelton zu absorbieren. Aber Vorhänge und Teppich sind dünne Materialien: kurze (hohe) Schallwellen saugen sie ziemlich gut auf, aber lange (tiefe) Wellen gehen einfach hindurch und werden an der Wand dahinter reflektiert.

Wenn Ihr Euch also den ganzen Raum mit Vorhängen und Teppich voll macht, wird der Hochton sehr stark gedämpft. Im ersten Moment hat das einen hörbaren, positiven Effekt, weil der sehr auffällige Teil des Nachhalls damit weitestgehend verschwindet. Spätestens bei Musik und Filmen, wo Bass und Mittelton sehr präsent sind, werdet Ihr aber bald merken, dass der Klang dumpf, unsauber und matschig wirkt.

Somit sind alle der oben genannten Hausmittel zwar besser als nichts, aber leider auch keine Lösung, die langfristig zufrieden stellt. Aus diesem Grund solltet Ihr unbedingt Absorber und eventuell Diffusoren einsetzen, um eine Dämpfung oder Streuung des Nachhalls über einen größeren Frequenzbereich hinweg zu erreichen.

Oberste Priorität: Erstreflexionen bekämpfen

Um den Nachhall möglichst effizient zu verringern, gibt es einen sehr einfachen Grundsatz. Ihr solltet stets versuchen, den Schall dort zu dämpfen, wo er noch sehr gebündelt auftritt: kurz nach seiner Entstehung. Hier gibt es noch relativ kleine Flächen, auf denen ein großer Teil des Schalls auftrifft. Wenn hier schon ein großer Teil der Anfangsenergie abgefangen wird, bevor sich der Schall unkontrolliert im Raum ausbreiten kann, gewinnt Ihr schon sehr viel.

Dafür gibt es die Punkte der Erstreflexion. Diese liegen überall dort, wo der Schall einen Lautsprecher verlassen hat und kurz darauf zum ersten Mal auf eine schallharte Oberfläche trifft. In der Regel sind das zunächst die Seitenwände sowie der Boden und die Decke.

Dekorative Plattenabsorber an den Wänden verringern den Nachhall erheblichBesonders an den Seitenwänden treten die ersten Reflexionen sehr früh auf. Ein am Hörplatz eintreffendes Schallereignis ist dadurch immer zweimal kurz nacheinander hörbar, was zu einem sehr komischen Klangbild führen kann. Man spricht hier auch von frühen Reflexionen.

Deshalb ist es wichtig, die Punkte der Erstreflexionen zu finden und mit Hilfe von Absorbern zu bedämpfen. Alternativ kann der Schall dort auch mit Hilfe von Diffusoren zertreut werden, um das Klangbild lebendiger zu halten und eine breitere Bühne zu erhalten. Beide Maßnahmen sollten ein möglichst großes Frequenzspektrum abdecken — und genau dafür sind Teppich und Vorhänge eben völlig ungeeignet.

Kurz zusammengefasst

  • Schall wird im Raum von Wänden, Decke und Boden reflektiert und breitet sich so im Raum aus. So entsteht besonders in nackten Räumen der unerwünschte Nachhall.
  • Je mehr absorbierende Elemente es im Raum gibt, desto kürzer ist die Nachhallzeit.
  • Die Nachhallzeit mit Hausmitteln wie Teppichen und Vorhängen zu verbessern bringt grundsätzlich einen hörbaren Effekt, wirkt sich aber nur im Hochton aus. Der Raum klingt dann dumpf.
  • Anstatt den Raum auf diese Weise nur einseitig zu bedämpfen, sollte stärker absorbierendes Material mit größerem Volumen verwendet werden. Nur so lässt sich der Nachhall gleichmäßig reduzieren.
  • Die ersten Reflexionen sollten mit höchster Priorität behandelt werden, um dem Raum möglichst viel Schallenergie frühzeitig zu entziehen.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

17 Gedanken zu „Nachhall reduzieren: Warum Vorhänge und Teppich nur bedingt geeignet sind

  1. Sehr geehrter Herr Kößler,

    mit großem Interesse habe ich Ihren sehr guten und informativen Artkel gelesen.
    Einzig bei der Lösung von Akustikproblemen möchte ich ergänzen, dass es hier seit relativ kurzer Zeit innovative, sehr leichte und sogar transparente Stoffe der Firma ■■■■■ ■■■■■■■ gibt, die sehr hohe Absorptionswerte haben, wie sie sonst nur schwere Stoffe aufweisen. Daher sind sie bestens dazu geeignet z.B. als ästhetisch sehr schöner Vorhang an Fensterfronten Schall zu absorbieren, ohne zu verdunkeln!!
    Vielleicht sehen Sie sich unsere Produkte einmal unter http://www.■■■■■■■■■.com an. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    ■■■■ ■■■■■

    1. Vielen Dank für die feine Werbung. Hat leider nicht geklappt.

      Leichte und transparente (also dünne) Stoffe können aus Prinzip keine hohen Absorptionswerte haben. Selbst Molton absorbiert nur im Hochtonbereich. Absorption funktioniert nur über Masse. Es gibt keine magischen Stoffe, die die Physik überlisten.

