Bild und Ton in Perfektion

Skyline Four: Referenzkino der Spitzenklasse

Manchmal wird in einem Keller an einem Projekt gearbeitet, das so ziemlich alles andere in den Schatten stellt. Solche Heimkinos sind die absoluten Ausnahmen. Das „Skyline Four“ von Nils Hitschke zählt zweifellos dazu. Heute nehme ich Euch mit auf einen Rundgang durch eines der wenigen Referenz-Heimkinos, die in Deutschland zu finden sind.

Der Kinoraum des Skyline Four

Euch sollte von vorneherein klar sein, dass Ihr dieses Level an Perfektion wahrscheinlich niemals erreichen werdet oder es überhaupt erreichen wollt. Nils hat umfangreiche Erfahrungen beim Bau von Lautsprechern und Akustikmodulen, die es ihm erst ermöglicht haben, dieses Projekt in einem akzeptablen Kostenrahmen in Eigenregie umzusetzen. Viel mehr soll Euch dieser Artikel zeigen, was technisch möglich ist. Und ein bisschen zum Träumen bringen soll er Euch auch.

Nils arbeitet hauptberuflich als Werkzeugmechaniker, seine eigentliche Profession lebt er aber nebenberuflich aus: mit seiner Firma FM-Audio entwickelt er Lautsprecher und Veranstaltungstechnik. Darüber hinaus arbeitet der 31-jährige als freiberuflicher Konstrukteur für einen DSP-Hersteller und ist dort für mechanische Bauteile und Strömungsdynamik zuständig. Ziemlich gute Voraussetzungen also, um mit seinem Heimkino über die üblichen Grenzen hinaus zu schießen.

„Meine erste Surroundanlage habe ich aus klanglichen Gründen entwickelt, um Mehrkanalaufnahmen von Konzerten wiederzugeben,“ erzählt Nils. „Das Thema Heimkino hat sich dann nebenbei entwickelt.“ Mit einer einfachen Rahmenleinwand und einem Benq W5000 Projektor hat alles angefangen.

Leinwand, Projektor und Surround-Sound sind für Nils Grundvoraussetzung für ein Heimkino: „Für mich ist ein Heimkino ein Raum mit Großbild. Das kann sowohl in einem Wohnzimmer stattfinden, wie auch in einem speziell dafür optimierten Raum.“ Mit einem TV kommt für ihn keine Kino-Atmosphäre auf. Soundbars haben erst recht nichts damit zu tun.

Rundgang durch den Keller

Die unter der Kellertreppe taktisch gut platzierte Popcorn-Maschine sorgt für sofortiges Kinofeeling, sobald man den Kellerabgang betritt. Schnell wird klar, dass Nils einen Großteil des Kellers dem Kino und seiner Arbeit gewidmet hat. Mit kurzen Wegen befindet sich gegenüber des Kinos eine geräumige Werkstatt. Professionelles Werkzeug und aufgeräumte, gut sortierte Regale deuten schon darauf hin, dass hier öfter etwas aufregendes gebaut wird.

Der Technikraum des Skyline FourWeiter geht es in ein Zweitbüro, das ich eher als Labor bezeichnen würde. Hier steht jede Menge technisches Zeug und DJ-Equipment herum und lässt erahnen, dass die Interessen des Hausherrn sich nicht nur auf Heimkinos beschränken.

Von hier geht es weiter in den schmalen Technikraum hinter dem Kino. Dieser beherbergt in zwei Serverschränken alle technischen Komponenten, die man eigentlich lieber an einem auffälligeren Platz zur Schau stellen würde oder aber noch nicht einmal erahnen kann, um was es sich handelt. Auch die umfangreiche Filmsammlung ist eher aus praktischen Gesichtspunkten platzsparend untergebracht. Einige wenige Fanartikel wie der ARK-Reaktor wurden hierher verbannt, um dem Kino bloß nicht die Show zu stehlen.

Die Technik im „Skyline Four“

Mit dem „Skyline Four“ verfolgte Nils ein sehr ambitioniertes Ziel, nämlich „in Deutschland zur Referenz in Sachen Akustik zu gehören“. Dafür mussten einige Grundvoraussetzungen erfüllt werden:

  • akustische Perfektion des Raumes
  • optimale Nachhallzeit über den Frequenzbereich von 100–20000 Hz
  • perfekte Basswiedergabe ohne Dröhnen

Um das zu erreichen, mussten hauptsächlich Maßnahmen im Raum getroffen werden, wie wir gleich noch sehen werden. Die verwendete Technik ist dafür zum kleineren Teil mitverantwortlich. Die sorgt nämlich in erster Linie nur dafür, dass bei Bedarf ziemlich hohe Pegel gefahren werden können.

