Serie Der Light-Manager im Heimkino (Teil 1 2)

Lichtsteuerung mit dem Light-Manager

Heimkino gibt es nicht nur Receiver, Player und Beamer zu steuern. Wenn alle Aufgaben von einer Universalfernbedienung übernommen werden, bleibt doch noch eine kleine Fernbedienung übrig: die für das Licht — denn Lichtsteuerung funktioniert meistens per Funk, nicht über Infrarot-Signale. In dieser Artikelserie gehe ich näher auf die Lichtsteuerung mit dem Light-Manager ein.

Light-Manager Air

Wir sehen uns an, wie der Light-Manager von jbmedia es uns ermöglicht, das Licht über eine Universalfernbedienung zu schalten oder zu dimmen. Ich gehe außerdem auf die kleinen aber feinen Details ein, die dieses kleine Kästchen zur umfassenden Steuerzentrale für Haus und Heimkino werden lässt.

Mit dem Light-Manager von Infrarot zu Funk

Die Hauptaufgabe des Light-Managers ist es, Infrarot-Signale einer handelsüblichen Fernbedienung zu empfangen und als Funksignal weiterzugeben. Genau das war mein Ansinnen, als ich damals mit meiner Logitech Harmony 900 in der Hand auf das kleine Kästchen aufmerksam wurde. Im Grunde werden also nur Befehle des einen Typs entgegen genommen und Befehle eines anderen Typs dafür gesendet.

Lichtsteuerung erfolgt fast immer per Funk — von einigen speziellen Produkten mit direkter Netzwerk-Anbindung abgesehen. Es gibt so gut wie keine Steckdosen und Dimmer, die mit Infrarot gesteuert werden, und wenn, dann nur völlig überteuert. Laut Herstellern ist die Nachfrage zu gering. Das ist nachvollziehbar, weil Steckdosen nun mal meistens in versteckten Ecken liegen, zu denen man keinen Sichtkontakt hat.

Wie steuert man also das Licht über eine Universalfernbedienung wie die Logitech Harmony oder Philips Pronto? Der Light-Manager löst das perfekt, indem er sich als Infrarot-Empfänger im Wohnzimmer oder Heimkino platziert. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Lichtszenen des Light-Managers

Dabei ist der Light-Manager mehr als die bloße Weitergabe eines Signals in anderer Form. Das eigentliche Kern-Feature sind Lichtszenen. Das kennt man zu genüge aus der Werbung: Jemand betritt einen Raum und mit einem Tastendruck gehen in allen möglichen Ecken irgendwelche Lichter an. Dann ein Tastendruck auf eine Fernbedienung und der TV geht an, das Licht wird gedimmt und irgend ein LED-Licht hinter den Möbeln wird aktiviert.

Lichtszenen sind im Grunde nichts anderes als Makros — Abfolgen von Befehlen, die über eine einzige Aktion ausgeführt werden. Das ist im Grunde eines der wichtigsten Elemente für eine erfolgreiche Haus- und Heimkino-Automatisierung. Bei Licht ist das besonders beeindruckend.

Über die Software zur Programmierung des Light-Managers werden Lichtszenen angelegt. Mit einem einzigen Befehl der Infrarot-Fernbedienung aktiviert Ihr dann die Lichtszene. Jede Lampe, die für eine Lichtszene relevant ist, wird so der Reihe nach aktiviert, deaktiviert, gedimmt oder anderweitig verändert.

Im Heimkino gibt es jede Menge Verwendung für Lichtszenen. Hier einige Beispiele:

  • alle Lichter an
  • langsames Herunterdimmen bis völliges Ausschalten (Filmstart, siehe Video)
  • minimal gedimmtes Licht (Beginn des Abspanns)
  • langsames Hochdimmen aller Lampen (im Verlauf des Abspanns)
  • Licht an, jedoch ohne die Leinwand anzustrahlen (Post-Credit-Scene)

Für absolute Freaks gibt es dann noch verschiedene Stufen, die während des Ablaufs eines Vorprogramms mit Werbung und Trailern geschaltet werden. Mein persönliches Highlight ist eine Lichtszene, bei der alle Lichter synchron zu einem Kinogong ausgeschaltet werden.