      Leider gibt es viel zu viele Hersteller, die solche Gerüchte verbreiten — vermutlich weil dem Marketing keine echten Argumente für die Produkte einfallen.

  2. Hallo Bert,
    in meinem Heimkino zischt es bei einem gesprochenen „S“. Bei TV Ton extremer als bei einer Blueray. Im Direkt Modus lange nicht so stark wie diversen Upmixern.
    Ist dies ein Ansatz von Flatterechos, die ich wie von Dir beschrieben mit Breitbandabsorbern in den Griff bekommen würde? Mein Raum ist wohl noch zu schallhart? (kahl und große fenster)

    Beste Grüße, Dirk

    1. Hallo Dirk,

      das ist sehr wahrscheinlich ein Fall von frühen Reflexionen (was anderes als Flatterechos). Wahrscheinlich hast Du glatte Flächen sehr nah vor oder neben einigen der Lautsprecher. Ein beliebter Fehler ist, den Center direkt auf ein Möbelstück zu stellen und sehr weit hinter zu rücken.

      Absorber helfen höchstwahrscheinlich. Du kannst es vorab ausprobieren, indem Du je ein großes Kissen an einem der Reflexionspunkte platzierst.

  3. Hallo Bert, ich habe in meinem Fernsehraum den Nachhall mit Schaumstoffabsorber 10cm gedämpft laut Messung mit Carma komme ich bis ca. 250Hz auf 30ms . Jetzt hört sich der Center ( sprich Stimmen) leider sehr dumpf an. Die Effekte hingegen sind ganz klar erkennbar. Kann ich da etwas falsch gemacht haben?

    1. Hallo Joachim,

      das lässt sich nicht beantworten, wenn man den Raum und die Menge aller akustischen Maßnahmen nicht kennt. Grundsätzlich kann es schon sein, dass Du den Raum überdämpft hast. Wenn der Effekt nur beim Center auftritt, halte ich es aber eher für wahrscheinlich, dass dort etwas nicht stimmt. Vielleicht hat das Einmesssystem Mist gebaut und am Equalizer die Höhen zu stark abgesenkt?

  4. Hallo Bert,

    bevor ich mir jetzt teure Absorber kaufe, kann ich die Wirkung irgendwie billig simulieren? Ich denke z.B. an Eierkartons die ich provisorisch zum Testen aufhänge.

    1. Hallo Jens,

      Gegenfrage: bevor ich mir jetzt einen teuren Porsche kaufe, kann ich die Leistung irgendwie mit einem Polo simulieren?

      Ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will? Mit Eierkartons kannst Du sowieso gar nichts machen. Das ist nur so eine Legende. Die eignen sich am besten um Eier zu verpacken. 😉

  5. Hallo Bert

    Ich möchte mein Büro in ein Homestudio umgestalten. Dabei stelle ich mir viele Fragen wie z.B. wo stelle ich meinen Tisch, Gitarrenverstärker, Monitore ect. am besten hin? Die Raumfläche beträgt 15 m2 und der Raum ist 5×3 Meter lang/breit. Die Tür ist in der Ecke und das Fenster auf einer Breite des Raumes platziert (andere Seite der Tür). Somit sollte ich die Breite benutzen und von dort aus beschallen? den Verstärker habe ich gleich beim Fenster platziert. Ich bezweifle ob das die idealste Lösung ist, aber eine andere Variante habe ich nicht, da ich noch andere Möbel drin stehen habe wie ein Bett (das Hilft wenigstens ein bisschen gegen das enorme Echo).

    Ich habe eine Skizze wo alles ersichtlich ist erstellt. Würde es Dir gerne zustellen aber leider gibts hier keine Optionen für Anhänge.

    Danke im Voraus & Gruss
    Roberto

    1. Hallo Roberto,

      Studio-Akustik ist ein ganz anderes Feld als Heimkino-Akustik. Zwar gelten die selben physikalischen Gesetze, aber Anforderungen und Ziel einer Akustikoptimierung laufen doch ziemlich weit auseinander. Daher kann ich Dir dazu keine brauchbaren Tipps geben, ohne einen großen Haufen Unwahrheiten zu verbreiten.