Vor- und Endstufen

Für die nötige Leistung sorgt ein Yamaha CX-A5100 als Vorstufe. Dahinter hängen 3 Nakamichi AVP1 als Endstufen für die 7.1.4 Kanäle. Die Aufteilung in Vor- und Endstufen ist eigentlich Pflicht, wenn man so ein Projekt umsetzen will. Selbst die größten AV-Receiver liefern einfach nicht genug Leistung, um auf 11 Kanälen noch ordentlich Dampf zu geben.

Im „Skyline Four“ passiert aber noch ein bisschen mehr. Um den Surround-Bereich für die beiden Sitzreihen gleichmäßiger auszufüllen, werden alle 4 Surround-Kanäle von je 2 Lautsprechern wiedergegeben. Es kommen also 11 normale Lautsprecher zum Einsatz. Diese werden von zwei AllDSP Sound Prozessoren aufeinander abgestimmt. Hinzu kommen 4 Deckenlautsprecher für Dolby Atmos — insgesamt also 15 Lautsprecher für die Hauptkanäle.

Während das „Skyline Four“ also 7.1.4 Kanäle wiedergibt und damit bestens für Dolby Atmos und DTS:X geeignet ist, kommt ein 11.16.4-Lautsprecher-Setup zum Einsatz. Moment mal, 16? Ja, genau.

Double Bass Array mit 16 Subwoofern

Wenn man normalen Leute, insbesondere Ehefrauen, erzählt, dass man sich einen zweiten Subwoofer anschaffen will, wird man für gewöhnlich als verrückt abgestempelt. Der Gedanke an mehr Subwoofer wird automatisch mit stärker wackelnden Wänden assoziiert. Diese Annahme ist aber grundlegend falsch. Mehr Subwoofer sollen nicht für mehr Bass sorgen — es soll dadurch nicht lauter und heftiger werden. Mehr Subwoofer sorgen einfach nur für weniger Dröhnen.

Die Front des Skyline Four

Im Fall des „Skyline Four“ gibt es praktisch gar kein Dröhnen mehr. Jeweils 8 Subwoofer über die Front und die Rückwand verteilt bilden ein perfektes Double Bass Array. Angetrieben werden alle Subwoofer von einem Camco D-Power 4. Das hintere Array läuft mit umgekehrter Phase und zeitverzögert. In einer einzigen, sauberen Welle durchquert der Bass den Raum und wird kurz vor der Rückwand nahezu vollständig ausgelöscht. Es ist so, als wäre gar keine Rückwand vorhanden, an der die Schallwellen reflektiert werden könnten.

Durch die Leinwand hindurch scheinende LEDs umranden die Subwoofer-ChassisDas Ergebnis ist beeindruckend und beängstigend zugleich. Der Gedanke, dass man gleich von 16 Subwoofern angepustet wird, weckt ein wenig Unbehagen. Das verfliegt aber schnell, wenn die Anlage drauf los spielt. Bis ans untere Ende des hör- und fühlbaren Frequenzspektrums ist der Bass einfach nur präzise und trocken — niemals nervig, aufdringlich oder gar störend.

Der eigentliche Effekt des DBA ist aber, dass das überall im Raum so ist. Man kann sich frei im Raum bewegen und bemerkt keinerlei Veränderungen im Bass. Somit haben alle Sitzplätze gleichermaßen etwas davon. Mit einem oder zwei Subwoofern ist das eben nicht möglich.

Lautsprecher

Alle Lautsprecher des „Skyline Four“ wurden von Nils selbst gebaut. An der Front werden Chassis von Eighteen Sound sowie Beyma AMT mit Horn eingesetzt. Für die Surround- und Deckenlautsprecher sind Beyma Coax 8-Zoll-Chassis verbaut. Auch die Frequenzweichen wurden speziell auf den Raum abgestimmt.

Die Baffle Wall an der Front des Skyline Four mit 8 Subwoofern und den Hauptlautsprechern
Foto: Nils Hitschke

Alleine in den Lautsprechern steckt so viel Arbeit, dass es beinahe schade ist, wie wenig man davon sehen kann. Das hat aber auch Vorteile, weil sich Nils so nicht mit einer ansprechenden Optik herumschlagen musste, sondern sich voll auf den Klang konzentrieren konnte.

