Serie Das 1×1 der Lautsprecher-Aufstellung (Teil 1 2 3 4)

Lautsprecher anwinkeln – drehen und neigen, aber nicht um jeden Preis

Wenn geeignete Plätze für die Lautsprecher gefunden sind, stellt sich noch die Frage, wie sie dort aufzustellen oder zu -hängen sind. Musst du die Lautsprecher auf den Hörplatz ausrichten, also anwinkeln? Gilt das für alle Lautsprecher? Und was bringt es überhaupt, die Lautsprecher anzuwinkeln?

Foto: Tobias Dambacher

Das Anwinkeln hat in erster Linie den Sinn, das volle Klangpotenzial des Lautsprechers auszunutzen. Sobald der Lautsprecher nicht mehr genau auf den Hörplatz ausgerichtet ist, reduziert sich sein Frequenzspektrum an diesem Punkt. Wird der Lautsprecher genau auf den Sitzplatz ausgerichtet, entsteht kein Verlust.

Abstrahlverhalten beachten

Zunächst musst du verstehen, wie Schall vom Lautsprecher ausgestrahlt wird. Während sich tiefere Töne zunehmend um das Lautsprechergehäuse herum beugen, bis sie schließlich im Tiefbass kugelförmig abgestrahlt werden, wird der Hochton stärker gebündelt. Je höher die Frequenz, desto kleiner ist der Kegel, in dem der Schall geradeaus vom Hochtöner des Lautsprechers ausgesendet wird.

Je weiter du dich von dem Bereich genau vor dem Lautsprecher zur Seite hin entfernst, desto weniger Hochton bekommst du also ab. Der Klang wird zunehmend dumpfer. Das fällt um so mehr ins Gewicht, je besser dein Raum akustisch optimiert ist: Wenn Reflexionen an den Wänden nicht mehr möglich sind, weil sie von Absorbern geschluckt werden (wie es sein sollte), gelangt der Hochton auch auf keinem Umweg mehr an deine Ohren.

Diese Erklärung ist stark vereinfacht, aber es genügt, um den Kern der Sache zu verstehen. In der Realität spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle. Aber es genügt zu wissen: Ein Lautsprecher muss im Idealfall auf den Kopf des Zuhörers zielen. Dies unter der Annahme, dass ein gewöhnlicher Lautsprecher vorliegt, der den Schall geradeaus nach vorne abstrahlt.

Spezielles Abstrahlverhalten beachten

Jedoch gibt es einige Lautsprecher, die vom Hersteller mit einem etwas anderen Abstrahlverhalten versehen wurden. Gerade bei größeren Regallautsprechern und Standlautsprechern (mehr zu den verschiedenen Arten von Lautsprechern) werden die Hochtöner manchmal mit einem seitlichen Abstrahlverhalten verbaut.

Das hat den einfachen Grund, dass viele Leute es schöner finden, die Lautsprecher nicht anwinkeln zu müssen, sondern sie gerade ins Wohnzimmer zu stellen. Es gibt dann logischerweise einen linken und einen rechten Lautsprecher, die bei korrekter Aufstellung mehr zur Mitte hin abstrahlen. Hierfür muss es eine Markierung (L/R) geben, da ein versehentliches Vertauschen natürlich fatal für den Klang wäre: die Hochtöner würden nach außen abstrahlen, wo sich meilenweit niemand befindet.

Achte daher auf die Angaben des Herstellers zum Lautsprecher und dessen Hinweise für die Aufstellung. Nur wenn du nichts darüber finden kannst, darfst du davon ausgehen, dass der Lautsprecher den Hochton geradeaus richtet.

Bei kleineren Lautsprechern, die für Surround gedacht sind, gibt es dieses spezielle Abstrahlverhalten in der Regel nicht. Nur typische Frontlautsprecher werden gelegentlich so gebaut.

Darüber hinaus haben manche Center-Lautsprecher ein leicht nach oben gerichtetes Abstrahlverhalten, weil Center häufig leicht unterhalb der Kopfhöhe aufgestellt werden. Das musst du berücksichtigen, wenn es darum geht, den Center anzuwinkeln.