Light-Manager Modelle

Der Light-Manager hat sich über die Jahre immer weiter entwickelt und dem Stand der Technik angepasst. Dabei wurden verschiedene Modell angeboten, die jetzt teilweise nicht mehr produziert werden.

Aktuell gibt es zwei Modelle, mit denen verschiedene Anforderungen und Preisvorstellungen angesprochen werden.

Light-Manager Mini

Das Einsteiger-Modell mit einem Preis von unter 100 € ist der Light-Manager Mini. Dieser konzentriert sich auf die Basis-Funktionalität: Infrarotbefehle empfangen, Funkbefehle senden.

Er unterstützt Funkbefehle auf der gängigen Frequenz 433 MHz und ist auf ein vordefinierten Set an Befehlen festgelegt. Es lassen sich damit Aktoren der verbreiteten Marke Intertechno / Coco und alle damit kompatiblen Funksteckdosen und -dimmer schalten.

Darstellung der Eingabe- und Ausgabekanäle des Light-Manager Mini

Der Light-Manager Mini kann auch per USB-Kabel an einem Windows-PC betrieben werden. So lässt er sich über die IP-Adresse des PCs per Web-App vom Smartphone, Tablet, PC oder Mac aus steuern.

Mehr über die Lichtsteuerung mit dem Light-Manager Mini

Light-Manager Air

Der Light-Manager Air bietet alles, was sein kleiner Bruder auch kann, geht aber weit darüber hinaus. Infrarotbefehle können nicht nur empfangen, sondern auch gesendet werden. Das selbe gilt für Funksignale bei 433 und 868 MHz. Damit werden so ziemlich alle Funk-Aktoren unterstützt, die auf dem Markt erhältlich sind.

Darüber hinaus lässt sich der Light-Manager Air komplett per WLAN konfigurieren und steuern. Er hat einen eingebauten Webserver an Bord, über den die Web-App zur Steuerung per Smartphone oder Tablet erreichbar ist. Eine Verbindung per USB zu einem Windows-PC ist nicht erforderlich.

Darstellung der Eingabe- und Ausgabekanäle des Light-Manager Air

Weitere Features sind das automatische Aktivieren von Lichtszenen nach Uhrzeit, Helligkeit, Raumtemperatur, Außentemperatur oder Windgeschwindigkeit. Und das ist noch lange nicht alles.

Auf die Features des Light-Manager Air gehe ich im dritten Teil der Serie näher ein.

Light-Manager Pro

Der Light-Manager Pro war der Vorgänger des Light-Manager Air. Er war in Sachen Infrarot und Funk fast genauso weit entwickelt, hatte aber noch keinen eigenen Webserver an Bord und konnte nicht per WLAN gesteuert und konfiguriert werden.

Das Pro-Modell wird schon länger nicht mehr weiterentwickelt und angeboten. Preislich war der Unterschied zum Air ohnehin nicht sehr groß. Mit etwas Glück erwischt man ab und zu noch einen gebrauchten zu einem günstigen Preis — obwohl das fehlende WLAN-Modul so stark einschränkt, dass ich das nicht empfehlen würde.

WiFi Bridge

Kein eigenständiger Light-Manager in diesem Sinne ist oder war die WiFi-Bridge. Die sieht zwar genauso aus, hat aber eine gänzlich andere Aufgabe. Sie rüstet die WLAN-Funktionalität des Light-Manager Air für den Mini und Pro nach.

Die WiFi-Bridge stellt einen internen Webserver bereit und bietet die Konfiguration als Web-App an. Die empfangenen Befehle sendet sie per Infrarot aus, so dass sie wiederum von Mini oder Pro empfangen werden können. Im Grunde ermöglicht sie also, Infrarot-Signale per Smartphone zu senden.