Alle Lautsprecher befinden sich hinter der Wandverkleidung aus akustisch transparentem Stoff. So wirkt das „Skyline Four“ sehr aufgeräumt und lenkt nicht von anderen Details ab. Details wie den grünen LED-Ringen, die die 12-Zoll-Chassis der Subwoofer an der Front hervorheben und so zumindest erahnen lassen, dass es hinter der unscheinbaren Fassade noch weiter geht.

Projektor und Leinwand

Blu-rays legt Nils in seinen Oppo UDP-203 ein. Ein JVC DLA-X7500 wirft das Bild auf die etwas mehr als 3 Meter breite Leinwand im 21:9-Format. Nils hat sich für Cinemascope-Projektion entschieden und nutzt einen Prismasonic Anamorphot für die nötige Bildentzerrung. Die gebogene Leinwand hebt die dadurch entstehende Kissenverzerrung fast perfekt auf. So kommt die volle Helligkeit des Projektors auf die Leinwand und sorgt für ein sehr kontrastreiches Bild. Der Anamorphot lässt sich motorisiert zur Seite fahren, was — versteckt in dem Durchbruch zum Technikraum — total spannend aussieht.

Leinwand mit seitlicher Maskierung und hindurch scheinenden LEDsDie akustisch transparente Leinwand ist eigentlich noch etwas breiter als 21:9, damit der Rahmen die dahinter verbauten Lautsprecher nicht verdeckt. Links und rechts ist die Leinwand — ebenfalls akustisch transparent — für ein paar Zentimeter maskiert, um das Endformat zu erreichen.

Wenn er nochmal neu planen könnte, „würde [er] die Leinwand bis zum Rand füllen, auch wenn das Verhältnis jetzt schon perfekt ist,“ sagt Nils. Das sichtbare Bild ist 3 Meter breit, bei einem Sitzabstand von 2,75 Metern. Daraus ergibt sich ein Blickwinkel von rund 57°, was dem optimalen Sichtfeld für Kinos entspricht.

Sonstige Komponenten

Bei all der herausragenden Technik ist es fast schon überflüssig, die sonstigen Gadgets aufzuzählen. Ein QNAP NAS dient als Datenlieferant und bedient unter anderem die Nvidia Shield, die für Spiele und Kodi genutzt wird. Außerdem ist ein VU+ Solo4K TV-Receiver im Einsatz. Das hat mich zuerst verwundert, Nils klärte aber schnell auf, dass er das „Skyline Four“ zu 95% für Filme nutzt und TV zusammen mit Spielen und Serien zu den restlichen 5% gehört.

Zur Steuerung kommt eine Logitech Harmony zum Einsatz. Diese, sowie die meisten anderen Komponenten, sind außerdem an FHEM angebunden und mit in die Haussteuerung integriert. Eine individuelle Oberfläche für FHEM ist bereits in Arbeit. Diverse andere Apps ermöglichen es Nils, jedes Detail des „Skyline Four“ vom Tablet aus zu steuern.

Raumakustik

„Ich lege keinen großen Wert auf spezielle Komponenten. Wichtig ist, dass die technischen Grundlagen passen, genug Leistung zur Verfügung steht und möglichst wenig Klirr entsteht,“ erklärt Nils über die Auswahl seiner Technik. Lautsprecher fangen an zu klirren, wenn sie an ihre Leistungsgrenzen oder darüber hinaus getrieben werden. Das passiert im „Skyline Four“ so schnell sicher nicht.

Die meisten Heimkinos haben aber ein anderes Problem. Noch bevor die Lautsprecher an ihre Grenzen kommen, wird das Zuhören schon schmerzhaft. Das liegt an schlechter Raumakustik. In den meisten Räumen ist der Nachhall zu groß. Wenn man zu laut aufdreht, schaukelt sich der Schall hoch und wird schnell unangenehm.

Absorbtion

Im „Skyline Four“ haben wir bei Musik eine durchschnittliche Lautstärke von 115 dB gemessen, was noch lange nicht an der Grenze der Technik war. Trotz des hohen Pegels wurde das Zuhören nicht einen Moment lang anstrengend. Der Grund dafür sind umfangreiche Maßnahmen zur Absorbtion. Jeder freie Quadratzentimeter an Wänden und Decke, der nicht anderweitig benötigt wird, ist mit Dämmmaterial versehen.

