Serie Der Light-Manager im Heimkino (Teil 1 2 3)

Mit dem Light-Manager Mini Licht per Infrarot steuern

Der Light-Manager Mini eignet sich hervorragend für einen Einstieg in die Lichtsteuerung. Wer einfach nur die separate Funk-Fernbedienung los werden und das Licht mit über eine Universalfernbedienung steuern will, ist damit gut beraten. Einfache Einrichtung und niedrige Anschaffungskosten machen den Light-Manager Mini zur idealen Lösung für einen einzelnen Raum.

Das äußerst kompakte Gehäuse des Light-Manager Mini

Nach dem ersten Überblick über die Modelle des Light-Managers gehe ich heute näher auf den Light-Manager Mini ein. Das meiste von dem, was Ihr hier lesen könnt, dient als Grundlage für den Light-Manager Air. Auch wenn die Software zur Konfiguration eine andere (wenn auch sehr ähnliche) ist, baut doch der Air in weiten Teilen auf dem Mini auf.

Vom Light-Manager Mini unterstützte Aktoren

Mit dem Light-Manager Mini ist es möglich, Infrarotsignale zu empfangen und im Austausch ein oder mehrere Funksignale zu senden. Das klingt erstmal nicht nach viel, bietet aber schon jede Menge Möglichkeiten.

Unterstützt werden Funksteckdosen, -dimmer und -schalter, die auf der Frequenz 433 MHz empfangen. Die Aktoren müssen von der verbreiteten Marke Intertechno / Coco sein oder sollten damit kompatible Signale verstehen. Auch das klingt erstmal sehr einschränkend, in der Praxis merkt man aber sehr schnell, dass ziemlich viele Funkaktoren diese Bedingungen erfüllen. Wer sich nicht sicher ist, fragt einfach beim Support von jbmedia an und bekommt meist schnell eine brauchbare Antwort.

Funktionsweise des Light-Manager Mini

Die Infrarot-Signale werden vom Light-Manager Mini vorgegeben, weshalb eine lernfähige Universalfernbedienung benötigt wird. Das trifft aber auf die meisten Modelle zu, die heute erhältlich sind. Die Frage ist nur, wie umständlich sich die Universalfernbedienung programmieren lässt — aber das soll nicht Bestandteil dieses Artikels sein.

Bei der wohl am meisten verbreiteten Universalfernbedienung, der Logitech Harmony in ihren verschiedenen Ausprägungen, kann der Light-Manager wie alle anderen Geräte einfach zur Konfiguration hinzugefügt werden. Es ist dann kinderleicht, einen der über 200 nummerierten Befehle zu senden.

Die Software: Lightman Studio

Welchen Befehl die Fernbedienung senden muss, wird in der Software zur Konfiguration des Light-Managers bestimmt. Für den Light-Manager Mini ist das Lightman Studio, das Ihr auf der Website von jbmedia herunterladen könnt.

In der Software werden zunächst alle verfügbaren Aktoren eingerichtet, damit der Light-Manager weiß, was er überhaupt schalten kann. Alle Aktoren haben meist einen Befehl zum Einschalten und einen zum Ausschalten. Bei Dimmern wird der Dimmvorgang oft mit dem Befehl zum Einschalten gestartet und gestoppt. Einige Modelle unterstützen das gezielte Dimmen auf prozentuale Werte.

Screenshot der Lightman Studio Software
Lightman Studio, die Software zur Konfiguration des Light-Manager Mini

Sind die Aktoren angelegt, könnt Ihr beginnen, Lichtszenen einzurichten. Es sind über 200 Lichtszenen möglich — das sollte für ein ganzes Haus reichen. Die Befehle, die man von einer Logitech Harmony aus senden kann, entsprechen also den angelegten Lichtszenen.

Eine Lichtszene kann verschiedene Funkbefehle enthalten, die der Reihe nach ausgeführt werden. So lässt sich eine Lampe einschalten, eine andere fast gleichzeitig ausschalten und eine dritte zum Beispiel dimmen. Weiterhin könnt ihr mit Pausen und Bedingungen arbeiten, um bestimmte Anforderungen der Aktoren zu erfüllen oder der Aktivierung der Lichtszene eine besondere Note zu geben.

Ist die Konfiguration soweit grob eingerichtet, wird sie per USB-Kabel auf den Light-Manager Mini übertragen. Jetzt beginnt das große Testen und die Fehlersuche. Nicht alle Lichtszenen funktionieren auf Anhieb wie gedacht, einige Befehle werden möglicherweise noch nicht korrekt gesendet. Ein paar Schleifen für das Finetuning sind aber völlig normal.