Auch die WiFi-Bridge bekommt man ab und zu ganz günstig gebraucht. Wenn man den Light-Manager Mini hat und für wenig Geld die WLAN-Funktionalität nachrüsten will, kann man das schon machen. Das ist dann so wie Pizza mit extra Schinken. Ich würde aber eher gleich zum Drei-Gänge-Menü raten (dem Air).

Stabilität und Signalstärke

Eine Eigenschaft der Light-Manager-Produktfamilie will ich in diesem Überblick nicht unerwähnt lassen. Die Stärke der Infrarot- und Funksignale ist umwerfend!

Normalerweise muss man für Infrarot ja schon ein wenig auf den Empfänger zielen. Der Light-Manager sagt sich eher „ach komm, drück‘ einfach, ich seh‘ das Geblinke dann schon“. Klar, die Bedingung des Sichtkontakts muss mehr oder weniger gegeben sein. Aber sowohl der Empfänger als auch der Sender im Air sind derart stark, dass ich froh bin Infrarotwellen nicht sehen zu können.

Das gleiche gilt für den Funksender in allen Modellen und den Funkempfänger im Air. Ich hatte den Light-Manager Mini lange Zeit im Büro im Erdgeschoss stehen, und konnte damit noch problemlos das Licht in der hintersten Ecke des Kellerkinos schalten. Durch eine Reihe massiver Betonwände hindurch.

Ein Einfamilienhaus lässt sich also mit einem gut platzierten Light-Manager abdecken, eine Wohnung erst recht. Nur wenn man auf Infrarot angewiesen ist, muss sich der Light-Manager im selben Raum befinden.


Mit dem Light-Manager von jbmedia steht einer umfassenden Lichtsteuerung nichts mehr im Weg — im ganzen Haus, nicht nur im Heimkino. Das ist wieder ein großer Schritt hin zur perfekten Kino-Atmosphäre. Sind die passenden Befehle erst in das Filmstart-Makro der Universalfernbedienung eingebaut, werdet Ihr mit dem Staunen Eurer Gäste belohnt.

Im nächsten Teil dieser Serie gehe ich näher auf den Funktionsumfang des Light-Manager Mini ein. Wir sehen uns an, wie man damit bereits die wichtigsten Aufgaben automatisieren kann. In einem weiteren Teil wird es um den Light-Manager Air und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gehen.

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Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

10 Gedanken zu „Lichtsteuerung mit dem Light-Manager

  1. Klingt ja auch ziemlich interessant dieser Lightmanager mini…
    Habe vor wenigen Tagen auch erst mein „Licht-Equipment“ aufgerüstet, um das automatisch zu schalten.

    Bei dir läuft es ja mit: „Infrarot“ -> „Funk“.
    Ich mache das nun mittels: „Netzwerk“ -> „Funk“.

    Habe dazu auch was geschrieben: ConnAir – Funksteckdosen über Netzwerk schalten 😉

    Wäre für dich eventuell auch eine Lösung gewesen? Sobald du auf Play drückst, sendet der PC das Signal (über Netzwerk), dass das Licht gedimmt werden soll. Bei einem Stop, dann wieder das Signal das Licht anzuschalten.

    Gruß

    Christoph

    1. Das hab ich mit Interesse gelesen. Ein ConnAir wäre für mich auch eine gute Lösung gewesen, aber leider wurde die Produktion ja eingestellt. Macht aber nichts, denn der Light-Manager Air kann inzwischen alles, was das ConnAir auch konnte, und noch einiges mehr. Meiner Einschätzung nach ist es mit dem Light-Manager sogar einfacher. Was so ein paar Jahre Entwicklung doch ausmachen.

  2. Spannende Idee, die Lichtsteuerung so zu gestalten. Damit werde ich mich demnächst mal befassen, wenn ich von der Geschäftsreise zurück bin und wieder Zeit habe, mich um mein geliebtes Heimkino zu kümmern!

  3. Hallo Bert,

    erstmal echt geniale Seite die du da hast!