Welche Lautsprecher solltest du wie stark anwinkeln?

Wenn du einige Jahre Erfahrung mit der Aufstellung von Lautsprechern in Stereo- und Mehrkanalsystemen gesammelt hast, bemerkst du, was für gravierende Klangunterschiede alleine die Ausrichtung eines Lautsprechers an der selben Position haben kann. Ein Patentrezept gibt es nicht, jedoch einige generelle Anhaltspunkte, die ich im Folgenden für jedes Lautsprecherpaar durchgehen werde.

Bedenke aber, dass jeder Lautsprecher anders ist. Deshalb probiere aus, was für dich am besten passt! Was du hörst und was dir gefällt ist eine Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann.

Frontlautsprecher

Dies betrifft die Hauptlautsprecher eines jeden Systems, an der Front links und rechts, und trifft damit auch auf jedes Stereo-System zu.

Ich gehe davon aus, dass deine Lautsprecher einigermaßen im Stereo-Dreieck aufgestellt sind (ein gleichwinkliges Dreieck, das aus den Frontlautsprechern und dem Sitzplatz gebildet wird). Wenn du zu weit weg sitzt (Dreieck zu spitz) oder zu weit vorne (Dreieck zu flach) solltest du zuerst daran arbeiten.

  • Du kannst die Frontlautsprecher für einen ersten Versuch exakt auf den mittleren Sitzplatz ausrichten. Bei einem perfekten Stereo-Dreieck, dessen Winkel 60° betragen, wären sie damit um 30° nach innen geneigt.
  • Versuche aber auch mal, die Lautsprecher ein kleines Stück weiter nach außen zu richten, so dass du die nach innen gewandten Seiten des Gehäuses gerade noch siehst.

Wenn du halbwegs gute Ohren hast, hörst du einen feinen Unterschied und kannst entscheiden, was dir besser gefällt.

Verzögerungszeit von Lautsprechern
Die berühmte Ausnahme von der Regel: Sowohl die Front-Lautsprecher als auch die Surround-Lautsprecher sind nicht exakt auf den mittleren Sitzplatz ausgerichtet (grüne Linien), sondern etwas weiter nach außen. Manchmal führt das zum besseren Ergebnis.

Bei mehreren Sitzplätzen, wie im Heimkino nun mal üblich, solltest du dich rein auf den mittleren Sitzplatz konzentrieren. Die seitlichen Sitzplätze sind zwangsläufig immer etwas benachteiligt, weshalb es nicht allzu viel Sinn hat, hier etwas optimieren zu wollen. Bei einer Ausrichtung beider Frontlautsprecher auf den mittleren Sitzplatz wirst du feststellen, dass seitliche Plätze einen gleichmäßigen Versatz zu beiden Frontlautsprechern bekommen. Du siehst also jeweils die linke oder rechte Seite der Lautsprecher ungefähr aus dem selben Winkel.

Wenn du versuchst, die Ausrichtung auf alle Plätze zu optimieren, etwa indem du

  • den linken Lautsprecher auf den linken Sitzplatz und den rechten Lautsprecher auf den rechten Sitzplatz ausrichtest,

wirst du nur feststellen, dass du auf seitlichen Plätzen sehr unterschiedliche Winkel zwischen den beiden Lautsprechern bekommst. Damit ergeben sich möglicherweise starke Klangunterschiede zwischen links und rechts. Es wird also unter Umständen nicht besser.

Bei alledem gehe ich auch davon aus, dass deine Frontlautsprecher korrekt auf Ohrhöhe aufgestellt sind oder es sich um Standlautsprecher handelt. Eine Neigung der Lautsprecher nach oben oder unten (weil zu tief oder zu hoch aufgestellt) darf eigentlich nicht erforderlich sein, weil du dann schon etwas grundlegendes bei der Aufstellung falsch gemacht hast. Solltest du dennoch gezwungen sein, die Frontlautsprecher zu hoch oder zu tief aufzustellen, sollten sie entsprechend geneigt werden, wenn irgendwie möglich.