Der Raum absorbiert also, was das Zeug hält. Die mittlere Nachhallzeit beträgt 0,16 Sekunden. Zum Vergleich: angestrebt werden normalerweise 0,4 bis 0,2 Sekunden Nachhallzeit. Die starke Bedämpfung spürt man sofort wenn man das „Skyline Four“ betritt.

Trotzdem klingt der Raum nicht unangenehm oder gar „tot“, wie es bei zu starker Absorption vorkommen kann. Die Dämpfung findet gleichmäßig statt, nicht nur im Hochtonbereich, wie etwa beim Einsatz von zu viel Teppich und Vorhängen.

Diffusion

Um eine lebendige Atmosphäre zu erhalten, kommt aber ein anderes Mittel zum Einsatz. Im hinteren Bereich sind sieben 1D QRD-Diffusoren über die Wände verteilt. Diese sorgen beabsichtigt für eine Streuung des eintreffenden Schalls.

Darüber hinaus befindet sich an der Decke mittig ein großflächiger 2D QRD Diffusor, den man gemeinhin auch als Skyline-Diffusor bezeichnen würde – daher auch der Name des „Skyline Four“.

Ein Hörtest zeigt, dass das Konzept aufgeht: Bei reiner Stereo-Wiedergabe entsteht eine unglaublich breite Bühne, die sich bis zu den Seitenwänden auszudehnen scheint. Man könnte denken, an den Seiten wären weitere Lautsprecher verbaut. Trotzdem bleibt jeder Ton präzise ortbar. Das ist nicht zuletzt auch dem perfekten Stereo-Dreieck zu verdanken.

Einrichtung

Die Eingangstür mit Absorber-Keilen
Foto: Nils Hitschke

Schon beim Betreten des Kinos springen sofort die Absorber an der Innenseite der Tür ins Auge. Mit ihrem dreieckigen Querschnitt, im Wechsel angeordnet, wirken die Schaumstoffkeile schon ziemlich aufregend.

Auf den ersten Blick wirkt das „Skyline Four“ ausgesprochen dunkel und sagt uns damit, dass wir uns gefälligst auf Ton und Bild konzentrieren sollen. Einigermaßen hell wird es durch je 4 Deckenstrahler auf jeder Seite, die aber nur als Putzlicht dienen.

Im Normalbetrieb sorgen LED-Stripes für dezente Beleuchtung in blau und grün. Am hellsten wird es noch an den Stufen des Podests und hinter der Leinwand. Die Streifen entlang der Seitenwände dienen mit ihrem sehr gleichmäßigen Licht dagegen nur zur Orientierung und als echter Hingucker.

Große, mit schwarzem Stoff bespannte Rahmen verkleiden den Großteil der Wände und der Decke. Der damit verdeckte Wandaufbau zur Unterbringung von Lautsprechern, Diffusoren und Absorbern ist an den Seitenwänden und der Decke 20 cm stark. Die notwendige Rahmenkonstruktion ist nur mit der Wand verbunden und vom Boden entkoppelt.

Der Kinoraum des Skyline Four

Es ist fast schon offensichtlich, dass Nils das Haus um das Kino herum gebaut hat: „Dies ging los bei einer erhöhten Decke, Außendämmung, Schimmelprävention, Lüftungsanlage nur für’s Kino, spezieller Estrich, Technikraum.“ Weil ein Fenster nur im Weg wäre, wird der Raum durch die Lüftungsanlage im Technikraum be- und entlüftet. Die Lüftungsauslässe befinden sich im vorderen Teil des Kinos. So wird auch bei längerem Betrieb mit Belegung aller 6 Sitzplätze die Luft nicht dicker. Die Lüftung verringert außerdem die Gefahr von Schimmelbildung, ebenso wie die speziell behandelten Betonwände.

Der Boden wurde mit einem speziellen Estrich ausgestattet. „Dieser ist höher gegossen, schwimmend eingebaut und kann nicht schimmeln,“ erklärt Nils. Die integrierte Fußbodenheizung sorgt für warme Füße. Darüber und über dem Podest liegt ein typischer Kino-Teppich, der in erster Linie die passende Farbe haben sollte.

Kinosessel mit Bassgewitter

Die 6 Sessel sind in zwei Reihen symmetrisch im Raum angeordnet. Der Referenzplatz ist natürlich vorne in der Mitte. Die Sessel sind elektrisch verstellbar: auf Knopfdruck fährt eine Fußstütze hoch und die Lehne runter. Die dazu passenden Kissen mit dem Logo des „Skyline Four“ verhelfen zur perfekten Sitzposition mit unbeschwertem Blick auf die Leinwand.

