Pausenmusik im Heimkino

Voller Vorfreude sitzt man in seinem Kinosessel und kämpft gegen den Drang an, die Tüte Popcorn bereits vor Beginn der Vorstellung zu leeren. Die Aufregung steigt – für welche neuen Filme werden wohl Trailer gezeigt? Wird der Hauptfilm halten, was er verspricht? Ein Blick auf die Uhr. Geht es nach diesem Lied endlich los? Nein es kommt noch eins.

Leise Musik in einem schwach beleuchteten Raum, den Blick auf den geschlossenen Vorhang gerichtet, weckt unweigerlich das legendäre Kinogefühl in uns. Pausenmusik – wohl in Anspielung auf die Pausen zwischen den Filmen – ist auch im Heimkino ein gutes und vor allem günstiges Mittel, echte Kino-Atmosphäre zu erzeugen.

Musikauswahl

Die Wahl der Musik hängt in erster Linie natürlich vom persönlichen Geschmack ab. Inspiration kann man sich in seinem Lieblingskino holen, was zuhause einen gewissen Wiedererkennungswert hat.

Genres

Für mich haben sich hauptsächlich ruhige Titel mit langsamen Beats bewährt. Musik, die den ganzen Tag im Radio rauf und runter gespielt wird, verbinde ich nicht gerade mit einem ruhigen Filmabend. Heavy Metal, Techno und andere fordernde Genres kommen eigentlich gar nicht in Frage, selbst wenn man diese sonst gerne hört. Sehr gut eignen sich hingegen Musikrichtungen wie:

Filmmusik (Scores), und damit verbunden auch Klassik, passt zwar grundsätzlich zu Filmen, bietet aber meiner Meinung nach zu wenig Kontrast zum Film. Natürlich kann es für einen langen Tag mit dem Herrn der Ringe eine passende Ergänzung sein, in den bitter notwendigen Pausen den Filmsoundtrack laufen zu lassen. Überhaupt sind Themenabende oder sogar ein ganzes Heimkino in einer bestimmten Stilrichtung die berühmte Ausnahme von der Regel.

Interpreten

Im Bereich R&B und Soul kenne ich mich nicht besonders gut aus, aber dazu später ein paar CD-Empfehlungen, die in diese Richtung gehen. Downbeat und Trip Hop sind vielen wahrscheinlich weniger geläufige Bezeichnungen – um so mehr kann ich sie aber (auch abseits des Heimkinos) empfehlen. Hier ein paar Interpreten und empfehlenswerte Alben, um auf den Geschmack zu kommen:

Kompilationen

Häufig eignen sich Musikkompilationen – also Alben, auf denen mehrere Interpreten vertreten sind – sehr gut als Pausenmusik für das Heimkino. Das liegt wohl daran, dass hier die besten Stücke einer konkreten Musikrichtungen vertreten sind. Sehr praktisch für den Pausenmusik-DJ ist es, dass viele Kompilationen die Soundtrack-Alben zu Filmen sind. Hier eine kleine Auswahl von Filmen, deren Soundtracks sich richtig gut im Kino machen:

Wiedergabe

Als Abspielgerät kommt eigentlich alles in Frage. Ich habe meine Pausenmusik jahrelang von meinem alten CD-Player von 1995 laufen lassen. Die Möglichkeit, MP3 von Festplatte, USB-Stick oder iPod abzuspielen, hat mich das letztendlich aber bevorzugen lassen. Eine große Auswahl ausgesuchter Titel, die in zufälliger Reihenfolge abgespielt werden, hat nur Vorteile gegenüber einer selbst gebrannten CD mit höchstens 20 Liedern.

Nicht zu vernachlässigen ist die Möglichkeit, die Musik-Quelle deutlich leiser wiederzugeben, als den Film. Pausenmusik soll nicht im Vordergrund stehen, wenn man das Kino betritt und auf den Film wartet. Bei einigen CD-Playern lässt sich die Ausgangslautstärke herunter regeln. Moderne AV-Verstärker bieten oft auch an, die Lautstärke für jede Quelle separat zu wählen. Von diesen Funktionen sollte reger Gebrauch gemacht werden, damit die Anpassung der Lautstärke zu Beginn des Films überflüssig wird. Notfalls kann man auch einige CDs oder MP3-Dateien so aufbereiten, dass sie leiser wiedergegeben werden.

Film ab

Im Heimkino beginnt der Film, wann man will. Die anfangs beschriebene Spannung fehlt dadurch leider ein wenig. Wenn man die Zeit und Geduld hat, kann man mit dem Filmstart warten, bis ein Lied zu Ende ist. So hat man wenigstens einen schönen Übergang, statt einen abrupten Abbruch.

Nach dem Abspann starte ich ein zufälliges Lied. Zeit aufzuräumen, Gläser und Popcorn-Eimer einzusammeln und die Technik auszuschalten. Im Heimkino ist man eben Filmvorführer, Gast und Reinigungspersonal in einer Person.

Mehr Vorschläge für Pausenmusik

Welche Musik hört Ihr so vor und nach dem Film? Was ist Eure Pausenmusik? Ich füge den Listen in diesem Artikel gerne weitere Vorschläge hinzu.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

2 Gedanken zu „Pausenmusik im Heimkino

  1. Wo finde ich z.B. bei Yamaha AVRs die Einstellung zur Unterschiedlichen Lautstärke z.B. von einem MP3 USB und dem Film? Ist das diese A und B Zonen Geschichte oder ist das wieder was anderes?

  2. Da muss ich Dich jetzt dummerweise auf die Bedienungsanleitung verweisen, weil mein AVR für sowas zu alt ist. Das haben wahrscheinlich auch nicht alle. Ich würde es in der allgemeinen Konfiguration vermuten – oder der Receiver merkt sich einfach für jede Quelle separat die zuletzt gewählte Lautstärke.

    Es hat aber definitiv nichts mit den Zonen zu tun. Die sind für die Wiedergabe von unterschiedlichen Quellen in mehreren Räumen gedacht.

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