Center

Minimal angewinkelter Center

Mit dem Center mache ich an dieser Stelle kurzen Prozess. Weil er mittig stehen bzw. liegen sollte, ist jedwede seitliche Drehung überflüssig. Wenn er sich über oder – eher wahrscheinlich – unter Kopfhöhe befindet, sollte er durch geeignete Maßnahmen entsprechend geneigt werden. Das lässt zwar den Ton deshalb noch lange nicht aus der vertikalen Bildmitte kommen, verhindert aber auch hier einen unnötigen Verlust an Höhen.

Surround und Surround-Back

Für die 2 oder 4 Surround-Lautsprecher gilt, dass du sie direkt auf den Sitzplatz ausrichten kannst. Diese Lautsprecher sind oft schon bei der Platzierung schwierig, entweder weil der Raum kompliziert ist oder weil davon der Hausfrieden bedroht wird.

Aus diesem Grund vertrete ich die Ansicht, dass die exakte Ausrichtung der Surround-Lautsprecher auf den Hörplatz nur unter vertretbaren Umständen erfolgen sollte.

  • Die Lautsprecher sind für die Montage flach an der Wand vorgesehen? Dann mach es so!
  • Eine schwenkbare Wandhalterung trägt dir optisch zu dick auf? Dann wähle eine einfachere Halterung!
  • Es gefällt dir besser, wenn die Lautsprecher gerade in einem Regal stehen? Dann stell sie gerade auf!

Du musst hier einfach abwägen, was dir wichtiger ist. Nimmst du perfekten Klang aus den Surround-Lautsprechern überhaupt bewusst wahr? Dann unternimm alles was nötig ist, um sie perfekt auszurichten und verzichte auf „saubere“ Optik. Ist es dir wichtiger, dass die Lautsprecher ansehnlich bleiben? Dann nimm einen geringen Klangverlust in Kauf.

Rückseite des Code Red Heimkinos mit 4 Surround-Lautsprechern.
4 Surround-Lautsprecher, jedoch nicht explizit auf den Hauptsitzplatz angewinkelt – weil es einfach besser aussieht!

Dies alles gilt nur, wenn du die Surround-Lautsprechern halbwegs optimal aufstellen kannst. Das heißt vor allem: mit einem Mindestabstand zu jedem möglichen Hörplatz von mindestens 1 Meter. Wenn ein Surround-Lautsprecher einen deutlich geringeren Abstand zu einem häufig genutzten Sitzplatz hat, wird er dem Zuhörer dort ständig penetrant ins Ohr plärren. Ist er noch dazu direkt auf diesen Sitzplatz ausgerichtet, macht es das nur schlimmer.

Wenn du nicht genügend Abstand zwischen den Surround-Lautsprechern und dem Sitzplatz schaffen kannst, verwende ggf. Dipol-Lautsprecher oder befolge andere Tipps zur Lautsprecher-Aufstellung für schwierige Fälle.

Höhenlautsprecher

Die größte Verwirrung tritt bei Höhenlautsprechern auf – wohl weil dieses Thema noch relativ jung ist und es viele verschiedene Lösungsansätze gibt. Jede mögliche Variante stellt dabei andere Anforderungen an den Lautsprecher und dessen Ausrichtung. Wir gehen im Folgenden von einer sinnvollen Aufstellung der Höhenlautsprecher nach Dolby-Vorgaben aus.

Wandlautsprecher an der Decke

Die akustisch beste Lösung ist es, gewöhnliche Wandlautsprecher an die Decke zu schrauben. Im Idealfall verwendest du exakt das gleiche Modell wie für die Surround-Lautsprecher, um ein Maximum an Homogenität zu sichern.

Die NuLine WS-14 bei Deckenmontage.
Foto: Nubert electronic GmbH

Demnach gelten hier die selben Regeln wie für die Surround-Lautsprecher: wäge ab, ob dir das Aussehen oder der Klang wichtiger ist. Bedenke dabei aber, dass Höheneffekte bei Dolby Atmos und DTS:X besser zur Geltung kommen, wenn die Höhenlautsprecher genauer auf den Hörplatz ausgerichtet sind.