      Ich empfehle Dir stattdessen, das Standardwerk zu diesem Thema zu lesen: Studio Akustik von Andreas Friesecke

  6. Hallo Bert,

    auch ich plane mein Wohnzimmerkino jetzt akustisch zu verbessern. Zwar kann man ja alles schön vermessen, aber einen Hinweis, ob man besser zuerst an Decke/Boden anfängt oder an der Wand, habe ich noch nicht gefinden. Kannst Du da weiter helfen?

    Danke

    Daniel

    1. Hi Daniel,

      du fängst zuerst da an, wo der größte Effekt mit dem kleinsten Aufwand zu erreichen ist. Ob das jetzt ein Aufwand in Form von Arbeitsstunden oder Geld ist, bleibt dir überlassen.

      Bevorzugt bekämpft man immer primär die Erstreflexionen, weil hier der größte Effekt zu erzielen ist. Ob Wände, Decke oder Boden, entscheidet sich am besten anhand der aktuellen Beschaffenheit. Gibt es da zum Beispiel eine große Glasfront, hilft meistens nur ein dicker Vorhang. Ist der Boden Laminat oder Fliesen, sollte ein Teppich drauf. Was ist leichter und günstiger beschafft, Teppich oder Vorhang? Ein Deckensegel hingegen ist — je nach optischen Ansprüchen — relativ aufwendig umzusetzen, bringt dafür aber auch sehr viel und bedeutet keinen größeren Eingriff bzw. Einschränkungen bei der restlichen Raumgestaltung.

      Du musst also im Grunde nur alle Möglichkeiten auflisten und dann in die große Waagschale werfen. Im Idealfall bekommst Du so eine Priorisierung der möglichen Maßnahmen und fängst dann einfach vorne an.

  7. Hallo Bert!
    Ich habe in meinem 20qm Wohnzimmer ein Atmos-Setup mit 4 Decken-LS (Elac WS 1445). Da die Decken-LS ca. 10 cm von der Decken abhängen, habe ich mir überlegt, ein Deckensegel anzuschaffen.
    Frage: Sind vorkonfektionierte Deckensegel (zB. https://www.inwerk-bueromoebel.de/catalog/product/view/id/29490/s/design-akustik-deckensegel-bm34583/category/488/ ) für meine Zwecke sinnvoll, oder rausgeworfenes Geld?
    Beste Grüße aus Bad Schwalbach!
    Gerd

    1. Hallo Gerd,

      wenn Du handwerklich nicht gerade völlig unbegabt bist, ist das rausgeworfenes Geld. So ein Modul deckt gerade mal 1,34 m² ab, bei einer Materialstärke von 4 cm. Für den Preis kannst Du Dir Rockwool Termarock 30 mit 10 cm Stärke für 10 m² kaufen. Aber selbst bei gleicher Fläche wirkt das deutlich besser, alleine schon wegen der Materialstärke. Nur musst Du Dir da halt einen Rahmen drum herum bauen, damit es ansehnlich wird. Bisschen Holz, ein paar Winkel und Stoff, dann erreichst Du deutlich mehr für das gleiche Geld.

      1. Hallo Bert!
        Danke für Deine Antwort. Erst später habe ich die Verlinkung zum Schaumstoff-Discounter gefunden.

        Dort kann ich perfekt konfigurierte basotect platten in 7cm Stärke in Wohnzimmerfarbe gecoatet bestellen. Ich klebe dann die Platten auf Keilholzrahemn uas dem Künstlerbedarf und häng sie mit 5cm Abstand unter die Decke, so dass ich noch eine indirekte, warmweiße LED darüber verstecken kann.
        Eine tolel Anleitung habe ich hier gefunden: http://www.hifi-forum.de/viewthread-72-6860.html
        Der WAF Faktor der Panele, auch wenn Sie eingefärbt und mit einer Phase versehen wurden, ist leider wie ich feststellen musste, nicht besonders hoch. Die Möglichkeit mit der indirekten Deckenbeleuchtung hat das Ruder gerade nochmal rumgerissen.
        Vielen dank für die tollen Infos und Beste Grüße! Gerd

        1. Hallo Gerd,

          vielen Dank für den Link! Das gezeigte Deckensegel ist ein gutes Beispiel für Leichtbauweise — wichtig bei Rigips-Decken. Ich finde die reinen Basotect-Deckensegel auch nicht so wahnsinnig schön. Aber das ist zum Glück Ansichtssache. Von mir kommt da demnächst auch ein Artikel zum Thema.

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