Serie Das 1×1 der Lautsprecher-Aufstellung (Teil 1 2 3)

Lautsprecher-Aufstellung für Dolby Atmos

Das 5.1-System ist seit einiger Zeit im Einsatz, die Lautsprecher-Aufstellung ist optimiert — und sogar die Schwierigkeiten bei der Aufstellung in deinem Raum hast du gut in den Griff bekommen. Jetzt willst du den nächsten Schritt zu Dolby Atmos gehen. Hier sehen wir uns genauer an, was es bei der Aufstellung der Lautsprecher für Dolby Atmos zu beachten gibt.

Piktogramme, die die Lautsprecher-Aufstellung für Dolby Atmos verdeutlichen.

Die Lautsprecher-Platzierung für Dolby Atmos ist relativ einfach gehalten. Es gibt genaue Vorgaben seitens des Herstellers. Je näher du dich an diese halten kannst, desto besser. Alle Varianten setzen auf einem vorhandenen 5.1- oder 7.1-System auf, das dazu nicht wesentlich verändert werden muss. So wird dein System zu 5.1.2 bzw. 7.1.2 oder 5.1.4 bzw. 7.1.4 erweitert.

Lautsprecher an der Decke installieren

Zunächst musst du dich entscheiden, ob du 2 oder 4 Höhenlautsprecher einsetzen willst. Vielleicht hilft dir dieser Vergleich bei deinem Dolby-Atmos-Update.

Bei nur 2 Deckenlautsprechern hängen diese im Winkel von ungefähr 80°, also leicht vor dem Sitzplatz. Die von Dolby angegebenen Winkel sind eine Empfehlung, an die du so nah wie möglich heran kommen solltest. Wenn es nicht anders geht, kannst du ein wenig davon abweichen.

Vorgaben von Dolby für 5.1.2 und 7.1.2

Bei der eigentlich zu bevorzugenden Variante mit 4 Höhenlautsprechern sollten diese jeweils im 45°-Winkel vor und hinter der Sitzposition hängen. Auch hier sind kleine Abweichungen nicht so schlimm, aber zumindest ungefähr sollte es stimmen. Bei mehr Lautsprechern wird der Spielraum natürlich kleiner.

Vorgaben von Dolby für 5.1.4 und 7.1.4

  • Das bedeutet ganz konkret: Je höher der Raum ist, desto weiter vorne und hinten müssen die 4 Lautsprecher hängen.
  • Das bedeutet auch: Wenn du nicht genug Abstand zur Rückwand hast, kannst du den Winkel für die hinteren Höhenlautsprecher nur einhalten, indem du sie nicht mehr an die Decken, sondern im oberen Bereich der Rückwand platzierst. Bis zu einem gewissen Grad kannst du das machen, aber irgendwann wird der Abstand zu den Surround-Lautsprechern so klein, dass du auf das zusätzliche Paar Höhenlautsprecher genauso gut verzichten kannst.

Die seitliche Position ist einfach zu ermitteln. Die Höhenlautsprecher sollten auf einer Linie mit den beiden Frontlautsprechern sein. Auch hier gilt: Ein bisschen weiter außen oder innen ist nicht so schlimm.

Orientiere dich auch an deinem Raum. Du willst den aktiven Hörbereich gut abdecken. Achte dabei auch wieder auf die Symmetrie.

Ausrichtung der Deckenlautsprecher

Sofern der Hersteller der Lautsprecher nichts anderes vorgibt, gilt hier wie überall: Lautsprecher werden mit dem Hochtöner exakt auf den Hauptsitzplatz ausgerichtet.

Diese Regel beißt sich mit der oft ohnehin schon schwierigen Akzeptanz von Deckenlautsprechern durch die häusliche Regierung. Nicht nur, dass die „hässlichen“ Lautsprecher an der Decke hängen sollen – nein, jetzt müssen sie auch noch völlig schräg an einer abstehenden Halterung mit Neigefunktion von der Decke ragen.