Gerade bei Wand-/Deckenlautsprechern mit dazugehöriger „stylischer“ Halterung (nehmen wir als Beispiel die gern verwendeten Nubert NuLine WS-14) ist eine Neigung des Lautsprechers oft nur in einer Achse möglich. Eigentlich müsstest du solche Lautsprecher schräg an die Decke hängen, um sie perfekt auf den mittleren Sitzplatz ausrichten zu können. Das ist aber schon sehr gewagt und kann, inkonsequent umgesetzt, ein visuelles Desaster werden. Im Zweifelsfall plädiere ich daher für eine suboptimale Ausrichtung – Anwinkeln nur in einer Achse – und Inkaufnehmen eines leichten Hochtonabfalls.

Atmos-Enabled-Lautsprecher

Eine auf den ersten Blick gute Alternative bieten Atmos-Enabled-Lautsprecher. Diese sind eigentlich dafür gedacht, als Aufsatz auf die Front- und Surround-Lautsprecher gesetzt zu werden und Höheneffekte über Reflexion an der Decke zu erzeugen. Durch ihre abgeschrägte Front verleiten sie aber dazu, sie flach an die Decke oder Wand zu hängen und so eine halbwegs genaue Ausrichtung auf den Hörplatz zu erreichen, ohne einen allzu großen optischen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen.

Nubert nuLine RS-54 Atmos Enabled Lautsprecher, weiß, liegend
Foto: Nubert electronic GmbH

Die Lösung ist unter den passenden Voraussetzungen auch gar nicht so schlecht, wenn auch nicht die erste Wahl. Sehr wichtig ist, dass der Lautsprecher einen Schalter hat, mit dem du zwischen Direktbetrieb und Reflexion wählen kannst. Ist dieser Auswahl nicht möglich, so ist der Frequenzgang des Lautsprechers sehr wahrscheinlich für Reflexion optimiert, was ihn im Direktbetrieb eventuell etwas komisch klingen lässt.

Nachteilig ist, dass die meisten Atmos-Enabled-Lautsprecher gemäß ihrem eigentlichen Verwendungszweck ein sehr stark gebündeltes Abstrahlverhalten haben. Deshalb musst du sie sehr genau auf den Hörplatz ausrichten, um keine großen Höhenverluste zu erleiden. Seitliche Sitzplätze sind dadurch auch stark im Nachteil. Einige Modelle bieten auch hier eine Möglichkeit zur Beeinflussung, etwa durch einen Schaumstoff-Vorsatz.

Dem gegenüber steht, dass die Neigung auch hier nur in einer Achse stattfindet und noch dazu nicht frei wählbar ist. Die Montage an einer schwenkbaren Halterung ist optisch eigentlich nicht drin. Eine seltene Ausnahme stellen die XTZ Cinema S2 dar, die in zwei Richtungen abgeschrägt sind.

Stark gerichtetes Abstrahlverhalten in Kombination mit großer Unflexibilität bei der Ausrichtung lassen mich zu dem Schluss kommen, dass diese Lösung nur auf den ersten Blick gut und logisch erscheint. So richtig empfehlen kann ich es also nicht – dennoch: vielleicht besser als nichts.

Übrigens: Atmos-Enabled-Lautsprecher in ihrem eigentlichen Sinn zur Deckenreflexion eingesetzt, müssen zwingend wie vom Hersteller angegeben auf die Front- bzw. Surround-Lautsprecher aufgesetzt werden. Beachte hierzu die Richtung des Schalls und finde ggf. den Reflexionspunkt mit der Spiegelmethode heraus (hier für die Platzierung von Absorbern beschrieben, aber im Prinzip genauso).

