Serie Deckensegel im Heimkino (Teil 1 2)

Vorüberlegungen für den Bau eines Deckensegels

Bevor wir uns auf den Bau eines Deckensegels stürzen, will ich hier einige Vorüberlegungen anstellen. Die verschiedenen Arten von Deckensegeln und deren Funktionen haben wir bereits kennen gelernt. Die massive Variante aus Holz soll hier entstehen — Beleuchtung inklusive. Dieser Artikel spricht diverse Punkte an, über die Ihr bei der Planung eines Deckensegels nachdenken solltet.

Ein Deckensegel mit indirekter blauer Beleuchtung und teilweise eingeschalteten Einbau-Spots.

Zusammenfassung für schnelle Leser

Ursprünglich sollte das Wohnzimmer ja nur eine neue Lampe bekommen. Da die Sprachverständlichkeit schon bei normalen Unterhaltungen nicht die beste war, schwebte mir aber schon länger eine Lösung mit großflächigen Absorbern vor. Das Wohnzimmer dient nicht als Heimkino, sondern nur für normales Fernsehen. Aber ganz nebenbei sollte das Heimkino im Keller auch mit einem Deckensegel gleicher Bauweise ausgestattet werden.

Die grundlegende Bauweise stand bei mir schon fest, weil das Deckensegel Spots nach unten und indirekte Beleuchtung nach oben vereinen sollte. Daraus ergaben sich sehr schnell die notwendigen Proportionen, nicht aber Material und Verarbeitungsweise.

Baumaterial

Die wichtigste Entscheidung gilt wohl dem verwendeten Material für das Deckensegel. Zunächst bietet sich natürlich Holz an, weil es auch mit wenig Erfahrung gut zu verarbeiten ist. Sehr beliebt sind auch Gipskartonplatten, besonders wenn man bereits damit gearbeitet hat.

Viele weitere Materialien sind denkbar, aber nur auf die genannten gehe ich hier näher ein.

Naturholz

Grundkonstruktion eines Deckensegels aus Naturholz.
Naturholz lässt sich leicht verarbeiten, aber es hat ein paar Probleme.

In jedem Baumarkt gibt es ein Regal mit Brettern in verschiedenen Längen, Breiten und Stärken (Dicken). An der typischen Holzmaserung und diversen Astlöchern erkennt man es als weitestgehend naturbelassenes Holz. Üblicherweise handelt es sich dabei um Fichte bzw. Tanne oder Kiefer. Die Bretter sind meist gehobelt, also relativ glatt, und gefast, also mit abgeschrägten Ecken versehen.

Naturholz hat die Eigenart, dass auch nach mehrmaligem Schleifen und Lackieren eine leichte Holzstruktur sichtbar bleibt. Wenn das gewollt ist, führt kein Weg daran vorbei.

Die wesentliche Vorteile von Naturholz sind die niedrigeren Kosten sowie das etwas geringere Gewicht. Es ist nicht wirklich leicht und Ihr benötigt immer noch eine sehr tragfähige Decke, aber es ist leichter als ein gepresstes Holz. Den Vorteil spielt es aber bei der Verarbeitung und Montage aus.

Leider sind die Nachteile nicht unerheblich. Naturholz hat diverse Macken:

  • Astlöcher und andere Unebenheiten müssen ausführlich verspachtelt werden, sofern sie nicht gewollt sind.
  • Die Oberfläche muss ausführlich grundiert werden, damit Baumharz und andere Verunreinigungen nicht durch den Lack scheinen (trifft nicht zu, wenn eine sehr dunkle Farbe gewünscht ist).
  • Naturholz verzieht sich in alle möglichen Richtungen. Selbst wenn Ihr im Baumarkt die geradesten Bretter aussucht, werdet Ihr bei der Montage mit Schraubzwingen gegen die Spannung kämpfen müssen. Hier und da wird eine Kante nicht ganz gerade oder ausführliches Abschleifen erforderlich sein.

Das ist nicht gerade marginal und sorgt am Ende hauptsächlich für mehr Aufwand bei der Verarbeitung.

MDF

Eine sehr gute Alternative ist MDF — zusammengepresste und mit einer glatten Oberfläche versehene Holzspäne (wenn man es so ausdrücken will). Das gibt es in erster Linie in Form von großen Platten, weshalb Ihr hier um den Zuschnitt-Service im Baumarkt kaum herum kommen werdet. Zu bedenken ist dabei auch, dass besagter Zuschnitt-Service oft nicht schmaler als 10 cm sägen darf, weshalb Ihr möglicherweise gleich einen Schreiner beauftragen solltet.