Deshalb solltest du es mit der Ausrichtung nicht zu genau nehmen. Häng die Lautsprecher so auf, dass sie

  • möglichst genau auf den Hörplatz ausgerichtet sind,
  • dabei aber nicht den ganzen Raum verschandeln.

Wenn sie dabei zum Beispiel nur in einer Achse auf den Hörplatz geneigt sind, ansonsten aber entlang der Längsachse abstrahlen, ist das ausdrücklich in Ordnung! Ja, es ist nicht optimal. Aber vier hässliche, schiefe Gebilde an der Decke machen auch keinen Spaß.

Deutlich freier in der Ausrichtung bist du natürlich, wenn du die Lautsprecher in einem Deckensegel verstecken kannst.

Ob du die markanten Atmos-Enabled-Lautsprecher mit ihren abgeschrägten Fronten an die Decke schrauben darfst, kann dir der Hersteller sagen. Hier wäre die Ausrichtung in einer Richtung gleich ein Stück weit gegeben und du könntest sie flach an die Decke hängen. Allerdings erfordert das sehr gebündelte Abstrahlverhalten dieser Lautsprecher, dass du den Hörplatz sehr gut treffen musst, um keinen hörbaren Höhenverlust zu erleiden.

Aufstellung von Aufsatz-Lautsprechern

Deutlich einfacher ist die Aufstellung von Aufsatz-Lautsprechern, auch bekannt als Atmos-Enabled-Lautsprecher. Du musst hier nicht lange nach dem richtigen Platz suchen, weil der aus Prinzip schon vorgegeben ist: als Aufsatz auf den Front- und Surround-Lautsprechern.

Das macht das System gerade so einfach und vorteilhaft und ermöglicht es so ziemlich jedem, Dolby Atmos in sein Wohnzimmer zu holen.

Wenn du statt 4 Aufsatz-Lautsprechern nur 2 Stück einsetzen willst, müssen diese auf den Front-Lautsprechern untergebracht werden. Bei solch einem reduzierten Atmos-Setup ist es nur sinnvoll, die vorderen Reflexionspunkte zu bedienen, da diese auch besser von unseren Ohren wahrgenommen werden.

Ausrichtung der Aufsatz-Lautsprecher

Wichtig bei Atmos-Enabled-Lautsprechern ist die korrekte Ausrichtung in einer geraden Linie auf den Hörplatz. Mit der Ausrichtung verschiebst du den Reflexionspunkt des Schalls an der Decke und damit auch sein endgültiges Ziel auf Ohrhöhe.

Stell dir eine Linie an der Decke vor, die genau über dem Lautsprecher beginnt und über deinem Sitzplatz endet. Der meist längliche Lautsprecher muss genau parallel zu dieser Linie stehen. Oder anders ausgedrückt: er muss auf einen Punkt irgendwo auf dieser Linie zielen.

Das Gute daran: Wenn du bereits die Front- bzw. Surround-Lautsprecher exakt auf die Hörposition ausgerichtet hast, kannst du gar nichts mehr falsch machen. Sie strahlen dann ebenfalls schon entlang dieser Linie ab. Der Aufsatz-Lautsprecher muss einfach nur gerade auf seinem jeweiligen Basis-Lautsprecher liegen.

Auswirkungen auf die Surround-Lautsprecher

Sobald du dein Heimkino auf Dolby Atmos erweiterst, gibt es eine Besonderheit bei den Surround-Lautsprechern zu beachten.

Bei 5.1–7.1 wird empfohlen, die Surround-Lautsprecher etwas höher zu hängen, etwa auf 1,40 Meter. Dadurch ergibt sich ein besserer Raumklang. Viel mehr stellt das aber sicher, dass vom Sitzplatz aus garantiert Sichtkontakt zum Lautsprecher besteht und nicht etwa die Kopflehne des Sessels den Schall abschirmt.