Einbau-Lautsprecher

Eine häufig gestellte Anforderung ist es, die Höhenlautsprecher komplett in der Decke verschwinden zu lassen. Das kann ich gut nachvollziehen – dennoch ist es bei näherer Betrachtung nur eine Notlösung. Einbau-Lautsprecher, wie sie üblicherweise für die Decke gewünscht werden, bringen mehrere Probleme mit sich:

  • In den unteren Preisklassen (sagen wir bis 100 €/Stück) haben Einbau-Lautsprecher kaum HiFi-Qualität. Sie sind eher für die Gartenlaube geeignet. Brauchbare Produkte gibt es durchaus, aber sie kosten deutlich mehr und sind weniger kompakt.
  • Der Klang wird sich immer stark von den übrigen Lautsprechern unterscheiden, was die Homogenität stört.
  • Wenn du ein Loch in der Decke für einen bestimmten Lautsprecher vorsiehst, wirst du evtl. schlechte Karten haben, wenn du diesen irgendwann durch ein besseres Modell austauschen willst. Gerade in der Anfangszeit, wenn du erste Erfahrungen sammelst, ist ein „nee, gefällt mir doch nicht“ kaum noch möglich.

Das Kernproblem ist, dass Einbau-Lautsprecher kein Gehäuse haben. Sie bestehen nur aus dem Chassis, einer Halterung und etwas Elektronik. Sie bekommen ein Gehäuse durch den Einbau in die Decke – anders ausgedrückt: die Decke wird zum Gehäuse und damit zum Resonanzkörper. Das Gehäuse ist wesentlich für den Klang des Lautsprechers verantwortlich. Aber wie und worauf soll der Hersteller den Klang des Lautsprechers abstimmen und optimieren, wenn er nicht weiß, was für ein Gehäuse er bekommt? In einer Betondecke wird ein Einbau-Lautsprecher immer anders klingen, als in einer abgehängten Holz- oder Rigips-Decke.

Deshalb kannst du Einbau-Lautsprecher zwar verwenden, aber du kaufst die Katze im Sack. Du kannst nicht mit Sicherheit wissen, welchen Klang du erhalten wirst.

Eine wichtige Besonderheit gibt es bei der Verwendung von 4 Höhenlautsprechern nach Dolby-Empfehlung im Winkel von 45° nach vorne und hinten zum Sitzplatz versetzt. Einbau-Lautsprecher für diese Anwendung sollten unbedingt ein neigbares Chassis haben, um sie trotz waagerechtem Einbau in die Decke so gut es geht auf den Hörplatz ausrichten zu können. Wenn sie einfach nur gerade nach unten strahlen, wo niemand sitzt, kannst du den Höheneffekt gleich vergessen.

Zwar auch vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich, ist diese Eigenschaft bei der Verwendung von 2 Höhenlautsprechern im Winkel von 80°, also nahezu genau über dem Sitzplatz.

Einige passende Einbau-Lautsprecher findest du beim Hersteller Monacor, Typbezeichnungen beginnend mit SPE.

Subwoofer

Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch noch den Subwoofer. Ob und wie ein Subwoofer angewinkelt wird, ist ziemlich egal. Der Tiefbass wird kugelförmig in alle Richtungen abgestrahlt. Es macht daher keinen nennenswerten Unterschied aus, wohin das Chassis zeigt. Achte nur darauf, dass es nicht gerade direkt gegen eine Wand feuert. Eine eventuell vorhandene Bassreflexöffnung sollte ebenfalls mindestens 15 cm Abstand zu allen Hindernissen haben.

Ausschlaggebend für den Klang eines Subwoofers ist vielmehr dessen Position im Raum.

Zusammenfassend ist die richtige Ausrichtung der Lautsprecher eigentlich ganz einfach: Ziele damit immer so genau wie möglich auf deinen Hörplatz (wenn der Hersteller nichts anderes vorgibt). Wenn du dich auf dem Hauptsitzplatz befindest, sollte dich jeder Lautsprecher gerade „anschauen“ – du solltest seine Seitenwände nicht sehen.

Aber viel wichtiger ist: experimentiere mit der Ausrichtung! Winkle deine Lautsprecher unterschiedlich stark an und höre genau hin, ob du einen Unterschied wahrnimmt. Wäge dann zwischen optimaler Neigung und optisch verträglicher Befestigung ab. Es gibt kein Richtig oder Falsch, so lange es dir gefällt.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

13 Gedanken zu „Lautsprecher anwinkeln – drehen und neigen, aber nicht um jeden Preis

  1. Hallo Bert,
    das ist doch einmal wieder eine schöne Zusammenfassung und interessanter Denkanstoß zugleich. Wenn ich ein Bild Deines eigenen Kinos richtig deute, dann hast Du die Höhenlautsprecher entlang der Längsachse und dafür nach innen angewinkelt aufgehängt? Sehe ich das richtig, dass Du bei einer „typischen“ Aufhängung (quer zum Raum), ansonsten zu weit innen (in Relation zu den Fronts) gewesen wärst? Der Anlass zu Deiner optisch ansprechenden Lösung würde mich aus persönlichen Gründen interessieren.