MDF ist deutlich gerader als Naturholz und hat keinerlei Spannung in sich. Mindestens einseitig hat es eine nahezu perfekte, glatte Oberfläche. Das erspart einem zwar nicht das Anschleifen vor dem Lackieren, sieht im Ergebnis aber auch entsprechend glatt aus. Der Aufwand zum Verspachteln beschränkt sich auf Übergänge und Schraubenköpfe.

Dafür ist MDF nochmal ein ganzes Stück schwerer und lässt sich so wirklich nur an Stahlbetondecken oder massiven Balken sicher montieren. Gerade auch größere Konstrukte lassen sich damit möglicherweise schon nicht mehr nur zu zweit gemütlich an die Decke bringen.

Gipskartonplatten

Wieder etwas leichter und auch sehr beliebt für die Verarbeitung sind Gipskarton-Platten. Da wird nicht viel gesägt, sondern mit dem Messer angeritzt und abgebrochen.

Obwohl Gipskarton-Platten sonst vor allem im Trockenbau zur Verkleidung von Trennwänden und Dachbalken eingesetzt werden, lassen sich damit auch feinere Objekte basteln. Schon so mancher, der damit häufiger arbeitet, ist sowas wie ein Gipskarton-Künstler geworden.

Übergänge und Schraublöcher müssen auch hier verspachtelt werden, was aufgrund der ansonsten ebenen Oberfläche aber nicht allzu aufwendig ist. Objekte aus Gipskarton sollten am besten an Ort und Stelle gebaut und dann dort gelassen werden. Das Material ist nicht dafür geeignet, das Deckensegel vorab am Boden fertig zu bauen und am Stück an die Decke zu hängen.

Zu beachten ist, dass Gipskarton nicht so gerne nass wird. Gerade in Kellerräumen solltet Ihr also lieber ein Material bevorzugen, das keine Feuchtigkeit ziehen kann. Im Zweifelsfall gibt es aber noch die (üblicherweise grüne) Version zur Anwendung im Bad (Feuchtraum).

Oberflächen veredeln

Für mich war immer eine der größten Fragen, was ich mit der Oberfläche machen sollte. Am Schluss sollte das ja nach was aussehen. Übergänge zwischen den einzelnen Teilen sollten möglichst nicht mehr sichtbar sein.

Auch hier gilt: „Schuster, bleib bei Deinem Leisten.“ Man sollte sich an das halten, was man kann — außer man will unbedingt neue Erfahrungen sammeln. Im Zweifelsfall kommt eigentlich jeder mit einem Pinsel klar.

Lackieren

Der Klassiker ist natürlich Lack. Da gibt es sehr viel Auswahl und ich kann nur empfehlen, ein wenig Beratung in einem gut sortierten Baumarkt einzufordern (ja, das geht). Es gibt da ganz interessante Lösungen mit besonderem Look, wie zum Beispiel Kreidelack, der das Ergebnis nach restaurierten Möbeln aussehen lässt. Im Zweifelsfall erfüllt ein gewöhnlicher seidenmatter Lack den Zweck sehr gut.

Grundiertes Deckensegel mit Lackdose, Pinsel und Walze.
Mit Farbe und Lack kommt eigentlich jeder zurecht.

Das Ergebnis kann damit sehr gut werden, wenn man sich Zeit dafür lässt. Eventuell vorhandene Holzstruktur wird sichtbar bleiben (nicht farblich, aber durch die typischen Rillen). An den Übergängen müsst Ihr viel verspachteln, damit es keine Vertiefungen gibt.

Um eine gute Oberfläche zu bekommen, müsst Ihr das Holz anschleifen, grundieren, wieder anschleifen, lackieren und zuletzt ein weiteres Mal anschleifen und lackieren. Das ist besonders bei der verwinkelten Form eines Deckensegels eine Menge Arbeit, die sich aber lohnt.

Insbesondere müsst Ihr die Trockenzeiten für die Farben mit einrechnen. Die Grundierung brauch 24 Stunden, dem Lack solltet Ihr 48 Stunden geben. Nach dem Schleifen sollte sich der Staub setzen oder verziehen dürfen und das Werkstück muss gereinigt werden. So passiert es schnell, dass nur ein Arbeitsschritt pro Tag erledigt werden kann.

