Serie Pausenmusik im Heimkino (Teil 1 2 3)

Pausenmusik für mehr Atmosphäre im Heimkino

Voller Vorfreude sitzt du in deinem Kinosessel und kämpfst gegen den Drang an, den Eimer Popcorn bereits vor Beginn der Vorstellung zu leeren. Die Aufregung steigt – für welche neuen Filme werden wohl Trailer gezeigt? Wird der Hauptfilm halten, was er verspricht? Ein Blick auf die Uhr. Die Pausenmusik dudelt vor sich hin. Geht es nach diesem Lied endlich los? Nein es kommt noch eins.

Pausenmusik wird im Display eines AV-Receivers angezeigt.

Leise Musik hinter dem geschlossenen Vorhang und die Freude auf den bevorstehenden Film weckt unweigerlich das legendäre Kinogefühl in uns. Pausenmusik – wohl in Anspielung auf die Pausen zwischen den Filmen – ist auch im Heimkino ein effektives und vor allem günstiges Mittel, echte Kino-Atmosphäre zu erzeugen.

Musikauswahl für Pausenmusik

Die Wahl der Pausenmusik hängt natürlich stark von deinem persönlichen Geschmack ab. Inspiration kannst du dir in deinem Lieblingskino holen. So hast du zuhause gleich einen gewissen Wiedererkennungswert. Das ist meine erste Daumenregel: Was du dir in einem öffentlichen Kino nicht vorstellen kannst, wird sich auch kaum als Pausenmusik im Heimkino eignen.

Genres

Für mich haben sich hauptsächlich ruhige Titel mit langsamen Beats bewährt. Pop und Rock, die den ganzen Tag im Radio rauf und runter gespielt wird, verbinde ich nicht gerade mit einem ruhigen Filmabend. Heavy Metal, Techno und andere fordernde Genres kommen eigentlich gar nicht in Frage, selbst wenn man diese sonst gerne hört. Sehr gut eignen sich hingegen Musikrichtungen wie:

Filmmusik (Scores) – und damit auch Klassik – passt zwar grundsätzlich zu Filmen, bietet aber meiner Meinung nach zu wenig Kontrast zum Film selbst.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Natürlich kann es für einen langen Tag mit dem Herrn der Ringe eine passende Ergänzung sein, in den bitter notwendigen Pausen den Filmsoundtrack laufen zu lassen. Überhaupt sind Themenabende oder sogar ein ganzes Themenkino in einer bestimmten Stilrichtung ein Fall für sich.

Interpreten

Downbeat und Trip Hop sind vielen wahrscheinlich weniger geläufige Bezeichnungen – um so mehr kann ich sie aber (auch abseits des Heimkinos) empfehlen. Darüber hinaus bieten sich besondere Stilmixe an, die man keinem Genre so richtig zuordnen kann. Hier ein paar Interpreten und empfehlenswerte Alben, um auf den Geschmack zu kommen:

Kompilationen

Häufig eignen sich für Pausenmusik sehr gut Musikkompilationen. Das liegt wohl daran, dass hier die besten Stücke einer Musikrichtungen vertreten sind. Die verschiedenen Interpreten bieten zudem zusätzliche Abwechslung.

Eine häufige Art von Kompilationen kennst du mit Sicherheit: die Soundtrack-Alben zu Filmen. Hier eine kleine Auswahl von Filmen, deren Soundtracks sich richtig gut als Pausenmusik im Heimkino machen. Einige davon höre ich schon seit zwei Jahrzehnten, wie man am Alter sieht.

Das ist natürlich nicht gerade die Art Musik, die man sich geradewegs kaufen würde – und nicht jeder ist schon auf den Streaming-Zug aufgesprungen. Wenn dir altmodische CDs lieber sind, mal ein Tipp an dieser Stelle: Jede größere Stadt hat eine Bibliothek, in der es auch eine Musikabteilung gibt. Hier findest du jede Menge Soundtracks auf einem Haufen und das Ausleihen kostet oft nur einen minimalen Jahresbeitrag.

Übrigens – ein wenig Wissen am Rande:

  • Die zumeist klassische Musikuntermalung eines Films wird Score genannt – meist bezeichnet als Original Motion Picture Score o.ä.
  • Musikkompilationen aus Rock, Pop und anderen Genres, also Liedern, die in einem Film verwendet wurden, werden Soundtrack genannt – häufig mit Original Sound Track (O.S.T.) bezeichnet.

Film ab

Im Heimkino beginnt der Film, wann du willst. Die anfangs beschriebene Spannung fehlt dadurch leider ein wenig. Wenn du Zeit und Geduld hast, kannst du mit dem Filmstart warten, bis das aktuelle Lied zu Ende ist. So hast du wenigstens einen schönen Übergang, statt einen abrupten Abbruch.

Nach dem Abspann starte ich wieder ein zufälliges Lied. Zeit aufzuräumen, Gläser und Popcorn-Eimer einzusammeln und die Technik auszuschalten. Im Heimkino ist man eben Filmvorführer, Gast und Reinigungspersonal in einer Person.

Mit der Zeit optimierst du diesen Ablauf von selbst und er wird zu einer lieb gewonnenen Gewohnheit. Die Pausenmusik wird zu einem festen Teil davon.


Und jetzt – finden wir doch noch ein paar mehr Vorschläge für geeignete Pausenmusik. Welche Musik hört Ihr so vor und nach dem Film? Ab in die Kommentare damit. Die besten Vorschläge probiere ich aus und füge sie gern diesem Artikel hinzu.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

3 Gedanken zu „Pausenmusik für mehr Atmosphäre im Heimkino

  1. Wo finde ich z.B. bei Yamaha AVRs die Einstellung zur Unterschiedlichen Lautstärke z.B. von einem MP3 USB und dem Film? Ist das diese A und B Zonen Geschichte oder ist das wieder was anderes?

    1. Du kannst für jeden Eingang die Lautstärke um -6 bis +6 dB anpassen. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Das genügt aber nicht für einen ausreichenden Lautstärkeunterschied. Ich werde in einem folgenden Artikel noch auf andere Lösungen eingehen.

      Die Zonen kann man dafür auf eine andere Art einsetzen. Aber für’s erste sind die mal zur Wiedergabe verschiedener Quellen in mehreren Räumen gedacht.

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