Diese Höhe ist bei Dolby Atmos nicht mehr zu empfehlen. Hier übernehmen die Deckenlautsprecher den oberen Surround-Bereich. Um eine klare Unterscheidung zwischen oben und unten auch im hinteren Teil des Raums zu gewährleisten, sollten die Surround-Lautsprecher daher wenn irgendwie möglich auch auf Ohrhöhe hängen. Versuche stattdessen, durch geschickte seitliche Positionierung, den Sichtkontakt beizubehalten.

Das gilt definitiv für Dolby Atmos mit 4 Höhenlautsprechern. Bei nur 2 Höhenlautsprechern ist das nicht ganz so eng zu sehen, weil hier die räumliche Abdeckung im oberen hinteren Bereich des Raums nicht gegeben ist.

Persönliche Empfehlung: 2 Höhenlautsprecher + erhöhter Surround-Bereich

Vor diesem Problem stand ich in meinem Raum auch. Mit meinem ursprünglichen 6.X-Setup mit erhöhtem Surround-Bereich war ich gut aufgestellt. Eine Erweiterung auf 4 Höhenlautsprecher hätte sich aufgrund der geringen Raumgröße nicht gelohnt. Ich habe mich daher für eine Erweiterung auf 6.X.2 entschieden.

Persönlich nehme ich es mit den korrekten Winkeln der Lautsprecher nicht immer so genau. Etwas Individualität tut einem Heimkino ganz gut. Wenn man die Regeln kennt und weiß, warum es sie gibt, darf man sie brechen.

Deshalb habe ich eine leicht abweichende Aufstellung gewählt. Nennen wir sie doch einfach die „Code-Red-Aufstellung“ (nach dem Kino). An der Seitenansicht wird deutlich, was ich damit bezwecke:

Ein Dreieck bestehend aus Front-Lautsprecher, Surround-Lautsprecher und Höhenlautsprecher.

Es handelt sich offensichtlich um eine Dreieckskonstellation. Front-, Surround- und Höhenlautsprecher jeder Seite ergeben ein Dreieck, das daraufhin ausgelegt ist, die Abstände zwischen den Lautsprechern nicht zu gering werden zu lassen. Zu geringe Abstände haben zur Folge, dass eine exakte Unterscheidung zwischen den Lautsprechern vom Hörplatz aus nicht mehr möglich ist. Damit wird einer der Lautsprecher nahezu überflüssig.

Der Surround-Lautsprecher hängt weiterhin erhöht, also auf ca. 1,40–1,60 m Höhe. Der Höhenlautsprecher hängt nicht im Winkel von 80° knapp vor dem Sitzplatz, wie es für Dolby Atmos mit 2 Höhenlautsprechern empfohlen wird. Stattdessen befindet er sich etwas weiter vorne auf ca. 55° und damit irgendwo zwischen den empfohlenen Positionen für 2 und 4 Höhenlautsprecher.

Für die Richtung, aus der Geräusche kommen, ist das kein Problem. Der AV-Receiver bekommt die Winkel genannt und errechnet die korrekte Richtung der Atmos-Effekte anhand der verfügbaren Lautsprecher.

Die Variante fasst lediglich die Surround-Lautsprecher und die hinteren Höhenlautsprecher zu einem einzigen Paar zusammen. So werden Aufwand und Kosten gespart – bei einem immer noch guten Ergebnis.


Du bist dir nicht sicher, wie du deine Dolby-Atmos-Lautsprecher aufhängen sollst?
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Du kannst also durchaus kreativ werden. Halte dich so nah wie möglich an die Vorgaben, aber richte dich nicht um jeden Preis danach. Das ist generell eine sehr gute Empfehlung für die Lautsprecher-Aufstellung, nicht nur bei Dolby Atmos.