Streichputz

Eine Alternative mit mehr Struktur kann Streichputz oder Rollputz sein. Hierbei entsteht eine gröbere, unregelmäßige Oberfläche, die möglicherweise besser zur Umgebung des Deckensegels passt.

Produkte gibt es viele verschiedene am Markt, weshalb es schwierig ist, allgemeine Empfehlungen zur Verarbeitung zu geben. Ihr müsst Euch hier einfach an die Angaben des Herstellers halten.

Fest steht nur, dass ein Putz Unebenheiten in der Oberfläche ganz gut ausgleichen kann, so dass sie wirklich gar nicht mehr sichtbar sind. Das gilt für dickere Putzschichten, nicht unbedingt für Produkte, die eher einer Farbe gleichen und nur dünn aufgetragen werden. Allerdings: je dicker der Putz, desto schneller reißt er oder bröckelt ab. Deshalb müsst Ihr möglicherweise vorher eine Armierung anbringen. Das ist ein Netz, an dem sich der Putz festkrallen kann.

Tapezieren

Eine zuerst ungewöhnliche, aber dann doch einleuchtende Lösung kann Tapete sein. Das bietet sich an, wenn das Deckensegel zur ohnehin schon tapezierten Wand oder Decke passen soll. Allerdings dürfte sich das nur lohnen, wenn Ihr eine etwas höherwertige Tapete habt, nicht gerade Raufaser.

Tapete ist natürlich ein ziemliches Gefrickel, damit die Kanten sauber aussehen. Zudem eignet sich nicht jede Tapete gleich gut und die Verarbeitungsrichtung spielt eine Rolle. Der wichtigste Aspekt ist wohl, sie gut um die sichtbaren Kanten herum kleben zu können.

Dafür ist Tapete von vorneherein relativ dick und verbirgt Unebenheiten perfekt. Zudem ist so gut wie keine vorherige Behandlung des Untergrunds notwendig. Ihr seid nach einer Schicht fertig.

Folieren

Wie es auch mit vielen Möbeln gemacht wird, könnt Ihr ein Deckensegel folieren. Folien gibt es in allen möglichen Farben und Mustern. Einzig die notwendige Länge für die ausladenden Teile schränken vielleicht etwas ein.

Folien anzubringen ist nicht weiter schwer, wenn man mal verstanden hat, mit welcher Technik die Schutzschicht von der selbstklebenden Folie entfernt wird. Einzig die Ecken und Kanten benötigen etwas Geduld und eine ruhige Hand, damit es am Ende gut aussieht.

Der Untergrund muss für Folien nicht perfekt aussehen, sollte aber glatt und frei von groben Unebenheiten sein. Jedes Krümel hinterlässt später eine Delle in der Folie.

Absorbierendes Material

Der wichtigste Aspekt und der eigentliche Grund, warum wir ein Deckensegel bauen wollen, ist der positive Effekt auf die Raumakustik. Deshalb muss da eine möglichst große und dicke Fläche Schall absorbierendes Material rein.

Es gibt verschiedene Materialien, die als poröse Absorber geeignet sind. Wenn es nur darum geht, die allgemeine Sprachverständlichkeit im Raum zu verbessern, könnt Ihr im Grunde irgendwas davon nehmen. Da wir ein Deckensegel aber auch für Musik und Heimkino bauen wollen, sollten wir schon versuchen, aus der vorhandenen Fläche die maximal mögliche Absorbtion herauszuholen.

Ihr könnt auf den Strömungswiderstand des Materials achten und hierbei aus zwei Strategien wählen:

  • Höhere Absorbtionswerte schlucken den Schall stärker, dafür aber in einem kleineren Frequenzbereich.
  • Materialien mit niedrigeren Absorbtionswerten wirken breitbandiger, absorbieren dafür aber nicht so stark.

Zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit solltet Ihr auf die erste Strategie setzen. Für Musik und Film ist dagegen eine möglichst ausgeglichene Absorbtion wünschenswert, weshalb die zweite Strategie zielführender ist. Die geringere Stärke der Absorbtion könnt Ihr durch dickeres Material ausgleichen. Plant also lieber gleich 10 cm Stärke ein, statt nur 5 cm.