    1. Hi Frank,

      vielen Dank! Ich hab die oben verlinkten XTZ Cinema S2 an der Decke, die in zwei Richtungen angewinkelt sind: nach innen und nach hinten. Sie hängen eigentlich etwas zu weit außen, weil ich sie unauffällig neben dem Deckensegel unterbringen wollte. Weiter nach innen (genau auf die Linie der beiden äußeren Sitzplätze) und nur nach hinten anwinkeln wäre also durchaus legitim und eigentlich sogar besser, wenn kein Deckensegel im Weg ist bzw. man die Lautsprecher darin unterbringen will.

  2. Hallo Bert,

    wieder ein gut und leicht verständlicher Artikel von dir. Danke dafür.
    Zum Thema Höhenlautsprechern habe ich mich für die Magnat ICP 82 entschieden.
    Bei meinem Probelauf konnte ich damit ein gutes Klangbild erreichen. Der Vorteil
    dieser Lautsprecher sehe ich in dem Neigbaren Hochtönner der auf die Sitzposition,
    den richtigen Abstand vorausgesetzt, gerichtet werden kann.
    Es gibt aber auch einen optischen Nachteil, diese Lautsprecher gibt es leider nur in weiss.
    Bei einer dunkel gestrichenen Decke kann das ein Nachteil sein.
    Da das Gitter ebenfalls weiss ist, ist ein einfaches überlackieren auch nicht ohne
    weiteres möglich (Gitter setzt sich mit Farbe zu).

    1. Habe meine weissen ic 62 Gitter auch schwarz Lackiert ging ohne Probleme.Fals sich da was zusetzt einfach leicht auf einen karton auschlagen dann sind die löcher wieder frei.lg.Klaus

      1. Also jetzt das gerade Abstrahlverhalten oder das nicht gerade, wo anwinkeln in dem Maße nicht nötig ist?

        Weil es gibt linke und recht Lautsprecher, und der Hochtöner ist asymmetrisch angeordnet.

        1. Zähl doch mal 1 und 1 zusammen 😀 – Kennzeichnung links/rechts, asymmetrischer Hochtöner: Was wird das wohl bedeuten? Seitliches Abstrahlverhalten, Anwinkeln nicht nötig. Ich dachte eigentlich, der Artikel wäre diesbezüglich eindeutig. Im Zweifelsfall: einfach beim Hersteller kurz anrufen. Wenn die das nicht innerhalb weniger Minuten beantworten können, wollen sie wohl nichts verkaufen. 😉

          1. Es ist naheliegend, ja. Aber die Hochtöner sehen auf beiden Seiten identisch aus, als ob sie gerade nach vorne abstrahlen würden.

            Ich frage mal nach bei Nubert.

  3. habe mal eine Frage ich nutze den Denon X4400H und habe für die 4 Teufel Reflekt die unter der Decke angebracht sind, nun habe ich die 4 Lautsprecher mit einem externen Endstufe einmal top front mit Pioneer A-30
    und top Rear mit dem 2 Pioneer a-30 sie sind jeweils über den Pre Out Ausgang (Height 1 und Height 2) des Denon verbunden. die Pioneer haben Power AMP direct anschluss was bedeutet das das signal direkt durchgeleitet wird und die Lautstärke über den Denon gesteuert wird.am Pionner kann nicht weiter eingegriffen werden im power AMP modus. jetzt ist mir aber aufgefallen das die Lautsprecher sehr leise klingen also leiser/ evtl dumpfer als wenn ich die über den Denon direkt anschließe. kann das am pre out liegen?
    1.habe kabel überprüft alles okay keine Besserung beim wechsel.kabel sind auch richtig angeschlossen +/-
    beim ein Messen wird mir auch angezeigt Phase überprüfen aber ist alles korrekt angeschlossen. habe danach mal die Höhen Lautsprecher direkt am Denon angeschlossen und ein gemessen da kommt mir alles lauter brillanter vor
    2. habe mal die pre out Ausgänge getauscht und da viel mir auf das wenn ich die ( Height 2 top rear) mit ( Height 1 Top Front) tausche, es vorne lauter wurde hab das im all Chanel Stereo Modus getestet und dann noch mal im Pegel Einstellung mit Rosa rauschen untere Lautsprecher hab ich abgeklemmt.
    also es liegt nicht am Poniner bei beiden gleich aber wohl am pre out anschluß kann das sein???