Ganz wichtig ist aber, dass viele Lautsprecher nicht automatisch besser sind. Weniger ist manchmal mehr. Wenn du sie nicht vernünftig aufstellen kannst, bringen dir zusätzliche Lautsprecher in erster Linie nur zwei Dinge: viel Arbeit und höhere Kosten.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

13 Gedanken zu „Lautsprecher-Aufstellung für Dolby Atmos

  1. Hallo Bert,

    wie immer sehr informativ, danke 🙂

    Mir ist beim Lesen gerade klar geworden, dass ich zwar die 80° eingehalten habe, aber ich habe die Lautsprecher überhaupt nicht angewinkelt auf den (Haupt)Hörplatz… Das muss ich doch demnächst noch mal in Angriff nehmen, so könnten sie mit den seitlichen Surrounds vermatschen (bei. 7.1.2) könnte ich mir vorstellen. Was auch erklären würde, warum die Effekte manchmal nicht so überzeugend sind. Mal sehen, ich werde berichten 😀

    Viele Grüße,
    Marco

    1. Hi Marco,

      bei einem 80°-Winkel ist die Ausrichtung der Lautsprecher nicht so wahnsinnig wichtig. Du sitzt ja dann praktisch nur 10° abseits der Mittellinie des Lautsprechers. Diesen Abstrahlwinkel dürften sie locker haben.

      Das Vermatschen kommt eher durch den möglicherweise zu geringen Abstand zwischen beiden Lautsprechern zustande (was ja aber richtig sein kann, wenn sie ansonsten korrekt aufgestellt sind).

      Was auch erklären würde, warum die Effekte manchmal nicht so überzeugend sind.

      Dazu will ich demnächst noch was schreiben. Hast du ein Deckensegel installiert? Wenn nicht, könnte das das Problem sein. Die Höhenkanäle vermatschen einfach mit allen Reflexionen von der Decke.

      1. Hallo Bert,

        ich hab noch nichts geändert, aber mal gemessen 🙂 Wenn ich von meinem Hörplatz ausgehe, hängen die Lautsprecher jeweils 1,10 Meter links und rechts entfernt, der Abstand von der Decke zum Kopf ist ca. 1,30 Meter. Damit komme ich von der Mitte des Lautsprechers zum Hörplatz auf 45 Grad Winkel. Da kann ich leider im Dolby Atmos Guide nix zu finden (ob’s an mir oder am Guide liegt weiß ich gerade nicht :-D). Ich würde vom Gefühl her eher zum Anwinkeln tendieren, aber Gefühl und Physik vertragen sich manchmal nicht so gut 🙂 Von den 10 Grad, die Du angemerkt hast, bin ich aber auf jeden Fall ein bisschen weg. Sind zwei Teufel M 550 FCR, die ich da hängen habe, finde gerade nichts zum Abstrahlwinkel.

        An der Decke hatte ich vor ein paar Wochen Eigenbau-Absorber angebracht, die haben auf jeden Fall geholfen, was Dialogverständlichkeit angeht. Aber für die Höheneffekte hatte ich mir mehr erhofft.

        Viele Grüße,
        Marco

        1. Hi Marco,

          der Winkel zur Seite hat nichts zu sagen. Die 45° beziehen sich auf den Winkel nach vorn. Die seitliche Position sollte sich einfach an den Front-Lautsprechern orientieren.

          Anwinkeln ist ja ein separates Thema und hat erstmal nichts mit der Position zu tun. Wenn der Hersteller nichts angibt, musst du davon ausgehen, dass die Lautsprecher gerade abstrahlen.

          Dass du dir „mehr erhofft“ hast, ist ein verbreitetes Phänomen. Dazu gibt es demnächst noch einen anderen Artikel. 😉

          1. Guten Morgen Bert,

            zwei Veränderungen habe ich gestern vorgenommen:

            – Anwinkeln der Decken-LS auf den Hörplatz
            – Aufhängen eines Molton-Vorhanges (besonderer Dank an meine Frau und ihre Nähkünste :-)) als Raumteiler (da mein Kino ja nicht den ganzen Raum einnimmt, sondern auf einer Seite offen ist – bzw. war)

            Da ich keine Muße hatte, es separat zu testen, kann ich natürlich nicht sagen, welchen Anteil die jeweiligen Änderungen haben, aber am Beispiel von San Andreas kann ich zumindest sagen: So habe ich mir das in der Tat vorgestellt! Sehr viel besser zu ortende Effekte von oben, aber auch für alle anderen LS. An letzterem dürfte der Vorgang wohl ein gutes Stück Anteil dran haben.