Basotect

Nicht zu vernachlässigen ist bei einer Deckeninstallation allerdings auch, wie gut sich das Material verarbeiten lässt. Zu den leicht und sauber zu verarbeitenden Materialien zählt Basotect, das aufgrund seiner Absorbtionswerte auch sehr gut zu den oben gestellten Anforderungen passt.

Basotect bröckelt nicht und hinterlässt auch sonst keinen Dreck. Es ist absolut formstabil und kann so mit nur wenigen Befestigungspunkten in Euer Deckensegel integriert werden. Eine Kaschierung ist nicht zwingend erforderlich, da die Oberfläche weitestgehend ansehnlich ist und es Basotect bei Bedarf auch in verschiedenen Farben gibt.

Der einzige Nachteil: Basotect ist vergleichsweise teuer! Für eine Platte mit 50×100×10 cm bezahlt Ihr um die 30 €. Das kann schon ins Geld gehen, wenn man mehr als 2 m² damit abdecken will. Der Quadratmeterpreis liegt damit bei ca. 60 €.

Steinwolle

Die günstigere Alternative ist Steinwolle. Rockwool Sonorock aus dem Baumarkt macht dafür einen hervorragenden Job. Etwas besser ist Rockwool Termarock 30 geeignet. Das ist in 10 cm Stärke allerdings keine Massenware, kann aber in einem guten Baumarkt zur Abholung bestellt werden. Der Preis liegt hier bei ca. 32 € für 6 Platten á 62,5×100×10 cm. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von rund 8,50 €. Ihr seht, wohin das führt?

Mit Stoff bespannter Absorber-Rahmen und eine Packung Steinwolle im Hintergrund.
Steinwolle ist eine günstige Variante für große, absorbierende Flächen.

Steinwolle zerbröckelt sehr leicht und bei der Verarbeitung fliegen buchstäblich die Fetzen — zumindest wenn die Platten zerteilt werden müssen. Wenn man sie einfach nur vorsichtig aus der Verpackung hinein in das vorbereitete Deckensegel verlagert, entsteht so gut wie kein Dreck.

Solltet Ihr Steinwolle direkt über Kopf verbauen wollen, ist eine Schutzbrille dringend anzuraten. Generell macht sich dann auch ein Atemschutz nicht schlecht. Wenn Ihr herunterfallende Stücke oder kleinere Partikel in die Augen bekommt, steht ein Ausflug zum Arzt an. Ich habe es daher bevorzugt, den Absorber-Einsatz komplett am Boden fertig zu bauen und zum Schluss komplett an die Decke zu hängen. Der Dreck war nicht der Rede wert.

Bezugsstoff

Es sieht einfach viel schicker aus, wenn die einzelnen Absorberplatten durchgehend von einem Stoff kaschiert werden. Die Möglichkeiten zur farblichen Gestaltung sind mit Stoff ebenfalls deutlich größer.

Das absorbierende Material sollte von einem Holzrahmen eingefasst werden. Der Holzrahmen wird mit dem Stoff bespannt. Dazu wird der Stoff von hinten an den Rahmen getackert.

Akustische Transparenz

Der Stoff muss in Kombination mit Absorbern nicht akustisch transparent sein. Es ist egal, ob einige Frequenzen bereits vom Stoff geschluckt werden, oder ob sie hindurch gehen und erst im Absorber dahinter ihr Ende finden.

Damit kommt nahezu jeder Stoff in Frage. Das bietet Euch eine erhebliche größere Auswahl an Farben, aber vor allem auch Mustern. Ihr könnt Euer Augenmerk stattdessen auf andere Punkte legen, die es noch schwierig genug machen.

Akustisch transparente Stoffe (umgangssprachlich Akustikstoffe) sind nur zwingend erforderlich, wenn Lautsprecher, Mikrofone oder Diffusoren dahinter versteckt werden sollen.

Elastik

Für das Bespannen des Holzrahmens ist es nützlich, wenn der Stoff etwas „stretchy“ ist. Es wird so erheblich leichter, ihn gleichmäßig ohne Falten und Wellen in der Oberfläche zu spannen. Baumwollstoffe mit einem kleinen Polyester-Anteil eignen sich für gewöhnlich sehr gut. Aber letztendlich geht das mit den meisten Stoffen einigermaßen gut.