Körperschallwandler hinter den KinosesselnEin Detail, das bei all der Technik nicht fehlen durfte, sind Bass-Shaker. Als Körperschallwandler kommen Earthquake Q10B zum Einsatz. Drei davon rütteln die Sessel der vorderen Reihe durch, die somit nach Bedarf separat zugeschaltet werden können. Der vierte ist an das Podest gekoppelt und kümmert sich so um die gesamte hintere Reihe. Bei passendem Filmmaterial bekommt man hier also auch gleich noch eine Massage verpasst.

Skyline mit Sternenhimmel

Das wahrscheinlich aufwendigste Detail im „Skyline Four“ ist der Skyline-Diffusor an der Decke im mittleren bis hinteren Teil des Raums. Er besteht aus 12 Sektionen, die jeweils einzeln mit der Decke verschraubt sind. Jede Sektion ist 13×13 Holzklötze groß, die auf die richtige Länge zugesägt wurden. Insgesamt hängen da also 2.028 Stücke Holz über den Sitzen, die zusammen auf knapp 400 kg kommen.

Der Skyline-Diffusor an der Decke

Als wäre das alleine noch nicht unheimlich genug, hat Nils einen Sternenhimmel mit ca. 760 Sternen in den Diffusor integriert. Jeder Stern ist ein Lichtleiter, der mittig an der Unterseite eines Holzklotzes endet. Um die Lichtleiter überhaupt einfädeln zu können, wurden die Holzklötze von oben mit einem relativ dicken Bohrer „ausgehöhlt“ und nur das letzte Stück mit einem dünnen Gang versehen, der den Lichtleiter gerade so durch lässt.

Das war Nils aber offenbar immer noch zu einfach. Als Kirsche auf der Sahne ergeben die helleren Sterne das Sternbild Zwillinge, wie man es am Himmel über Sindelfingen sieht, dem Standort des „Skyline Four“. Die Position der Sterne wurde natürlich an das Raster des Diffusors angepasst. Wenn man es nicht weiß, erkennt man es sicher nicht, sondern bewundert nur die effektvolle Beleuchtung.

Jedenfalls ist dieser Diffusor in jeder Hinsicht beeindruckend. Ich hege immer noch die Vermutung, dass von den 8 Monaten Bauzeit für das „Skyline Four“ alleine 7 Monate in diesen Diffusor geflossen sind, aber Nils will es einfach nicht zugeben.


8 Monate Planung und nochmal die selbe Zeit für den Bau sieht man dem „Skyline Four“ deutlich an. „Die Umsetzung lief reibungsloser als ich mir das vorgestellt habe,“ erinnert sich Nils. „Ich habe nur bei der Dämmung der Decke, Glasfaser ins Auge bekommen. Das ist natürlich am ungünstigen Tag des Jahres passiert: An Silvester ist es schwierig, einen Arzt zu finden. Daher war das ein Halbtagesausflug ins Krankenhaus.“

Die Eingangstür mit Absorber-Keilen
Foto: Nils Hitschke

Die Evolution steht derweil nicht still. Schon einige Wochen vor der offiziellen Fertigstellung brütet Nils über einer Weiterentwicklung seiner Lautsprecher mit kontrollierbarem Abstrahlverhalten. Die Ideen gehen dem Horror-Fan, zu dessen Lieblingsfilmen Insidious und Donnie Darko zählen, offenbar nicht aus. „Lasst euch nicht so stark von Werbung beeinflussen und testet selber, was für Euch das Richtige ist,“ empfiehlt Nils im Bezug auf Qualität und Budget von Heimkino-Komponenten.

Mit dem „Skyline Four“ ist Nils wirklich ein Meisterwerk gelungen. Dieses Heimkino steckt jedes große, öffentliche Kino locker in die Tasche. Das muss es auch, denn Nils nutzt das Kino gerne auch zum Testen seiner selbst gebauten Lautsprecher. Filme sieht er fast nur mit Freunden und Kollegen — ein paar Stunden pro Woche. Die Arbeit an weiteren Projekten ist einfach wichtiger.

 

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

8 Gedanken zu „Skyline Four: Referenzkino der Spitzenklasse

  1. Also mal ehrlich geht’s noch abgefahrener !??

    Ich würde so nen Diffuser nachbauen auch ohne Sternenhimmel. warum, weil ich an der Decke noch platz hätte und es einfach nur genial aussieht.

    falls ich gewinne wäre die Heimkinovorführung toll !