            Aber insgesamt habe ich da gestern keine Zeit verschwendet, so gefällt mir das 😀

            Viele Grüße,
            Marco

          2. PS: Dass die 45 Grad den Winkel von vorne meinen, war mir klar (und von hinten bei vier LS), darum habe ich meine zwei ja mit 80 Grad Winkel vor dem Hörplatz angebracht. Meine Messung bezog sich auf den seitlichen Winkel und der ist jetzt durch das Anwinkeln deutlich flacher geworden 😉

  2. Hallo Bert!

    Deine Vorschläge zum 5.x.4 Setup sind sicherlich brauchbar und wie Du schon beschrieben hast, als Anregung zu verstehen. Bezüglich der vorderen Deckenlautsprecher muss man jedoch beachten, dass diese gerne auch etwas näher bei den Front-LS aufgehängt sein sollten, wenn man die vorzügliche Funktion des Dialog-Lift (z-.B. AV-Receiver der Yamaha RX-ASerie) nutzen möchte.
    Dialog-Lift, also die Anhebung der Stimme aus dem unter dem TV befindlichen Center auf „Mattscheibenhöhe“ macht die Plastizität der Dialoge tatsächlich natürlich erlebbar und ist kein Gimmick aus dem Yps-Heft!
    Es gibt dann zwei Vorgehensweisen für die Implementierung von Dialog-Lift in Verbindung mit Doly Atmos. Erstens mit über den Front-LS an der Wand aufgehängten Hights, mit denen m.E. eine Atmos Aufstellung weniger gut gelingt oder eben mit 4 Decken-LS, von denen die vorderen etwas weiter in Richtung Front-LS aufgehängt werden.
    TIP für Nutzer eines Yamaha RX-A 20X0 / 30X0: Bitte bei der Mehrfacheinmessung via Y.P.A.O. beachten, dass lediglich die drei Messpunkte auf dem „Boomerang“ eingemessen werden und nicht der vierte Höhenmesspunkt. Denn wenn man das macht, klingt Dialog-Lift matschich und die Stimen nicht deutlich und klar.

    1. Hallo Gerd, danke für deine Ergänzung! Da gehen die Meinungen wirklich auseinander und man sieht daran sehr schön, dass es stark von den eigenen Prioritäten abhängt, wie man seine Lautsprecher aufstellt.

      Ich halte persönlich vom Dialog Lift nicht allzu viel, obwohl ich weiß, dass das System von Yamaha eines der besten am Markt ist. Das Problem ist halt, dass die Dialoge nicht nur nach oben gezogen werden, sondern auch nach außen. Damit widersprechen sie dem Sinn eines Centers, was sich auf seitlichen Sitzplätzen schnell bemerkbar macht. Hinzu kommt, dass sich die Stimmen schon auf Stufe 1 blechern und indiskret anhören. Das kann natürlich durch schlechte Einmessung bzw. falsche Laufzeiten verstärkt werden, liegt aber auch in der Sache an sich begründet: wir hören Stimmen nun mal nur aus einer Quelle, so dass es seltsam wirkt, wenn das plötzlich mal nicht so ist (in etwa so, wie wenn der Typ, der ins Mikrofon redet, gleichzeitig direkt vor einem steht, oder wenn man mit jemandem im selben Raum telefoniert). Das liegt gar nicht mal an Yamaha, sondern ist durch das Prinzip bedingt.

      Wenn man es mag, ist es eine feine Sache. Aber ich finde, dass man deshalb nicht die Atmos-Aufstellung verändern sollte. Nächstes Jahr kauft man dann vielleicht einen anderen AV-Receiver ohne Dialog Lift und dann war das umsonst.