Es ist allerdings immer etwas fragwürdig, wie sich die Zusammensetzung eines Stoffs wirklich verhält und ob die Angaben des Händlers überhaupt korrekt sind. Oft hat dieser die Informationen auch nur von irgend einem Zulieferer — da bleibt schon mal was auf der Strecke.

Blickdichte

Auf diese Angabe kann man sich in der Regel mehr verlassen. Hundertprozentig blickdicht sind aber nur sehr dicke Stoffe, die dann fast schon lederähnlich sind. Aber das brauchen wir eigentlich gar nicht, da wir nichts verdunkeln wollen. Eine durchschnittliche Dichte genügt völlig.

Das einzige, was der Stoff nämlich tun muss, ist die Absorber komplett unsichtbar zu machen. Da hinter dem Stoff nicht mehr allzu viel Restlicht bleiben dürfte und Absorber weitestgehend einfarbig sind, ist das kein Problem. Was hingegen durchscheinen kann, ist das Holz, um das der Absorber gespannt ist. Das betrifft nicht nur den Rand, sondern auch eventuelle Querverstrebungen.

Vermeiden lässt sich das ein gutes Stück weit, indem man eventuell aufliegende Holzkanten färbt. Welche Farbe ist dafür richtig? Die des Stoffs, schwarz, weiß oder die des Absorbers? Gar nicht so einfach, aber logisch betrachtet: die des Absorbers, wenn er von dem Stoff verdunkelt wird. Um es kurz zu machen: In fast allen Fällen ist die einfachste Lösung, Holzkanten mit Stoffkontakt einfach mit diesem grau-braunen Paketklebeband zu umkleben.

Größe

Eine weitaus wichtigere Überlegung betrifft die Größe des Deckensegels. Der Großteil aller Stoffe wird in Bahnen zu 1,40 bis 1,60 m Breite hergestellt. Alles darüber sind Übergrößen, die mehr kosten und weniger Auswahl bieten. Ich hatte ziemliche Probleme, einen mittelgrauen Stoff in 2×2 m Größe zu bekommen und bin daher auf ein Muster umgestiegen.

Absorber-Einsatz eines Deckensegels an der Decke montiert und mit Stoff bespannt.
Die Wahl des Bezugstoffs kann weitestgehend nach dem Aussehen erfolgen.

Einzelne Absorber-Elemente Eures Deckensegels sollten also eine Breite von 1,20 m nicht überschreiten. Wenn Ihr den zu verwendenden Stoff und seine Breite bereits kennt, könnt Ihr natürlich anders planen. Ansonsten plant lieber mehrere Absorber ein und kaschiert die Übergänge genauso wie die Kanten.

Der Stoff muss am Ende breit genug sein, um die Breite des Absorber-Rahmens zu überspannen, zuzüglich zweimal seiner Tiefe (von ca. 10–12 cm). Nochmal: der Stoff sollte sich von hinten auf den Holzrahmen tackern lassen, daher diese Berechnung. Also einfach mal mit 30 cm Puffer rechnen.

Beleuchtung

Der letzte wichtige Bestandteil eines Deckensegels ist die Beleuchtung, sofern eine integriert werden soll. Da das Deckensegel zumindest im Wohnzimmer den Platz für reguläre Beleuchtung wegnehmen dürfte, ist das aber schon ratsam.

Die Möglichkeit sind natürlich ziemlich vielfältig, aber zwei Varianten bieten sich besonders an:

  • LED- oder Halogenspots, die bei Bedarf ordentlich Licht machen und selbstverständlich dimmbar sein sollten.
  • Indirekte Beleuchtung der Decke mittels versteckter LED-Stripes bzw. Lichtleisten.

Beides lässt sich natürlich gleich mit farbigem Licht umsetzen, wobei die indirekte Beleuchtung besser dafür geeignet ist. Schließlich gibt es LED-Stripes kaum noch anders als im Bundle mit diesen lustigen bunten Fernbedienungen.

Wofür Ihr Euch entscheidet, hängt wie immer völlig von Eurem Geschmack und den persönlichen Bedürfnissen ab. Im Folgenden will ich nur noch ein paar grundlegende Dinge ansprechen.