  2. Krass gemachtes Kino

    Würde ich gerne mal in der Vorführung sehen.

    Wir sind auch gerade Neu am bauen, plane dort auch mein 2. Heimkino.

    So ein DBA wäre etwas ganz feines

  3. Super umgesetzt und sehr stimmig das ganze!
    Für viele wird so ein Bau ein Traum bleiben,meinen allergrößten Respekt für dieses Kino.

    Wenn ich den Platz und Möglichkeit hätte würde ich natürlich das DBA bauen.

    Falls ich gewinne wäre eine Heimkinovorführung des Skyline Four super.

  4. Das ist schon sehr beeindruckend und sicher ein absolutes Hugh End Kino, bei dem nicht auf Kosten geachtet wurde. Das DBA kann ìch so bestätigen, denn bei mir werkelt auch ein. Nur sind es bei mir lediglich 4 Subs, die den Raum weitestgehend beruhigen. Hat man den Raum akustisch so behandelt, muss man natürlich ìrgendwie wieder etwas Leben hineingekommen. Ich bin da einen etwas anderen Weg gegangen, mit gutem Ergebnis. Sicher nicht so perfekt dafür jedoch wesentlich günstiger. Schimmel ist im Keller immer ein Thema und wirklich schwer in den Griff zu bekommen. Bei einem Neubau hat man gute Chancen das zufriedenstellend zu lösen. Ich habe gerade daher auf eine Wandverkleidung verzichtet, da ich immer direkten Zugriff auf die Kellerwände haben möchte. Über 70 % Luftfeuchte wird es nach einigen Tagen problematisch. Eine Dauerlüftung ist eine perfekte Lösung. Bei mir werkelt hierfür ein kostengünstiger Entfeuchter, der auf 60 % eingestellt ist. Selbstbau Lautsprecher sind auch eine sehr gute Möglichkeit seinen Klang zu finden. Ich habe da auf alte Lautsprecher der 80er Jahre gesetzt, warum? Weil sie toll sind und für mich sehr authentisch klingen. 115 dB sind eine echte Marke. Bei mir sind max. 90 dB sinnvoll und eigentlich nur 10 Minuten von mir hörbar. Danach ist es mir entschieden zu laut.
    Warum schreibe ich so ausführlich?
    Weil ich herausstellen möchte, das es viele Wege zu einem Kino gibt und sich jeder diesen Traum erfüllen kann.

  5. Wahnsinn was man alles umsetzen kann. Wenn man dann auch noch handwerkliches Geschick hat dann kommt so was geniales dabei heraus. Chapo

    Da ich keinen Subwoofer habe würde mich natürlich die DBA reizen.

    Sollte ich gewinnen dann würde ich die Heimkinovorführung wählen. Sowas muss Man mal gesehen haben und das habe ich nicht.

    Ansonsten allen viel Glück und dem Besitzer viel Spaß im Heimkino

  6. Sensationelles Heimkino.
    Nachbauen würde ich ganz klar das DBA. Ich stehe total auf präzisen, glasklaren Sound und solch ein Array ist hierbei sicherlich die Superlative. Mich würde würde nur interessieren, wie sowas tatsächlich realisiert wurde. Mit einer fixen Zeitverzögerung kann hier ja nicht gearbeitet werden, denke ich, da ja unterschiedliche Frequenzen auch unterschiedliche Laufzeiten haben oder habe ich hier einen Denkfehler?

    1. Gerne erkläre ich die Vorgehensweise, nur möchte ich das nicht öffentlich machen. Weil 1. etwas Denkarbeit dahinter steckt und 2. die breite Masse es nicht verstehen würde, dafür müsste ich zu weit ausholen. Man kann mir gerne auf Facebook schreiben unter meinem Namen oder unter FM-Audio oder Skyline Four.

      Schöne Grüße
      Nils

  7. Sehr geniale Arbeit!

    Ich bin immer an Klangoptimierung durch Akustikmaßnahmen im Raum interessiert, daher finde ich den Diffusor an der Decke sehr spannend. Ich habe schon mal testweise angefangen, allerdings ohne Beleuchtung und mit derzeit noch deutlich weniger Holz 🙂

    Eine Vorführung dieses Meisterstücks würde ich gerne erleben.

    Weiter so!

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