  3. Danke für den sehr interessanten Artikel. Was mich noch bei meinem Onkyo TX-NR 555 grübeln lässt ist die korrekte Einstellung an welcher Stelle die Deckenlautsprecher (bei 5.1.2) in Relation zum Hörplatz positioniert sind.
    In den Einstellungen kann ich hier zwischen „vor dem Hörplatz“, „direkt darüber“ oder „hinter dem Hörplatz“ wählen.
    Meine beiden Deckenlautsprecher sind „konform“ nach Dolby zirka 80 Grad vor meinem Sitzplatz positioniert. Direkt hinter mir ist auch schon die Wand. Ging also entsprechend eh nicht anders ;).

  4. Hallo Bert,

    danke für Deinen gelungenen Artikel zur Lautsprecher-Positionierung, der im Gegensatz zur dolby.com site sogar das sinnvolle Anwinkeln der Deckenlautsprecher beschreibt.
    Aufmerksam wurde ich auf Deinen Blog, nachdem ich online Infos nach einer etwaigen 6.1.4 Installation gesucht habe, von der mir beim Händler als „unsinnig“ abgeraten wurde und im Netz sogar gar nichts steht. Weil ich bisher aber aus räumlichen Gründen auf ein 6.1 System setze, würde mich Deine praktische Erfahrung zur Aufrüstung mit Deckenlautsprechern interessieren.
    Meine Fragen dazu:

    1.) Werden bei einem solchen Upgrade die neuen Deckenlautsprecher tatsächlich kanalgetrennt betrieben oder liegt dann entsprechend des einzelnen Surround Back Lautsprechers oben eine andere Signalaufteilung an?

    2.) Funktioniert eine solche Konstellation voraussichtlich bei jedem AV-Prozessor, der Dolby Atmos und 6.1 zulässt oder hast Du hier eine spezielle Kombination?

    3.) Hörst man beim klanglichen Effekt zwischen Rear-Center und den Höhenkanälen irgendwelche Einschränkungen – unabhängig davon, dass wahrscheinlich auch Dein 6.X.2 System, aufgrund der gegebenen Abstände und Platzierungsmöglichkeiten, die klanglich bessere Lösung ist?

    Irgendwie kommt man sich als 6.1 Nutzer schon fast exotisch vor – doch glaube ich, dass Du als Nutzer einer solchen Konstellation am ehesten weißt, welche Vorteile es gegebenenfalls hier gibt.

    1. Hallo Frank,

      ja, 6.1 ist leider komplett eingeschlafen. Meiner Meinung nach ist das immer noch die bessere Lösung, weil es hinten halt wirklich eine Mitte gibt. Auf seitlichen Sitzplätzen ist das viel wert. Einfach mal den Abspann von „Super 8“ schauen. 😉

      1.) Surround Back ist von der Decke weitestgehend getrennt. Bei objektbasierten Formaten wie Atmos wird letztendlich sowieso alles dynamisch auf die verfügbaren Lautsprecher verteilt. Bei Upmixern hat die untere, native Ebene Priorität und dient nur als Quelle für wie auch immer berechnete Deckensignale. Daher, Kanaltrennung ja, wann immer es möglich ist. Der Back Center ergibt sich entweder aus der Kombination der beiden Surround-Back-Kanäle (wenn vorhanden) oder über die EX/ES-Matrix aus den Surrounds von 5.1 (was links und rechts gleich ist wird aus der Mitte wiedergegeben, Unterschiede verbleiben links oder rechts).

      2.) Das sollte bei allen funktionieren, genau weiß ich es aber nur von den Yamaha-Geräten. Einfach mal online in die Bedienungsanleitung schauen, wenn dich ein Geräte interessiert. Oft verraten die Lautsprecheranschlüsse auch schon, ob ein Back Center unterstützt wird.

      3.) Falls du an sowas wie „unsaubere Übergänge“ oder dergleichen denkst: Da gibt es nichts zu befürchten. Im Grunde ist es ja nichts anderes als 7.1.4, nur dass die beiden Back Surrounds zu einem zusammengefasst werden. Das funktioniert sehr gut. Nur wenn man extrem unterschiedliche Lautsprecher verwendet, hört man das natürlich schon.

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