Stromzuleitung

Irgendwoher braucht das Deckensegel Strom, wenn es leuchten soll. In den allermeisten Fällen wird es eine Zuleitung in der Decke geben, nämlich da, wo vorher eine gewöhnliche Lampe hing. Diese Zuleitung wird sehr wahrscheinlich vom Lichtschalter an der Tür geschaltet.

Das sind sehr gute Ausgangsbedingungen. Wenn kein Strom in unmittelbarer Nähe ist, kann man diesen meistens in einem Kabelkanal von einer anderen Quelle her transportieren. Ihr werdet schnell merken, dass es unheimlich praktisch ist, wenn man einen Elektriker kennt, mit dem man das durchziehen kann.

Der Lichtschalter ist praktisch, um das gesamte Deckensegel vom Netz zu nehmen, aber auch nicht unbedingt erforderlich. Denn vielleicht wollt Ihr ja irgend eine Form von Smart-Beleuchtung einsetzen. Damit kommen wir zur…

Steuerung

Verschiedene Leuchten an der selben Stromquelle werden natürlich alle gleichzeitig geschalten. Bei LED-Stripes ist das kein Problem, weil die über ihre Fernbedienung separat abschaltbar sind. Aber was, wenn Ihr nur die indirekte Beleuchtung an lassen wollt, aber die Spots aus bleiben sollen?

Die unsichtbare Oberseite eines Deckensegels mit einem Einbau-Spot.
Deckensegel sind der optimale Anwendungsfall für Einbau-Spots.

Hinzu kommt, dass das Licht für ein Heimkino ja dimmbar sein sollte. Das erfordert entweder Smart-Leuchtmittel, die sich selbst dimmen können, oder einfach nur dimmbare Spots mit einem entsprechenden Steuergerät.

Die Möglichkeiten sind hier ziemlich unüberschaubar. Ich sehe hier zwei grundlegende Strategien, an die man sich halten kann:

  • Man setzt komplett auf Smart-Beleuchtung. Philips Hue, Osram Lightify oder IKEA Trådfri sind derzeit die bekanntesten Vertreter solcher Systeme. Die Spots brauchen einfach nur dauerhaft Strom, den Rest regelt Ihr mittels Fernbedienung oder App. Anbindung an Sprachassistenten inklusive.
  • Man schaltet im Deckensegel einen separaten Funk-Dimmer vor die Spots und bindet die Steuerung darüber in ein bestehendes System ein. Die Leuchtmittel dürfen dann nicht Smart sein, müssen aber das Dimmen unterstützen. Dieser Weg ist ideal, wenn zum Beispiel schon ein Light-Manager vorhanden ist.

In beiden Fällen dient der Lichtschalter an der Tür nur als eine Art Hauptschalter und wäre eigentlich gar nicht erforderlich. Praktisch ist er dennoch.

Wofür Ihr Euch entscheidet, hängt auch ganz von Euren schon verwendeten Systemen ab. Dafür kann ich auch nicht mal eben die ultimative Lösung empfehlen, denn es gibt keine. Vielmehr solltet Ihr jetzt aber — wie zu allen Themen in diesem Artikel — den richtigen Denkanstoß bekommen haben, um die Planung Eures Deckensegels durchführen zu können.

Kurz zusammengefasst

  • Ein Deckensegel lässt sich sehr individuell bauen. Für jede Komponente gibt es verschieden Lösungen, die man nach den eigenen Wünschen und Fähigkeiten umsetzen kann.
  • Als Baumaterial bietet sich Holz an. Ob MDF, Naturholz oder doch lieber etwas anderes wie Gipskarton, entscheidet sich möglicherweise auch anhand der Tragfähigkeit der Decke.
  • Die sichtbare Oberfläche lässt sich lackieren oder verputzen, aber auch tapezieren oder folieren.
  • Als Absorber bieten sich Basotect oder Steinwolle an. Diese unterscheiden sich hauptsächlich im Preis und dem Dreck, den sie bei der Verarbeitung machen.
  • Bei der Auswahl eines Bezugsstoffs für den Absorber seid Ihr relativ frei, so lange keine Lautsprecher dahinter versteckt werden. Die eingeschränkte Breite der meisten Stoffe ist bei der Planung unbedingt zu berücksichtigen.
  • Als Beleuchtung kommen Smart-Systeme in Frage, oder Ihr greift auf herkömmliche Funkschalter zurück. Es empfiehlt sich, an ein eventuell schon vorhandenes System anzuknüpfen.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

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