    Allerdings habe ich noch eine Frage zu deinem Beitrag:

    Welche Komponenten, abgesehen von dem Lightmanager Mini nutzt du denn noch? Damit hier alles so funktioniert wie in deinem Video gezeigt wird.

    Gibt es eine Anleitung, wie genau der Aufbau aussieht? Ich persönlich stehe vor dem großen Rätsel, dass meine Leinwand, wie wohl die meisten nur über Funk zu betreiben ist und ein entsprechendes Modul hierfür mit 100€ zu Buche schlägt. Darüber hinaus soll noch das Licht & die Funksteckdosen geschaltet werden können.

    Gruß Marc

    1. Hi Marc,

      vielen Dank für das Lob!

      In dem Video ist neben dem LightManager Mini nur die Logitech Harmony 900 im Einsatz. Die sendet im richtigen Moment den Befehl für das Licht, und kümmert sich um die anderen Geräte. Das habe ich in diesem Artikel näher beschrieben.

      Ob deine Leinwand mit dem LightManager kompatibel ist, müsstest du aus den technischen Daten beider Geräte entnehmen bzw. beim Support beider Hersteller erfragen. Entscheidend ist unter anderem, dass sie auf der selben Frequenz funken. Der LightManager ist unter anderem mit den verbreiteten Intertechno-Funkmodulen kompatibel, sowie mit IKEA Koppla und ein paar anderen. Da viele Hersteller die selbe Frequenz nutzen, funktioniert das oft auch mit solchen, die nicht explizit angegeben werden.

      Was würde denn alternativ dagegen sprechen, den Trigger-Anschluss von der Leinwand zu nutzen? Wenn Beamer und Leinwand beide über einen Trigger-Anschluss verfügen (Klinkenstecker bzw. -buchse wie für Kopfhörer), fährt die Leinwand automatisch runter, wenn du den Beamer anschaltest, und beim Ausschalten wieder hoch.

  4. Ich beschäftige mich auch gerade mit der Automation Wohnzimmer/Heimkino und habe schon viel über den Light Maneger gelesen und gehört.
    Nun hat mich der Elektriker wo ich meine Elektrosachen kaufe,auf das System von Schweiger aufmerksam gemacht und meint da das System Z-Wave/Z-Wave plus und ZigBee unterstützt noch kompatibler ist.
    Würde gerne deine Meinung dazu hören.

    1. Ich habe mich mit Z-Wave und ZigBee noch nicht näher beschäftigt, kann also nur bedingt etwas dazu sagen. Grundsätzlich sind diese Systeme sehr beliebt und leistungsfähig. Man sollte sich aber für ein System entscheiden und dann alles darüber lösen — das erleichtert die Sache ungemein.

      Wenn das Schweiger-System durch die Unterstützung von Z-Wave & Co. nicht übermäßig teuer ist, spricht ja nichts dagegen, das zu kaufen. Sollte es sich aber so verhalten wie die Produkte der bekannten Hersteller für Schaltersysteme — nämlich dass alles, was über einen simplen Lichtschalter hinaus geht, unverschämt teuer ist — würde ich mir das Geld sparen. Dann nimmst Du lieber den Light-Manager Air, mit dem Du jede, aber wirklich jede Funksteckdose und jedes IR-Gerät steuern kannst. Das Kästchen ist so dermaßen flexibel, vielseitig und stabil, dass es keine Wünsche offen lässt.

  5. Hallo wie immer einfach toll. Ich bin gerade dabei ein Homematic-System aufzubauen. Das funktioniert ja über Funk. Ob man das auch direkt einbinden kann oder doch noch den Light-Manager Air besorgen?

    1. Hallo Andreas,

      vielen Dank! 🙂 Zu Homematic kann ich leider gar nichts sagen, da ich das noch nicht selbst probiert habe. Vielleicht weiß ja einer der anderen Leser mehr darüber.

  6. Hallo Bert
    danke, da mein NAS eeh gerade kaputt ist das war ein Banana pi und ich mir nun einen Größeren zusammenschrauben will, warte ich mit Spannung auf weitere Beiträge von dir zu diesem Thema.

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