Lightman Studio nur für Windows

Die Software zur Konfiguration des Light-Managers gibt es nur für Windows. Das klingt erstmal nach einer großen Einschränkung, ist dann aber doch nicht so schlimm, wie es sich anhört. Auf dem Mac bekommt man sie mit den gängigen Mitteln auch zum Laufen, zum Beispiel mit WineBottler. Im Light-Manager-Forum findet man schnell Hilfe dazu.

Überhaupt ist das Forum eine gute Anlaufstelle, sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Light-Manager-Besitzer. Hilfe lässt hier nicht allzu lange auf sich warten. Zudem kommt man schnell auf neue Ideen, was man mit seinem Light-Manager noch anstellen könnte.

USB, Webserver und App

Wie sein großer Bruder es in Perfektion bietet, kann auch der Light-Manager Mini per App gesteuert werden. Smartphone, Tablet und PC haben damit ebenfalls Zugriff auf alle Lichtszenen. Das ganze ist nur etwas umständlicher als mit dem Light-Manager Air. Aber beginnen wir von vorne.

Die App des Light-Managers auf einem Smartphone
Die App des Light-Managers auf einem Smartphone

Die Light-Manager-App ist nicht das, was man üblicherweise als App kennt. Sie wird nicht aus irgend einem App-Store heruntergeladen. Es handelt sich um eine sogenannte Web-App. Diese ruft Ihr über den Browser auf und könnt sie sofort nutzen. Besser ist es, wenn Ihr die geladene App auf dem Startbildschirm ablegt. So habt Ihr jederzeit schnell Zugriff darauf und könnt die Web-App im Vollbildmodus nutzen.

Während der Light-Manager Air einen eigenen Webserver an Bord hat und die App somit selbst zur Verfügung stellen kann, übernimmt das beim Light-Manager Mini der PC, mit dem er per USB verbunden ist. Die dauerhafte USB-Verbindung ist nur erforderlich, wenn die App genutzt werden soll — wer den Light-Manager nur mit der Universalfernbedienung per Infrarot steuern will, kann die Verbindung nach der Übertragung der Konfiguration trennen.

Um die App zu starten, müsst Ihr zunächst in Lightman Studio den Webserver aktivieren. Ein Link vereinfacht den Aufruf direkt im Browser des PCs. Mit der selben URL könnt Ihr die App dann auch von anderen Geräten aus aufrufen, die sich im selben Netzwerk befinden. Ihr müsst dabei nur localhost durch die IP des PCs ersetzen.

Erweiterung mit der Wifi-Bridge

Wer die App nutzen will, ohne den Light-Manager permanent an einem PC zu betreiben, kann versuchen, eine Wifi-Bridge zu ergattern. Ab und an findet sich auf dem Gebrauchtmarkt noch eine für relativ wenig Geld. Dann übernimmt die Wifi-Bridge die Aufgabe des Webservers und leitet die Befehle per Infrarot an den Light-Manager Mini weiter.

Das funktioniert an sich ganz gut, ist aber irgendwie eine halbgare Lösung. Vor allem bringt es eine zusätzliche Verzögerung in die Aktivierung der Befehle. Nicht umsonst wurde die Produktion der Wifi-Bridge eingestellt.

Wenn Ihr die App regelmäßig nutzen, mit anderen Geräten oder gar eigener Software auf den Light-Manager zugreifen wollt, empfehle ich Euch, unbedingt den Light-Manager Air anzuschaffen.


Für mich zeigt sich ein ganz klares Einsatzgebiet für den Light-Manager Mini: er ist immer dann das Mittel der Wahl, wenn in einem einzigen Raum das Licht über eine Universalfernbedienung gesteuert werden soll. Genau diese Bedingungen treffen auf die meisten Heimkinos zu.

Sobald Ihr mehrere Räume oder das ganze Haus kontrollieren wollt, kommt Ihr um die Verwendung der App ohnehin nicht herum, da Infrarot-Signale selten um Ecken gelangen. Nicht zuletzt um mit anderer Software auf den Light-Manager zuzugreifen, erweist es sich dann doch als praktisch, wenn man den kleinen Kasten vom PC lösen kann. Dann ist es Zeit für den Light-Manager Air, den wir uns beim nächsten mal näher ansehen.

Über Bert Kößler

Ein Kino in den eigenen vier Wänden fand ich schon immer spannend. Meine Leidenschaft gilt vor allem der Einrichtung, Steuerung und Automatisierung. Hier teile ich meine Erfahrungen mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die mehr aus Ihrem Heimkino machen wollen.

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