    1. Hallo Michael,

      ich kenne leider beide Geräte nicht genau genug, um mit Bestimmtheit sagen zu können, was das Problem ist. Folgender Gedanke: Bei der Nutzung externer Endstufen im Surround-Setup bestimmt die Vorstufe (der Denon) die Lautstärke des Ausgangssignals, damit alles über seinen Lautstärkeregler gleichmäßig angepasst werden kann und seine sonstigen Einstellungen greifen können. Die Endstufen (Pioneer) müssen das Signal 1:1 ausgeben, d.h. mit einer Abschwächung um 0 dB. Normalerweise ist es genau das, was der „Power AMP Direct“ Anschluss tun müsste. (Warum eigentlich Anschluss? Ist das nicht eher eine Einstellung?)

      Ich vermute, dass bei dieser Anschlussart bzw. Einstellung das Signal aber trotzdem noch auf z.B. -20 dB abgeschwächt wird. Das könnte ein Sicherheitsmechanismus sein, damit sich nicht jemand, der keine Ahnung hat, die Boxen zerballert.

      Ich würde zuallererst versuchen, diese Einstellung zu deaktivieren und die Endstufen normal zu betreiben. der Lautstärkeregler müsste dazu ungefähr bei 75% stehen – also nicht voll aufgedreht sondern ein gutes Stück darunter, aber deutlich lauter, als du normalerweise damit hören würdest.

      Wenn es passt, müsste der Denon beim Einmessen nur eine geringe Abweichung für diese Lautsprecher ermitteln. Wenn er extrem oder bis zum Anschlag ins Minus korrigiert, sind die Endstufen zu laut eingestellt. Geht er extrem ins Plus, sind sie zu leise. Das müsste bisher der Fall gewesen sein.So kannst du dich an die richtige Lautstärke-Einstellung an den Pioneers rantasten. → Wenn gefunden, markieren!

  4. Hallo Bert,
    ich habe mir zwei Teufel Reflekt gekauft die ich Direkt nutzen möchte.
    Sprich an der Decke.
    Nun habe ich schon so viel im Internet gelesen, das ich zum Schluss völlig verunsichert bin wie es denn nun richtig ist.
    • in welchem Abstand zum Hörer sollen sie hängen? Ich habe folgendes gelesen:
    mittig im Raum, 1 Meter vor dem Sitzplatz, Direkt da drüber
    • wenn ich sie bei 80° auf die Achse von den Frontlautsprechern hänge, strahlen
    sie aber nicht mehr Richtung Sitzplatz sondern auf den Boden
    Wäre schön wenn mir geholfen werden könnte.
    Danke
    Gruß Andre

    1. Hallo Andre,

      das ist das Problem mit diesen Atmos-Enabled-Lautsprechern: Man will sie eigentlich flach an die Decke hängen, weil sie dann schön unauffällig sind, aber die Ausrichtung passt dann halt meistens nicht. Ansonsten, wo genau sie hin müssen ist ja ziemlich eindeutig vorgegeben. Der Abstand ist irrelevant, der Winkel ist entscheidend. Wichtig für dich: sie müssen nicht in einer Linie mit der Front hängen, wenn das eigentlich zu weit außen wäre. Mein Tipp: nicht weiter nach außen als die äußeren beiden Sitzplätze.

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